Migräne – oder Nerv -Narbenschmerzen? (Seemoewe)

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  • seemoewe
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    Beitragsanzahl: 144

    Hallo zusammen.
    ich bin neu hier und finde mich noch nicht zurecht.
    Hab auch schon ein wenig gelesen.
    Mein Problem setze ich mal hier rein.
    Ich bin mittlerweile 7o Jahre alt , lebe als Rheinländerin am Bodensee. Föhngebiet. Seit ich hier lebe leide ich an Migräne , hab sie mehr oder weniger hin genommen. Früher nur während der Periode war das für mich normal.
    Dann hatte ich aber vor einigen Jahren eine Zahnoperation, wurde im rechten Oberkiefer aufgeschnitten, genäht und hat seitdem eine Narbe.
    Meine Migräne läuft wie folgt ab: Kopfschmerz in der Mitte der Stirn, dann zieht der Schmerz in die rechte Gesichtshälfte, ich bin lichtempfindlich, schlapp und muss ins Bett mit Paracetamol. Eine Neurologin hat mich untersucht, mir empfohlen 2 Paracetamol zu nehmen. Ich brauche absolute Ruhe. Aber ich habe auch im Oberkiefer bedingt durch die OP eine Prothese , die ich raus nehmen kann, weil der Druckschmerz unerträglich ist. Ich war beim Zahnarzt, prothese ist i.O. , ich war beim HNO Arzt, weil ich auch im rechten Nasenloch kaum Luft bekomme, es sei eine kleine Nasenscheidenwandverkrümmung da, aber nicht nennenswert.
    Während der Migräne schlafe ich bis zu 8 Stunden, manchmal gehts auch nach 1-3 Stunden vorbei. Ich kann essen, zwar wenig. Mir war noch nie übel. Nun stellt sich mir die Frage wo ist der Zusammenhang zwischen Kiefer und Zahnprothese oder wirklich einer echten Migräne. Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben.
    Grüsse
    von Seemoewe

    alchemilla
    Teilnehmer
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    Hallo, Seemöve,
    hat ja super geklappt mit der Umsetzung des Textes.

    Zu deiner Frage muss man erst ein wenig richtig sortieren:
    Migräne ist IMMER richtige Migräne – oder keine.
    Ein Zusammenhang mit den Kieferproblemen kann darin bestehen, dass diese Migräne AUSLÖSEN. Als ständiger Trigger eben.
    Da es aber auch andere Trigger gibt -eben den Föhn z.B., kannst du mit einer Änderung in der Zahnproblematik keine Migränefreiheit garantieren.
    Ob du also etwas unternehmen möchtest, ist unabhängig von Migräne zu entscheiden.
    Andernfalls wäre es evtl ein Spannungskopfschmerz ?
    Hast du bei Migräne schon mal ein Triptan ausprobiert? Wie steht deine Neurologin dazu?
    Triptane sind für den Körper wesentlich schonender als Paracetamol oder andere Schmerzmittel. Sie wirken aber nur bei Migräne, weil sie direkt in den Migräneverlauf eingreifen, dort, wo sie entsteht.

    Ich hoffe, dir ein wenig Klarheit vermittelt zu haben. Sonst frag einfach weiter.
    Liebe Grüße
    alchemilla

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28428

    Herzlich willkommen bei uns im Headbook, liebe Seemoeve. 🙂

    Hast Du denn eine Migränediagnose, oder denkst Du nur, dass Du Migräne hast?

    Wie Alchemilla schon schreibt, können Operationen – besonders im Gesichtsbereich – Attacken triggern. Kann man die Protese noch besser bearbeiten, damit Druckentlastung da ist? Auch dieser Druck, selbst wenn er nur leicht ist, kann triggern. Dann noch der Föhn dazu – mehr braucht man nicht.

    Wie viele Attacken hast Du denn im Monat? Wenn Du herzgesund bist, könnten auch in Deinem Alter noch Triptane genutzt werden.

    Liebe Grüße
    Bettina

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    Hallo und vielen Dank für Eure Antworten.
    Den Ausdruck triggern kannte ich bisher noch nicht, vermute mal er bedeutet auslösen ?
    Ich war ja vor kurzem beim Zahnarzt, er meinte die Prothese sitzt ganz gut und würde auch nicht reiben. Aber ich kann sie raus nehmen, was ich meistens mache, da der Sichtbereich ohne Prothese nicht sichtbar ist. Nur breit lachen:-) darf ich eben nicht.
    Ich war vor Jahren schon bei einem Kieferchirugen der mir diese Narbe unterfüttern wollte, er hätte aus dem Oberschenkel Gewebe entnommen und damit die Narbe unterfüttert, dann wollte er Implantate setzen, das ganz wäre ein Kostenfaktor von 12tausend Euro gewesen. Unbezahlbar und sowas lasse ich nicht machen. Ich lass mich nicht nochmal im Oberkiefer schneiden. Die Druckentlastung wird kaum möglich sein da die Prothese genau an einem Eckzahn ( mit Stift ) eingehängt wird.
    Meine Neurologin hat mir Paracetamol belassen, das hab ich immer schon genommen, nur zu wenig. Heute nehme ich dann 1 – 1,5 Tabletten und leg mich hin.
    Aber ich litt damals, als ich bei der Neurologin war noch unter Vorhofflimmern, ich vermute mal, dass sie mir aus diesem Grunde ( Rücksprache mit dem Kardiologen) keine Triptane empfohlen hatte.
    Ich habe vor einem Jahr eine Katheterablation machen lassen, die sehr gut verlief. Bis heute habe ich kein Vorhofflimmern mehr gehabt.
    Da ich meinen Hausarzt wechseln musste, weiss der neue noch nichts von meiner Migräne.

    Ich habe ca. 3-5 Attacken im Monat. Es kommt auf die Wetterlage an und auf die Reizerscheinungen, auf die ich sehr reagiere. Reizüberflutung merke ich sehr schnell, wenn mir alles zuviel wird, muss ich mich in mein Zimmer zurück ziehen. Bin eher der ruhige und stille Mensch.

    Ich weiss ja n icht, ob Triptane wirklich auch helfen, wenn ich nur ! Narbenschmerzen habe, so wie heute, Wettersturz am Alpenrand. Kälte auf Wärme.
    Aber das kann ich gut aushalten.
    schöne Grüsse
    Seemoewe

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4000

    Hallo Seemöve,

    wenn du nur Narbenschmerzen hast, dann helfen Triptane nicht.
    Sie sind keine Schmerzmittel sondern sozusagen Migräne-Unterbrechungs-Mittel.
    Wenn du mit dem Paracetamol zufrieden bist, ist es ja auch gut. Man muss nur im Auge behalten, dass sie Organschäden, vor allem an der Leber, verursachen können.
    „Triggern“ ist Auslösen. Das wört erinner mich an das „Piesacken“ bei den Kindern, so lange, bis derjenige in die Luft geht. So piesacken uns die Dinge, die Reize, das Wetter, . . . bis die Migräne ausbricht.
    Gute Besserung!
    LG
    alchemilla

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28428

    Liebe Seemöve,

    wahrscheinlich solltest Du Deinem Bauchgefühl folgen und nicht mehr zu viel vornehmen lassen im Kiefer. Jede weitere OP zieht Narbenbildung nach sich, die Situation könnte sich auch noch verschlimmern. Hilft Dir denn Paracetamol bei Migräne?

    Liebe Grüße
    Bettina

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    Hallo Bettina und alchemilla.
    Vielen Dank für die genauen Ausführungen.
    Im Kiefer lass ich auf keinen Fall mehr etwas machen. Aber ich habe , wenn ich es genau betrachte, zwei unterschiedliche Schmerzen.
    Zum einen den beginnend auf der Stirn, wandert er übers das rechte Auge und dann kommt der Narbenschmerz automatisch hinzu. Der ja dann bis in den Eckzahn zieht.
    Neben dem Eckzahl befindet sich die Narbe, die ich selber mit dem Finger spüren kann, eine tiefe Furche.
    heute ist wieder so ein Tag. Montags war hier Sommerwetter mit 2o ° und heute sehe ich Schnee auf den Bergen. Gestern ging es mir super und heute häng ich total daneben.Ich hatte ja schon oft vor, hier weg zu ziehen. Ich weiss auch von anderen, die hier leben und unter Migräne leiden, dass sie weg gezogen sind.
    War bis vorhin im Bett mit 1 Tablette Paracetamol. Die hilft schon gg. den Narbenschmerz. Aber im Hintergrund ist der Kopf nicht frei.
    Abends nehm ich eine Lexotanil, das beruhigt meine Nerven. Das hat mir auch die Neurologin empfohlen. Soweit ich informiert bin hilft ein Beruhigungsmittel auch gegen Nervenschmerzen.
    Vielleicht kann man mir evtl. ? ein guter Kieferchirug nur den Eckzahn behandeln. Ein Beratungsgespräch behalte ich im Auge.

    Schöne Grüsse
    Seemoewe

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4000

    Liebe Seemoewe,
    dass auch andere schon weggezogen sind, habe ich auch gehört.
    Andere leben dort munter MIT ihrer treuen Migräne.
    Das muss man einfach ganz persönlich abwägen, was es bedeuten würde, was man verlieren würde und was gewinnen.

    Die Schmerzentwicklung kann auch anders herum geschehen: es könnte sein, dass dies ALLES Migräne ist, denn sie ist fast nie so, wie sie in den allgemeinen Lehrwerken beschrieben wird.
    Bei mir tuckert Migräne sehr oft im Kiefer und in den Nebenhöhlen, manchmal sogar im Ohr wie eine Entzündung. Alles löst sich in Wohlgefallen auf, wenn das Triptan seine Wirkung entwickelt.
    Ich habe das Glück, dass ich dann meistens auch keinen „schweren Kopf“ mehr habe oder so eine Benommenheit.

    Es wäre mit deiner Neurologin zu überlegen, ob dir nicht ein sanftes Triptan wesentlich besser helfen würde.

    Ich wünsche dir alles Gute!
    alchemilla

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    Hallo und guten Morgen.
    Ich bin auch mal wieder hier. War einige Tage verreist, ohne je eine Migräne gehabt zu haben. War in München, hatte Ärztestress-Tage mit meinem Mann von morgens 6 Uhr MRT bis nachmittags Neurochirug. Das alles hat mir n ichts ausgemacht, auch die langen Autofahren mit stundenlangem Stau gingen vorbei.
    Seit 1o Tagen hatte ich nun keine Migräne, aber jetzt , heute gehts wieder los. Wetterstürze mit leichtem Schnee , Kälte und ich spüre die ganze rechte Gesichtshälfte.
    Noch hab ich keine Tablette genommen.
    Allerdings hatte ich vor 2 Tagen auch morgens so einen leichten Anfall, hab doch gewartet und nach 2 Stunden war alles vorbei, ohne Medikament. Dann denke ich schon, ob es sinnvoll ist, wie hier oft geschrieben wird, sofort ! eine Tablette zu nehmen.
    Zu der Neurologin müsste ich wieder in eine andere Stadt fahren.
    Jetzt nehm ich nochmal z