Maria und die Migräne

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  • lostway
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    Liebe Maria,

    das freut mich riesig – ich höre auch gerne solche Nachrichten. In deinem Fall hoffe ich jetzt, dass es am MBSR-Kurs liegt, den ich ja auch grade mache.

    Ganz lieber Gruß
    Bettina

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28434

    Liebe Maria,

    auch ich freue mich sehr über Deinen Erfolg und die gute Zeit. 🙂 Ich habe Dich so verstanden, dass Du Dich nicht traust, über Deine tolle Zeit zu schreiben, weil Du Angst hast, die Migräne holt Dich gleich wieder ein. 😉 Falls es so gemeint war, hab ich nix gelesen und die anderen auch nicht. 😉 😀

    Liebe Grüße und weiterhin eine gute Zeit,
    Bettina

    Maria
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    ich schreibs hier, weil ich es sonst nirgendwo los werde. Nach einem relativ „normalen“ Sommer in Sachen Migräne, 6 – 8 Tage pro Monat, den Traum-April konnte ich nicht wiederholen, hat mich nun wieder die Realität eingeholt, ich hatte einen September mit 12 Tage und bin in den Oktober mit 2 Tagen gestartet. Erstaunlich, wie sehr diese paar Tage mehr im September die Lebenswualität schon mindern können.

    Insgesamt zieht mich das alles wieder sehr runter. Ich habe 3 Chaos-Monate auf Arbeit vor mir mit 4 Horror-Projekten, die alle in diesem Jahr noch abgeschlossen werden müssen, und niemand, der mich dabei unterstützen kann, weil das alles komplizierte Chef-Sache ist, und selbst der macht sich von mir abhängig, weil das ganze Wissen dazu in meinem Hirn ist. Leider.

    Ich setze meine ganze Kraft in diese kommenden 3 Monate, und hoffe, wie ein Schiffbrüchiger, dass ich dann im Januar Land erreichen werde. Also erreichen werde ich es schon, die 4 Sachen sind komplett termingebunden, aber ich weiß nicht, wie ich das alles schaffen werde.

    Im November hab einen NeurologenTermin, der erste nach Oktober letztes Jahr, und mir ich schwanke zwischen Angst und „Freude“. Angst, dass ich wieder wie ein zitternder Aal vorm Tisch sitzen werde, und kaum in der Lage, meinen Zustand in Worte zu fassen, weil alles mein Hirn überschwemmt. Und Freude, dass vielleicht jemand zuhört.

    Er hat mir bereits letztes Jahr eine Kur angeboten, weil ich so ein Wrack war, aber ich war außerstande, mich aus meiner Situation zu befreien und der Sache zuzustimmen.
    Ich bin jetzt aber so kaputt, dass ich, falls er es nochmal anbietet, vielleicht sogar zustimmen würde.

    Er hat mir letztes Jahr Amitriptilyn verschrieben zum runterkommen, die hab ich aber weggeworfen, und mich so dagegengestemmt, auch dank dem Forum hier, wo ich einfach Mut gefasst habe, und mir gesagt habe, ich pack das. Hab mich ja sogar zu diesem MBSR Kurs angemeldet und ja das hat mir gut getan, aber jetzt ist alles wieder weg, und alles fühlt sich scheixxe an.

    Ich war jetzt 6 Tage in Urlaub – Wellness, habe in 4 Nächten nur Albträume von der Firma gehabt, lauter so Zeug von „nicht ankommen können“ „nicht fertig werden können“ schön verknüpft mit Firmenthemen, jedesmal nicht wachwerden können, und als ich dann wach war, mit Herzrasen.
    Und dann hatte ich noch 2 Tage Migräne dort.

    Montag werde ich aber die guterholte Mitarbeiterin mimen, weil ich das sonst nicht packe, was da jetzt Stück für Stück über mich drüberrollen wird.

    Drückt mir die Daumen, dass ich die 3 Monate überlebe, danach wird alles besser *mantraaufsagt*

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28434

    Liebe Maria,

    Du bist ziemlich am Limit, sodass ich Dir nur wünschen kann, dass Du die drei Monate noch irgendwie schaffen kannst. Danach lass Dich aber dringend rausnehmen aus allem und gehe in die Kur. Lass es nicht auf einen kompletten Zusammenbruch ankommen!

    Du kommst jetzt wohl überhaupt nicht raus aus der Situation? Oft sieht man keine Möglichkeit, sie wäre aber trotzdem da. 😉

    Alles Liebe, ich denk an Dich,
    Bettina

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Maria,

    du wirst das schaffen!

    Die 3 Monate sind zeitlich begrenzt. Nimm dir ein Maßband (wie früher die Leute beim Bund. ;)) und schneide jeden Tag ein Stück ab.

    Suche dir eine Sache aus dem MBSR-Kurs, die dir besonders gut getan hat und mache dies dann täglich als Verschnaufpause, Zentrierung oder was eben für dich wichtig ist.

    Freu dich auf den Neurologentermin: Schreib alles auf, was dir wichtig ist, daß du in der Situation nicht überfordert bist und du dich der Freude an der Aufmerksamkeit hingeben kannst.

    Evtl gibt es dann ja auch chemische Helferlein. Vorübergehend, bis wieder Land in Sicht ist.

    Du schaffst das und wir sind immer! hier zum Zuhören. 🙂

    Liebe Grüße
    Ulrike

    Miggy
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 475

    Liebe Ulrike,

    die Idee mit dem Maßband gefällt mir gut, hatte ich ganz vergessen, die werde ich mal für mein nächstes Projekt nutzen. Hat mein Bruder früher bei der Bundeswehr auch gehabt, hihi.

    Herzliche Grüße in den südlichen Süden

    Miggy

    Liebe Maria,

    ich drück dir die Daumen, dass alles schnell besser wird!

    Herzliche Grüße

    Miggy

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 519

    Liebe Maria,

    da geht es Dir ja im Moment wirklich schlecht!
    Gut wenn man in solchen Situationen die Erinnerung daran behalten kann, dass es ja auch schon mal besser ging und das dann wohl auch wieder tun wird.

    Trotzdem würde ich mir an Deiner Stelle professionelle Hilfe suchen. Du hattest ja schon mal einen Versuch mit einem Therapeuten gemacht, bist aber dabei wohl sehr unter Druck geraten.

    Genau diesen Druck hättest Du in der Therapie ansprechen sollen, zumal es ja der gleiche Druck zu sein scheint, den Du auch sonst viel in Deinem Leben spürst.

    Falls der Therapeut Dir nicht richtig erscheint, such Dir eine/n der/die Dir geeigneter erscheint.

    Der Druck von dem Du berichtest geht natürlich von den Dingen in der äußeren Welt aus, aber seine Kraft bekommt und entfaltet er erst in Dir.

    Lass Dir helfen! Und versuch dabei Dich daran zu erinnern, dass es um Hilfe geht und nicht um eine Prüfung.

    Liebe Grüße

    langeselend

    Maria
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    vielen Dank für die unterstützenden Beiträge.
    Ja, das mit dem Maßband kenne ich. Mein Mann war ja auch beim Bund und hatte das. Ich werde das so machen, dass ich in der Firma die Tage mit Edding-Stift ausstreichen werde, auf dem Wandkalender. Das ist doch dann sehr demonstrativ.
    *lacht*.
    Leider gibt es keine Möglichkeit, den Aufgaben zu entgehen, es sei denn, ich fall tot um *übertreibt*.
    Ich krieg das sicher auch irgendwie hin, aber es wird völlig unlustig werden und mich viele weitere schlaflose oder albtraumgeplagte Nächte kosten.

    Ich werde für den Neurologen auf jeden Fall meine Schmerzzettel hübsch in eine Exceltabelle verwursten und ihm drucken. Etwas aufschreiben wie ein Spickzettel, kann ich mal probieren, ein paar Stichpunkte, wo ich mich dran festhalten kann, wäre vielleicht gut. Ich darf mich aber nicht zu sehr reinsteigern. DAs letzte Mal hab ich ihn als letzte Hoffnung gesehen, und bin wohl auch deshalb dort so zusammengeklappt. Und dann hat er mir ja eine Lösung gegeben, und ich wollte sie nicht annehmen, weder die chemische noch die Verreisetechnische.

    Der Therapeut vor 2 Jahren sollte mir helfen, aus dieser blöden Situation mit meiner Schwester rauszukommen. Dazwischen liegt ja nun der plötzliche Tod meiner Mutter, der immer noch sehr an mir nagt, nach über 1,5Jahren. Der Verkauf des Elternhauses und ein meinerseitiger kompletter Bruch mit der Schwester, weil ich so voller Wut bin, dass ich sie einfach nicht mehr sehen mag. Die damals vorgeschlagenen Strategien der Therapeutin, wie moderiertes Gespräch und ähnliches habe ich alle in den Wind geschlagen.

    Das mit der Arbeit ist natürlich eine zusätzliche Belastung, aber es steht eben zu hoffen, dass mit Abschluss dann tatsächlich wirklich Schluss ist, und zur normalen Tagesordnung übergegangen werden kann (erstmals seit Mitte 2011).

    Möglicherweise finde ich dann Kraft, mich mit den privaten Baustellen auseinanderzusetzen, und so gleichzeitig auf neue Grenzen auch in der Arbeit zu definieren. Und wahrscheinlich werde ich da wohl doch Hilfe brauchen.

    Im MOment werde ich mich mit dem Kalenderdurchstreichen über Wasser halten!

    nochmal Danke für den Zuspruch, es hat mir sehr geholfen, dass alles hier loszuwerden, und dann positives Feedback zu bekommen.
    (mein Mann sagt immer, ich soll nicht rumjammern, auch nicht gerade hilfreich. Männer halt. Weshalb ich lieber gar nicht sage zuhause.)

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28434

    Liebe Maria,

    bei Dir kommt recht viel zusammen, das nimmt viel Kraft. Verkraftet man den Tod einer Mutter jemals? Auf jeden Fall sind 1 1/2 Jahre noch nicht viel.

    Brauchst Du zur Versöhnung oder Annäherung an die Schwester wirklich einen Therapeuten? Ist das Zerwürfnis so gravierend? Wenn ja, tut es mir sehr leid.

    Du wartest also seit 2011 darauf, dass sich etwas verbessert in der Firma und arbeitsmäßig? Hört sich so an, als wäre das inzwischen längst die Regel geworden und keine Ausnahme mehr. Wer sagt Dir denn, dass esin 3 Monaten besser wird?

    Dinge, die man verbessern könnte, sollte man nicht zu weit in die Zukunft verschieben. Am besten gleich anpacken, denn jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dafür. 🙂 Versuche es.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina