Mein Leben mit Spannungskopfschmerzen

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  • Niklas
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    Hallo Zusammen,

    mein Name ist Niklas, ich bin 21 Jahre alt und studiere derzeit. Seit meinem Aufenthalt in Kiel (2015) schaue ich ab und an mal ins Forum rein und lese mit. Nun wollte auch ich mich mal vorstellen.

    

Seit meiner Kindheit leide ich regelmäßig an Spannungskopfschmerzen. Die Häufigkeit und die Stärke nahmen immer weiter zu, bis ich mit etwa 15 Jahren einen nahezu Dauerkopfschmerz hatte. Diese wurden bis heute von Jahr zu Jahr schlimmer. Es gibt mal sehr schlechte Stunden, wo der Kopfschmerz unerträglich ist. Jedoch gibt es auch sehr gute Tage (oder Stunden), wo ich keine oder fast keine Schmerzen wahrnehme.
    Bereits morgens zum Aufstehen fühle ich mich eigentlich immer schlapp, habe Kopfschmerzen und manchmal auch Rückenschmerzen. Deswegen komme ich auch nur schwer aus dem Bett.


    Im Sommer 2016 habe ich, nach vielen Jahren, leider mit Fußball aufhören müssen, weil es mir in den letzten Jahren mehr Qualen als Freude bereitet hat. Die Kopfschmerzen schränken mich ein, doch ich versuche mich soweit es geht nicht unterkriegen zu lassen und versuche geplante Unternehmung auch mit den Kopfschmerzen durchzuführen.
    Zudem erschweren meine großen Konzentrationsschwierigkeiten, mein schlechtes Gedächtnis, meine ständige Müdigkeit und die Sache, dass ich oft einfacheren Gesprächen nur schwer folgen kann, meinen Alltag und mein Studium.

    Sachen die meine Kopfschmerzen verstärken sind: Essen, schlechte Luft und Konzentration über mehr als ein paar Minuten. Die Spannungskopfschmerzen würde ich als dumpf drückend beschreiben.

    
Zusätzlich zu meinen Kopfschmerzen, habe ich seit 2015/2016 (Alter 18/19 Jahre) oft starke Rücken- und Nackenschmerzen bzw. Verspannungen bemerkt. Die Nackenschmerzen treten täglich auf und variieren zwischen schwach und stark. Dabei habe ich das Gefühl, dass die Schmerzen durch meinen Nacken in den Kopf ziehen.
Durch regelmäßige manuelle Therapie und kleine Übungen für Zuhause, werden die Nackenschmerzen besser. Im November 2016 habe ich mit Fitness für den Rücken und Nacken angefangen und habe heute geschätzt 50% weniger Rückenschmerzen.

    Des Weiteren habe ich mit Appetitlosigkeit/Essstörung zu kämpfen. Wegen meines Gewichts von nur 56kg vor ein paar Monaten (momentan immerhin 62kg, dank Amitriptylin) auf 1,82 Meter Körpergröße ein Problem. 
Morgens fühlt sich mein Magen immer voll und aufgebläht an. Da kann ich mir meistens nicht viel „reinquälen“. Den restlichen Tag habe ich eigentlich große Lust auf Essen bzw. Hunger. Wenn ich dann anfange zu essen vergeht dieser jedoch meistens sehr schnell und mir wird übel. Dann habe ich bei jedem Bissen das Gefühl, mich übergeben zu müssen und höre mit dem Essen auf. Da ich das schon mein Leben lang hatte, bin ich immer davon ausgegangen, dass diese Übelkeit beim Essen das „Sättigungsgefühl“ ist, weil ich es nicht anders kannte und sehr oft hatte/habe. Mein Bauch gluckst auch häufig laut auf.
Ich schreibe mir regelmäßig auf, welches Essen ich weniger gut vertragen kann. Das einzige was mehrere Ärzte sahen, war dass es sich vorwiegend um fettige Sachen handelt. Jedoch kam bei diversen Untersuchungen nichts raus. Gemacht wurde: Verzicht auf Gluten (1 Woche in Kiel), Laktosetest, Magenspiegelung, Darmspiegelung, Bauchspeicheldrüse Blutbild Enzyme, große Blutbilder bei Schmerztherapeuten, Allergietests, … 


    Gibt es noch weitere Unverträglichkeiten, die man testen könnte?

    Meine Schmerztherapeutin hatten eine leichte haltungsbedingte Skoliose festgestellt (Röntgenbilder Wirbelsäule und Becken wurden gemacht – alles ok).
Meine Heilpraktikerin schaut sich auch regelmäßig meine Wirbelsäule an und dort machen unter anderem immer die Wirbel C1 (Kopfschmerzen, Gedächtnisschwund, chron. Müdigkeit, …) und Th6 (Magenbeschwerden, Verdauungsstörungen, …) Probleme. Von daher denke ich, dass eine Unverträglichkeit sehr wahrscheinlich ist und auch zu einem Teil für meine Kopfschmerzen verantwortlich sein könnte. Wenn mir beim Essen schlecht wird, kriege ich fast immer Kopfschmerzen und bin sehr kaputt und müde. Mein Körper nimmt die Nahrung auch nicht wirklich auf (1-3 „große“ Toilettengänge am Tag).
    (Ab und an habe ich mal Schmerzen im unteren (von mir aus) linken Bauchbereich, die meistens nur einige Minuten andauern (hängt nicht mit Essen zusammen).)

    
Meine Augen wurden im vergangenen Jahr sehr plötzlich schlecht und so bekam ich dieses Jahr eine Brille wegen meiner Kurzsichtigkeit. Die Brille trage ich jetzt eigentlich immer, aber meine Kopfschmerzen wurden leider nicht besser.


    Ich habe zweimal Amitriptylin ausprobiert. Einmal ab meinem Besuch in Kiel (Mitte September 2015) bis Mitte November 2015. Mein zweiter Versuch ging von Anfang November 2016 bis Ende März 2017. Mit meinen Kopfschmerzen wurde es durch die Einnahme nicht besser, aber mit dem Essen klappte es besser! Ich hatte morgens schon großen Hunger und mir war anfangs nicht mehr beim Essen schlecht. Dieser Effekt verlor aber von Woche zu Woche langsam an Wirkung. Die letzten Tage (bin gerade noch beim Absetzen), kriege ich wieder morgens nichts runter und mir wird wieder schneller beim Essen schlecht.

    


Meint ihr mein Problem mit der Nahrungsaufnahme könnte was mit den Kopfschmerzen zu tun haben? Habt ihr Ideen was ich noch ausprobieren könnte?
    
Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht…

    Wenn ihr noch Fragen zu mir oder meinem Schmerzverlauf habt, fragt gerne nach :)



    Liebe Grüße
    
Niklas



    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225

    Willkommen im Headbook, lieber Niklas. 🙂

    Du kommst ja mit einer langen Leidensgeschichte daher, das tut mir leid für Dich. Welche Vermutung hatte man denn in Kiel, hast Du die eindeutige Diagnose Spannungskopfschmerz erhalten? Wenn ja, können die Kopfschmerzen nicht Folge Deiner Ernährungsprobleme sein, also kein Symptom, den Spannungskopfschmerz ist eine primäre eigene Erkrankung. Ich frage mich, warum Du Amlodipin erhalten hattest, wie war die Begründung? Ich nehme es ja auch – aber als Migräneprophylaxe.

    Wurde Zöliakie konsequent ausgetestet? Also mit Biopsie bei der Darmspiegelung und auch die Testung der Blutwerte auf Gliadin-Antikörper (Gliadin IgA-, Gliadin IgG-)? Diese Testung muss durchgeführt werden ohne vorherige Diät, sonst macht sie nämlich keinen Sinn.

    Wurde die Schilddrüse getestet, Stoffwechselstörungen ausgeschlossen, ist das Gleichgewichtsorgan in Ordnung, Gallenblase und Leber getestet, psychische Ursachen ausgeschlossen …?

    Sollte es eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein, müsste man nach dem Ausschlussverfahren testen. Erst mal nur ein Lebensmittel essen, z. B. Kartoffel, dann nach und nach immer mit einigen Tagen Pause dazwischen jeweils nur ein weiteres Lebensmittel ergänzen. So „könnte“ man herausfinden, ob Du auf irgend ein Lebensmittel oder einen Stoff vielleicht allergisch reagierst, oder sonst eine Unverträglichkeit hast, die man nur durch so eine konsequente Diät herausfinden könnte.

    Das fällt mir jetzt mal auf die Schnelle ein.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Niklas
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Guten Tag Bettina,

    Vielen Dank für deine super schnelle und ausführliche Antwort! ?

    In Kiel habe ich die eindeutige Diagnose „Chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp, ICD-10 G44.2“ bekommen. Die Kopfschmerzen sehe ich nicht als Folge meiner Ernährungsprobleme, sondern als primäre eigene Erkrankung… Da es mir nach dem Essen jedoch immer schlechter geht als davor (Übelkeit und Kopfschmerzen), denke ich, dass mein Ernährungsproblem die Kopfschmerzen verstärkt.

 Das kann doch möglich sein, oder?

    Amlodipin nehme ich nicht, da haben sie sich wahrscheinlich verlesen. ? Ich habe nur Amitriptylin genommen.



    Zöliakie wurde nicht konsequent ausgetestet, da bei meiner Darmspiegelung keine Biopsie gemacht wurde. Ich werde nochmal meinen Internisten aufsuchen und dies machen lassen!

    

Die Blutwerte meiner Schilddrüse, meiner Gallenblase und die Rheuma-Werte wurden schon mal getestet und da waren sie normal. Ich werde sie nochmal kontrollieren lassen. Meine Leberwerte lasse ich regelmäßig kontrollieren.


    Eine Stoffwechselstörung wurde noch nicht ausgeschlossen. Anlaufstelle dafür ist der Hausarzt?


    Das Gleichgewichtsorgan wurde auch noch nicht weiter angeschaut. Ich leide eigentlich nicht an Schwindel, nur wenn ich schnell aufstehe kriege ich kurz Kreislaufprobleme. Wäre es trotzdem Wert dies zu testen? Wenn ja, zu welchem Arzt kann man da gehen? HNO?

    Psychische Ursachen wurden durch drei unabhängige Psychologen ausgeschlossen.



    So eine konsequente Diät ist auf jeden Fall sinnvoll, jedoch während der Vorlesungszeit eher schwierig zu verwirklichen. Ich werde es mir in den nächsten Semesterferien fest vornehmen.

    Liebe Grüße
    Niklas

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225

    Lieber Niklas,

    richtig, Du hattest ja Amitriptylin geschrieben, das hatte ich nur falsch gelesen. 🙂 Es ist Mittel der 1. Wahl beim Spannungskopfschmerz, zudem hatte es ja gut gegen die Übelkeit geholfen. Es ist übrigens normal, dass die Wirkung nach einiger Zeit nachlassen kann. Normalerweise dosiert man dann etwas höher, hast Du das auch gemacht? Wie hoch war denn überhaupt Deine Höchstdosis?

    Zöliakie würde ich auf jeden Fall noch mal genau testen lassen, beginnend mit diesen speziellen Blutwerten. Davor wie gesagt keine Diät halten.

    Stoffwechselstörung sollte auch abgeklärt werden. Starten kannst Du damit beim Hausarzt, er wird Dich dann aber sicher zum Endokrinologen schicken.

    Eine Störung im Gleichgewichtsorgan muss nicht zwingend immer mit Schwindel einhergehen, Übelkeit kann auch eines der Symptome sein. Das kann der HNO abchecken.

    Eine Auslassdiät ist nichts für eine stressige Phase im Leben, da musst Du Zeit und Muße und möglichst wenig Pflichten haben.

    Erzähle mal, wie diese Übelkeit in der Kindheit begonnen hatte und wann genau.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Niklas
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Liebe Bettina,

    Das Amitriptylin habe ich gut vertragen und konnte in der ersten Woche direkt auf meine Höchstdosis von 75mg steigern. Die Dosis habe ich dann nicht weiter erhöht. Hätte ich da noch höher gehen können?

    Danke für die guten Tipps! Ich werde in der nächsten Zeit die jeweiligen Ärzte aufsuchen. ?

    Ich habe leider ein ziemlich schlechtes Gedächtnis und kann mich an nicht mehr so viel aus meiner Kindheit erinnern.. ?
    Meine Eltern sagen, dass ich nie der „große Esser“ war, mich aber auch nicht über Übelkeit beim Essen beschwert habe. Ich würde es als schleichenden Prozess beschreiben und bin immer davon ausgegangen, dass diese Übelkeit das Sättigungsgefühl ist. Erst mit etwa 14 Jahren begriff ich, dass dies nicht das Sättigungsgefühl und nicht normal ist. Nur die Einnahme von Amitriptylin brachte eine temporäre Besserung.

    Liebe Grüße
    Niklas

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