Mita stellt sich auch mal vor….

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  • Mita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo ihr Alle,

    Nachdem ich schon eine Weile hier gelesen habe und – wie so viele – so dankbar bin für die vielen hilfreichen Beiträge, möchte ich mich auch mal bemerkbar machen.

    Bei mir ging es auch los mit ca. 12 Jahren mit der hormonellen Umstellung, war zwar oft nervig, aber bis vor 12 Jahren wusste ich nicht mal, dass es Migräne ist. Dann mit den Wechseljahren drängten sich die Schmerzen immer mehr in den Vordergrund und ich nahm auch erstmals Triptane, die auch ganz gut wirken. Hab die letzten 10 Jahre sehr sehr viel probiert, die ganze alternativmedizinische Palette (Akupunktur, Osteopathie, Homöopathie, Psychotherapie , Atlastherapie, Physiotherapie etc..etc. Häufig waren die BehandlerInnen wie gekränkt, wenn nichts half und es kamen teilweise blöde Kommentare „Sie wollen gar nicht gesund werden“ UAHHH, leider kannte ich da das Forum noch nicht.

    Aber auch mehrere Prophylaxen (Betablocker, Topamax, Amitriptilin) ohne große Verbesserungen, aber blöden Nebenwirkungen, v.a. bei Topamax. Hab dann auch Hormone genommen, weil das bei einer Freundin geholfen hat, Bei mir ging’s grad nach hinten los und absetzen war dann auch ganz schwer, das waren schwere Zeiten, als auch mein Mann krank würde und seinen Job verlor und ich Angst hatte, Aauch nicht mehr arbeiten zu können… vor ca 5 Jahren hab ich geschafft, die Hormone abzusetzen. Insgesamt ist es schon etwas besser geworden, bin jetzt so bei ca 6 – 8 Schmerztagen im Monat , können aber auch mal 10 oder 14 sein.

    Das sind ja immer nur dürre Worte, aber ihr alle wisst ja, was es bedeutet. Ich tu mich schon schwer mit der Akzeptanz, bin auch oft so wütend über die vielen Einschränkungen, für den Kopf wäre es ja gut, so wenig Aufregung wie möglich, diese Gradwanderung, was noch geht, Verabredungen, Sport , abends weggehen, letzteres sowieso schon kaum mehr.

    Wenn ich hier dann manchmal lese, wie schlimm es manche erwischt, werd ich wieder bescheidener und auch froh um das, was noch geht….

    Ich bin selbständig, das ist einerseits gut, ich kann es mir einteilen, aber Kundentermine absagen versuche ich zu vermeiden, so dass ich mich oft so langschleppe und das seit Jahren, ich glaube ich hab da auch Raubbau betrieben. seit einiger Zeit bin ich sehr erschöpft und fühl mich vor allem in der kühleren Jahreszeit oft wie krank, als ob ich eine Grippe hätte. Wenn ich dann einen Infekt bekomme, komme ich oft Wochen bis Monate nicht mehr hoch. Das ist ziemlich gruselig und sehr belastend. Meine Ärztin hab ich schon mehrfach gefragt, ob das nicht auch mit der Migräne zusammenhängen könnte, was sie heftig verneint. Ich glaub es aber doch und ausserdem hat meine Ärztin das auch (und auch selbst Migräne…).

    Mitte Oktober geh ich jetzt erstmals nach Kiel, vor 5 Jahren hatte ich mich schon mal angemeldet und dann gekniffen….hab damals noch gedacht ich müsste nur den Grund finden für die Schmerzen und dann wird alles gut, bzw es selber hinkriegen. Das sind so Lernprozesse, und ich gestehe auch, es fällt mir wieder schwer in die Klinik zu gehen, aber diesmal will ich es durchziehen. Irgendwas in mir erlebt das immer noch als Versagen, auch wenn ich doch weiß, dass es das nicht ist.

    Puh war jetzt doch mehr als ich schreiben wollte, danke fürs offene Ohr, und angenehme Nacht, Mita

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5699

    Liebe Mita,

    herzlich willkommen als schreibendes Mitglied in Headbook!

    Ja, es ist wirklich nicht einfach, sich selber mit der Schwere der eigenen Krankheit umfänglich zu konfrontieren. Deshalb tun sich manche Patienten (das meine ich jetzt allgemein) auch schwer mit dem konsequenten Führen einen Kopfschmerzkalenders – was aber wichtig ist. Ein wenig nach dem Motto „Was ich nicht weiß…“ bzw. „Was ich nicht dokumentiert habe, ist dann nicht so schlimm…“ Manchmal sind wir Menschen Weltmeister im Verdrängen oder auch Ausreden suchen „Die Migräne ist nur grad jetzt so schlimm, weil…“

    Und dazu gehört wohl auch der Schritt, sich „nur wegen Kopfschmerzen“ 😉 stationär in eine Klinik zu begeben.

    Freu dich auf die Zeit in Kiel, es wird dir sooo gut tun! Du wirst vermutlich noch einiges über deine Migräne dazulernen, kannst alle deine Fragen loswerden und bekommst die beste Hilfe, die man bekommen kann.

    Und gerade für dich ist das von besonderer Bedeutung, da deine Migräne (noch) nicht chronisch ist und du gutes „Handwerkszeug“ mitbekommen wirst, um einer Chronifizierung vorzubeugen.

    Lieber Gruß
    Heika

    P.S. Sag mir, wenn bei dir im Handgepäck noch ein Plätzchen frei ist, dann schlupf ich da rein und komm auch noch mal mit 😉 . Ich war im letzten Jahr stationär in Kiel und würde sofort noch einmal hin, wenn ich könnte.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  heika.
    Mita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Das ist eine wunderbare Idee, liebe Heika, sehr gerne nehme ich dich im Handgepäck mit, das macht die Anreise gleich viel leichter…

    Ich bin verwirrt, wenn ich an die Worte meiner Ärztin denke, die mir mehrfach versichert hat, außer mir hätten es nur noch 2 weitere Pat. in ihrer Praxis „so schlimm“, bei ALLEN anderen sei es ja unter ihrer Behandlung besser geworden, und hier im Forum kriege ich mit, dass ich im Vergleich mit etlichen ja noch ganz gut dran bin. Alles ist relativ, wie immer, aber die Praxis ist spezialisiert auf Schmerz und v.a. Migräne……

    Jedenfalls sind solche Kommentare nicht gerade erbaulich und dann kommt wieder die Frage- was mach ich bloss falsch, so wie ich jahrelang dachte, ich müsste nur das Richtige finden und dann….
    Oder – auch sehr beliebt, gerade in Psycho-kreisen, wo ich nun mal beruflich unterwegs bin – was läuft falsch in meinem Leben, dass es jetzt so geworden ist. Nun ja, ich habe trotz intensiver Suche keine Antwort gefunden, falsch ist eher die Frage….

    Es tut gut so zu schreiben, und das Gefühl zu haben, es trifft auf Menschen, die verstehen…und manches auch kennen….

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3993

    Liebe Mita,
    auch von mir ein herzliches Willkommen!
    In deiner Geschichte finde ich viele Parallelen zu meiner eigenen.
    Auch die lange Zeit dominierende Grübelei, was ich denn nur TUN oder Erkennen und mir eingestehen müsste und die Miogräne würde sich von selbst auflösen.
    „Was will die Migräne dir sagen?“ eine äußerst beliebte Frage von Leuten, die selbst nicht betroffen sind und rein gar keine Ahnung haben und nur ihr eigenes Weltbild über alle Geschehnisse stülpen, um die Verantwortung an den Leidgeplagten zurück zu geben.
    Ist für sie ja auch am einfachsten.

    Für mich war es da wie eine Erlösung, als ich nach und nach die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Ablauf und zur Entstehung von Migräne und Migäneattacken mitbekommen habe.
    Falls du die noch nicht kennst, dann empfehle ich dir die Lektüre auf der Seite der Schmerzklinik „Migränewissen“ und die Sammlung „Aktuelles“. ( Hier rechts an der Seite verlinkt)
    Schlicht ist es so, dass man mit den Besonderheiten der Gene auf dem Chromosom 8 einfach geradezu dazu verdonnert ist, dauernd Migräne zu entwickeln und dass es schon ein Kunststück ist, die Genetik so zu beeinflussen, dass man nicht so OFT Migräne kriegt.

    Das nur als Beweis deiner Erkenntnis, dass es eher die Frage ist, die falsch ist.
    Und die Fragenden zeigen, dass sie sich als völlig inkompetent outen.

    Das macht ein wenig selbstbewusster.

    Super, dass es für dich klar ist, die Klinik in Kiel aufzusuchen.
    Heikas Idee, im Handgepäck mit zu reisen, ist genial. Ich komme auch mit ! ♥ ♥ ♥

    Alles Gute!
    alchemilla

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225

    Willkommen bei uns, liebe Mita. 🙂

    Nach all dem ist es gut, dass Du Dich nun doch nach Kiel traust. Du wirst bald verstehen, warum die beiden in Dein Köfferchen wollen. 😉 In der Klinik kann man Dir die Migräne nicht wegzaubern, aber Du erhältst wertvolle Hilfe und Infos für Deinen weiteren Weg mit der Erkrankung. Für mich war es damals der Weg in ein neues und besseres Leben.

    Die Aussage Deiner Ärztin ist nicht wirklich hilfreich, aber dann hat sie halt wenige Migränepatient*innen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasute
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 41

    Hallo Mita,

    Willkommen im Forum.

    was läuft falsch in meinem Leben, dass es jetzt so geworden ist. Nun ja, ich habe trotz intensiver Suche keine Antwort gefunden, falsch ist eher die Frage….

    Ja, scheint wohl so. Wobei ich diese Frage sehr gut nachvollziehen kann, habe ich mir auch schon so unendlich viele Male gestellt!

    Ich wünsche Dir viele positive Erfahrungen in Kiel und hoffe, dass es Dir bald besser geht.
    Liebe Grüße Jasmin

    Korina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1

    Liebe Mita,
    deine Migräne-Geschichte erinnert mich sehr an meine! Und ich bin auch grade an einem Punkt, wo ich es nicht mehr hören kann, wenn wieder jemand einen klugen Rat für mich hat! Am meisten geht mir das mit dem “ machen Sie Sport und ernähren Sie sich gesund “ auf den Keks! Ich KANN nicht, ich bin alle, fertig, ich habe wegen der ständigen Kopfschmerzen keine Energie mehr dafür! Aber so allmählich begreife ich auch, dass es eine Krankheit ist, mit der ich leben lernen muss und kann.
    Meine Neurologin hat mir ebenfalls einen Aufenthalt in Kiel vorgeschlagen und ich sammle grade die Unterlagen dafür. Ich wünsche Dir ein gute und heilsame Zeit dort!
    Korina

    Mita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo ihr Lieben,

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen, ich hätte nicht gedacht, was es für einen Unterschied macht, selber zu schreiben und auch Antworten zu bekommen, als nur so mitzulesen, was ich ja schon eine Weile gemacht hatte, das mal als Anregung für MitleserInnen, sich als Teil der Gemeinschaft zu fühlen ist ein gutes Gefühl, stärkend, nicht so wie ein Alien, wie mir das oft so ging…..

    Liebe Alchemilla, nur zu gerne nehm ich dich auch mit im Handgepäck 😘 wie schön, nicht allein zu reisen….und eine super Anregung, die schmerzfreien Tage STOLZ zu erleben, trotz Chromosom 8-Besonderheiten, – das wusste ich noch gar nicht.

    Liebe Korina, das kenn ich auch, so fertig zu sein, dass keine Kraft mehr für gar nichts da ist, am allerwenigsten sich gegen wohlmeinende Rat-Schläge zu wehren….Sport kann auch nach hinten losgehen, ich bewege mich sehr gerne und kriege manchmal sogar vom Radfahren eine Attacke, Joggen ist schon lange Vergangenheit, nur schwimmen geht fast immer, am besten in kühlem Wasser.
    Schön dass du auch planst, nach Kiel zu gehen.

    Morgen muss ich mal wieder zu meiner Ärztin, leider ist das in letzter Zeit oft unerfreulich, die ist so gestresst und jammert mir immer vor von ihrem Ärger mit der KV und dass manche Medikamente eigentlich nicht im Budget wären, z.b. Arcoxia, was ich aber brauche, sonst hören die Anfälle über 4,5, Tage nicht auf und mit Rizatriptan und Arcoxia ist oft erstmal wieder Ruhe. Mit Naproxen gelingt das leider nicht bei mir. Kriege aber von arcoxia komisches Herzstolpern, kennt das noch wer?

    Liebe Grüße Mita

    Jasute
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 41

    Hey Mita,

    ich nehme auch Etoricoxib. Ich verstehe gar nicht, warum deine Ärztin sich da so anstellt, so teuer sind die Tabletten ja nun wirklich nicht.
    Herzstolpern habe ich bei mir von dem Medi noch nicht bemerkt. Aber jeder reagiert ja auch anders. Allerdings helfen die bei mir wegen Kopfschmerzen null, nehme sie wegen der Schmerzproblematik Rücken&Co ein.

    Ich hoffe, dass meine Neurologin mit den Unterlagen für Kiel schnell umme Ecke kommt, mal sehen was du berichtest Mita.

    Lieben Gruß
    Jasmin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225</