Maresa stellt sich vor

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  • Maresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Hallo, liebe Mitbetroffene

    ich bin ganz aufgeregt, dass ich dieses Forum gefunden habe. Die letzten 40 Jahre war ich als Einzelkämpferin unterwegs und hier finde ich so viele, denen es ähnlich geht… das tut gut.

    Meine Migräne begleitet mich seit ich denken kann, allerdings habe ich Erinnerungen erst ab dem 10. Lebensjahr. Meist begannen die Anfälle am Nachmittag, bis gegen Mitternacht war es dann so schlimm, dass ich mich übergeben konnte, danach klang es wieder ab.
    Das war so ca. 2-3x in der Woche. Nicht schön, aber ich kannte es nicht anders. Und da ich morgens wieder aufstehen und in die Schule konnte, war es akzeptabel.
    Damals gab es noch keine Triptane – ich bekam Aspirin und Novalgin, hat aber nicht geholfen.

    Mitte zwanzig wurden die Anfälle dann seltener, dafür dauerten sie länger (2-3 Tage)
    Mich begleiten auch Ängste und Depressionen zeitlebens, und ich hatte lange Zeit Probleme mit Alkohol, Bulimie und Selbstverletzungen. Dennoch konnte ich eine Ausbildung machen und auch arbeiten. Es war allerdings immer eine Überforderung, denke ich im Nachhinein. Durch viel Therapie konnte ich zu meinen Süchten Abstand gewinnen. Das Problem war dann aber, dass die Migräne zugenommen hat. 1-2 Anfälle in der Woche. Meistens drei Tage lang, im schlimmsten Fall 6 Tage. Um mich irgendwie zu entspannen und den beruflichen Alltag zu schaffen, bekam ich dann Tavor verordnet (Beruhigungsmittel).
    Irgendwann bekam ich mein erstes Triptan, das war eine richtige Erlösung. Die Migräne war zwar nicht weg, aber der allerschlimmste Schmerz und das Erbrechen/Durchfall.

    Vor 14 Jahren wurde ich frühberentet – es ging einfach gar nichts mehr. Ich hatte Hoffnung, dass sich die Migräne vielleicht verändert, sie blieb aber bis heute (Jetzt bin ich 51 Jahre) unverändert – jede Woche ein Anfall von 3 Tagen, selten auch mal 6 Tage.
    Triptane nehme ich immer noch, Prophylaxen habe ich alle versucht – ohne Erfolg.
    Wenn ich das Gefühl habe durchzudrehen, nehme ich Cortison. Das hilft dann innerhalb von 2 Stunden.
    Im letzten Jahr habe ich einen erfolgreichen Entzug von den Beruhigungsmitteln gemacht, ohne dass sich die Migräne noch verschlimmert hat.

    Und nun gibt es das Aimovig. Eine neue Hoffnung. Und das ist auch der Grund, warum ich mich hier gern austauschen würde. Vermutlich aber nicht hier?

    Für heute ist genug der Aufregung und ich sage tschüss und danke für dieses tolle Forum,
    Maresa

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Hallo Maresa,

    auch an dich ein herzliches Willkommen hier im Forum. Das ist ja wunderbar, dass du dich hier so gut wiederfindest und dich nicht mehr alleine fühlst.

    Ja, die Migräne verändert sich im Leben immer wieder. Mit dem Einzug der Triptane in die Migränemedizin gab es für viele Betroffene eine Wende in ihrer Migränelaufbahn. Auch für mich.

    Überhaupt ist der Fortschritt in den letzten 20 Jahren ein unglaublicher Erfolg für alle Migräniker. Diese Verbesserung ist unbezahlbar. Ich muss oft an unsere Vorfahren denken, die nichts in der Hand hatten, um ihre Qualen zu beenden.

    Wichtig ist es, in guten fachlichen Händen zu sein. Ich hoffe, dass du da eine gute und kompetente Unterstützung hast.

    Bezgl. Aimovig gibt es hier ein extra Forum. Schau dort mal nach. Viele habe über ihre Erfahrungen berichtet. Da gibt es sicher eine Menge für dich zu lesen.

    Erst einmal wünsche ich dir alles Gute und freue mich weiterhin von dir zu lesen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Maresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Hallo Sternchen,

    vielen Dank für die nette Begrüßung. Ich habe gestern noch viel gelesen und bin immer noch ganz hin- und weg von dem Gefühl, nicht die Einzige zu sein. Obwohl man ja niemandem so eine Leidensgeschichte wünscht…

    Mit meinen Ärzten bin ich inzwischen gut versorgt. Das hat lang gedauert, doch nun passt es zum Glück.
    Ich werde mich jetzt mal bei „Aimovig“ einklinken.

    Herzliche Grüße,
    Maresa

    Maresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Liebe ebenfalls Geplagte,

    in den letzten Tagen habe ich immer wieder von Naproxen gelesen. Das ist mir total unbekannt – nicht das Medikament, sondern dass man es bei Migräne nehmen kann. Könnte das etwas für mich sein?
    Normal dauert eine Migräne bei mir drei Tage, in denen sie kontinuierlich besser wird. Meist liege ich zwei Tage, dann kann ich wieder aufstehen. Ich nehme ganz stur drei Tage lang alle 12 Stunden ein Triptan. (Rizatriptan 10mg)
    Könnte ich da mit Naproxen etwas verbessern? Und wäre das weniger schädlich als die Triptane?

    Inzwischen lebe ich die 5. Woche mit Aimovig.
    Nach holprigem Beginn – Woche 1. 5 Migränetage
    Woche 2. 3 Migränetage
    Woche 3. 4 Migränetage
    Woche 4. 2 Migränetage
    Woche 5. 1 Migränetag … fühle ich mich inzwischen wie neu geboren. Seit über einer Woche lebe ich „ohne“. Das ist wie ein Wunder. Und ich bin sehr gespannt, wie das nun weiter geht.

    Die Anfälle waren in der 1. Woche noch so wie ich sie kenne, seitdem werden sie zwar von der Schmerzintensität nicht besser, aber sie klingen innerhalb eines Tages ab. Als würde alles im Zeitraffer ablaufen.

    Viele Grüße und einen guten Start in die Woche,
    Maresa

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Liebe Maresa,

    Naproxen kann die Wirkung eines Triptans verstärken und verlängern.

    Falls also dein Triptan nicht optimal wirkt, kannst du die Kombination mit Naproxen versuchen. Und gerade gegen Ende der Attacke könntest du statt des letzten Triptans auch mal nur Naproxen nehmen und schauen, ob dir das reicht.

    Triptane belasten den Körper weniger als Naproxen und überhaupt alle „normalen“ Schmerzmittel.
    Wenn man einen empfindlichen Magen hat, könnte es sein, dass er sich bei Naproxen meldet. Man könnte in diesem Fall einen Magenschutz dazu versuchen.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 4 Wochen von  heika.
    Maresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Danke, liebe Heika 🙂

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Willkommen, liebe Maresa. 🙂

    Wunderbar, dass Aimovig so gut anschlägt. Wir haben auch ein extra Forum dafür, dort kannst Du auch mitlesen und -schreiben. Weiter viel Erfolg damit.

    Ich habe gestern noch viel gelesen und bin immer noch ganz hin- und weg von dem Gefühl, nicht die Einzige zu sein. Obwohl man ja niemandem so eine Leidensgeschichte wünscht…

    So ging es mir, als ich das erste Mal in der Schmerzklinik war. Endlich nicht mehr das Gefühl zu haben, der einzige Mensch zu sein, der so leidet. Das tut einfach gut. 😉

    Naproxen kann unterstützen, aber wie Heika schon erwähnt, kann es den Magen (Leber und Nieren auch) belasten. Du bist mit Deinem eigentlich kurz wirkenden Triptan eh bestens bedient, da es 12 Stunden bei Dir hält. Da gibt es nichts zu optimieren, außer, Du versuchst noch eines der langwirkenden Triptane.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Maresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Danke, liebe Bettina,

    ich war heute früh beim Neurologen, und er hat mir gleich das Naproxen aufgeschrieben. Ihn habe ich so verstanden, dass es Sinn macht, bei nicht so schweren Anfällen auch mal nur Naproxen zu nehmen. Oder in meinem Fall – am dritten Tag, wenn der Schmerz schon nachgelassen hat.

    Die Triptane wirken bei mir ca. 6 Stunden, dann kommt der Schmerz wieder und ich halte ihn halt aus Vernunftgründen aus, bis die 12 Stunden rum sind. Wenn ich das richtig verstanden habe, könnte dann ein länger wirksames Triptan auch Sinn machen?

    So ging es mir, als ich das erste Mal in der Schmerzklinik war. Endlich nicht mehr das Gefühl zu haben, der einzige Mensch zu sein, der so leidet. Das tut einfach gut. ?

    Das freut mich, dass Du das auch so empfindest. Ich dachte immer, wenn ich noch das Leid der Andern höre, dann drückt mich das noch mehr nieder. Aber das Gegenteil ist der Fall. Plötzlich ist man kein komischer Exot mehr…

    Liebe Grüße,
    Maresa

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Hallo Maresa,

    wenn du wissen möchtest, wie exotisch wir alle sind stöber mal in der Diskussionsgruppe im Forum „du bist Migräniker wenn….“!
    Viel Spaß dabei
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27919

    Liebe Maresa,

    Ihn habe ich so verstanden, dass es Sinn macht, bei nicht so schweren Anfällen auch mal nur Naproxen zu nehmen. Oder in meinem Fall – am dritten Tag, wenn der Schmerz schon nachgelassen hat.

    Naproxen ist halt ein NSAR, das Magen und andere Organe belastet. Leichte Attacken halte ich noch aus und wenn sie schwerer werden, nehme ich mein Triptan. Wenn die Attacke sich nach einigen Tagen deutlich abbaut, nehme ich auch nichts. Ich behandle immer nur Schmerzen, die sich nicht unbehandelt durchstehen möchte.

    Sonst teste doch wirklich mal Triptane mit längerer Wirkdauer.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Maresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Liebe Bettina,

    danke für die Infos.
    Ich habe gerade nachgelesen und denke dass das wirklich Sinn machen könnte, ein längerwirksames Triptan zu nehmen.

    Dass Du Attacken auch so aushältst, bewundere ich sehr. Ich habe immer mehr Angst vor den Schmerzen und bin zu gar keinem Leiden mehr bereit. Das macht es aber nicht unbedingt besser, vermute ich.

    Mal sehen, wie das jetzt wird wenn das Aimovig tatsächlich helfen sollte. Vielleicht werde ich dann auch etwas experimetierfreudiger. Genug Anregungen finde ich hier ja, was man so alles probieren kann.
    Die letzten Jahrzehnte war ich so mit meinen psychischen Nöten beschäftigt, da war die Migräne immer nur eine Randerscheinung. Jetzt scheint es mir stabil besser zu gehen, und ich kann mich mal ausgiebig der Migräne widmen 😉

    Liebe Grüße,
    Maresa

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2055

    Liebe Maresa,

    hier sind einmal für dich die Beiträge, die beim Umzug verloren gegangen sind:

    Bettina Frank – Admin:

    Liebe Maresa,
    „Dass Du Attacken auch so aushältst, bewundere ich sehr. Ich habe immer mehr Angst vor den Schmerzen und bin zu gar keinem Leiden mehr bereit. Das macht es aber nicht unbedingt besser, vermute ich.“

    das war wahrscheinlich ein Missverständnis. Ich halte nur die Attacken aus, die leicht sind. Manchmal bauen sie sich über viele Stunden oder sogar Tage auf. Ich behandle erst dann, wenn die Schmerzen stark werden. Freiwillig starke Schmerzen ausgehalten habe ich noch nie und werde ich auch nie. Wenn, dann unfreiwillig, wenn die Medikation nicht wirkt. Das kommt zum Glück selten vor.
    Ich wünsche Dir sehr, dass Aimovig eine gute Wirkung hat bei Dir.
    Liebe Grüße
    Bettina

    Maresa:

    Liebe Bettina,
    ach, danke für die Rückmeldung. Dann muss ich mich doch nicht für eine Memme halten
    Liebe Grüße, Maresa

    Bettina Frank – Admin:

    Nein, musst Du nicht!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 3 Wochen von  Tanni.
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