Meine Migräne und ich – Vorstellung

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  • LaRija
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    Beitragsanzahl: 2

    Hallo liebes headbook,

    ich bin froh, diese Gruppe nach ca. 15 Jahren Migräne gefunden zu haben. Seit meiner Pubertät leide ich an Migräne, auch meine Eltern und Großeltern väterlicherseits leiden darunter. Ich kann mich noch an meine erste Attacke erinnern und dass ich damals dachte, mein Kopf würde zerspringen. Mittlerweile habe ich zwei wunderbare Kinder zur Welt gebracht und das zweite stille ich noch abends/nachts. Leider nahmen meine Migräne Attacken mit den Schwangerschaften zu. Bis dahin waren es 1-2 Attacken à 12-24 Stunden und meist in der Woche vor meiner Periode. Deshalb vermutete ich auch da einen Zusammenhang. Die Pille nehme ich seit 5 Jahren nicht mehr (bin jetzt 30 Jahre).
    In den Schwangerschaften häuften sich die Attacken bis zu 2x pro Woche und es wurde erst mit der Geburt und Stillzeit besser. Ich habe anfangs als Jugendliche Paracetamol genommen (war aber auch nur bei der Kinderärztin in Behandlung damals) und stieg später auf Ibuprofen um. Das hat mir gut geholfen.

    Nun fühle ich mich aber am Höhepunkt meiner Migräne-Leidensgeschichte und deshalb wollte ich mich hier zu Wort melden. Ich stille wie gesagt meine kleine Tochter noch nach Bedarf und bin seit 2 Monaten wieder in Teilzeit arbeiten. Seitdem habe ich fast wöchentlich eine Migräne, meist mit Aura (Übelkeit, Licht und Geräuschempfindlichkeit, Reizbarkeit,…). Der Kopfschmerz sitzt bei mir in der linken Stirnhälfte und pulsiert heftig. Ich nehme dann meist meine Ibu (600 mg) oder auch zwei im Abstand von 8 Stunden wenn es gar nicht geht. Ich bin richtigggehend außer Gefecht gesetzt und mit zwei kleinen Kindern ist das oft gar nicht so umsetzbar. Ich hole mir zwar auch Hilfe aber oft sitze ich es mit den Tabletten aus und mache einfach weiter… Heute war ich dann doch mal bei meiner Hausärztin und sie hat mich jetzt eine Woche krank geschrieben. Zum Ausruhen. Aber das reicht doch nicht?! Ich wünsche mir eine richtige Begleitung und Prophylaxe! Bei einem Neurologen war ich auch noch nie- was würde er/ sie machen?
    Morgen bin ich erstmal bei einer HNO Ärztin, weil ich seit 3-4 Wochen starke Ohrengeräusche habe, es rauscht extrem (also kein Tinnitus Ton, sondern eher ein Grundrauschen). Ich habe das gar nicht so gemerkt, weil ich immer auf Anschlag „arbeite“ und kaum zur Ruhe komme. Aber nun wird es lauter und mir sind jegliche Geräusche unangenehm. Ich bin gespannt, was dort rauskommt…
    In euren Foren habe ich auch einiges zur Ernährung gelesen- das passt zu meinen Beobachtungen, dass ich oft einen Blutzuckerabfall habe, wenn ich nicht genügend Kohlenhydrate zu mir nehme und dann meist eine Migräne folgt. Hier würde ich mich auch mal einlesen.

    Es kommt mir vor, als könnte ich noch einige Dinge unternehmen, um meine Anfälle zu reduzieren und ich freue mich auf euren Input! Ganz lieben Dank im Voraus!

    LaRija
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2

    Entschuldigt, ich habe noch wichtige Infos vergessen:
    Ich leide an Hashimoto, nehme aber momentan aufgrund meiner guten Werte keine SD-Hormone ein.
    Außerdem bin ich aufgrund von Depression seit einem Monat bei einer Psychologin in Behandlung und fühle mich da sehr gut aufgehoben. Wir sprechen auch darüber, dass sich die Migräne immer dann ankündigt, wenn ich mich überfordert fühle und wie sehr mich das „nervt“. Hier möchte ich arbeiten, dass ich meinen Körper und die Signale akzeptiere.
    Meine Hausärztin hatte mir vor meiner zweiten Schwangerschaft eine Prophylaxe mit Betablockern vorgeschlagen, was ich aber aufgrund meiner Hashimoto und eher zu niedrigem Blutdruck eher nicht machen wollte. Außerdem verschrieb sie mir Sumatriptan, was ich aber dann wegen der Schwangerschaft nicht einnehmen konnte und bisher auch nicht versucht habe.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7539

    Liebe LaRija,
    innerhalb max. 25 Minuten kann man auf seinen gerade geschriebenen Beitrag über „bearbeiten“ nochmal zugreifen und weiterschreiben oder editieren. Beitrag anklicken und oben rechts auf „bearbeiten“ klicken. Fürs nächste Mal ?.
    Lieber Gruß,
    Julia
    So, jetzt hab ich meinen Tipp auch gleich mal genutzt ?, um dich recht herzlich zu begrüßen. Hatte gar nicht gesehen, dass du noch keine Antwort bekommen hattest.
    Mir ist es jetzt schon zu spät, aber morgen wirst du sicher Reaktionen auf deine Beiträge bekommen.
    Gute Nacht und liebe Grüße,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  Julia.
    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 85

    Liebe LaRija,

    herzlich Willkommen im Headbook.

    Lies dich mal ein wenig durch die Links auf dieser Seite. Hier findest du Basiswissen und eine Vielzahl von Informationen zum Thema Migräne.

    Migräne ist eine (unheilbare) neurologische Erkrankung, eine Entzündungsreaktion, die im Gehirn abläuft. Unser Gehirn ist nicht in der Lage, die verschiedenen – insbesonders die optischen und akustischen – Reize nach Wichtigkeit zu unterscheiden, alle haben für unser Gehirn die gleiche Brisanz. Dafür ist unser Gehirn in der Lage, eine Vielzahl von Informationen in sehr kurzer Zeit zu verarbeiten, wir haben sozusagen einen „Ferrari im Kopf“.

    Ein zweites Bild aus dem Aufenthalt in der Schmerzklinik ist das „Wasserfass“. Jeder Reiz ist für unser Gehirn wie Wasser, das in das Fass gefüllt wird. Bei ‚gesunden‘ Menschen wird zwischen den Reizen immer wieder auch Wasser aus dem Fass entnommen, so kann das Fass nicht überlaufen.

    Bei uns verringert sich die Wassermenge im Fass nur sehr langsam, so dass es mit jedem Reiz weiter gefüllt wird, bis es überläuft.

    Wir sprechen auch darüber, dass sich die Migräne immer dann ankündigt, wenn ich mich überfordert fühle und wie sehr mich das „nervt“.

    Überforderung fördert die Entstehung der Attacken, weil das Fass noch schneller als sonst gefüllt wird. Da hilft vor allem, ganz bewusst reizarme Entspannungspausen in den Tag zu integrieren.

    Heute war ich dann doch mal bei meiner Hausärztin und sie hat mich jetzt eine Woche krank geschrieben. Zum Ausruhen.

    Das ist schon mal ein erster guter Schritt, um dich aus dem Dauerstress rauszuholen.

    . Aber das reicht doch nicht?! Ich wünsche mir eine richtige Begleitung und Prophylaxe! Bei einem Neurologen war ich auch noch nie- was würde er/ sie machen?

    Du gibst dir selber schon die Antwort ?.

    Ein Neurologe wird versuchen, dass du trotz Migräne durch die Einnahme von Prophylaxe- und Akutmedikamenten so viel Lebensqualität wie möglich hast.

    Gerade im Bereich der Migräneforschung und -behandlung haben sich in den letzten 30 Jahren viele neue Erkenntnisse ergeben – deine Hausärztin kann es nicht schaffen, da immer auf dem aktuellen Stand zu sein – es sei denn, dass es ihr ein persönliches Anliegen ist (z.B. weil sie selbst Migräne hat).

    Ein Facharzt für Neurologie sollte federführend die Behandlung der Migräne übernehmen, deine Hausärztin kann dann entsprechend dem Bericht weiterbehandeln. Allerdings ist nicht jeder Neurologe auch ein Spezialist für Migräne …

    Und noch ein mir persönlich wichtiges Anliegen:
    Als Mutter weiß ich, dass Stillen etwas ganz Besonderes ist. Trotzdem solltest du in Erwägung ziehen, jetzt abzustillen, denn (fast) alle Medikamente gehen in die Muttermilch über. Durch das Stillen bekommt deine Tochter dann Medikamente, die sie nicht braucht.

    Und gerade Paracetamol, Ibu, ASS und auch die meisten anderen Analgetika geraten immer wieder in den Verdacht, Organschäden zu begünstigen oder gar auszulösen. Darum solltest du dich entweder für das Stillen oder für die Prophylaxe/Akuttherapie entscheiden.

    LG Chroninchen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  Chroninchen.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5702

    Liebe LaRija,

    auch wenn eine wöchentliche Migräneattacke im Vergleich zu anderen Migränepatienten immer noch nicht viel erscheint, ist es definitiv eine Attacke zu viel. Und gerade neben kleinen Kindern plus Beruf ist jede Stunde, in der man nicht fit ist, schwierig.

    Chroninchen hat dir schon viel Wichtiges geschrieben. Viele weiterhelfende Infos findest du hier auf der Startseite unter Migränewissen

    http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/

    Sehr empfehlen kann ich dir das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“. Darin findest du umfassend und gut verständlich alle wichtigen Informationen rund um das Thema Migräne.
    Du bist erst in den Anfängen, was die Behandlung betrifft, da gibt es in vielen Bereichen noch sehr viel Luft.

    Was mir beim Lesen deines Beitrags schon in den Sinn kam:

    Führst du einen Schmerzkalender? Ist wichtig, um einen guten Überblick über die Häufigkeit der Attacken und deren Behandlung zu erreichen.

    Musst du arbeiten oder willst du? Eine Berufstätigkeit, und sei sie nur stundenweise, neben sehr kleinen Kindern ist auch für Gesunde eine große Herausforderung. Und jeder Stress ist belastend und kann die Migräne triggern. Migräne ist eine Reizverarbeitungsstörung unserer Nervenzellen, und je mehr Belastungen wir haben, desto schwieriger wird es, unserem Gehirn die nötigen Ruhepausen zu gönnen, damit es wieder runterfahren und somit ein wenig Wasser aus dem Wasserfass ablaufen lassen kann.

    Eine Woche Krankschreibung ist zum Erholen sicherlich gut, doch es geht ja darum, dass du langfristig ein gutes Konzept an der Hand hast, wie du mit dieser Erkrankung umgehen kannst.

    Bei mir scheint ein ganz wichtiger Punkt zu sein, an deiner Überforderung zu arbeiten, an die Ursachen heranzugehen, denn du spürst ja selber, dass diese deine Migräne triggern.

    Hast du noch nie ein Triptan versucht? Man darf es erst nach dem Abklingen der Aura nehmen, doch sind Tritpane in der Migränebehandlung die Mittel der ersten Wahl. Wenn du abgestillt hast, würde ich mich damit gleich beschäftigen, ein Rezept kann dir auch der HA erstellen.

    Ansonsten gibt es hilfreiche Verhaltensregeln wie regelmäßige, kohlenhydrathaltige Mahlzeiten (gerne Richtung Vollwertkost, weil bei Vollkornprodukten der Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigt und abfällt), ausreichend Trinken, regelmäßige Ruhepausen einbauen (Handy-Zeiten sind keine Ruhepausen! 😉 ), ausreichend Schlaf (im Schlafen erholt sich das Schmerzabwehrsystem), Entspannungsübungen und mäßiger, aber regelmäßiger Ausdauersport (falls das neben zwei kleinen Kindern möglich ist). Körperliche Bewegung stärkt auch das Schmerzabwehrsystem.

    Hast du eine Ursache für deine Depression ausmachen können?

    Das war jetzt viel auf einmal, aber es scheint, dass in deiner Behandlung noch sehr viele Möglichkeiten offen sind, die dir helfen können

    Lieber Gruß
    Heika

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