Maria und die Migräne

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  • Maria
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    hallo,
    ich heiße Maria, bin 46 Jahre alt, und habe seit 30 Jahren Migräne. Ich habe bereits in den 80er eine Beta-Blocker-Therapie gemacht. zwischendrin ging es mir mal relativ gut, von gut 150 Kopfschmerz/migräne-Tagen im Jahr bin ich auf 50 – 70 runtergekommen.
    leider hat sich in den letzten 5 Jahren die Migräne von klassischer 24-Stunden-Migräne in eine 3-Tage-Hölle verwandelt.
    Das hat sich mit Triptane bisher relativ gut „aushalten“ lassen, aber ich merke, dass die Tabletten immer weniger und immer kürzer helfen. Zusätzlich kann ich eine Atementspannung aus dem Yoga, das hilft, wenn die Panik hochsteigt, wenn der Schmerz nicht schnell genug oder nicht weit genug weggeht.

    Das letzte Jahr war schlimm. Da ich die Möglichkeit habe, mir Triptane ohne Arzt zu besorgen, war ich schon länger nicht mehr beim Neurologen. das hat mir zunächst sogar geholfen, weil ich mich ständig in einer Bittstellerposition fühlte, und schon der Gedanke, da anzurufen für Rezept mich gequält hat. So konnte ich die Triptane selbst verwalten, und denke, dass ich damit vernünftig gehaushaltet habe.

    Jetzt ist es aber so schlimm, beim letzten Anfall, habe ich 6 x 50 mg Triptan genommen, und die haben nur soweit geholfen, dass ich zumindest gehen konnte, von schmerzfrei war nicht die Red. Ich habe mir also wieder einen Termin beim Neurologen besorgt.

    Von privater Seite bekomme ich Druck, ich möge mich endlich mit Akupunktur und TCM behandeln lassen, weil das so erfolgreich ist, und x und y das auch gemacht, und geheilt wurde. und z hat Reiki gemacht, und ist auch geheilt.
    Ich fühle mich sehr unzureichend deshalb, habe aber andererseits überhaupt nicht den Willen, und nicht die Kraft, mich mit einer der 3 Methoden auseinanderzusetzen.
    Ich bin an 4 Tagen die Woche von morgens 6.30 bis abends 20.00 h außer Haus und auch weit weg von zuhause, ich wüsste gar nicht, wann ich das alles machen sollte.
    Ich habe ein stressigen Beruf, und bin auch sonst sehr eingespannt, und ein Teil meiner derzeitigen Lage ist auch den lebensumständen geschuldet, aber ich habe derzeit nicht die Möglichkeit, das irgendwie zu ändern, oder irgendwelche zeitaufwändigen Therapien zu machen.

    Ich weiß, dass das alles blöd ist von mir, aber ich komme nicht raus.
    Ich hoffe, der Neurologe kann helfen.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7577

    Hallo liebe Maria,

    erst mal ganz herzlich willkommen hier im Forum.

    Was ist blöd von dir? Dass du diese nicht wirkenden Methoden nicht ausprobieren und dich also auch nicht „heilen“ lassen möchtest?
    Mal vorweg: Migräne ist nicht heilbar, aber mit den richtigen Methoden und Mitteln gut behandelbar.

    Ist dein Neurologe evtl. auf der Liste der Schmerztherapeuten, die mit der Schmerzklinik Kiel zusammenarbeiten, zu finden? Links in der Leiste unter suchen und finden. Das wäre ganz besonders gut. Auf jeden Fall könntest du dir als 1. mal, um ein bisschen Munition gegen die privaten Ratgeber zu haben, das Buch von Prof. Dr. Göbel, „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ Springer Verlag, besorgen.
    Da kannst du dich schnell und umfassend über die Migräne und wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten informieren.
    Und hier ganz viel lesen und fragen. Das hilft auch sehr.

    Ich wünsch dir viel Erfolg für deinen Besuch beim Neurologen
    Liebe Grüße
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Willkommen im Headbook, liebe Maria. 🙂

    Lies Dir mal die Ratschläge, fast so schlimm wie hammerharte Schmerzen durch. Es wäre schön, wenn man mit so sanften Methoden gegen Migräne vorgehen könnte, aber das wäre leider nur Zeitverschwendung.

    Prof. Göbels Buch Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne kann man auch über Amazon bestellen. Alles, was man über Migräne und Kopfschmerzen als Patient wissen sollte, ist dort beschrieben.

    Wenn ich das richtig lese, hast Du immer nur 50 mg Imigran eingenommen? Ich denke, dass Du auch einiges falsch machst bei der Medikamenteneinnahme. Bei starken Schmerzen gleich 100 mg Imigran, denn sonst reicht die Wirkung nicht aus. Vorher oder gleichzeitig ein Antiemetikum, das die Aufnahme im Magen-/Darmbereich verbessert. Zur Wirkverlängerung und -verstärkung könntest Du auch noch zusätzlich Naproxen 500 mg (NSAR) einnehmen, da es eine sehr lange Halbwertszeit hat.

    Hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2 können sehr gut mit unterstützen.

    Man kann sich seine Lebensumstände nicht immer aussuchen. Manchmal geht es halt nicht anders und dann muss man versuchen, das Beste daraus zu machen.

    Die Begleitung eines Neurologen ist wichtig, denn die Behandlung der Migräne hat nicht nur mit der Medikamenteneinnahme zu tun. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Maria
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    liebe bettina,
    danke für den link zu den Ratschlägen. Wahrscheinlich musst Du jetzt ein wenig lachen, aber ich sitze tatsächlich da und heule. und habe gut Lust, dass den lieben Freundinnen zu verlinken.

    50 mg war die Verschreibung des Arztes (letztmalig vor 1,5 Jahren), der hat mir nicht gesagt, dass ich mehr nehmen soll. Ich hatte dann 100er Pack, da stand auch in der verpakcung drin, dass man die nehmen kann bei starken Schmerzen. In der Regel weiß ich aber, wenn ein Anfall ätzend wird, und werfe eigentlich frühzeitig ein, und denke, dann müssten 50 doch reichen. Dann geht das Hamsterrad los, und dann traue ich mich 4 – 6 Stunden später nicht mehr, dann doch 100 zu nehmen. Ich warte immer mindestens 6 Stunden bevor ich die nächste nehme.
    Der Arzt hat mir außer EEG und medikamente vor 2 Jahren wegen familiärem Chaos eine Gesprächstherapie verschrieben. Die hab ich aber abgebrochen nach 5 x, weil ich schon beim Gedanken an den nächsten Termin Stress bekam. Der Psychotherapeut hat mir nämlich lauter Sachen gesagt, die ich eigentlich weiß, nur hat er sie halt ausgesprochen, ich war aber nicht in der Lage, mich damit auseinanderzusetzen, weil mich das zuviel Kraft gekostet hätte. Ich wollte lieber verdrängen. Das tu ich immer noch. Und ich bin dann auch nicht mehr zum Neurologen, weil ich mich geschämt habe, das abzubrechen, und gleichzeitig tat sich die Möglichkeit auf, die Triptane anderweitig zu bekomen.

    Ich bin als Vorbereitung für den Termin am 2.10. Informationen am sammeln, damit ich meinem Neurologen gut vorbereitet gegenüber treten kann. Die Medikamente zur besseren Aufnahme der Tabletten sind mir nicht geläufig, das war mir alles neu.
    Weil ich ja lange recht gut mit den Triptanen rumkam, hab ich das mich-informieren ein wenig schleifen lassen, die letzten Jahre.

    Maria
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    liebe Julia, danke für die Hinweis auf die Therapeutenliste, da sind tatsächlich ein paar in meiner Nähe.
    ich werde jetzt aber erst mal den bereits vereinbarten Termin wahrnehmen und mich dann je nach Ergebnis weiter umhören.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Maria,

    natürlich lache ich nicht, denn es zeigt einmal mehr, wie sehr einen die unsensiblen Mitmenschen verletzen können. Warum druckst Du das nicht aus und verteilst es? Ganz ehrlich, aber vielen ist es gar nicht bewusst, was sie oft anrichten.

    Bei der Behandlung der Migräne ist es besser, rechtzeitig und ausreichend zu dosieren, als immer wieder nachzulegen, weil die Wirkung nicht ausreicht oder die Migräne nicht gestoppt werden konnte. So kann es dann sein, dass man über Tage hinweg immer ein bisschen was nimmt, aber nie richtig schmerzfrei wird.

    An wie vielen Tagen im Monat behandelst Du Deine Migräne? Man sollte nicht an mehr als 10 Tagen im Monat Akutmedikamente einnehmen, das man sonst in eine MÜK (Medikamentenübergebrauchskopfschmerz) kommen könnte.

    Wenn Du mit Deinem Therapeuten nicht zurecht gekommen bist, kann Dich doch keiner zwingen, da weiter durchzuhalten. Was immer da noch abzuarbeiten ist, das solltest Du Dir vielleicht noch mal vornehmen. Da muss dann aber auch die Chemie mit dem Therapeuten passen. Außerdem solltest Du in einem besseren gesundheitlichen Zustand sein, wenn schwierige Themen aufzuarbeiten sind.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternthaler
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 412

    Hallo,
    ich hätte da aber mehr Ratschläge, die fast so schlimm wie hammerharte Schmerzen sind, aber diesmal von Ärzten (selbst erlebt)

    -haben sie schon mal Paracetamol versucht
    -beim Migränestatus, Berlosininfusion, das ist hier Goldstandart (davon haben wir noch 10 Kanister im Keller)
    -haben sie schon mal einen ganzheitlichen Ansatz gesucht
    -nein Cortison spritzen kann ich nicht, dafür kann ich die Verantwortung nicht übernehmen
    -lassen sie sich scheiden und fangen ein ganz neues Leben an
    -sie müssen in die Psychiatrie , so oft kann man gar keine Migräne haben
    -sie brauchen 240 Stunden Psychoanalyse
    -sie sind ein Hypochonder, das sehe ich
    -sie müssen die Schmerzen einfach nicht zulassen, dann haben sie auch keine

    Also diese wohlgemeinten Ratschläge von hervorragen Ärzten, habe ich hier in der ,,ehemaligen sowjetischen Besetzungszone (DDR)“ zu Hauf gehört. Hier ist die Welt wirklich mit Brettern zugenagelt.

    Liebe Grüße Euer Sternthaler

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Ja, Pamela, solche Erfahrungen musste ich auch vor vielen Jahren machen. Aber hier in München. 😉

    Psychotherapie hat mir zwar noch kein Arzt vorgeschlagen, aber

    * Paracetamol, ASS
    * Warmes Bad und ein Gläschen Sekt…
    * So viel Migräne gibt es nicht!
    * Steigern Sie sich doch nicht in was rein, was gar nicht da ist.
    * Atmen Sie in den Schmerz hinein, das mach ich auch immer.
    * Ach ja, hab auch öfter Kopfschmerzen. Ist lästig, aber bringt nicht um.
    * Was läuft denn verkehrt in Ihrem Leben, dass das alles in den Kopf wandert?
    * In der Neurologie in München, mit Status migraenosus nach einer Nacht Dauererbrechen eingeliefert: Imigran Injekt gebe ich Ihnen nicht. Das ist ja ein spezielles Migränemedikament (das wusste er immerhin!) , welches man nur in sehr schweren Fällen einsetzt. Da würde man ja mit Kanonen gegen Spatzen schießen. Ich konnte zwar nicht mal mehr stehen, aber vielleicht gabs ja noch schwerere Fälle? 😉

    Liebe Grüße
    Bettina