Meerestänzer8-chronische Migräne und unbekannter Kopfschmerz

Ansicht von 30 Beiträgen - 31 bis 60 (von insgesamt 63)
  • Autor
    Beiträge
  • Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Danke euch! Amitriptylin nehme ich sowieso unter anderem als Prophylaxe und dosiere nach Bedarf immer mal wieder etwas hoch, gestern Abend dann auch. Damit bin ich halbwegs über die Nacht gekommen, aber Besserung ist leider nicht in Sicht. Mir ist nach wie vor extrem übel, ich übergebe mich heute dauernd und der Schmerz ist kaum noch zu ertragen. Hoffentlich wird es jetzt nicht zur Regel, dass die Migräne sich jetzt dauernd noch auf dem Dauerschmerz festsetzt. An Arbeit ist so auch nicht zu denken…

    Liebe Grüße
    Meerestänzerin

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Hallo zusammen,

    leider scheint es im Moment öfter vorzukommen, dass die Migräne sich rechtsseitig auf den Dauerschmerz setzt und da hängen bleibt und dann nichts anschlägt…Jetzt habe ich schon wieder den 4. Tag am Stück rechtsseitige Migräne zusätzlich zum starken Dauerschmerz. Kortison hatte ich erst vor 3 Wochen, Amitriptylin habe ich hochdosiert, werde damit überhaupt nicht mehr richtig wach, aber dieser Doppelschmerz ist trotzdem unerträglich. Mein Neurologe weiß nicht weiter und ich kann nicht mehr, die Migräne muss da wieder weg, dann soll sie doch bitte auf der anderen Seite toben! Mir ist auch speiübel und eiskalt, fällt euch noch irgendwas ein, was man akut probieren könnte?

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Sorry, ich nochmal. Habe heute außer Inject und Novalgin noch nichts genommen. Könnte ich jetzt Diazepam nehmen? Nehme allerdings abends immer als Prophylaxe Amitriptylin. Ich halt die Schmerzen so nicht mehr aus. Die Übelkeit nimmt aber auch wieder stark zu. Ondansetron dann noch dazu wäre erstrecht zuviel Sedierung, oder?

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Liebe Meerestänzerin,

    nicht zu viele sedierende Medikamente auf einmal. Wenn die Übelkeit jetzt vorherrschend ist, lieber Ondansetron. Es macht auch ziemlich müde, fährt runter und Du kannst vielleicht schlafen. Dann behandle doch lieber noch mal mit Triptan oder Novalgin, denn beide wirken nur kurz. Abends dann Amitriptylin, das sollte (hoffentlich) reichen.

    Schnelle Besserung!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Liebe Bettina,

    danke für die Antwort. Inject und Novalgin haben leide rbeide kaum gewirkt. Wenn die Migräne auf der Dauerschmerzseite sitzt, scheint sie da in letzter Zeit leider immer tagelang hängen zu bleiben und spricht kaum auf irgendwas an. Der Schmerz ist eindeutig vorherrschend, aber speiübel ist mir auch. Dann nehme ich wohl Ondansetron. Schlafen kann ichd avon aber selten mit Schmerzen.

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Liebe Meerestänzerin,

    tut mir leid, dass Du grad so geplagt bist. Oft wirken Medikamente auch deshalb nicht so gut, weil in Magen und Darm alles steht. Ondansetron (und andere Antiemetika) kurbeln die Peristaltik wieder etwas an, so dass das Medikament besser und schneller in den Dünndarm transportiert wird. Vielleicht würde nach Ondansetron auch Novalgin wieder wirken?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Liebe Bettina,

    deswegen hatte ich eigentlich auch zum Inject gegriffen. Aber das scheint bei der Migräne auf der Dauerschmerzseite auch nicht zu helfen. Also meinst du jetzt nochmal Ondansetron und Novalgin könnte was bringen? Dann versuche ich mein Glück. Novalgin dann lieber in Tropfenform, oder? Habe Tropfen und Tabletten da, die Tropfen schmecken nur so eklig, das verstrkt die Übelkeit meistens noch.

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Also meinst du jetzt nochmal Ondansetron und Novalgin könnte was bringen?

    Ja, könnte was bringen. Triptane wirken oft nach einigen Tagen nicht mehr. Hat mit der Art der Wirkung zu tun, da sie ja keine Schmerzmedikamente sind.

    Tropfen haben eine schnellere Passage. Ich nutze übrigens nur die von Ratiopharm, denn die schmecken wirklich gut, ähnlich wie Hustensaft. Die vom Originalprodukt oder einiger anderer Generika krieg ich auch nicht runter. Info fürs nächste Mal. 😉

    Wenn Dir jetzt eh schon übel ist, dann nimm Ondansetron und gleich dazu die Tabletten. Das müsste auch reichen.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7425

    Sorry, ich misch mich mal ein.
    Ondansetron wirkt nicht auf die Peristaltik, sondern nur im Brechzentrum, um Übelkeit und Erbrechen zu beeinflussen. Darum wird es auch überwiegend gegen die Übelkeit, die durch Chemotherapie verursacht ist eingesetzt.

    Gute Besserung,
    Julia

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Hm dann bringt es mich ja auch nicht weiter, oder? Lieber Domperidon? Das wirkt aber ja nicht so stark egegn die Übelkeit. Habe die Befürchtung, dass ich Novalgin dann in gar keiner Form im Magen behalten würde.

    Noch habe ich nichts genommen-die Augen kurz zugemacht.

    Liebe Grüße
    Meerestänzerin

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7425

    Ja, das ist jetzt richtig blöd mit so starken Schmerzen und Brechreiz. Tust mir leid, dass du dich so quälen musst. Eine Möglichkeit wäre doch noch, einen Bereitschaftsarzt um eine Novalgininjektion zusammen mit Domperidon zu bitten.
    Alles Liebe,
    Julia

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Danke Julia. Habe dann doch Ondansetron und Novalgin genommen und mich kurz danach übergeben. Die Übelkeit ist jetzt erstmal etwas besser, vermutlich weil der Magen leer ist. Der Doppelschmerz bleibt absolut unerträglich und bringt mich völlig an meine Grenzen. Vielleicht versuche ich mein Glück echt noch bei dem Bereitschaftsarzt, eine Freundin würde mich bringen.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7425

    Liebe Meerestänzerin,

    in deinem Zustand wäre es doch berechtigt und deutlich besser für dich, den Arzt ins Haus zu bitten. Tel. für ganz Deutschland: 116117. Sag dann aber bitte, dass du schon das Ondansetron genommen hast, denn dann wäre nur MCP möglich. Wobei…, wenn es gleich wieder retour kam? Also bitte lieber sagen.

    Ich wünsche dir so sehr, dass dir geholfen werden kann.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Meerestänzerin,

    ich hatte das „Vergnügen“ gerade auch, auf der Dauerkopfschmerzseite eine heftige Migräneattacke draufzubekommen. Ich trage nur äußerst selten mal Schmerzstärke 10 in meinen Schmerzkalender ein, doch da war es dann wieder mal so weit.

    Triptan und Naproxen nehme ich bei diesen Attacken eh fast nur für meine Psyche, weil in dieser fiesen Schmerzkombi mein Körper kaum drauf anspricht. Doch ich habe wenigstens das Gefühl, ich tu was. Blöd und unlogisch, aber manchmal bin ich halt so. ?

    Dann muss ich ganz ruhig liegen, damit das bisschen Wasser der Tabletten auch in mir bleibt. Ein Coolpack auf dem Kopf hilft auch ein minibisschen. Und zum Schlafen nehm ich Vomex. Die Zäpfchen mit 150mg müssen nicht über den Magen, allerdings reagiert bei schweren Attacken auch manchmal der Darm. Notfalls halt auch als Tablette zum Schlucken.

    Tja, und dann einfach irgendwie überleben…

    Heute ist mein Kopf wieder friedlich. Aber tagelang diese Doppelschmerzen sind extrem schlimm. Ich fühle da wirklich mit dir!

    Ich glaube, dass mein Nervensystem in diesem Kopfbereich dermaßen schlimm gereizt ist, dass dann nur noch aus allen Kanonen gefeuert wird und dass man das kaum gestoppt bekommt, wenn es ein gewisses Maß an Schmerzreiz überschritten hat.

    Hoffentlich geht´s dir bald besser.
    Alles, alles Gute und einen extra lieben Gruß,
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 2 Wochen von  heika.
    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Danke liebe Heika. Tut mir Leid, dass es dir auch so schlecht ging!
    Ich habe inzwischen zwei Infusionen mit Novalgin, Ass und MCP bekommen und seit heute Nachmittag ist die Migräne weg, ich hoffe sie bleibt es auch. Der Dauerschmerz ist im Moment stark, aber immerhin ist die Migräne da erstmal weg. Länger hätte ich das auch nicht mehr ausgehalten.

    Viele Grüße von einer sehr erschöpften Meerestänzerin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Ich habe inzwischen zwei Infusionen mit Novalgin, Ass und MCP bekommen und seit heute Nachmittag ist die Migräne weg, ich hoffe sie bleibt es auch.

    Ist sie weggeblieben, die Migräne? Ich wünsche es Dir sehr, hast lange genug gelitten.

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Danke Bettina! Leider nicht lange. Gestern war die Migräne noch weg und nur der Dauerschmerz recht stark, seit heute morgen ist sie schon wieder da und wieder rechts auf dem Dauerschmerz. Ich verstehe gar nicht, wieso sie im Moment immer nur rechts kommt.

    Es kann aber doch auch nicht die Lösung sein, die Migräne alle paar Tage mit Infusionen wieder eindämmen zu müssen. Dieser Doppelschmerz ist echt unerträglich und auch die Übelkeit entgleist mir dann immer wieder.

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Eventuell Amitriptylin etwas erhöhen? Welche Dosierung hast Du im Moment?

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Bettina, ich habe vor einer Weile schon auf 120mg erhöht. Meinst du, ich sollte es noch bis 150mg erhöhen? Die extreme Müdigkeit ist gerade mein kleinstes Problem… arbeiten kann ich so sowieso nicht.

    5mg Amlodipin nehme ich ja auch noch, der Versuch auf 10mg zu erhöhen ist aber mehrfach gescheitert.

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Sorry, ich schon wieder. Mein Neurologe meinte heute am Telefon, ich solle Amitriptylin noch bis 150mg hochsteigern, wenn ich das mit den Nebenwirkungen vereinbaren kann und wenn es nicht besser ist, mich morgen nochmal bringen lassen. Dann gibt es noch eine Infusion. Irgendwie kann es doch aber auch keine gesunde Lösung sein, dauernd Infusionen zu kriegen, wenn die Migräne dann doch immer wieder durchkommt.
    Der Doppelschmerz ist aber so extrem, ich kann das echt nicht mehr aushalten.

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Meerestänzerin,

    nun, wenn die Infusionen helfen, würde ich das machen lassen. Es geht jetzt erst einmal darum, dass du Tag für Tag überstehst, und wenn es Hilfen gibt und du die 10er Regel im Hinterkopf behältst bzw. mit deinem Neurologen klärst, wie viel du dir aktuell an Medi-Tagen zugestehen darfst, dann würde ich nichts auslassen.

    In meiner schweren Zeit im letzten Jahr habe ich mir oft gewünscht, ein Dauer-Schlafmittel zu bekommen für mindestens eine Woche. Einfach mal nichts mehr spüren, nichts mehr hören, nichts mehr sehen, mal ganz zur Ruhe kommen (auch wenn ich in meiner Wahrnehmung nichts davon gehabt hätte). Mit starken Dauerschmerzen lebt man nicht nur „nur zur Hälfte“, sondern man mutiert manchmal zu einem sich selber fremden Wesen.

    Hoffentlich wird´s bald wieder besser!

    Alles Liebe,
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  heika.
    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Liebe Heika,

    das hatte ich heute morgen dann auch entschieden. Die ganze Nacht bin ich wieder ganz langsam mit Coolpack am Kopf durch die Wohnung geschlichen. Im Sitzen/Liegen war es noch unerträglicher.
    Die Infusion hat die Migräne jetzt wieder etwas eingedämmt, der Dauerschmerz bleibt stark. Der lässt sich aber ja auch von gar nichts beeindrucken. Obwohl ich jetzt eigentlich nur froh sein müsste, dass wenisgtens die Migräne wieder erträglicher ist und somit der Gesamtschmerz geringer, bin ich heute den ganzen Tag nur am Weinen.

    Was würde ich für nur 5 komplett schmerzfreie Minuten geben. Ich habe das Gefühl, dass auch der Dauerschmerz nach jeder Migräneattacke stärker wird und auch stärker bleibt.

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Meerestänzerin,

    du bist verständlicherweise fix und fertig. Und dein Nervensystem feuert und feuert. Schmerz macht immer noch mehr Schmerz, sagt Prof. Göbel zu Recht.

    Bei mir wurde der Dauerschmerz auch immer stärker und machte keine Anstalten, sich durch irgendetwas auch nur ansatzweise beeindrucken zu lassen. Als ich zum stationären Aufenthalt nach Kiel fuhr, war ich mit Schmerzstärke 8 unterwegs. Ich wollte einfach nur noch in diesen Zug rein und in der Klinik ankommen.

    Es ist schwer, ohne gezielte Maßnahmen aus so einem Teufelskreis wieder herauszukommen. Migräne ist das eine. Ein starker Dauerschmerz noch einmal ein ganz anderes, viel schwierigeres Kaliber: Schmerz – noch mehr Schmerz – Stress – zu wenig Schlaf – keine Erholung – Verzweiflung – Erschöpfung – und immer noch mehr Schmerz… Eine Abwärtsspirale.

    In die man möglichst effektiv eingreifen sollte, doch dazu braucht es die individuelle Behandlung. Herauszufinden, was gerade diesem einen Patienten jetzt wohl am besten helfen könnte, ist eine große Kunst. In meinem Fall habe ich in Kiel das große Los gezogen. Und ich weiß nicht, wie es bei mir ohne diese Hilfe weitergegangen wäre… Gerade deshalb kann ich so gut mitfühlen, was es heißt, aus Dauerschmerzen nicht mehr herauszukommen.

    Ich habe diese Dauerschmerzen übrigens immer noch, allerdings nur noch schwach. Ohne wäre mir bedeutend lieber, doch im Vergleich zu vorher ist es ein Klacks, eher lästig als wirklich schlimm. Ich „lebe“ wieder, trotz meiner chronischen Migräne, die mich natürlich stark einschränkt, doch ich „existiere“ nicht nur.

    Ich wünsche dir so sehr, dass man bei dir auch einen Hebel zum Ansetzen findet und dir dauerhaft geholfen werden kann!

    Ganz lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  heika.
    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Danke Heika! Du hast Recht, ich bin im Moment fix und fertig. Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch psychisch so schnell so angeschlagen bin. Der Schmerz nimmt mir im Moment so ziemlich alles, was das Leben ausgemacht hat, was ich geliebt habe. Meine Arbeit (die so kaum noch möglich ist), viel Zeit mit meinen Freunden, Sport und meine Kraft.
    Und egal was ich mache, der Schmerz ist immer präsent und inzwischen viel zu stark um ihn auszublenden. Und lässt mich einfach nicht mal kurz durchatmen und neue Kraft schöpfen. Ich kämpfe mich so von Tag zu Tag mit Coolpack auf dem Kopf und hoffe immer abends wenigstens früh einschlafen zu können. Aber auch das gelingt mir meistens nicht, mit dem Schmerz brauche ich auch immer ewig, bis ich den Kopf so liegen habe, dass es so halbwegs auszuhalten ist. Und wenn ich nachts dann aufwache, ist auch der Schmerz das Erste, was ich wahrnehme.

    Nächste Woche gibt es immerhin wieder Botox, ich hoffe, dass die schlechte Migränephase damit wenigstens wieder etwas besser wird. Dann will mein Neurologe wohl auch Amitriptylin durch Trimipramin ersetzen, in der Hoffnung, dass das irgendwas bringt. Ich habe nur Angst, dass auch die Migräne dann noch häufiger kommt, da das Amitriptylin seit Jahren eine meine Migräneprophylaxen war.

    Ich wünsche dir sehr, dass dein Dauerschmerz noch wieder ganz verschwindet.

    Liebe Grüße
    Meerestänzerin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Meerestänzerin,

    ich kann mir kaum vorstellen, dass es derart robuste Menschen gibt, die bei einem starken Dauerschmerz über einen langen Zeitraum hinweg nicht irgendwann auch psychisch so langsam in die Knie gehen.

    Bei mir war es auch so, dass sich der starke Schmerz während des Aufwachprozesses bereits in mein Bewusstsein bohrte. Ich war praktisch noch gar nicht richtig wach, da war der Schmerz schon wieder da. Fürchterlich!

    Lass dir bei deinem Botox-Termin doch extra viele Spritzen in deine Dauerschmerzseite geben. Mein Arzt hat das damals gemacht und ich habe die Wirkung sehr positiv erlebt.

    Lieber Gruß
    Heika

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Liebe Heika,

    du hast wohl Recht und wahrscheinlich wäre jeder psychisch früher oder später angeschlagen. Darf ich fragen, ob du während der Zeit gearbeitet hast? Ich habe es bisher immer versucht, da ich meinen Job liebe. Bin mal später hin, mal früher gegangen und habe nur mal einzelne Tage gefehlt. Jetzt habe ich mich gestern bis Ende nächster Woche krankschreiben lassen.
    Besser geht es mir allerdings auch nicht, wenn ich alleine Zuhause sitze, aber ich kann mit dem starken Schmerz im Moment einfach nicht so aufmerksam sein, wie ich sein müsste. Der Dauerschmerz ist seit der letzten rechtsseitigen Migräne deutlich stärker geblieben und nimmt meistens gegen Abend noch zu.

    Ich habe schon letztes Mal deutlich mehr Botox in den Dauerschmerzbereich bekommen, geändert hat das eigentlich nicht wirklich was. Diesmal soll es aber wohl noch mehr werden.

    Viele Grüße
    Meeerestänzerin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Meerestänzerin,

    ich habe schon vor vielen Jahren wegen meiner hochfrequenten Migräne den Beruf gewechselt und arbeite Teilzeit mit vollkommen flexiblen Arbeitszeiten.

    Als es mir im letzten Jahr sehr schlecht ging, habe ich trotzdem nicht pausiert, doch bei diesem überschaubaren Pensum ging das irgendwie. Ich hatte dafür in anderen Bereichen deutliche Abstriche gemacht und mein soziales Leben außer Haus fand sowieso so gut wie nicht mehr statt.

    Ich selber war schwer erträglich 😉 und andere (fremde) Menschen habe ich auch nur schwer ertragen. Die Verhältnismäßigkeit der Dinge verschiebt sich bei sehr kranken Menschen deutlich. Wenn mir jemand ausschweifend von seinen Miniproblemen vorgejammert hat, musste ich mich wirklich zusammenreißen, um nicht laut loszuschreien, dass ich die doppelte Portion dieses „Leidens“ liebend gerne auf mich nehmen würde, weil das im Vergleich zu meinem Zustand immer noch wie Urlaub wäre.

    Ich wünsche dir eine gute Botox-Wirkung und dass du die Auszeit zuhause gut für dich nutzen kannst. Bei mir war es auch so, dass Ruhe keine Besserung brachte. Es gab überhaupt nichts, von was sich dieser Dauerschmerz hätte beeindrucken lassen. Bis ich in Kiel war, dort ging´s ihm an den Kragen. 😉 😉

    Lieber Gruß
    Heika

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Liebe Heika,

    danke für deinen „Bericht“.

    Mein Sozialleben bleibt im Moment fällig auf der Strecke. ich versuche zwar mich noch halbwegs regelmäßig mit Freunden zu treffen, aber eigentlich ist mir schon das zu anstrengend. Ich kann auch das ständige mitleidige „geht es dir immer noch nicht besser“ nicht mehr hören und mag mir auch nicht regelmäßig anhören, dass ich so blass sei und Augenringe hätte. Meine Gesichtsfarbe interessiert mich im Moment am wenigsten, auch wenn ich weiß, dass das alles lieb gemeint ist. Aber es kostet einfach alles mehr Kraft als ich im Moment habe.

    Und auch das (geduldige) Zuhören fällt mir verdammt schwer. Was der Nachbar von schräg gegenüber für eine neue Freundin hat und ähnliches ist mir einfach im Moment herzlich egal. Ich möchte einfach nur noch, dass der Schmerz wieder nachlässt.
    Immerhin hat die Migräne, die seit gestern (zum Glück!) diesmal auf der linken Seite wütet sich gut behandeln lassen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass auch der Dauerschmerz wieder noch stärker ist.

    Noch ist mein Neurologe recht überzeugt von sich und meint, das hinzukriegen, auch wenn er etwas ideenlos wirkt. Aber was ist wenn nicht? Wenn der Schmerz jetzt immer bleibt und immer schlimmer wird? Ich habe diesen Dauerschmerz wirklich dauerhaft gerade mal seit ca. 5 Monaten, aber ich kann nicht mehr, ich weiß oft nicht mal mehr, wie ich das noch ein paar weitere Stunden überstehen soll.

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    Meerestänzer8
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Guten Abend,

    ich weiß einfach nicht mehr weiter und ich kann nicht mehr. Der Dauerschmerz spricht weiterhin auf nichts an. Auch extra viel Botox in dem Bereich hat nichts gebracht und er wird immer stärker. Dazu hatte ich letzte Woche erst wieder eine 4 tägige furchtbare Migräne auf der rechten Dauerschmerzseite.
    Und jetzt kündigt die Migräne sich schon wieder rechts an, wieder auf dem Dauerschmerz. Langsam bekomme ich schon Panik vor diesen Attacken und speiübel ist mir auch schon wieder.

    Mein Neurologe hält nichts von Kiel und ist immer noch überzeugt, eine Lösung zu finden und ich weiß nicht, wie ich diese Schmerzen noch aushalten soll.

    Viele Grüße
    Meerestänzerin

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7425

    Liebe Meerestänzerin,

    es ist wirklich ganz schlimm, wenn solche heftigen Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind, da kann ich gut nachfühlen, wie es dir geht. Irgendwann ist das Maß einfach voll.

    Darum noch ein paar Vorschläge, die dir ja vielleicht noch was bringen:
    Bettina hatte schon mal gefragt, ob du es schon mal mit Gabapentin oder Prägabalin, dem Lyrica, versucht hast, deine Schmerzen auszubremsen. Man kann die Mittel als Prophylaxe, aber auch als Akutmittel einsetzen. Damit hatte ich über längere Zeit eine gute Linderung meiner Schmerzen im Bereich des Trigeminus.
    Es muss auch nicht immer eine Trigeminusneuralgie mit den wirklich recht typischen, attackenartigen Schmerzen sein. Es gibt auch die Trigaminusneuropathien, die ganz übel sind. Wenn du es noch nicht versucht hast damit, sprich deinen Arzt drauf an.

    Sonderbar finde ich allerdings, dass er dir wohl eine Anmeldung in Kiel verweigert? Das musst du nicht akzeptieren. Wie er die Behandlungsmöglichkeiten und das Wissen in Kiel einschätzt, ist seine, eventuell etwas überhebliche?, Sicht und Angelegenheit. Er sollte es dir aber nicht verwehren, dich dort um Hilfe zu bemühen. Auch dein Hausarzt kann dir ohne Probleme eine dringliche Einweisung geben. Die Wartezeiten sind recht lang, aber trotzdem fände ich es schlau, sich jetzt sofort dort anzumelden.

    Und dann gleichzeitig über einen Arztwechsel vor Ort nachzudenken, wäre für mich in deinem Fall eine Option. Sieh doch mal in die Schmerztherapeutenliste in der Sidebar oder bei der DMKG. Wenn du uns sagst, in welcher Gegend du suchen würdest, können wir dir vielleicht auch eine bewährte Adresse nennen.

    Manchmal ist es wichtig, selber die Initiative zu ergreifen und nicht immer weiter dem gleichen Arzt sein ganzes Vertrauen zu geben.

    Nimm das Heft selbst in die Hand!
    Alles Liebe,
    Julia

Ansicht von 30 Beiträgen - 31 bis 60 (von insgesamt 63)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.