Lilli 13 stellt ihren Sohn Ole vor

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  • sternchen
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    Beitragsanzahl: 4627

    Liebe Lilli,

    Der körpereigene Kortisonspiegel weißt normalerweise früh morgens seinen höchsten Stand auf. Bis zum Abend fällt dieser Wert auf ein Minimum ab. So gesehen ist die Begründung des Zahnchirurgen für mich
    nachvollziehbar.

    Wenn ich es richtig verstehe, wolltest du 2 Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Der Zahnchirurg hat vielleicht nicht genügend Wissen über Migräne, um wirklich selbst beurteilen zu können. Es wollte wohlmöglich dem Wunsch entsprechen. Ob die Rechnung so aufgeht weiß ich nicht. Ich vermute mal dass man Kortison genau wie ein Triptan nicht im Voraus für die Migräne nehmen kann.

    Aber nun ist es begonnen, und ich pers. würde bei dem Verfahren bleiben. Es ist aus meiner Sicht nicht so entscheidend, und wer weiß, vielleicht wird Ole so ja doch eine Migräneattacke erspart.

    Hatte ich dich so richtig verstanden?

    Alles Liebe
    und herzlicher Gruß
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28238

    Liebe Lilli,

    warum erhält Ole denn überhaupt Kortison, wenn er eine kleine Zahn-OP hat? Um schlimmen Attacken vorzubeugen, oder damit die Schwellung schneller zurückgeht? Da könnte auch Ibuprofen eingenommen werden. Sollte sich was entzünden, wäre Kortison auch nicht so ideal. Meinen beiden Kindern wurden auch mal die Weisheitszähne entfernt und außer ein bisschen Ibuprofen am ersten Tag wurde nichts gegeben. Gegen die Schwellung hilft Kühlung.

    Wenn es schon sein muss, dann mach es so, wie Du es für richtig hältst. So viel Unterschied macht das nicht, mach Dich deshalb jetzt nicht wuschig.

    Alles Gute für Ole und liebe Grüße
    Bettina

    Lilli 13
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 169

    Liebes Sternchen, liebe Bettina,

    lieben Dank für Euren Rat 🙂
    Hier und heute bekommen alle Jugendlichen Kortison bei dieser Art OP, soviel ich weiß. Sie kriegen aber auch alle 4 Zähne auf einmal raus. Und ich mag auch nicht immer alles in Frage stellen. Deshalb dachte ich ja, wenn schon, dann wenigstens so, dass es ev. auch der Migräne hilft.

    Aber dann mach ich mich jetzt nicht wuschig 🙂 und kann beruhigt schlafen gehen. Vielen lieben Dank 😀

    Alles Liebe für Euch
    Lilli

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 508

    Liebe Lilli,

    liest du hier noch mit?

    Ich bin neugierig und frage mich, wie es bei euch nun mit der Schule und mit dem Segeln weitergegangen ist.

    LG Anna

    Lilli 13
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 169

    Liebe Anna,
    das ist ja nett, dass Du nachfragst 🙂 Ich wollte schon längst mal berichten, aber habe dann jedes Mal bei anderen mitgelesen, anstatt mal zu schreiben.
    Ole ist es beim Segeln sehr gut ergangen. Er hatte schon Migräne zwischendrin, konnte aber gut behandeln, so dass er keinen Tag auf See mit Migräne in der Koje verbringen musste. Er hatte zwei tolle Wochen.

    Nach der Freizeit hatte er die leidige Zahn-OP und seitdem wieder mehr Migräne als migränefreie Tage. Da das Topiramat auch nicht mehr gewirkt hat, haben wir es abgesetzt, in der Hoffnung, dass die Migräne davon besser wird, aber das hat sich bisher leider nicht bewahrheitet. (Wir hatten die Erfahrung schon einmal gemacht).

    Die vielen Migränetage überschatten das Positive von Oles schulfreiem Jahr leider, aber wir sind uns alle sicher, dass es eine gute Entscheidung war. Sich mal nicht immer zwingen zu müssen, nicht immer im Hinterkopf zu haben, eigentlich müsste ich noch…, hoffentlich habe ich keine Migräne bei der nächsten Arbeit….und und und tut Ole gut. Er hat endlich mal Zeit, immer noch wenig genug, aber immerhin und kann Aktivitäten für sich entwickeln, zu denen er gerade Lust hat.

    Wir hatten nicht die Erwartung, dass die Migräne ohne Schule besser wird, Oles Migräne hat meines Erachtens nicht viel mit Stress zu tun. Deshalb betrachten wir den Erfolg dieses Jahres davon unabhängig.

    Interessant und gleichzeitig sehr nervig ist, dass Erwachsene im Kontakt mit Ole fast immer in einen Aktivierungswahn verfallen, was alles er doch tun könnte oder sollte. Einem unverplanten Jugendlichen wird scheinbar nicht zugetraut, dass er selbst entscheiden kann, wie er seine Zeit für sich sinnvoll nutzen kann. Ole macht das aber sehr gut und ich bin mir sicher, dass das schulfreie Jahr ihm viel bringen wird, trotz Migräne.

    Ganz liebe Grüße
    Lilli

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4627

    Liebe Lilli,

    auch ich freue mich über deine Zeilen, und genau so, dass Ole eine schöne Segelzeit hatte.

    Dass die Migräne durch weniger Schule oder auch durch weniger Job aufhört oder besser wird, ist m.E. ein Trugschluss. Na klar kommt man schnell zu der Schlussfolgerung. Wenn Stress Migräne auslöst, sollte es ja auch umgekehrt funktionieren. Ich pers. habe es jedoch nicht so erlebt. Der große Vorteil ist einfach dass sie leichter zu ertragen ist. Eine Besserung kommt wenn überhaupt eigentlich erst viel, viel später, und ist im Einzelfall ja auch nicht wirklich messbar. Wer weiß schon ob es nicht sowieso besser geworden wäre.

    Schön, dass sich die Entscheidung ein schulfreies Jahr einzulegen, bestätigt hat. Klasse, dass er die Situation so gut meistert. Ich freue mich für euch.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 508

    Hallo Lilli,

    und ich wollte die ganze Zeit schon fragen, habe es dann aber auch immer wieder verbummelt. 😉

    Das freut mich echt total, dass Ole beim Segeln eine so gute Zeit hatte.
    Ich liebe das Segeln über alles, es wäre furchtbar, wenn ich das nicht mehr machen könnte.
    Es ist doch einfach so wichtig, dass man auch die schönen Dinge genießen kann und nicht immer überlegen muss, ob das jetzt geht.
    Es war sicher auch eine wichtige Erfahrung, sich einfach mal zu getrauen und zu sehen, dass es machbar ist auch mit Migräne.

    Was Oles Auszeit angeht, so ist das Schuljahr ja noch nicht so alt und möglicherweise findet sich noch eine gute Prophylaxe mit der er dann zuversichtlich ins neue Schuljahr starten kann.
    Ansonsten weiß ich genau, was du meinst.
    Alleine das Wissen, was am nächsten Tag auf einen wartet und dieses „Morgen muss ich unbedingt fit sein.“ weil man z.B. eine Klassenarbeit hat, ist schon eine Belastung.
    Alleine wenn er sein Nervenkostüm dieses Schuljahr ein bisschen beruhigen kann, ist das schon ein Erolg.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
    Ich bin in Gedanken bei Euch und freue mich, wenn Du dann mal wieder berichtest.

    LG Anna

    Lilli 13
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 169

    Liebes Sternchen, liebe Anna,

    das ist so schön, dass Ihr euch mitfreut, mitfühlt und Gedanken macht 😀
    Ich werde Euch wieder berichten.

    Euch allen noch einen schönen Abend 😀

    Ganz liebe Grüße
    Lilli

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7534

    Liebe Lilli,

    da schließ ich mich doch gleich noch mit meiner Freude an 😀 .

    Jeder Tag, nein sogar jede Stunde ganz normales jugendliches Leben macht Ole stark und zuversichtlich und zeigt ihm, wie schön auch ein Leben mit Migräne doch sein kann! Manchmal muss man auch einfach mutig sein und was wagen, auch wenn man große Zweifel hat.

    In meiner Jugend mit der Migräne habe ich alles mitgenommen, was sich mir bot und mein Kopf hat meistens ganz brav mitgemacht. Das waren sehr wichtige Erfahrungen.

    Alles alles Liebe für euch,
    Julia

    Lilli 13
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 169

    Danke liebe Julia, Dir auch alles Liebe 😀
    Lilli

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5701

    Liebe Lilli,

    danke für die Info über den aktuellen Stand, wie es Ole geht. Das hat mich auch interessiert.

    Ich finde es ganz prima und wirklich bewundernswert, dass ihr nicht die Erwartungshaltung aufgebaut habt, dass ohne den Schulstress die Migräne deutlich besser werden müsste. So schön es auch gewesen wäre, wenn es so gekommen wäre! ?
    Vermutlich die meisten von uns sehnen sich tief drinnen danach, dass wir einen festen Auslöser für unsere (schwere) Migräne oder andere Kopfschmerzerkrankung finden, den wir meiden oder zumindest verändern können. Sozusagen einen Hebel, den man bewegen kann und der einen dann mit Besserung „belohnt“. Bei manchen mag das zutreffen, bei manchen jedoch nicht.
    Ich selber habe in meinem Leben viel geändert, viele Dinge „migränefreundlich“ gestaltet, und dennoch… Und dennoch habe ich eine inzwischen sogar noch höher frequente Migräne, die mein Leben stark beeinflusst und mir vieles unmöglich macht, was ich gerne tun würde.

    Es ist schon eine Hilfe, wenn man sich – vielleicht auch nur vorübergehend wie bei euch – den inneren Druck ein wenig wegnehmen kann. Es ändert bei mir an meinen Schmerzen selber zwar nichts, doch ich mache es mir nicht noch schwerer als unbedingt nötig.

    Oh ja, Außenstehende haben soooo viele Tipps zur Hand! Und alle „meinen es ja nur gut“! ? So wie die Kinderlosen manchmal soooo gute Ratschläge zur Kindererziehung parat haben. ? Ich freue mich, dass du mit Ole zusammen euren Weg gefunden habt und den auch unerschütterlich geht.

    Weiterhin alles Gute für euch!

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 11 Monate von  heika.