Migräne – oder Nerv -Narbenschmerzen? (Seemoewe)

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28418

    Liebe Seemöwe,

    es tut mir leid, dass Du einen Trauerfall in der Familie hattest. Sonst würde ich Dir raten, Deinem Mann ganz klar zu vermitteln, wie und wann er Dir helfen sollte. Still im Bett zu liegen, zu leiden und noch traurig zu sein, dass Dein Mann Deine Wünsche nicht erahnt, wird nichts verbessern an der Situation. Männer brauche klare Anweisungen. 😀 😀 😀

    Liebe Grüße
    Bettina

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    Liebe Bettina,
    vielen Dank für Deine Anteilnahme. Ja mein innig geliebter Schwager ist verstorben. Unfassbar. Er hatte Alzheimer und zwar sehr rasant.
    Dem Ehemann etwas zu vermitteln ist bei mir fast nicht möglich. Mein Mann ist 84, vergisst sehr viel. Was ich jetzt sage, hat er in einer Stunde vergessen. Zudem hört er noch schlecht.
    er ist ein Träumer , wenn ich Migräne habe bemerkt er nichtmal dass ich schon 2 Stunden im Bett liege, obwohl er an meinem Zimmer vorbei geht und mich sehen müsste.
    Früher brachte er mir schonmal Tee rauf, ich lieg ja im 1. Stock, oder einen frischen Eisbeutel. Heute vergisst er sowas. Ständig hinter ihm her schreien das geht nicht.
    In einem Haus ist das sowieso schwierig. Hab schon überlegt, wie ich die Eisbeutel im Schlafzimmer deponiere:-)
    Aber am vergangen WE habe ich mich vor ihn gesetzt und laut und deutlich gesagt:
    ich kann nicht mehr!! weisst du eigentlich wie schlecht es mir geht. Ich halte die Schmerzen nicht mehr aus. Kein Kommentar.
    Er ist mit sich und seiner Fitness beschäftigt, da er 3 Bandscheidenops hinter sich hat. Er will ja 100 werden. Wenn man bedenkt, mein Mann hat noch nie eine Schmerztablette benötigt. Neulich kam mir der fiese Gedanke: ich wünsche dir so eine Migräne, dass du nicht mehr denken kannst.
    aber so ist das , wird wohl auch ein Partnerschaftsproblem sein und bleiben, da muss ich wohl alleine durch.

    Liebe Grüsse
    Seemoewe
    ps. den schimmsten Migräne Anfall hatte ich auch am Tag nach meiner Hochzeit. 🙁

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4000

    Liebe Seemöwe,
    dein Bericht berührt mich sehr.
    Glaube mir, du bist nicht alleine damit, d.h. du bist nicht die einzige, die in so einer Partnerschaft steckt.
    Ich lese auch immer wieder mit sanfter Trauer, wenn hier von fürsorglichen Ehemännern geschrieben wird.
    Mein Mann würde mich versorgen, wenn ich ihm klare Anweisungen gäbe. Wenn ich ihn schicken würde, eine Wärmflasche zu machen, Tee zubringen oder den Kotzeimer mitzunehmen. Aber ich müsste es him eben jedesmal sagen und wenn die Migräne tobt, dann ist mir selbst da zu viel und ich mache es lieber selber oder verzichte drauf. Es geht ja vorüber.
    Er selbst möchte immer komplett in Ruhe gelassen werden, wenn es ihm nicht gut geht und daraus schließt er unabänderlich, dass es mir auch so gehen würde.
    Wir können unsere Partner nicht ändern und ich liebe ihn für so viele andere Dinge, dass ich das jetzt still akzeptiere. Es ist eben so. Perfekt sind auch unsere Partner nicht und manchmal freue ich mich innig, an seiner Seite zu sein und manchmal nervt es ganz fürchterlich.
    So ist das Leben.
    Ich spüre jede Freude intwensiv und jedes Ärgern ebenso intensiv.
    Und auch wenn in dieser Hinsicht das Gleichmaß fehlt, auf das wir so achten sollen, bekomme ich nicht bei jedem Ärger Migräne.

    Ich glaube außerdem, dass auch ich meinen Mann gelegentlich nerve. So, what?

    Vielleicht tröstet dich das ein bisschen.
    LG
    alchemilla

    ps. Hältst du diese erste schlimme Attacke für V ein Indiz für eine schlechte Partnerwahl? Bist du sicher, dass das so ist? Ist das ein schöner Gedanke? Vielleicht ist es auch ein Zufall. Vielleicht hättest du die auch ohne die Hochzeit zu dem Zeitpunkt bekommen.

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Liebe Seemöwe,
    ich kann Dich gut verstehen. Ich hatte tatsächlich gehofft, dass im Laufe der Jahre das Verständnis und die Rücksicht füreinander zunimmt und die Männer „ruhiger“ werden und andere Prioritäten setzen.
    Dass die Priorität mit 84 dann ist 100 zu werden haut mich um.

    Ich habe aktuell über 25 Migränetage im Monat, manchmal 2 Anfälle am Tag und mein Mann macht genau zwei Sachen, entweder er arbeitet oder er trainiert für einen Triathlon. Und ich liege da und weiß nicht mehr ein und aus, und am Ende ist es genau wie alchemilla sagt, man nervt eher noch mit den ewigen Schmerzen. Mein Mann hat mir das im November sogar gesagt. Daran knabber ich immer noch.
    Und ja, auch ich wünsche ihm einmal eine Migräne, und zwar mal eine Richtige. Damit er endlich mal weiß, was ich da die ganze Zeit ertrage.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deine Schmerzen in den Griff bekommst und die nötige Kraft für Deine Trauer!

    Liebe Grüße
    Susahund

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Oh das klang jetzt böse…das sollte es nicht :o)

    Ich stelle nur zunehmend fest, dass es sehr schwierig ist, das Leben zweier Menschen zu vereinen, die sich im Laufe der Zeit dann so von einander unterscheiden. Wenn der eine so aktiv ist und der andere nicht kann, wie er will, weil er von ständigen Schmerzen ausgebremst wird, dann wird es einfach manchmal schwierig an der ein oder anderen Stelle.
    Oft weiß ich dann auch nicht damit umzugehen.

    Aber gerade deshalb umso wichtiger, dass wir alle weiterkämpfen und uns nicht unterkriegen lassen!!!

    Liebe Grüße an alle Geplagten

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5751

    Liebe Seemöwe,

    danke, dass du noch mehr schrieben hast, nun kann man deine Umstände besser verstehen. In diesem Fall kann man natürlich nicht von einer normalen Beziehung zwischen zwei Menschen ausgehen, die die Dinge offen miteinander klären können und dann auch wissen, was dem anderen gut tut und was nicht, und sich dauerhaft entsprechend dran halten.

    Vergesslichkeit ist schlimm, weil der andere kein zuverlässiges Gegenüber mehr ist, sondern man mehr oder weniger als Alleinkämpfer da steht und schauen muss, wie man das irgendwie schafft. Zudem ist die Generation deines Mannes von klein auf nicht unbedingt ans Helfen zuhause gewöhnt worden, so dass da oft noch die Erwartungshaltung vorhanden ist, dass „das bisschen Haushalt“ von alleine zu funktionieren hat. Alles nicht einfach, wenn es einem derart schlecht geht wie dir…

    Bitte mach dir keine Vorwürfe, dass du den Gedanken hast, dass dein Mann ruhig mal solche Schmerzen wie du durchstehen sollte. Eine liebe Bekannte hat ganz schlimmes Asthma, doch ihr Mann nimmt das nicht wirklich ernst und behauptet auch noch, das sei vor allem psychisch bedingt. Diese hat mir gegenüber auch mal Ähnliches ausgesprochen, dass ihr Mann sie ganz anders verstehen würde, wenn er das auch einmal, wenigstens nur einmal, in voller Stärke durchmachen müsse: „Es ist, wie wenn du nur durch einen dünnen Strohhalm atmen kannst. Und das den ganzen Tag lang.“
    Leider ändert sich diese schwierige Situation nicht, wenn man sich darüber aufregt.

    Ich wünsche dir viel, viel Kraft!

    Lieber Gruß
    Heika

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    An alle lieben,
    die mir hier ihre helfen. !!
    Es tut mir richtig gut, alles mitzuteilen.Und ich bekomme auch noch Zustimmung.
    Klar, die Generation meines Mannes hat ganz andere Vorstellungen. Seine Geschwister, alle so zwischen 84 und 90 , der älteste Bruder ! sind auch fit. Also ist es doch denkbar dass die Leutchen auch 100 werden können.
    Mein Mann braucht keine Medikamente ! er kämpft ja gegen den angeblich 🙂 hohen Blutdruck von 14o/90 mit seiner Fitness. Und der Kardiologe bestätigt ihm auch n och seine tolle Lebenseinstellung. Der Orthopäde der ihn operiert hat im verg. Jahr hat auch noch seinen Senf dazu gegeben: laufen, laufen laufen..
    Im Stillen hab ich gedacht.. Vorsicht, sonst laufe ich davon. Wir leben in einer Partnerschaft. Nein die Männer werden im Alter nicht ruhiger, sondern kämpfen für ihre Leistungserhaltung. Das habe ich schon bei vielen gelesen und gehört.
    Und liebe Susahund. Wenn Dein Mann für den Triathlon traniert tut er sich auch nichts Gutes. Triathlon ist schlecht fürs Herz. Die meisten haben Vorhofflimmern. Davor waren auch die Kardiologen.
    Meine Migräne am Tag nach der Hochzeit kam sicher auch von der langen Feier bis morgens um 3, das ist nicht mein Ding. Aber was tut man n icht alles für die lieben Verwandten. Es war übrigens der 1. und einzige Anfall wo ich gekotzt habe. Da war ich 23 Jahre alt. Nur als ich dann im Hotelzimmer lag, ist mein Mann zum Essen gegangen. er hatte eine Einladung des Hotels bekommen wo wir gefeiert hatten. Ich denke schon,das in dem Moment in mir was kaputt gegangen ist.
    Aber jung wie man ist, denkt man eben nicht weiter.
    Heute glaube ich, eine Trennung wäre die beste Lösung. Denn die Migräne muss ich aushalten ob mit oder ohne Mann. Eisbeutel muss ich selber holen und Tee auch selber machen. Wozu brauch ich dann n och einen Mann. ?
    Angeblich soll ja Sex gut sein gg. Migräne 🙂
    könnt mir ja einen netten Lover zulegen. grins.

    Lieben Dank nochmals, dass ich hier alles mal so ausführlich schreiben darf. Ich habe keine Freunde, keine Eltern mehr und keine Verwandten.
    Liebe Grüsse aus der Bodenseesonne..
    Seemoewe

    Belaana
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Liebe Seemöwe,

    ich habe zwar keine wirkliche Migräne diagnostiziert (jedenfalls nichts Handfestes), aber aufgrund meiner Hirnfehlbildung hatte ich über ein halbes Jahr unter massiven Kopfschmerzen zu leiden, die mit überhaupt keinem einzigen Schmerzmittel in den Griff zu bekommen waren. Damals war ich 28 und hatte noch zwei Kinder zu versorgen, einen Haushalt, meine pflegebedürftige Großmutter.
    Ich habe von Schmerzmittel zu Schmerzmittel gelebt, um den Tag so einigermaßen zu überstehen.
    Das Schlimmste war, dass mir niemand – wirklich niemand – mehr die Kopfschmerzen abgenommen hat. Ernüchternd war, als mein Mann eines Tages zu mir meinte: „Jetzt muss aber mal langsam gut sein. Meine Mutter putzt auch mit Kopfschmerzen Fenster.“

    Wären meine Kinder nicht gewesen, hätte ich mich ehrlich von der nächsten Brücke gestürzt. Das Gefühl, dass einem nicht mal die Liebsten glauben, war schrecklich. Das gesellschaftliche Leben und Freunde war da oh