Migräne bei Mutter und Sohn (Christin)

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  • Christin
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    Hallo,

    seit 2 1/2 Jahren lese ich hier schon mit und habe viel gelernt. Am letzten Chat mit Prof. Göbel habe ich auch schon teilgenommen.
    Vielen Dank an all die lieben Helfer hier.

    Meine Migräne begann schon in der Kindheit. Wenn es in meiner Teenager Zeit ganz schlimm wurde, kam unser Hausarzt und hat mir eine Spritze mit Vomex, Valium und einem Schmerzmittel gegeben. Sonst nahm ich Gelonida.
    Und ich hatte Glück, bekam sofort Imigran als es auf den Markt kam.

    Leider kamen die Attacken irgendwann immer häufiger. Mit Anfang 20 habe ich dann ein paar Jahre Metoprolol genommen. Irgendwann spürte ich keine Wirkung mehr und habe damit aufgehört. Mit Mitte 20 habe ich dann (ca. 1x im Jahr) von einem Arzt Spritzen mit einer Vitamin B Kombination bekommen und habe angefangen Magnesium zu nehmen.
    Danach war ich tatsächlich 2 Jahre fast migränefrei. Das war eine traumhaft schöne Zeit und ein riesen Glück für mich. Vielleicht hätte ich mich sonst nicht getraut schwanger zu werden. Aber leider ging es dann direkt nach der Geburt wieder los. Selten, aber auch schon wieder heftig. Diesmal meinte mein damaliger Arzt, es liege nicht am Vitamin B Mangel und wollte diese Behandlung nicht weiterführen.

    Während meiner 2ten Schwangerschaft war ich glücklicherweise wieder migränefrei. Aber es ging auch diesmal nach der Geburt wieder los.

    Jetzt habe ich 2 tolle Jungs (10 und 13). Der 13-jährige hat aber auch schon seit einigen Jahren Migräne. Glücklicherweise nur sehr selten. Und bis jetzt half noch immer Iburpofen und Schlaf. Das letzte mal war es aber schon sehr heftig und nach dem Erbrechen war ich mir nicht sicher, ob das Ibu schon wirken konnte. Er ist dann aber irgendwann eingeschlafen und nach 2 Stunden Schlaf ging es ihm wieder gut. Also das ist auch meine Frage: erst mal mit Ibu weitermachen oder lieber mit Triptanen anfangen? Bei meinem nächsten Termin bei meinem neuen Schmerztherapeuten frage ich ihn mal nach seiner Meinung. Oder mache auch einen Termin für meinen Sohn. Mal gucken was er meint.

    Nun aber erst mal mein weiterer Schmerzverlauf:

    Viele Jahre kam ich mit Imigran Nasal sehr gut zurecht und hatte auch manchmal wochenlang keine Migräne.

    Als es mit Mitte 30 häufiger wurde habe ich einen Versuch mit Flunarizin als Prophylaxe gemacht. Aber nach einem Kreislaufkollaps habe ich schnell wieder damit aufgehört.

    Ende letzten Jahres habe ich 2 Versuche mit Topiramat gemacht. Erst 25 mg abends. Das ging gar nicht. Ich stand total neben mir. Nach 2 Tagen habe ich schon aufgegeben.
    2 Wochen später habe ich es (Tip von headbook) mit 12,5 mg abends versucht. Aber es ging mir trotzdem sofort wieder schlecht und ich habe nach 2 Tagen wieder aufgehört.

    Anfang diesen Jahres habe ich 6 Wochen Propanolol genommen. Nach gut 5 Wochen ging nachmittags an 2 Tagen hintereinander mein Gehör auf einem Ohr weg. Am 3ten Tag kam Schwindel dazu und auf Rat meines Neurologen habe ich dann mit dem Propanolol aufgehört und der Schwindel ging auch schnell wieder weg. 2 Hörstürze, davon war einer ziemlich schlimm, hatte ich vor einigen Jahren schon. Da wollte ich lieber nichts riskieren.

    Mein neuer Arzt (ein Schmerztherapeut, auf der Seite der Schmerzklinik Kiel gefunden) meint aber nun, das waren wahrscheinlich doch eher keine Nebenwirkungen vom Propanolol.

    Aber nun nehme ich seit ca. 2 Monaten abends 10 mg Amitriptylin. Leider habe ich auch davon einige Nebenwirkungen (Müdigkeit, trockener Mund, leichte Gewichtszunahme, öfter morgens beim Aufwachen starke Verspannungen im Nacken-Schulter-Bereich und an einigen Tagen auch wieder starken Schwindel). Und leider kann ich noch nicht sagen, ob die Migräne seltener oder leichter wird.
    Mal denke ich es hilft, aber deutlich weniger Tabletten Tage im Monat habe ich nicht. Jetzt war hier aber auch das Wetter in letzter Zeit extrem wechselhaft und ich nehme ja auch nur 10 mg. Mal sehen ob mein Arzt das Amitriptylin nach meinem nächsten Termin Ende Juli erhöhen will. Aber wenn ich bis dahin nochmal Schwindel-Tage habe, schaffe ich das wohl nicht. Naja, bis dahin kann ich ja auch noch einen Monat beobachten.

    Leider ist es jetzt ein viel zu langer Text geworden. Aber nun bin ich auch schon 41. Ich habe versucht, es so kurz wie möglich zu machen.

    Ach ja: als Akut Medikamente nehme ich Domperidon (von Metoprolol bekomme ich depressive Verstimmungen) Rizatriptan 10 mg und Naproxen. Aber an manchen Tagen geht der Schmerz auch davon nicht richtig weg.

    Allen lieben Mitlesern und Mitschreibern ein hoffentlich migränefreies Rest-Wochenende und Bettina noch hoffentlich viele schöne Urlaubserlebnisse ohne Migräne.

    Christin

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 331

    Liebe Christin,

    Ach, das tut mir leid, dass deim Sohn aucb betroffen ist.

    Mein jüngster Sohn (11) leider auch an Migräne. Mittlerweile ist er so gut mit Metropolol eingestellt, dass er nur noch 5 bis 6 mal im Monat Schmerzen hat. Er nimmt in der Attacke Magnesium von Diasporal, Ibuprofen, Domperidon, Maxalt und Vomex. Die Behandlung mache ich immer vom Verlauf des Anfalls abhängig.

    Ich würde an deiner Stelle schnellstmöglich einen Termin für deinen Sohn beim Neurologen ausmachen. Je schneller er gezielt behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf einen glimpflichen Verlauf seiner Migräneerkrankung.

    Was deine Akutmedikation angeht, so scheinst du gut „ausgerüstet“ zu sein. Dass die Medikamente immer wieder mal nicht richtig anschlagen, ist leider keine Ausnahme. So ist die Migräne: fies und unberechenbar.

    Schade, dass die bis jetzt ausprobierten Prophylaxen dir nicht langfristig helfen konnten.

    Wichtig bei einer Prophylaxe ist, dass man sie hoch genug dosiert (das hast du schon ganz richtig geschrieben beim Amitriptylin) und man drei Monate abwartet, ob sich eine Wirkung einstellt. Es sei denn, die Nebenwirkungen sind, wie bei dir leider auch, nicht tragbar.

    Gib trotzdem nicht auf! Irgendeine Prophylaxe wird auch bei dir Erfolg haben. Manchmal ist es auch einfach die richtige Kombination, die Linderung bringt. Die Suche nach der richtigen Prophylaxe kann langwierig sein, lohnt sich aber auf jeden Fall.

    Dir und deinem Sohn alles Liebe,

    Jojo

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4641

    Liebe Christin,

    wie schön, dass du hier nun nicht nur liest, sondern auch geschrieben hast. Herzlich willkommen hier bei uns im headbook.

    Mit einem guten Arzt wirst du eine passende Prophylaxe finden. Da bin ich ganz sicher. Ich möchte noch Jojo´s Anmerkung unterstreichen. Es ist wichtig die Prophylaxemittel mindestens 3 Monate einzunehmen, damit man ein richtiges Bild von der Wirkung bekommen kann. Erst nach 3 Monaten entwickelt sich ihre volle Wirkung. Jede zu früh beendete Prophylaxe ist eine vergebene Chance.

    Am Anfang können die Nebenwirkungen heftig sein. Ich selber habe es bei Topamax sehr deutlich erleben. Nach einer kurzen Zeit legt sich das aber, und das Medikament kann eine gute Wirkung zeigen.

    Was du über dein Migränegeschehen schreibst, paßt für mich 1 zu 1 zur Migräne. Auch ich hatte diese Hörstürze. Die Migräne hat unglaublich viele Gesichter. Wir wissen vorher nicht, mit welchem sie uns am nächsten Tag überrascht.

    Für dich und den „Kleinen“ alles Gute.
    wünscht
    Sternchen

    Christin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Liebe Jojo, liebes Sternchen,

    herzlichen Dank für eure Antworten und den netten Empfang hier im headbook.

    Und wie gemein bei dir Jojo, dass die Migräne wieder häufiger geworden ist. Warum hast du eigentlich die Amitriptylin Dosis reduziert? Hoffentlich geht es dir schnell wieder besser. Und hoffentlich wird das Wetter bei euch migräne-freundlicher. Hier bei uns ist es auch seit Wochen ein einziges Auf und Ab der Temperaturen. Und vielleicht setzt ja auch noch die Wirkung vom Botox richtig ein.

    Nimmt Dein Sohn eigentlich zusätzlich zum Metoprolol Magnesium und Vitamin B2 als Prophylaxe?

    Ich nehme beides seit ich vor ca. 2 1/2 Jahren endlich dieses Forum entdeckt habe. Am Anfang hatte ich das Gefühl einer Besserung, aber leider habe ich vorher nicht regelmäßig ein Kopfschmerztagebuch geführt. Hatte also nicht so nen richtigen Vergleich. Das Magnesium nehme ich morgens, mittags und abends, je 200 mg. (Und zwischendurch auch mal ein Direkt-Tütchen bei so nem Anflug von Kopfschmerzen.) Morgens und Mittags trinke ich dazu einen Kaffee und hatte schon oft das Gefühl, so eine Migräne noch abwenden zu können.

    Welche Dosis würde man denn einem 13-jährigen wohl geben? Es gibt ja hier leider mehrere Mitglieder mit Kindern die auch Migräne haben.

    Allen hier einen noch hoffentlich angenehmen Rest vom Sonntag.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4641

    Liebe Christin,

    Kinder können einen deutlich instabielen Magnesiumhaushalt haben. Bei 10-19 jährigen spricht man von 230-400mg täglich. Das sind natürlich wieder Richtwerte, und müssen nicht für jeden gelten.

    Ich pers. würde mich da langsam herantasten. Vor allem auch je nach Nebenwirkungen wie Durchfall.

    Alles Liebe auch für deinen Sohn
    wünscht
    Sternchen

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 331

    Liebe Christin,

    Dankd für die lieben Worte ?. Amitriptylin habe ich wegen ständigem Nasenbluten runterdosiert.

    Max nimmt eine Migravent Classic Kapsel am Morgen. Bei mehr bekommt er Durchfall.

    Gib deinem Sohn auch erst mal eine Kapsel. Dann seht ihr ja schon, wie er es verträgt.

    Alles Liebe

    Jojo

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28319

    Auch von mir ein herzliches Willkommen im Headbook, liebe Christin. 🙂

    Wenn die Kinder betroffen sind, belastet das noch zusätzlich. Kenne ich leider auch, aber es gibt ja meist doch sinnvolle Hilfe.

    Wie schon geraten wurde, könntest Du Deinem Sohn erst mal nur eine Kapsel abends geben und dann einfach mal abwarten. Wenn man langsam einschleicht, ist es besser verträglich. Vitamin B2 (Riboflavin) färbt den Urin quittengelb, das ist aber völlig ungefährlich. 🙂

    Schläfst Du mit dem Amitriptylin gut? Wenn noch Nebenwirkungen da sind, sollte lieber noch nicht erhöht werden. Und wenn, dann ganz fein dosiert, am besten mit Tropfen.

    Starte doch mal einen Kopfschmerzkalender, von der Schmerzklinik gibts einen kostenlosen für Smartphones: „Migräne App“. Dann wirst Du besser zuordnen können, ob eine Prophylaxe Sinn macht oder nicht. Wie schon geschrieben wurde, sollte man einer Prophylaxe mehrere Wochen Zeit lassen, bis man die Wirkung beurteilt. Vorausgesetzt natürlich, dass die Nebenwirkungen erträglich sind.

    Propranolol wird ziemlich sicher nicht für Deinen Hörsturz verantwortlich gewesen sein. Also noch nicht abschreiben für eine eventuelle spätere Prophylaxe. 😉

    Schön, dass Du nun auch schreibst bei uns. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Christin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo liebe Bettina,

    auch dir vielen Dank für das herzliche Willkommen im headbook.

    Als ich dieses Forum vor 2 1/2 Jahren gefunden hatte (nachdem ich 5 Tage hintereinander Migräne hatte und auch nichts mehr half und mein Hausarzt auch nicht weiter wusste), war ich sehr erleichtert zu lesen, daß es noch Möglichkeiten gibt und auch andere Menschen solche Probleme haben. Auch von Naproxen hatte ich vorher noch nie gehört. Ebenso war die 10/20-Regel für mich neu. Seitd