Mein Verlauf und derzeit hoffnungslose Situation (Sommersonne)

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    Hallo zusammen,

    nachdem ich mich in den letzten Wochen stark mit dem Thema Migräne befasst habe, möchte ich euch auch gern ein wenig von mir erzählen. Ich vermute, es wird ein längerer (und emotionaler) Text.

    Wann genau es angefangen hat, kann ich recht schwer zurückverfolgen, auf jeden Fall im Jahr 2015. Die ersten beiden Jahre war ich überzeugt, dass ich ein Problem an der Nase bzw. Nasennebenhöhlen habe… zu der Zeit habe ich noch mitten im Studium gesteckt und sehr viel unternommen. Meistens war das richtig gut, im Nachhinein habe ich mich aber wohl an manchen Stellen (als die Migräne auch begann?) übernommen. Ich hatte Ende September 2014 einen Fahrradunfall mit Gehirnerschütterung und Blutung in der linken Stirn. Leider habe ich in der Nacht nicht mehr viel von der Diagnose mitbekommen und am darauffolgenden Morgen wurde ich ohne weiteren Arztbesuch entlassen, obwohl ich über sehr starke Kopfschmerzen geklagt habe. Zu Hause habe ich mich natürlich ausgeruht, aber wie ich so war, die Zähne zusammengebissen und so war ich nur 6 Tage später auf dem Oktoberfest in München. Ärzte lächeln (gefühlt) heute nur darüber, wenn ich das anführe… nachdem ich zurück war, (mehr als eine Woche später) hatte ich den Arztbrief vom Krankenhaus in der Hand, wo die Gehirnerschütterung benannt war… bis dahin war ich mir dessen nicht bewusst und dachte meine Beule schmerzt… ich kann mich nur noch sehr schwer erinnern, aber ich weiß noch, dass ich von da an immer sofort noch starke Kopfschmerzen hatte, wenn ich joggen war… und an Ostern erinnere ich mich bzw. eine Erkältung zuvor, die einfach nicht weggehen wollte bzw. ging sie nach zwei Wochen endlich weg, aber die Kopfschmerzen blieben irgendwie. Ich denke (m)eine (erste?) Migräne!? Ich war damals so, ich habe auch die Erkältung nicht auskuriert und war die ganze Zeit unterwegs… in dem Jahr stand auch sehr viel an: meine beste Freundin und ich hatten sehr viel geplant (fast jedes Wochenende weggefahren), mein Umzug stand an, ich war kurz vor der nächsten Prüfungsphase und gleichzeitig habe ich mein Auslandssemester vorbereitet und in meinem Nebenjob neben dem Studium gearbeitet. Ich erinnere mich, dass ich immer wieder überlegt hatte, dieses nicht zu machen, da ich einfach psychisch und physisch an meine Grenzen gestoßen bin.

    Zu dieser Zeit hatte ich immer wieder ein wenig Schnupfen, Krankheitsgefühl und dann Druck über der Nase bzw. ggf. auf der Stirn, von dem ich immer glaube, ich würde eine komische Art von Erkältung entwickeln, wenn ich kalt wurde oder mit erkälteten Leuten in Berührung kam. Das waren dann so zwei oder drei Tage. Richtig schlimm wurde es dann im Auslandssemester. Der Hinflug dauerte um die 18 Stunden und ich wusste, dass Klimaanlagen o.g. Symptome auslösen. Vor Ort hatte ich in der ersten Nacht kein Gepäck, nur eine dünne Decke der Mitbewohner, die schon ein eingeschweißtes Team waren. Zudem wurde mir direkt bewusst, dass ich den Sommer viel lieber endlich mal wieder zur Ruhe gekommen wäre, in der neuen Wohnung und mit Freunden verbracht hätte. Ich kam dort auch nicht an, sie waren alle viel jünger als ich. Das Problem vor Ort war die eisige Kälte nachts. Trotz afrikanischem Sommer sanken die Temperaturen nachts stark und drinnen gab es keine Heizung. Diese feuchte Kälte hat dafür gesorgt, dass meine Nase – so glaubte ich damals, also Nasennebenhöhlenentzündung eigentlich über die vier Monate nie weg ging. Es gab einzelne bessere Tage. Ich bekam drei oder vier mal ein Antibiotikum von den Ärtzen dort (im Nachhinein Kopfschütteln) und in Folge dessen Pilze im ganzen Körper. Ich habe jeden Tag gezählt dort… in der Uni war auch eine Klimaanlage, die das ganze noch verstärkt hat. Am schlimmsten war der Wind draußen, die Ärzte rieten mir zu einem Stirnband. Sonne in meinem Geischt war unangenehm. Joggen gehen konnte ich die ganze Zeit über vergessen. Ich flog dann nach der letzten Prüfung zurück, eigentlich wollte ich noch reisen, aber es ging nicht mehr. Ich war an einem Tag ein paar Stunden wandern, um wenigstens etwas vom Land zu sehen und abends an einem Lagerfeuer. Danach hatte ich die schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens. Zu Hause habe ich erst noch ein paar Wochen bei meinen Eltern gewohnt, da mein WG-Zimmer noch untervermietet war. Es wurde recht schnell besser, keine Klimaanlage, kein Wind in der Extreme und vielleicht auch das Gefühl wichtige Menschen um mich zu haben. Ich merkte es immer noch sofort bei Heizungsluft, Klimaanlagen, Schlafmangel und Joggen ging weiterhin nicht. Aber ich konnte wieder normal leben jeden Tag.

    Im Jahr 2016 wurde im Anfang Februar an der Nasenscheidewand operiert, um mein Problem zu beheben. Der Arzt überwies mich damals auch zu einem Neurologen, bei dem ich auch war, mich aber nicht ernstgenommen fühlte. Dieser sprach das erste mal von Kopfschmerzen und Migräne. Ich dachte er nimmt mich nicht ernst. Daran sieht man, wie viele Vorurteile es in der Gesellschaft gibt, da ich genau diese hatte: ich hatte starke Kopfschmerzen bzw. Probleme an der Nase und er fing mit sowas lächerlichem wie Migräne an. Ich hatte echte Schmerzen dachte ich. JETZT weiß ich es besser und das es nicht „Ich verstecke mich hinter etwas“ (man denke an so viele Witze á la Frau hat kein Lust auf Sex, sie hat Migräne).

    Natürlich hilf die OP nicht… damals erinnere ich mich, dass ich bei meinem neuen Freund oft nicht gut schlafen konnte, weil ich zu viel nachdachte und am nächsten Morgen war es völlig vorbei. Insgesamt schlief ich wenig. Ich mache mir grundsätzlich zu viele Sorgen, habe ständig Angst. Das an sich ist sicher nicht gut und führt vor allem zu Schlafmangel, dauerhaft, was – wie ich heute weiß, das schlimmste FÜR meine Migräne ist. Was ich bis heute nicht verstehe: ist jemand in meiner Nähe krank, auch damals in der FH, wusste ich, dass ich am nächsten Tag die starken Kopfschmerzen haben werde. Erkältet war ich kurioser Weise in den letzten vier Jahren vielleicht zwei mal ganz leicht für 2-3 Tage. Ich war dann im Sommer 2016 noch einmal mit einer Freundin in Asien, um das Reisen ein wenig nachzuholen. Es war auch recht stressig, da wir in sechs Wochen drei Länder bereist haben. Dennoch hielten sich die Kopfschmerzen in Grenzen. Es war eine Zeit, in der ich mir eher weniger Sorgen machte, den ganzen Tag unterwegs war und deshalb gut und viel schlief. Ich merkte es wohl manchmal, einmal ganz schlimm, als wir für 5 Stunden durch den Regenwald kletterten, steil bergauf. Da hatte ich sogar Fieber dabei. Insgesamt ging es dort aber, manchmal ging die Sonne nicht, aber nur selten. Ich bin schön braun geworden. Das Klima war hier warm und nicht feucht-kalt, vor allem nicht nachts wie in Afrika.

    Danach begann direkt meine Bachelorarbeit. Soweit war es erst einmal ok. Ich weiß jedoch noch, dass meistens ohne Heizung und nur mit dicker Decke am Schreibtisch saß, die Zugluft am Fenster gemieden habe und abends so fertig war, dass ich nicht mehr zum Sport konnte. Es waren keine drastischen Kopfschmerzen, eher Erschöpfung und mein Hinterkopf und Nacken taten immerhin doch so weh, dass ich wusste, Sport würde es eskalieren lassen. Ich konnte in der Zeit nur schlecht schlafen, hatte morgens keine heftige Migräne aber ein Krankheitsgefühl, wenn ich morgens nach nur wenigen Stunden Schlaf wach wurde. Ich war inenrlich extrem gestresst und besorgt wegen der Bachelorarbeit. Im Nachhinein war diese Sorge natürlich völlig überflüssig. Ich war extrem ehrgeizig im Studium, egal wie viel es war, irgendwie habe ich immer alles geschafft. Im Nachhinein bereue ich das. Nicht die schönen Momente, in denen der Stress eher positiv war. Aber die Momente, in denen mir mein Körper und meine Seele deutlich gesagt haben: Stopp, Grenze erreicht. Vielleicht hat es mit all dem nichts zu tun, vielleicht war es die Gehirnerschütterung (übrigens die Zweite in meinem Leben) oder vielleicht wäre es ohnehin so gekommen, da meine Gene „Schuld“ sind. Ausgelöst oder zumindest verstärkt habe ich es aber in jedem Fall selbst. Sogar an der Gehirnerschütterung bin ich selbst Schuld, der Unfall ist nach der letzten Prüfung abends passiert, völlig überdreht, es geschafft zu haben und betrunken. Ja, betrunken. Ich schäme mich dafür und kann verstehen, wenn andere dann sagen, selbst Schuld, vor allem nichtmal danach die Bremse zu ziehen und noch nach München zu fahren. Ja, das habe ich selbst verschuldet und dafür erwarte ich keinerlei Verständnis. Es tut mir heute selbst weh, wenn ich daran denke, dass diese eigentlich wunderschöne Zeit „Schuld“ an meiner jetzigen Sitation ist.

    Weiterhin hatte ich immer wieder mal Tage mit Migräne, meistens halfen Ibuprofen oder vor allem Aspirin komplex, das war super. Im Mai 2017 habe ich meinen jetzigen Freund kennenlernt. Ein wunderbarer Mann, in den ich mich verliebt habe wie noch nie in jemanden. Wir hatten eine wunderbare Zeit, teilweise auch mit Kopfschmerzen, die ich aber verdrängt, ausgehalten oder schnell mit Schmerztabletten behandelt habe. Es war eine Fernbeziehung, nich weit, nur 130 km, aber immerhin sind wir sie (oft abwechselnd) jedes Wochenende gefahren. Parallel habe ich meinen neuen Job nach dem Studium in einem großen Konzern angetreten. Der Arbeitsweg waren 35 Minuten. Da wir uns immer von Freitag bis Sonntag gesehen haben, habe ich alles andere (Haushalt, Sport, Freunde treffen etc.) auf die restlichen vier Tage nach Feierabend um 18 Uhr gelegt. Es war mir oft zu viel und ich habe trotzdem nicht nein gesagt, weil ich es alles wollte und mich es anders traurig gemacht hätte. Wir hatten 2017 einen wunderschönen Sommerurlaub, in dem ich keine Migräne (soweit ich mich erinnere) hatte, aber sehr viel geschlafen habe. Insgesamt habe ich am Wochenende bei meinem Freund imemr total abschalten können, wir haben keine Verpflichtungen gehabt und ich bin oft einfach so in seinem Arm eingeschlafen. Es gab auch Tage mit Migräne, aber bei weitem nicht so extrem wie heute.

    Irgendwann kam das Thema zusammenziehen auf. Wie zuvor schon beschrieben, bin ich ein sehr sehr emotionaler Mensch, weswegen ich oft stark mit anderen mitfühle, andere mit meiner guten Stimmung mitreißen kann, aber auch sehr viel nachdenke, mich in Gefühle hineinsteigere oder sie ignoriere. Zunächst wollte ich bei ihm einziehen, obwohl ich sehr an meiner Heimat hänge und aus einer früheren Beziehung mitgenommen habe, dass es im Sinne von Achtsamkeit wichtig für mich ist, darauf zu hören. Irgendwann wurde diese Gefühl (Angst?) in mir so stark, dass ich oft schlecht schlief. Gleichzeitig war die Arbeit extrem belastend (Druck, Veränderungen) und privat hatten wir mehr vor am Wochenende. Vielleicht gehört das nicht mehr hierher, aber ich habe dann im Januar 2018 einen Job abgelehnt, den ich im Nachhinein gern gemacht hätte. Ich hatte das Gefühl alles aufzugeben, was ich nie wieder wollte und hatte Angst, dass wir dann dort hängen bleiben in der Stadt, wenn ich so ein Signal sende und neuen Job bei ihm annehme und bei ihm einziehe. Er hatte immer gesagt, dass er schnellstmöglich ins Münsterland zurück möchte (wohnte im bergischen Land), hat aber keinerlei Interesse gezeigt, sich zu kümmern. Er hatte dann (ist Lehrer) einen Versetzungsantrag gestellt, der sogar angenommen wurde, aber er hat ihn abgelehnt. Das hat mich das erste mal richtig doll verletzt in der Beziehung. Er möchte gern seine jetzige Klasse noch zu Ende machen, was ja nicht verwerflich ist, im Gegenteil. Trotzdem war das, so denke ich, der Hauptgrund, warum ich den Job nicht annehmen konnte, so albern es klingt. Kurze Zeit darauf habe ich das bitter bereut, da ich germekt habe, wie dringend ich eigentlich das Unternehmen wechseln möchte. Ich mache jetzt auch nicht das, was ich studiert habe.

    In dem letzten Jahr hatten wir dann fast jedes Wochenende in anderen Orten etwas vor, oft mit Übernachten. Im Juli sind wir dann zusammengezogen: in eine neue Stadt, für mich eine Stunde Fahrt zur Arbeit, für ihn 30 – 35 Minuten. Insgesamt bin ich von Tür zu Tür mind. 2,5 Stunden am Tag unterwegs. Manchmal brauche ich aufgrund von Stau 1,5 Stunden für den Rückweg als reine Fahrtzeit. Das machen viele, aber für mich geht das leider absolut nicht. Ich denke das Fahren an sich ist nicht Schuld, dass meine Kopfschmerzen so so schlimm geworden sind. Eher die empfundene Dauerbelastung: der tatsächliche Stress seit etwa März/April, aber vor allem meine Traurigkeit und Gedanken. Das klingt jetzt kitschig, aber ich dachte so oft im letzten Jahr, dass ich nicht mehr weiß wohin damit. Ich wusste schon vor dem Umzug, dass es mir zu viel wird, zwischen Unterschrift Mietvertrag und Einzug, weil mir klar wurde, dass es zu viel ist. Im letzten Jahr waren wir dann zusätlich zu der Fahrerei unter der Woche meistens noch am Wochenende in der Heimat.

    Mit jeder Autofahrt werde ich daran erinnert, dass es ein Fehler war, den Job nicht anzunehmen: für mich selbst, da ich keinen alternativen Job finde (mangelnde Erfahrung), für meinen Freund, der so sehr an der Wohnung hing und sein guter Freund dort wohnt. Mein Frust über die Situation hat im letzen Jahr ganz oft zu Konflikten zwischen mir und meinem Freund geführt. Ich war so oft neidisch (jetzt steht es eher im Hintergrund), dass er als Lehrer so früh zu Hause ist, auch wenn er natürlich hier noch arbeitet, den kürzeren Weg hat. Er schläft oft nachmittags und ist dann abends wieder fit, bereitet am Wochenende vor oder abends. Ich war of so erschöpft, dass ich abends nichts mehr machen konnte oder nur wirklich heftig gestresst ohne es zu genießen. Das hat mich wütend gemacht, eigentlich auf mich selbst, aber er hat es dann so oft gespürt. Unsere Beziehung stand schon ein paar mal vor dem Ende.

    Irgendwann (Oktober oder November?) wurden die Kopfschmerzen dann so schlimm, dass sie täglich da sind, unteschiedlich stark. Kommen zu dem dauerhaften Kopfschmerz noch weitere Dinge wie Schlafmangel oder Lärm hinzu, werden sie richtig stark.

    Ich war trotzdem fast immer arbeiten. Mittlerweile habe ich eigentlich imemr ein Druckgefühl auf dem Kopf, hab das Gefühl jeden Schritt zu spüren. Meistens spüren ich nur das oder noch den Druck auf der Nase, die auch geschwollen ist (Schleimhaut laut HNO). An vielen Tagen fängt dann an die Stirn weh zu tun, mein Hinterkopf und der Nacken bis zu den Schultern. Das mit dem Nacken hatte ich früher nicht. Es ist meistens aushaltbar und ehr auf Stufe zwei bis drei von fünf, aber trotzdem sehr belastend. Mit diesem Kopfschmerz werde ich meistens schon wach, spätestens wenn ich liegen bleibe, kommt er. An vielen Tagen wird es dann auch Stufe vier und fünf. Vor diesen schlimmen Tagen fühle ich mich meistens total krank, ähnlich wie Gliederschmerzen, meine Nase läuft leicht (ohne Schnupfen), ich habe Heißhungen auf Süßigkeiten, friere und bin total platt. Eigentlich so, als würden andere eine Erkältung bekommen. Da es vor allem an der Nasenwurzel beginnt, eigentlich nicht verwunderlich, dass ich so lange glaubte, es wäre ein HNO-Problem.

    Mittlerweile mache ich seit Anfang Januar eigentlich gar nichts mehr, ich hab täglich diese leichtere Form von Migräne, aber wenn ich laufen gehen würde, in ein Café wäre es sofort bei vier oder fünf, spätestens am Folgetag. Ich kann im Moment auch keinen Fernsehen haben. Spazieren gehen verschlimmert es. Das ganze ist ein Teufelskreislauf: ich kann wegen meiner Gedanken und Gefühle nicht schlafen, dies verschlimmert die Kopfschmerzen, weswegen ich wieder das nicht machen kann, was mir eigentlich gut tut und wesegen ich auch so traurig bin: ich komme hier vor Ort auch gar nicht an, dabei habe ich mir so so viele schöne Sachen überlegt: angefangen vom Ruderverein bis zum Stammtisch. Ich bin eigentlich ein sehr offener und herzlicher Mensch. All die Dinge wären wichtig, damit ich vielleicht auch endlich von dem alten Job loslassen kann und vor allem auch, damit ich einen neuen Job antreten kann. Ich war schon bei einigen Veranstaltungen (es gibt hier ein richtig tolle Gruppe „Neu in…“, aber das Ende war meist nicht gut. So macht mein Freund jetzt alles allein hier und dabei kommt der Frühling.

    Mir fehlt die glückliche Zeit mit meinem Freund. Die Migräne bzw. auch meine Gedanken machen uns beiden das Leben so schwer. Ich bin so tief frustriert, das bekommt er leider so oft ab.

    Mir fällt es ganz schwer zu akzeptieren, dass ich diesen Fehler, nicht zu ihm gezogen zu sein. Nächsten Sommer hat er seine Klasse zu Ende und dann ziehen wir zurück ins Münsterland, evtl. dort in seine Heimat. Das beschäftigt mich auch. Ich kann kein Jahr mehr pendeln, ein neuer Job wäre aber auch ersteinmal anstrengend und in einem Jahr bräuchte ich wieder einen neuen. Er hat auch vorgeschlagen, dass ich jetzt direkt schon im Münsterland suche, aber das möchte ich nicht, ich hab mich SO sehr auf das hier gefreut und möchte das endlich leben. Ich war jetzt zwei Wochen krank geschrieben. Es war dort nicht mehr ganz so schlimmer, aber dennoch da. Ich bin inzwischen auch bei einer Psychologin, da mich die Kopfschmerzen so runterziehen. Bei ihr klingt es immer so, als müsste ich mich mal ordentlich für ein paar Wochen ausruhen und nichts unternehmen und dann wäre ich wieder fit. Ich habe aber das Gefühl, dass das nicht reicht. Ich habe Angst, dass die Kopfschmerzen nie mehr weggehen und mich jetzt jeden Tag begleiten werden. Was ist das für ein Leben? Jeder dem ich das erzähle fragt, und gehts dir schon besser? Wie bei einer Erkältung. Früher haben Triptane so geholfen, dass der heftige Schmerz nicht nur wegging, sondern auch wegblieb – jetzt ist er am nächsten Tag wieder genauso heftig da, an den schlimmen Tagen.

    Besonders ist bei mir auch, dass die Mirgäne mit den heftigen Tagen auch nicht nur für zwei bis drei Tage bleibt, sonder bis zu einer Woche.

    Ich habe bisher Folgendes probiert:
    – OP Nasenscheidewand (wohl sehr das Falsche)
    – Betablocker, aber nur ca. vier Wochen im letzten Sommer probiert (Hausarzt): reicht das, um die Wirkung beurteilen zu können?
    – Topiramat für ca. vier Wochen jetzt im Januar: in der Zeit war es eigentlich so heftig wie noch nie, daher wieder abgesetzt
    – Magnesium
    – Aufbissschiene (habe eine Kieferfehlstellung)

    Ursache ist es nicht, aber Verstärker für meine dauerhaften Kopfschmerzen sind in jedem Fall:
    – Nachdenken, Sorgen, Ängste Traurigkeit, vor allem deswegen, weil sie zu
    – Schlafmangel führen
    – Heizungsluft
    – Klimaanlagen (dauerhaft täglich, da auf der Arbeit keine Fenster zu öffnen sind)

    Ich bin 33 Jahre alt und sehe gerade recht schwarz in meine Zukunft. Mein Freund zieht das mittlerweile auch so runter und zwischen uns ist es so blöd oft, dass ich jetzt erst einmal für eine Woche zu meinen Eltern gehe, auch um mich abzulenken und vielleicht mal wieder eine Woche am Stück gut zu schlafen. Das scheint mir nicht die Lösung, aber die Basis zu sein. Ich hab zusätzlich ständig Angst um unsere Beziehung, obwohl ich sie bei ihm eigentlich gar nicht haben muss. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich so viel denke und nicht schlafen kann, was ja im Umkehrschluss wirklich dafür sorgt (durch Migräne), dass die Beziehung belastet wird. Ich wollte Yoga hier machen, bin im Fitnessstudio angemeldet – aber all das macht es noch schlimmer gerade und zu Beginn (letzten Sommer) war es nur Stress und ständiges Früher-gehen auf der Arbeit, damit ich rechtzeitig da sein kann.

    Meine Frage an euch:
    – ist meine Migräne wohl chronisch geworden?
    – geht es jemandem ähnlich von den Symptomen her, auch dem Druck auf der Nase (Stichwort Trigeminus?)
    – habe ich die Betablocker und das Topiramat lang genug probiert?
    – Lohnt sich bei mir wohl das Austesten von Amitriptylin?
    – fühlt ihr euch manchmal auch so traurig, weil es euer Leben so einschränkt?

    Mein Plan:
    – Verbesserung der Migräne, zur Ruhe kommen, SCHLAFEN
    – Job wechseln
    – vor Ort ankommen, auch wenn es nur noch für ein Jahr ist
    – ab dem Sommer (müssen wir aufgrund des Versetzungantrages) uns Gedanken machen, wohin wir nächsten Sommer ziehen und unser Leben sein soll

    Entschuldigt den langen Text, musste das alles mal loswerden. Hab sonst niemanden, der das irgendwie versteht. Traue mich auch kaum, von den Kopfschmerzen zu erzählen, da das, so denke ich, kaum jemand verstehen kann und ich mich wie ein Hypochonder fühle.

    Viele liebe Grüße, Steffi