Mein persönlicher Schmerzverlauf und Frage zur Erholungsphase (Allegro)

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  • allegro4
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    Hallo ihr Lieben,
    ich bin 31 und nach vielem Googeln irgendwann auf diese community gestoßen. Ich schreibe euch ein bisschen über meine Migräne und hoffe auf ein paar Anmerkungen oder Tips dazu 🙂

    Migräne habe ich wahrscheinlich seit 2012, wobei ich damals noch nicht an Migräne gedacht habe, im Nachhinein aber eigentlich sonnenklar ist, dass das Migräneanfälle waren damals.
    Ich habe 2010 zum ersten Mal eine Minipille eingenommen, damals noch Migränefreier Mensch. Langsam hatte sich das dann aber so eingebürgert, dass ich in den PIllenpausen Kopfschmerzen bekam. Ich habe deswegen die PIlle dann auch abgesetzt und es war erstmal ok-ish. Dann kam aber die Migräne wie gesagt 2012. Keine Ahnung ob das ein Auslöser war, aber mit jeder anderen Pille die ich danach bekam war es nicht besser.

    Ich habe die Attacken immer während der beginnenden oder gegen Ende der Mens. Mnachmal ist während der Mens Ruhe, manchmal geht es gnadenlos durch. Außerdem habe ich auch ab und an zum Zeitpunkt des Eisprungs Migräne.

    Hausarzt und Gyn haben mir bisher nicht weitergeholfen (habe alles mögliche ausprobiert, Pille, Pille durchnehmen-sogenannte Stillpille-, Östrogen-Gel etc.).
    Beim Neurologen war ich 2015 zum EEG und habe meine Beschwerden ausführlich geschildert. Er tat es leider ab, indem er meinte das sei eine Sache die vorüber gehe wenn ich weniger Stress hätte. Dem war leider nicht so, was mir auch schon fast klar war, da es ja regelmäßig so kommt mit den Attacken.

    Da ich Profimusikerin bin, kenne ich alle möglichen Trainings, wie Achtsamkeitstraining, autogenens Training usw. Ich versuche in Ruhepausen einigermaßen Teile davon anzuwenden. Aber die Lösung ist es anscheinend nicht für mich.
    Ich arbeite mit Kindern in der Musikschule, daher ist es auch zeitweise stressig für den Kopf, aber ansonsten habe ich keine Tage die nicht enden und mit Arbeit zu sind.

    Ganz aktuell hatte ich eine schlimme Attackenserie, die sich mindestens über 8 tage hinzog, und sogar davor war schon eine kurze Phase. Aber ganz schlimm war es dann für 6 Tage, als nichts mehr half und ich einfach ohne Medikamente es ausgehalten habe (medikation zuvor war einmal 800mg Ibu weil weniger nichts wirkt bei mir, 1 Naratriptan. Nach dem Triptan war es super aber am nächsten Morgen abartig. Ich habe dann nichts mehr nachgenommen, da es schon Tag 4 war und man ja nicht so lange was einnehmen soll).

    ich war auch beim Hausarzt und habe ihm das geschildert, was dazu kommt ist, dass ich eine Erkältung mit mir rumschleppe die einen sehr schleppenden Verlauf hat und mich zusätzlich platt macht.

    Seit Sonntag sind jetzt die Kopfschmerzen weg (also heute Tag 3 ohne), aber ich fühle mich dermaßen daneben. Mir ist ziemlich doll übel und noch leicht schwindlig, außerdem könnte ich nur schlafen. Ich musste leider gestern wieder arbeiten und muss das morgen auch eigentlich. Ich fühle mich allerdings, als ob ich nur umkippen oder kotzen möchte (wozu es allerdings nie kommt).

    Meine Frage an euch wäre jetzt: Ist das normal, dass man eine derart lange Regenerationsphase
    durchmacht?? Oder ist das vlt dem Zusammenspiel Mens/Migräne/Erkältung zuzuschreiben?
    Was kann ich denn noch tun außer trinken, noch mehr trinken und Pfefferminzöl auf den Kopf?
    Ich nehme seit einiger Zeit auch Magnesium (600mg in Kapseln), B-Vitaminkomplex und Eisen zu mir. Ich habe das Gefühl in guten Zeiten hilft das ein wenig, aber leider nicht immer. Ist Magnesium direkt in auf die Zunge vlt die bessere Wahl?
    Dieses Plattgefühl ist einfach nicht auszuhalten langsam. Fühlt sich wie eine Dauergrippe an.

    LG und bleibt fit
    Allegro

    • Dieses Thema wurde geändert vor 1 month, 1 week von allegro4.
    • Dieses Thema wurde geändert vor 1 month, 1 week von allegro4.
    Teresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 14

    Hallo Allegro,

    zu deinen Fragen kann ich leider nicht viel sagen, ich hab noch nicht so lange Migräne, aber auch hormonell getriggert. Meine ist fast genauso wie du es beschrieben hast, kurz vor, kurz nach und die letzten Male gnadenlos durch (bevor ich angefangen hab die Pille zu nehmen).

    Ich hatte es schon, dass ich nach einer mehrtägigen Migräne ein paar Tage matschig/langsam war, gang viel schlaf gebraucht hab. Nachdem ich mal 14 Tage am Stück täglich Migränekopfschmerzen hatte, hab ich auch erstmal ne Weile gebraucht, bis ich mich davon erholen konnte.
    Ich war aber auch recht euphorisch endlich nicht mehr empfindlich auf alles zu sein, so dass das eher untergegangen ist.

    So weit ich weiß ist es „normal“ wenn man sich nach einer Migräne erstmal körperlich und mental davon erholen muss.

    Ich hatte aber auch schon mal eine verschleppte Erkältung und habe 3+ Wochen gebraucht mich zu erholen. War richtig lange richtig matschig, also dass schon die 10min Gang zur Bahn anstrengend waren (aber keinen Schwindel/Übelkeit). Da kann man nur schonen, Spaziergänge machen und abwarten.

    Zu viel Magnesium kann auch auf den Magen schlagen/die Verdauung durcheinander bringen, das ist bei dir kein Problem, oder?

    Es ist vielleicht ein bisschen abweichend vom Thema, aber es würde mich brennend interessieren: Wie war dein Migräneverlauf nachdem du angefangen hattest die verschiedenen Pillen zu nehmen, (schlechter, keine Änderung, hast du immer die 3 Monate für die Pille durchgehalten)?
    Ich möchte deinen Thread hier nicht zu sehr von deinen Fragen abbringen, aber ich habe dazu ein Thema in der Gruppe „Migräne im Leben der Frau“ aufgemacht und würde gerne deine Erfahrungen dazu hören 🙂 ich hab vor fast 3 Monaten angefangen die Pille durchzunhemen, wegen meiner hormonell getriggerten Migräne.

    Ich wünsche dir viel Glück und dass es dir bald besser geht.

    Liebe Grüße,
    Teresa

    Nachtrag: Ich hatte in einem anderen Forumbeitrag gelesen, dass es für jemanden die ersten male mit der Pille nicht geklappt hat, aber später schon. Leider hatte die Person nur diesen einen Beitrag und keinen Schmerzverlauf gepostet, deswegen weiß ich nicht genau wie und warum es die ersten male nicht und später doch geklappt hat.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 month, 1 week von Teresa. Grund: Nachtrag
    allegro4
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Danke Teresa, für deine Antwort 🙂

    Zu viel Magnesium kann auch auf den Magen schlagen/die Verdauung durcheinander bringen, das ist bei dir kein Problem, oder?

    …nein, normalerweise nicht. bzw. nur gaaanz selten.

    Es ist vielleicht ein bisschen abweichend vom Thema, aber es würde mich brennend interessieren: Wie war dein Migräneverlauf nachdem du angefangen hattest die verschiedenen Pillen zu nehmen, (schlechter, keine Änderung, hast du immer die 3 Monate für die Pille durchgehalten)?

    …irgendwie passt es aber ja auch zu meinem Verlauf ;)… Es war eigentlich jedesmal so, dass es zu Beginn supertoll war (hab die Pille und auch mal den Nuva-Ring probiert), aber nach 3 bis 6 Monaten es wieder mit der Migräne begann. Außerdem hatten die Hormone noch andere NW, z.B. war ich unfassbar mies drauf und lustlos, im Prinzip war unter Hormonen alles viel ätzender und nicht so, dass ich damit jemals wieder anfangen wollte. Und dass die Migräne auch wiederkam, war natürlich auch nicht so toll. Ich habe zumindest jedesmal die ersten 3 Monate abgewartet, außer beim Östrogen-Gel. Da waren es zwei Zyklen, aber ich habe dann so krasse Blutungen bekommen, dass es auch wieder nicht schön war *ohmann*

    Weil die negativen Symptome bei der Pille und dem Nuva-Ring eben so krass waren, habe ich bisher weitere Hormonversuche ausgeschlossen. Selbst bei der ‚Stillpille‘, die hatte glaub ich nur Gestagen, und von der meine FÄ meinte, die würde keine Stimmungsänderungen machen, war ich abwechselnd abgrundtief traurig oder aber voll genervt.

    Was mir eben noch einfiel: Ich habe evtl. den Verdacht, dass weniger ‚Sport‘ vlt. ein Mit-Grund der jetzigen so schlimmen Attacke sein KÖNNTE. Seit nämlich die Gartensaison vorbei ist, war ich deutlich weniger körperlich aktiv. Ich habe zwar kein Auto und mache alles mit den Öffis oder dem Rad bzw. zu Fuß, aber evtl. reicht das ja einfach nicht aus, gerade im Winter wenn es eh so trüb ist…?!?!?!

    Dennoch habe ich einfach Bammel, dass es wieder so schlimm kommt (nicht hilfreich…) und passe grade extrem auf alles auf was mich überfordern könnte… Muss dazu sagen, dass meine Reizschwelle extrem gesunken ist über die vergangenen Monate/Jahre was meinen Kopf angeht. Teilweise reicht es schon im Gewühl zu stecken, um mich innerlich aufzubringen. Hängt vlt auch alles zusammen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 month, 1 week von allegro4.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4677

    Hallo Allegro,

    sei herzlich willkommen hier im Forum.

    Ja, es gibt sie die hormonell bedingte Migräne. Allerdings ist Migräne zunächst einmal eine neurologische Grunderkrankung. Die Gene dafür sind in deinem genetischen Bauplan. Das ist erst einmal Fakt und unumstößlich.

    Das man mit Migräne auf die hormonelle Veränderung in seinem Körper reagiert, kommt nicht so selten vor. Therese berichtet ja auch schon von ihren Erfahrungen.

    Alle Symptome und Begleiterscheinungen die du beschreibst kenne ich auch. Die Migräne ist im Laufe meines Lebens nie gleich geblieben. Diese Erschöpfung die du beschreibst kennen auch viele hier. Das muss nicht immer so sein. Aber leider viel zu oft.

    Ließ hier im Forum und unter dem Menüpunkt „Migräne Wissen“ mal quer. Du wirst viel Neues erfahren. Alles Dinge, die man braucht, um mit der Migräne besser leben zu können.

    Mich würde interessieren, wie oft du im Monat Migräne hast. Wie sehen die Anfälle aus. Was tust du konkret bei einem Anfall. Hast du schon mehrere Triptane ausprobiert? Kennst du die 10/20 iger Regel? Führst du einen Kopfschmerzkalender? Oder hast du vielleicht schon die Migräne App von der Schmerzklinik Kiel?

    Bin auf deine Antworten gespannt.

    Alles Liebe
    Sternchen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 month, 1 week von sternchen.
    allegro4
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo Sternchen, danke dir für deinen Beitrag 🙂

    Mich würde interessieren, wie oft du im Monat Migräne hast. Wie sehen die Anfälle aus. Was tust du konkret bei einem Anfall. Hast du schon mehrere Triptane ausprobiert? Kennst du die 10/20 iger Regel? Führst du einen Kopfschmerzkalender? Oder hast du vielleicht schon die Migräne App von der Schmerzklinik Kiel?

    die Häufigkeit ist etwas unterschiedlich. In guten Monaten habe ich gar keine Migräne, sondern ’nur‘ starke Kopfschmerzen (vielleicht sind das auch Mini-Migränen…). Und dann ist es je nachdem, ob es zu Beginn, zum Ende der Mens oder zum Eisprung auftritt 1-3 mal. Meistens zum Glück nur ein mal, aber wie gesagt unterschiedlich. Je nachdem wie diszipliniert ich auch bin…:/ Dennoch ist es dafür jedesmal richtig schlimm und ich kann nicht zur Arbeit oder sonst irgendwas tun. Habe auch den Verdacht, dass in den Momenten, wo es keine Migräne ist, doch eine sein könnte, denn ich habe oft einen unerklärlichen Schwindel, der zu den passenden Zeitpunkten auftritt und auch beim HNO schon ohne Befund untersucht wurde… Bestätigen wollte mir das allerdings noch niemand.

    Wenn ein Anfall sich ankündigt (Aura habe ich nur selten schlimm) mache ich sofort langsam, ruhe mich so viel wie möglich aus und nehme bei Bedarf eine ASS Brausetablette. Oft hilft das. Wenns doch schlimmer wird mache ich den Triptanschwellentest. Da meine Schmerzen so stark sind ist dann auch sowieso nichts mehr möglich, außer sich hinlegen und durchhalten. Gegen die Übelkeit nehme ich Dimenhydrinat (Domperidon hatte ich aber auch schon). Hilft bedingt.

    An Triptanen habe ich erst Naratriptan getestet. Ehrlich gesagt wegen Mangel an Neurologenrat. (Brauche dringend einen neuen Termin). Soweit hilft mir dieses Triptan auch ganz gut, keine nennenswerten Begleiterscheinungen, meistens auch danach keine Wiederkehrkopfschmerzen (außer eben diesmal). Ich möchte aber gerne nach einem Neurologengespräch mal Erfahrung mit diesem Nasenspray machen wenn es möglich ist.

    die 10/20er Regel kenne ich und funktioniert auch, also ich komme nicht über 10 Tage mit Schmerzmitteln (zum Glück). Da halte ich es dann eher aus…

    Als App benutze ich M-Sense (seit ca. 2 Jahren), da mir die sehr gut gefällt. Die andere App der Kieler hatte ich aber kurzzeitig auch mal. U.a. für die hilfreichen Infos…

    In einer Akutsituation fällt einem aber dann alles schwer auch wenn man theoretisch so viel weiß…:o