Mein Verlauf und derzeit hoffnungslose Situation (Sommersonne)

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  • Sommersonne
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    Beitragsanzahl: 11

    Mein Freund kann sich sehr gut allein beschäftigen, er macht viel mit Freunden. Ich bin diejenige, die DAS nicht gut haben kann/frustriert. Wir sind ja neu in der Stadt und in einem Jahr ziehen wir wieder um, daher pendle ich ja derzeit 2,5 Stunden am Tag, siehe oben. ICH bin diejenige, die ihm vorgeworfen hat, dass es mich do verletzt das zu sehen – obwohl ich natürlich möchte, dass er glücklich ist. ICH war diejenige, die all das wollte, Leute kennenlernen etc und nur er kann/tut es. Er reagiert nur mittlerweile aggressiv, wenn er total überfordert und hilflos ist. Kinder zu bekommen ist einer meiner größten Träume… ich gebe nicht auf. Ich habe schon so viel gekämpft im Leben. Mit 17 bis 20 gegen die Bulimie, mit jahrelangen Rückfällen, Selbstverletzung und Depressionen. Ich habe all das überwunden und ich sehe gar nicht ein dass ich die Migräne nicht so in den Griff bekomme, dass ich wieder glücklich bin. Derzeit mache ich ja auch eine Therapie, bei der das Ausmaß der Migräne auf mein Leben erstmal deutlich wurde, i h arbeite vor allem an dem Umgang mit meinen Gefühlen, ich habe leichte Borderline Tendenzen, mit extremen Verlustängsten und starken Emotionen. Daher rät meine Psychologin, die sich aber mit Migräne nicht auskennt, vor allem dazu, eher zu viel als zu wenig Schmerzmittel zu nehmen, damit meine Stimmung etwas stabiler bleibt 🙁 Ich möchte mein Leben – Mit Job. Mit Unternehmungen. Mit Sport. Mit wandern. Mit Sonne. Mit Urlaub. Mit zwei Kindern!! Wenn all das NICHT geht, bin ich es meinem Freund nicht fast schuldig zu gehen? Ich könnte gerade wieder nur weinen und nicht mehr aufhören. Er hat das doch so nicht verdient mit mir, mich.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  Sommersonne.
    Elfe
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    Beitragsanzahl: 66

    Liebe Sommersonne,
    es tut mir so leid, dass du gerade so sehr an DIR zweifelst. Auch Migränikerinnen verdienen einen lieben Partner, da wir viele Vorzüge haben, die anderen Frauen fehlen! Mir kommt es schon so vor, dass ihr beide euren Anteil an dem Dilemma habt und nicht nur du allein!
    Kennst du das Buch „Ich hasse dich, verlass mich nicht“? Es könnte euch eine Hilfe sein, wenn ihr es beide lest.
    Wenn deine Psychologin Borderline Anteile bei dir sieht, trägt er wahrscheinlich auch welche in sich. Es ist häufig der Fall, dass sich solche Paare zusammenfinden. Der Hunger nach Erlebnissen, Unternehmungen, intensiven Gefühlen von euch beiden spricht sehr dafür.
    Aber in deinem Fall macht dir die Migräne einen Strich durch die Rechnung. Ich fürchte, du solltest deine Erwartungen an das Leben tatsächlich etwas zurückschrauben, statt zu denken, dann nehme ich eben Tabletten, mein „böser Körper hat es nicht anders verdient“. Das ist sehr destruktiv und bringt dich in noch größere Probleme.
    Ein ruhigeres, beschaulicheres Leben könnte dir die Möglichkeit eröffnen, vielleicht doch noch den Kinderwunsch zu verwirklichen. Aber alles zusammen, Arbeit, berufsbedingtes Pendeln, häufiges Verreisen, Party, Theater, Kino UND Kinder gehen mit einer ausgeprägten Migräneveranlagung nicht zusammen.
    Picke dir die „Rosinen“ heraus, die dir unabdingbar wichtig sind, um Lebensfreude zu haben, aber versuche nicht, mit deinem Freund mitzuhalten, vor allem wenn er auch noch ein „unheilbar Gesunder“ ist, der selbst keine Einschränkungen kennt!
    Ich hoffe, ich konnte dich ein bischen trösten,
    Elfe

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  Elfe.
    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Liebe Sommersonne,
    dein Freund ist schon groß und mit Sicherheit selbst in der Lage zu Entscheiden, ob er „trotz“ Migräne mit dir zusammen sein möchte oder nicht. Auch wenn das im schlimmsten Fall bedeutet, dass du weder wandern, noch arbeiten, noch reisen, noch zwei Kinder bekommen kannst.
    Er ist so freiwillig bei dir wie du bei ihm und es ist nicht deine Aufgabe irgendwelche Entscheidungen FÜR ihn zu treffen.
    Egal wie vermeintlich schwierig oder ungerecht du gerade zu ihm bist. Er hat einen Mund, wenn ihm was nicht passt muss er es dir sagen.

    Also mach dich jetzt mal nicht verrückt was das betrifft.

    Vielleicht würde euch eine Paartherapie wirklich helfen, diese schwierige Krankheitsphase gemeinsam zu durchlaufen.

    Was ich aus deiner Beschreibungen hier so rauslause ist, dass du dich beim funktionieren müssen in Beziehung und Job wahnsinnig aufreibst und dabei ganz wenig Zeit bleibt mal in dich reinzuspüren, wie es dir mit der Migräne gerade besser gehen kann. Ob dir die ganzen Unternehmungen wirklich gut tun oder du nicht doch von einem ruhigen abend mehr profitierst. Auch wenn dein Freund vielleicht dann alleine unterwegs ist.
    Ich weiss das ist super schwierig, wenn man das Gefühl hat die Beziehung geht gerade den Bach runter.
    Aber aus Erfahrungen weiss ich, dass die Migräne einen lahm legt, wenn man sich am Ende nicht doch die nötige Ruhe antut. Ich habe mit diesem Verhalten mich innerhalb von sechs Monaten in die Chronifizierung „gearbeitet“ und ich könnte mir da manchmal selbst für in den Hintern beissen.
    Umgekehrt hab ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass es durchaus auch wieder besser wird, wenn man es schafft MIT und nicht GEGEN die Migräne zu leben. Nur bedeutet das eben auch Verzicht. Ich verzichte aber lieber, als jeden Tag Schmerzen zu haben. Denn mit akuter Migräne kann ich eh nichts genießen.

    Rosinante
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 360

    Liebe Sommersonne,
    alles haben zu wollen funktioniert nicht.
    Tolle Arbeit, kurze Wege, viele Aktivitäten…
    Mir scheint, dass du unglücklich bist so viel zurückstecken zu müssen, du dies aber getan hast, um deinem Partner zu gefallen.

    Klar wollen wir oft alles, am besten sofort.
    Es geht um einen erwachsenen und achtsamen Umgang mit dir selbst: Was willst du? Was ist möglich?
    Und dann ist es auch legitim wenn dein Partner sich fragt: Kann ich und will ich mit einem chronisch kranken Menschen leben, der immer wieder ausfällt?
    Dies sollte offen angesprochen werden. Beziehung sollte verbindlich aber freiwillig sein, nicht gezwungen.
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
    Es ist legitim, wenn ein Partner ehrlich sagt: So möchte ich nicht leben.

    Ich selbst gehe auf die 60 zu, chronische Migräne, wir haben 3 erwachsene Kinder und im Laufe unserer Ehe einen Weg gefunden, mit dem wir beide zufrieden sind.
    Mein Mann macht sehr viel Sport, außerdem übt er jeden Tag eine Stunde Gitarre.
    Ich muss früh ins Bett, gegen 20 Uhr, da ich einen Beruf in Teilzeit ausübe, den ich sehr liebe.
    Abends lasse ich oft die Tür auf, damit ich seine Musik höre.

    Im Urlaub gehen wir in den Norden, er kitet und kommt abends entspannt in das Ferienhaus.
    Ich lese, koche, wenn es mir gut geht machen wir Ausflüge.Da wir einen Hund haben, gehen wir zusammen Gassi.
    Da ich des Öfteren ausfalle, weiß er sich selbst zu beschäftigen, er ist ziemlich autark und deshalb klappt das. Aber es hat seine Zeit gebraucht, bis wir unseren Weg gefunden hatten.
    Dies geht jedoch nur, wenn BEIDE zusammenbleiben wollen.

    Und ich habe mir angewöhnt, bin immer noch dabei, das Gute zu sehen und nicht zuerst das Schlechte.
    Ich wünsche dir alles Gute.
    Liebe Grüße
    Rosinante.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  Rosinante.
    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Liebe Steffi,

    es haben dir nun schon so viele lieben Menschen hier im headbook ihre Erfahrungen und persönlichen Lösungmöglichkeiten geschildert, sich dir gegenüber geöffnet und dir Vertrauen entgegengebracht. Mir erscheint im übertragenen Sinne das Bild eines sehr reich gefüllten Pools, aus dem du schöpfen könntest, um eigene Erfahrungen und Entdeckungen zu machen, was dir helfen und dich weiterbringen könnte. Wir sind und reagieren alle so individuell, was für den einen passt und sich richtig anfühlt, kann für den anderen genau das Gegenteil bedeuten. Und dazwischen gibt es so viele unterschiedliche Farbtöne, Vorlieben, Bedürfnisse usw.

    Ich möchte ehrlich sein und akzeptiere, wenn du meine folgenden Zeilen nicht lesen, annehmen oder verstehen möchtest. Es ist deine Wahl.

    Du – und nur du allein – bist dafür verantwortlich, endlich die „Angel“ in die Hand zu nehmen, um dir das, was sich für dich gut anfühlt, aus diesem Pool “rauszufischen“. Dabei kannst du gerne und ohne Reue Hilfe annehmen, aber initiieren kannst nur du es allein. Es wird dir niemand deine Lösungen auf einem „goldenen Tablett“ servieren können. Und vielleicht auch nicht wollen!

    Deswegen weigere ich mich, ein Leben wie eine Rentnerin zu führen und nehme, soll es sein, eben Schmerzmittel ohne Ende. Mein Körper ist selbst schuld. Ich lasse mir mein Leben und meine Zukunft nicht versauen.

    Du hast genau diesen – DEINEN – Körper bekommen, der eben ist, wie er ist. Damit kannst du hadern oder dich (zu einem großen Teil) arrangieren. Auch das ist DEINE WAHL. Nicht dein Körper ist Schuld, er kann nicht anders, als er es tut. Und schon gar nicht, wenn du ihm nicht hilfst mit deinem Denken, deinen Einstellungen, deiner Fürsorge für dich selbst. Winston Churchill sagte einmal sinngemäß, dass man seinem Körper Gutes tun muss, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen. Darin liegt eine große Chance, dem Leben, das man so nicht gewählt hat, dennoch (viele) gute Seiten abzugewinnen.

    Mit Sicherheit kann jeder hier verstehen und nachempfinden, sich sein Leben nicht „versauen“ lassen zu wollen. Aber welcher Anteil ist bei diesem „Versauen“ – wie du es nennst – größer? Der des Körpers, der deines Geistes oder der deiner Seele? Es ist ein Zusammenspiel, dem wir nicht hilflos ausgeliefert sind, auch wenn es Zeiten gibt, in denen es so scheint. Wir haben Chancen, Einfluss darauf zu nehmen!

    Ich habe eine sehr schönes Lesezeichen, auf dem steht, dass man nicht alles glauben soll, was man denkt! Da ist viel Wahres dran. Vielleicht wäre es hilfreich, eine Liste zu erstellen, auf der du Wunsch und Realität aufschreibst und gegenüberstellst. Daraus könnten sich „Mittelwege“ in die eine oder andere Richtung ergeben.

    Ich habe all das überwunden und ich sehe gar nicht ein dass ich die Migräne nicht so in den Griff bekomme, dass ich wieder glücklich bin.

    Die Überwindung deiner geschilderten Probleme ist großartig und könnte eine Motivation für dich sein, Dinge zu erreichen, die du dir vorstellst und wünschst. Möglicherweise ist sie aber kein Garant dafür, dass dir dies z.B. bei der Migräne ebenso gelingen wird. Mir kommt es vor – und korrigiere mich gerne, wenn es für dich nicht stimmig klingt – dass du dir durch dein „Nicht-einsehen-wollen“ selbst den Blick auf andere, weitere Möglichkeiten verstellst. Es heißt nicht umsonst, dass viele Wege nach Rom führen. Und dass es vielleicht manchmal mehr darauf ankommt, den Weg als Ziel zu sehen, und dadurch das ursprüngliche Ziel gar nicht mehr unbedingt erreichbar sein muss. Mit der Nähe zum Ziel kann sich auch schon eine gewisse Zufriedenheit einstellen.

    Du sprichst das Thema Kinder an. Und da vertraue ich dir meine Erfahrung an: ich hätte nie im Leben wegen der Migräne, die bei mir damals noch nicht so intensiv und häufig ausgeprägt war, auf Kinder verzichten wollen. Aber ich konnte leider kein Baby bekommen. Vielleicht war das – im Rückblick gesehen – eine kluge Entscheidung meines Körpers, meiner Psyche, ich weiß es nicht und es ist reine Spekulation. Viele Frauen sind trotz der großen mit der Migräne verbundenen Schwierigkeiten sehr gute Mütter. Es gibt aber auch Mütter, die ihren Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen haben, weil sie für ihre Kinder nicht so da sein können, wie sie es gerne möchten. Auch das verlangt in einer solchen Situation und eventuell mit Hilfe der Familie nach einer Überlegung, ob ein Leben mit Kindern so machbar ist oder nicht. Denn die Verantwortung für ein Kind kommt dazu!

    Und noch ein paar Worte zu deinem Freund: er wird dir nicht direkt helfen können, weil er nicht in deiner Krankheit steckt. Wie groß sein Interesse daran und an seinem Umgang damit ist, hast du nicht in der Hand. So hart es klingt: du wirst dir eigene Strategien (möglicherweise mit professioneller Hilfe) erarbeiten müssen. Und er wird für sich schauen müssen, ob und inwieweit er diesen Weg mitgehen und dich unterstützen kann und möchte. Bist du aber – und so verstehe ich deine Zeilen – der „treibende Keil“, um mithalten, mitmachen, leben usw. zu können, um nicht nur deinen sondern auch seinen eventuellen Ansprüchen zu genügen und die Gute sein zu wollen, wird nicht eher er sich von dir entfernen, sondern du dich möglicherweise von ihm. Vielleicht könnt ihr mal die „Stühle tauschen“ und nachempfinden, wie ihr euch in der Situation des jeweilig Anderen fühlen würdet. Was würde bei dir passieren, wenn er ständig seine Unzufriedenheit äußerte und neidisch auf dich und deine (Aktions)möglichkeiten wäre?

    Ich möchte dir neben dem Buch „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ von Prof. Göbel und dem Migränewissen hier unten rechts auf der Seite auch nochmal den von Bettina kürzlich empfohlenen Artikel (http://www.schmerzklinik.de/2019/04/15/migraene-ausloeser-und-migraene-ursachen-mythen-und-fakten/?fbclid=IwAR1pYyrr9TKIoq-HTjPl-KF1KB7qrTL4-cATgPNxiLHV_k6WFrDCYKo1XQY) ans Herz legen. Du findest dort reichlich Informationen sehr verständlich geschrieben, die dir vielleicht etwas klarer machen, wie dein Gehirn tickt und was du für dich tun kannst. Dann wirst du auch erkennen, dass die Empfehlung deiner Psychologin:

    Daher rät meine Psychologin, die sich aber mit Migräne nicht auskennt, vor allem dazu, eher zu viel als zu wenig Schmerzmittel zu nehmen, damit meine Stimmung etwas stabiler bleibt ?

    …zwar möglicherweise zu einer stabileren Stimmung führt, das eigentliche Problem der Migräne aber eher verschlimmern kann. Zum Umgang mit Triptanen und Schmerzmitteln gibt es ebenfalls in der vorher empfohlenen Literatur hilfreiche Informationen unter Berücksichtigung der wichtigen aber individuellen 10/20-Regel.

    Wenn auch am Schluss von mir erwähnt, scheint es mir an wichtigsten, einen kompetenten, vertrauensvollen Neurologen zu finden, bei dem du dich gut aufgehoben fühlen und dem du vertrauen kannst!

    Vielleicht magst du all das, was dir bisher geschrieben wurde, mal sacken lassen und den Spiegel, der dir hier teilweise vorgehalten wird, nicht gleich in die Ecke „schmeißen“! Du kannst ja zeitweise „reinluschern“, um nicht unter mehr Druck als unter Umständen nötig zu kommen, und ihn bis zum nächsten Reinschauen beiseite stellen ?!

    Ich wünsche dir wirklich und ehrlich alles Gute und dass du dich etwas mehr für dich selbst öffnen kannst!

    Katrin

    Viva la Vida! ?

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5622

    Ich finde die vielen interessanten und super guten Beiträge hier klasse. Was für ein Fundus an eigener Erfahrung, Hilfsbereitschaft und gesundem Menschenverstand!
    Ich glaube, ganz genau so hat sich Prof. Göbel sein Headbook vorgestellt! ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  heika.
    SteffiN
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 45

    Hallo von Steffi zu Steffi, ich verstehe deine Wut über die sinnlosen Schmerzen sehr gut und auch die Sichtweise „dann nehme ich einfach Schmerzmittel ohne Ende“, nur leider hat das dann eben nicht zur Folge dass du zumindest dank Tabletten schmerzfrei bist, sondern die Tabletten werden dann irgendwann nicht mehr wirken, und dann geht wirklich gar nix mehr. PS, wir möchten auch Kinder, ich bin quch 33 und habe aufgrund der Migräne einen Wahnsinns Respekt davor. Aufgrund dessen bin ich aktuell dabei, dass ich zu nur einem Kind tendiere. Da ist es besser händelbar dass mein Freund es mir bei Migräneattacken abnimmt und es ist insgesamt mehr Ruhe. Zwei Kinder sind da nochmal ne andere Nummer. Vielleicht wär das ja eine Option? Manchmal muss man vielleicht von Lebenszielen ein bisschen abweichen, so bitter es klingt. Wir werden leider vermutlich nie so belastbar sein wie andere, nie so lange in der Sonne brutzeln können usw. Vielleicht ist die Lösung, das generell ohne Verbitterung zu akzeptieren und Mittelwege zu suchen. Urlaub ja, aber nicht die Rucksacktour durch Bali; Kinder ja, aber erstmal nur eins; Sonne ja, aber mit Hut und nicht 3 sondern 2 Std etc…

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Sommersonne,

    viel ist nicht zu ergänzen zu all den wunderbaren, klugen, empathischen und wertvollen Tipps, Hilfestellungen und Empfehlungen all der anderen. Daher nur eine kleine Sache noch von mir:

    Ich möchte mein Leben – Mit Job. Mit Unternehmungen. Mit Sport. Mit wandern. Mit Sonne. Mit Urlaub. Mit zwei Kindern!!

    Ich verstehe Dich, jeder versteht Dich! Das ist eine sch… Krankheit, kann man gar nicht anders sagen. Aber sie ist nun mal da und man muss sich mit ihr arrangieren. Ob man will oder nicht, es bleibt einem nichts anderes übrig. Besser jetzt als später und viel Glas zu zerbrechen und viel Zeit zu verlieren.

    Ein Krebskranker will auch Urlaub haben, Sport machen, wandern, glücklich sein – und einfach nur leben. Er kann es oft nicht, er hat keine Wahl. Wir haben die Wahl und wir können klug und umsichtig mit uns, unseren Angehörigen und der Erkrankung insgesamt umgehen. Wähle diesen Weg jetzt, warte nicht störrisch zu und versuche nicht zu erzwingen, was sich nicht erzwingen lässt. Du wirst das schon hinkriegen, wir alte Hasen haben es ja auch geschafft. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sommersonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 11

    Ihr Lieben,

    ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für all die ehrlichen Antworten bedanken. Das Buch von Prof. Dr. Göbel habe ich mir im Januar bestellt und in kurzer Zeit gelesen, habe gestern auch noch einmal reingeschaut. Im Prinzip kenne ich mich selbst inzwischen schon halbwegs gut mit dem Thema aus und versuche vieles umzusetzen… es war nur so frustrierend, wie ein Rückschlag in der letzten Woche.

    Aktuell weiß ich auch nicht richtig weiter: Ich habe mich Samstag und Sonntag schon ganz schlapp gefühlt, hatte ja noch die Erkältung, die ich eigentlich nie bekomme – denke sie hat diesen Anfall extrem getriggert. Samstag und Sonntag konnte ich die Migräne noch dank Novaminsulfon abwenden. Am MOntag dachte ich zunächst, es geht ohne Schmerzmittel, da ich jetzt schon an der kritischen Grenze für den Monat bin, hab sie eigentlich schon überschritten mit 13 Einnahmetagen. Nachmittags fing es an, ich konnte die Sonne auf dem Kopf nicht haben, im Nacken zog es hoch, tief im Kopf spürte ich den Beginn des starken Schmerzes. Ich hatte kein Triptan mehr und die Ibuprofen half mir halbwegs für 2-3 Stunden. Bin dann noch für 1,5 STunden von meinen Eltern zurückgefahren, da wurde es extrem: hab mir am Feiertag noch Triptane bei der Notdienstapotheke besorgt. Dienstag ging es direkt weiter. Lag den ganzen Tag im Bett, Mittwoch auch nur zu Hause ausgeruht. Ich habe sehr viele Triptane (immer Naratriptan) in Kombination mit Novaminsulfon (30 Tropfen) genommen:
    – MOntag 19 Uhr: 1 Tablette
    – Dienstag 5 Uhr nachts: 1 Tablette
    – Dienstag 14 Uhr: 0,5 Tabletten (ich weiß, zu früh innerhalb der 24 Stunden, aber es war nicht zum aushalten)
    – Dienstag 19 Uhr: 1 Tablette
    – Mittwoch: 8.30 Uhr: 1 Tablette
    – Mittwoch: 12.00 Uhr: nochmal nur Novaminsulfon
    – Mittwoch: 18 Uhr: nochmal nur Novaminsulfon
    – Heute: 11 Uhr: „nur“ 1 Tablette

    Mein Hausarzt bietet mir immer nur Akkupunktur an, auch wenn ich ihm sage, wie lange ich nun schon die Migräne habe. Er hat mir wegen Verdacht auf Nasennebenhöhlenentzündung Antibiotikum verschrieben, was ich seit gestern nehme- glaube aber nicht, dass ich diese Entzündung habe, es sind eher starke Migränesymptome.

    Ich kenne solche langen Atacken aus Januar… bis zu einer Woche. Ich fürchte morgen früh geht es spätestens weiter mit den starken Kopf und Nackenschmerzen. Ich weiß gerade nicht weiter, ich habe erst übernächste Woche einen Termin beim Neurologen. Ich überlege gerade schon, mich von meinem Freund in die nächstgelegene neurologische Praxis bringen zu lassen, hab mal von Kortison gehört?

    Mein Körper spinnt gerade völlig, ich könnte nur weinen – während er Migräne ist meine Stimmung ohnehin so geprägt, zudem auch geradem weil ich eigentlich durch die ganzen Tabletten nur das schlimmste abhalten wollte – vermutlich hätte das evtl. noch ein Triptan direkt am Montag Mittag… ich habe nun auch noch meine Tage bekommen, was gar nicht passt – selbst wenn das Antibiotikum die Pille unwirksam macht, doch nicht nach einem Tag? Ich bekomme sie sonst frühestens nach drei ausgesetzten Pillen. Was kann ich tun, an wen kann ich mich wenden?

    Ich war zudem heute früh beim EKG, das braucht der medizinische Dienst für meinen Reha-Antrag. Hier war zu sehen, dass ich einen zu hohnen Puls von 108 habe… das könnte von den Triptanen kommen oder? ?

    WAs würdet ihr tun, zu einem unbekannten Neurologen fahren und um Hilfe bitten? Ich habe aktuell keinen festen Neurologen. Ich sehe gar nicht krank aus, ich übergebe mich nicht bei meiner Migräne, aber es geht mir nicht gut…

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  Sommersonne.
    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Liebe Sommersonne,

    ich habe dir eine Nachricht geschrieben.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Sommersonne,

    auf jeden Fall würde ich zum Neurologen fahren und versuchen, schnell Hilfe zu erhalten.

    Das Antibiotikum hast Du erhalten einfach nur auf Verdacht? Puh, da würde ich aber schon auf genauer Abklärung bestehen. Es ist doch recht wahrscheinlich, dass die Schmerzen durch die Migräne ausgelöst sind. Wäre schade, völlig umsonst ein Antibiotikum einzunehmen.

    In die Reha sollst Du wegen der Migräne?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Elfe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 66

    Liebe Sommersonne,
    von der Option, jetzt Kortison zu nehmen, würde ich dir eher abraten, wenn im Raum steht, dass du eine akute Infektion in den Nebenhöhlen hast. Kortison schwächt das Immunsystem!
    Gute Besserung wünscht dir,
    Elfe

    Erdal
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2

    Hi, Kopfschmerzen können doch auch von der Kieferfehlstellung kommen? Vllt ist deine Schiene nicht die richtige??

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