Migräne – oder Nerv -Narbenschmerzen? (Seemoewe)

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  • Julia
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    Liebe Seemöwe,

    bei mir läuft es umgekehrt. Ich hatte und habe seit Jahrzehnten Schmerzen im Bereich mehrerer Kieferoperationen im Oberkiefer links. Laut meiner sehr erfahrenen Dentalchirurgin ist alles im Normbereich.
    Immer, wenn ich eine Migräneattacke bekam gingen auch die Kieferschmerzen los. Seitdem ich gegen meine Migräne Botox bekomme, sind die neuropathischen Schmerzen im Bereich der Zähne weg. Nur gegen Ende der Botoxwirkung merk ich bei jedem Migräneanfall wieder meine Kieferschmerzen. Ich lass mir deswegen immer etwas mehr Botox in die Kaumuskulatur spritzen.
    Wäre vielleicht für dich auch ein Ansatz? Sprich doch deine Ärzte mal drauf an.

    Ich wünsch dir alles Gute,
    Julia

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2061

    Liebe Seemoewe,

    diese Woche war ich Proband für eine medizinische Studie mit dem Schwerpunkt CMD. In erster Linie wurde hier der Zusammenhang zwischen Zähneknirschen und der rückseitigen Beinmuskulatur untersucht. Ich fand es absolut faszinierend: Ein paar sanfte Bewegungen am Rücken und schon hatte man wesentlich mehr Kraft in den Beinen – fünfmal bewusst mit den Zähnen aufeinander reiben und plötzlich lässt sich diese Muskulatur nicht mehr ansteuern – und dieses Ergebnis war beliebig oft reproduzierbar.

    Alleine deswegen kann ich dir zustimmen, dass CMD ein enorm komplexes Konstrukt ist, das in unserem Körper überall Auswirkungen haben kann.

    Sehr aufschlussreich fand ich allerdings das Gespräch mit der Medizinstudentin im Anschluss, die die Studie durchgeführt hat. Auf der einen Seite hat sie mir geraten, mir einen Arzttermin bei einem Spezialisten (in diesem Fall der Arzt, in dessen Praxis die Studie durchgeführt wurde und der mich zwischendurch auch mit untersucht bzw. behandelt hat) geben zu lassen. Wenn ich erst einmal eine richtig perfekt angepasste Schiene hätte und er dann meine CMD-Problematik behandelt, dann wäre ich mit Sicherheit meine Kopfschmerzen los. Selbstverständlich alles selbstgezahlt, ist schließlich ein Privatarzt.
    Auf der anderen Seite habe ich erfahren, dass meine Kaumuskulatur für einen CMD-Patienten in Ruhe außergewöhnlich entspannt ist, dass mein Kiefer sich erstaunlich gut bewegen lässt, dass meine Zähne zwar nicht optimal sind, weil mein Unterkiefer ein wenig klein ist, dafür aber die obere und die untere Zahnreihe nahezu perfekt aufeinander abgestimmt sind.

    Wenn ich jetzt beide Seiten miteinander vergleiche, dann kommt für mich einfach die Frage auf – wenn meine Symptomatik im Bereich der Kaumuskulatur so gering ausgeprägt ist, wie soll es dann sein, dass eine Behandlung dieser Problematik meinen so heftigen Kopf angeblich heilen kann…

    Wir wünschen uns stets, dass alles dem Ursache-Wirkungs-Prinzip folgen möge, denn dies ist etwas, das unser Verstand begreifen kann. Doch die Migräne folgt diesem Weg nicht, sie hat ihren eigenen Kopf, ihre eigenen Gesetze.

    Ich würde mich wohl an deiner Stelle zur Kiefergelenksarthrose ärztlich beraten lassen – vielleicht können sich bei einer Behandlung bestimmte Beschwerden bessern – aber nicht unbedingt mit dem Blick dahingehend, dass dadurch die Migräne verschwinden könnte. Wenn sie natürlich durch eine Behandlung ein wenig zahmer wird, muss man auch nichts dagegen haben, oder? 😉

    Ich wünsche dir alles Gute!
    Liebe Grüße, Tanni

    P.S.: Wenn du das Thema Aufbissschiene angehen möchtest: Mir wurde bei dem Termin gesagt, dass Schienen, die im Unterkiefer getragen werden, wesentlich mehr entlasten und dass die Schiene niemals zu eng sitzen darf, weil sie dann Beschwerden eher verschlimmern kann… Beides wurde gut begründet und erscheint mir logisch…

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    Liebe Tanni und alle anderen.
    Es geht wohl bei der CMD schon eher um den Biss.
    Eine Unterbisschiene dürfte bei mir keinen Sinn machen, denn im rechten Oberkiefer habe ich keine Zähne mehr, gezogen wurden 4 Stück. Dann kam eine Prothese hin und die ! wurde irgendwie vermurkst. Jetzt mit weichen Material unterfüttert, aber ich habe einen massiven Druck im ganzen Mund. Könnt das Ding in den Müll schmeissen. Gott sei Dank sieht man die fehlenden Zähne nicht.
    Hier finde ich keinen Kieferchirugen, dann muss ich 2oo km fahren.
    Meine Zahnärztin hat wohl auch in dieser Hinsicht etwas erkannt, es knackt ständig im rechten Kiefergelenk, sie verschrieb mit Krankengymnastik. Aber auch hier muss man den richten Therapeuten finden. In Videos wird das genau beschrieben.
    Nicht nur mal eben Wange streicheln:-)
    Aber ich habe auch ein Video von einem Kieferchirugen, der genau erklärt, wie der Nerv verläuft, der dann im Trigemnius endet. Und ich vermute eben bei mir, dass es Trigeminusneuralgien sind.
    Ärzte habe ich hier keine. Der Hausarzt befasst sich nicht damit. Der Neurologe ging auf das Thema Trigeminus nicht ein, bzw. er hat es garnicht in Erwägung gezogen. Nun such ich eben selber. Aber ich mache mich nicht verrückt. Ich möchte nur mal ein Beratungsgespräch.
    Entscheidungen treffe ich selber !

    schönes WE
    endlich ohne Sonne.
    Seemoewe

    glückdererde
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    Beitragsanzahl: 515

    Liebe Seemöwe,

    tut mir leid mit Deinen Zahnproblemen!

    Hier ein (möglicherweise für Dich etwas aufwändiger) Vorschlag:

    Ich habe selber seit 7 Jahren fast jeden Tag Zahnschmerzen (und natürlich Kopfschmerzen).
    Ich war bei einem Herrn Dr. Fussnegger. Der arbeitet am zahnmedizinischen Institut der Charité Berlin und ist dort spezialisiert auf Schmerz- und Funktionstherapie.

    Dr. Fussnegger hat einen großen Teil seiner spezialisierten Ausbildung in den USA gemacht und meint (ich habe mich länger mit ihm unterhalten können) dass dort in der Ausbildung Kopf- und Zahnschmerzen selbstverständlich gemeinsam gelehrt werden (in der Zahnmedizin). Weswegen er sich auch bemerkenswert gut mit Kopfschmerzen auskennt. Ich war richtig beeindruckt.

    Ob er Deine Schmerzen lindern kann, weiss ich natürlich nicht. In jedem Fall scheint er einer der führenden Spezialisten für so ‚unklare‘ Schmerzpatienten mit Zahnbeteiligung in Deutschland zu sein. Und mir hat er Gewissheit geben können, dass ich nicht knirsche aber trotzdem von einer Schiene profitieren kann.

    Gib mal Fussnegger Charité in die Suchmaschine ein, dann bekommst Du den Link zur Charité. Wenn Du Dich jetzt anmeldest bekommst Du vielleicht einen Termin im Herbst – dann rufst Du vorher an und wir gehen einen Zahnschienenkaffee trinken.

    Ich halte bei schwierigen ungeklärten Gesundheitsproblemen auch weite Anreisen für lohnenswert und werde in ein paar Wochen wieder ambulant nach Kiel deswegen fahren.

    Liebe Grüße

    glückdererde

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    Liebe “ glückdererde“ , netter Nick.
    Danke für deine Infos. Ich habe mir die Seite angeschaut.
    Das Problem ist wirklich sehr schwierig.
    Nach Berlin muss ich n icht, ich habe einen in München gefunden, der ist auch Spezialist auf dem Gebiet CDM.
    Einerseits sagen meine Ärzte , ja es könnte 1 Migräne sein, andererseits aber auch bedingt durch diese Kiefer-Zahn-Beschwerden. Das kann einen ganz schön beuteln.
    Nervenschmerzen gibt es ja überall, HWS, LWS. Narben etc.
    Aber diese Untersuchungen zahlt dir keine Kasse, n icht mal die Private. Die Schiene schon eher. Die Untersuchung ist sehr umfangreich.
    Leider lebe ich hier in einem Kaff, gute Ärzte finde ich wie immer in München.

    schönen Wochenanfang
    Seemoewe

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2851

    Ich habe das jetzt auch mal gegoogelt, war mehrere Jahre in der Spezialsprechstunde Kiefergelenkbeschwerden in der Charité, allerdings im Wedding. Diese Ambulanz wurde im letzten Jahr geschlossen, aber verwiesen auf den anderen Standort hat man mich nicht. Ich wollte mich jetzt um einen niedergelassenen Zahnarzt kümmern, den mir mein Physiotherapeut empfohlen hat. Aber nach deinem Hinweis mache ich einen Termin in der Charité, klinische Ambulanzen haben einfach irgendwie ein anderes Budget oder gehen lockerer damit um, ich hatte immer Physio für meinen Kiefer und das hilft mir einfach ungemein. Also Danke für den Tipp, ich hätte wohl selbst nicht nocj mal dort recherchiert. Ist einfach gruselig mit der Informationsbeschaffung, ich möchte einfach mal geleitet werden. Nö, Abteilung geschlossen, sehen sie zu…, mit Mühe habe ich meine Behandlungsunterlagen bekommen….

    LG Johanna

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 515

    Liebe Johanna,

    Du bekommst eine PM von mir.
    Herr Dr. Fussnegger ist in der Aßmannshauser Str. Bei den Zahnmedizinern.

    Liebe Grüße

    glückdererde

    seemoewe
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 144

    Hallo.
    Ich habe vor ca.2 Wochen einen Bericht gelesen von Prof. Arne May, der in HH eine Schmerzklinik leitet. Es ging um den idiopathischen Gesichtsschmerz. Da ich diese Zeitung nicht habe( sie lag in einem Wartezimmer aus), kann ich mich an genaue Einzelheiten n icht mehr erinnern. ABER es wurde auch darüber geschrieben dass von Zahnops und Kieferbeschwerden Migräne ausgehen kann und es im Bereich des Trigeminusnervs liegt.
    Ich habe lt. CT eine Kiefergelenksarthrose und möchte der Sache nach gehen. Aber ich weiss auch, so wurde es auch dort beschrieben, das man im Kiefer , an den Zähnen möglichst nicht mehr viel machen lassen soll.
    Eine Aufbisschiene haben wohl schon viele bekommen, ob mit mehr oder weniger Erfolg. Ich habe mir einen Termin bei einem Kieferchurgen geben lassen, der sich mit DMC befasst. Mal sehen was er meint.
    Meine Schmerzen haben sich in letzter Zeit ziemlich in den Kieferbereich einbezogen.
    Ist jemanden hier sowas genauer bekannt ?

    schönes Wochenende.
    Seemoewe