Meine Leidensgeschichte (MiRi)

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    Beiträge
  • Sigrid
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 140

    Guten Morgen,
    das ist doch mal eine nette Idee, zusammen Kaffee zu trinken (und dann noch so nett serviert)?
    Valetta, ich finde, das Ombracio sieht wie ein Schmetterling aus, trotzdem stützt es Dich in jeder Lage und ist, zumindest für mich und meinen Mann, nicht zu hart. Übrigens, war ich vor zwei Wochen in Vaketta, eine wunderbare Stadt.?
    Wißt Ihr, dieses Forum ist mir richtig ans Herz gewachsen. Hier findet man nicht nur immer Verständnis und einen guten Rat, was das schönste ist, dass alle miteinander so respektvoll und achtsam umgehen. Dafür am heutigen Mittwoch ein großes DANKESCHÖN?
    Sigrid

    Valetta
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Hi Sigrid,

    bin ja erst kurz hier, fühle mich aber schon richtig wohl. Ja, der achtsame Umgang miteinander ist wichtig. Habe gerade eben mal wieder eine Breitseite von meiner Kollegin gegenüber bekommen. Sie hört gerne Radio, mich nervt es leider nur extrem. Als ich mich dafür entschuldigte, dass ich so Lärmempfindlich geworden bin, kam nur ein schnippische und herablassendes: Ja, Schade!

    Mit Rücksicht hat es halt nicht jeder so. Habt ihr einen Trick, wie ihr Lärm zum Beispiel besser ausblenden könnt? Mein Problem ist, entweder alles ausblenden oder nichts. Da ich aber im Kundenservice tätig bin muss ich auch immer mein Telefon und ggf. das der anderen hören.

    Ganz Liebe Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28439

    Deine Fotos sind wirklich total klasse, MiRi. 🙂 Sag mal, wo kann man denn Deine Fotos downloaden?

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4650

    Liebe Valetta,

    ich glaube etwas spezielles zu überhören, ist sehr schwer. Alleine schon weil es speziell ist, hat es eine besondere Bedeutung.

    Was mir hilft, ist eine gelassene Grundhaltung und positive Einstellung zum Geräusch.

    Wenn ich also ein Geräusch tolleriere bzw. es vielleicht sogar mag, dann bin ich pers. nicht empfindlich. Wenn ich aber nichts Positives damit verbinde, ist es deutlich anders.

    Als Beispiel nenne ich mal meine Kinder. Sie spielen im Garten und machen Krach. Ich freue mich an deren Freude, denn ich liebe meine Kinder und alles ist OK. 🙂

    Wenn aber andere Leute Krach machen, dann kann es mich u.U. schon mal sehr stören.

    Es ist mir klar, dass das deine Geräuschempfindlichkeit nicht weg macht. Aber vielleicht ist es ein Ansatz und eine kleine Hilfe den Fokus und Sensibilität zu schwächen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28439

    Liebe Valetta,

    mir gehts da ähnlich wie Sternchen, wobei ich um die Attacken herum auch „positive“ Geräusche nicht ertragen kann. Wobei Radiohören während der Arbeit ja gar nicht geht, wie soll man sich denn dabei konzentrieren können? Ist das denn erlaubt bei Euch?

    So etwas (Radio oder Fernsehen) könnte ich selbst leider nie ausblenden. Auch wenn es mir gut geht, stört es mich. Ganz besonders auch, wenn man sich nebenbei unterhalten sollte oder arbeiten muss. Hier hilft nur Offenheit und die Aufklärung der Kollegen. Setz Dich mal in einer ruhigen Minute mit ihr zusammen und erkläre ihr, wie das hyperaktive Gehirn so tickt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Valetta
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Sternchen, Liebe Bettina,

    ja, ich versuche auch an mir zu arbeiten und das Radio als positiv einzuordnen. Wir sind hier im Büro 6 Frauen, telefonieren sehr viel und die Türen zu den jeweiligen Zweierbüros (nur Glaswände) stehe immer offen. Wenn man da mal eine Tür zu mach um sich besser zu konzentrieren wird mal schon schräg angeguckt. Mein Gegenüber kennt die Thematik sehr gut von ihrem Partner, der ebenfalls sehr unter Migräne leidet. Sie kann es trotzdem nicht nachvollziehen.

    Wahrscheinlich auch, weil ich selbst auch mal anders war. Der Stress hier hat mich stellenweise sehr verändert und die unterschiedlichen Sehensweisen was Verantwortung und Pflichtgefühl anbelangt haben und sehr weit auseinander gebracht. Sie hat eine sehr laxe Sicht auf alles bekommen, auch was die Erledigung der Arbeit anbelangt, seit sie Brustkrebs hatte. Ihr ist ihre Umwelt oft egal, sie ist vergesslich usw. Ich bin wesentlich pingeliger und verkrampfter geworden, seit ich dauernd Kopfschmerzen habe und Verspannt bin. Daher auch manchmal echt eine Spaßbremse (Erst die Arbeit dann vielleicht das Vergnügen)

    Keiner ist falsch in deiner Weise aber das Zusammenspiel ist nicht einfach.

    Liebe Grüße Valetta

    Sigrid
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 140

    Hallo Valletta,
    Deine Situation kommt mir so bekannt vor, auch ich habe jahrelang in genau einem solchen Büro, allerdings mit 5 Männern, gearbeitet. Die Lärmbelästigung war oft unerträglich, Gott sei Dank gab es bei uns wenigstens kein Radio. Aber wenn alles durcheinander telefoniert und diskutiert, wird es ja automatisch immer lauter. Mein direkter Kollege hat nach 30 Jahren immer noch gemeint, wenn er Kopfschmerzen hätte, würde er es einfach nicht beachten, dann gingen sie von selbst weg! Und das, obwohl er oft mitbekam, wie ich raus rannte, um mich zu übergeben. Ja, die lieben Kollegen….
    Was Du genau tun kannst, weiß ich auch nicht, Ich habe mir immer bildlich vorgestellt, dass ich meine Ohren zuklappe, aber viel geholfen hat es auch nicht?.
    Wer selbst keine Migräne kennt, kann sich das einfach nicht vorstellen. Bei mir ist es so, dass ich mich z. B. morgens beim Aufwachen über das Vogelgezwitscher freue und gerne zuhöre. Habe ich aber Migräne, ist es unerträglich laut und fühlt sich an, als ob es direkt in meinem Kopf hämmert. Aber erkläre das mal jemand?
    Liebe Valetta, trotzdem einen guten Tag und viele Grüße
    Sigrid

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4650

    oh, ja, das kann ich gut verstehen.

    „Sie“ hat durch ihre Krankheit sicher auch dazugelernt. Für uns Migräniker vielleicht nicht nachvollziehbar. Aus ihrer Sicht ist das vielleicht besser so.

    Es ist oft schwierig die Brille des anderen aufzusetzen. Aber es hilft, eine positive Einstellung für den anderen zu bekommen.

    Ein Gespräch, wie es Bettina vorschlägt wäre auch meine Wahl. Dazu muss natürlich Stimmung und Zeitpunkt passen.

    Ich pers. habe beim Sport immer Kopfhörer getragen um meine Musik zu hören. Nun habe ich von meinem Mann kabellose Kopfhörer bekommen, die nur ins Ohr gesteckt werden. Mir pers. reicht da schon nur EIN Stöpsel. Ich bekomme alles Wichtige mit dem linken Ohr mit und kann rechts meine Musik hören. Für mich ist das wunderbar. Vielleicht wären für dich solche Stöpsel gut, -muss ja keine Musik rein- 🙂 um den allgemeinen Geräuschpegel zu senken. K.A., sollte nur ein Tipp sein. 🙂 Natürlich könnte man auch Ohropax nehmen.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    MiRi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 302

    Liebe Bettina,

    ich habe dir eine PN geschickt mit den Links, wo meine Fotos zu finden sind. Wir sollen doch hier keine Links einstellen 🙂 Wer das auch gerne wissen möchte, kann sich auch per PN bei mir melden.

    Liebe Lärmgeplagte,

    Ihr habt mein gesamtes Mitgefühl, auch wenn ich – immerhin mal was Positives an dem Ganzen – als Schwerhöriger nicht unter der migränebedingten Lärmempfindlichkeit zu leiden habe. Dafür arbeite ich trotz allem auch im Lärmschutz. Ich fand es immer ganz anschaulich, die Lautstärke verschiedener Dinge durch anschauliche akustische Demonstrationen zu veranschaulichen. Wenn Ihr dann noch dazu erklärt, dass man meinethalben während der Migräne alles doppelt so laut hört (um nur mal ein Beispiel zu nennen – die Empfindlichkeit ist sicher individuell) würde das vielleicht schon etwas betroffen machen.

    Gerade, wenn die geneigten Kollegen auf spielerische Weise herausfinden können, was eigentlich wie laut ist, lassen sie sich vielleicht auf so ein Experiment ein. Seiten wie das Lärmorama aus der Schweiz (lässt sich gut unter Lärmorama ergoogeln) können vielleicht eine Hilfe für den spielerischen Zugang zum Thema Lärm sein.

    Außerdem hat mir meine Migräne während eines heftigen Anfalls auch einen Tinnitus eingebracht, der sich (kein Wunder) längst chronifiziert hat. Jeder neue Migräneanfall lässt ihn gleich wieder lauter werden (bis ich mich wieder dran gewöhnt habe). Hieraus habe ich gelernt, Lärm ist am besten zu ertragen, wenn man ihn als gegeben hinnimmt und sich nicht bewußt in das Thema „hineinfrisst“. Dann fällt das Ausblenden einfach etwas leichter, auch wenn sich das sehr banal anhört.

    Liebe Grüße
    MiRi

    MiRi
    Teilnehmer