Nebel mit "normaler" und ophthalmoplegischer Migräne

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 61)
  • Autor
    Beiträge
  • Nebel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Hallo und frohe Ostern!

    Jetzt möchte ich hier auch gerne mal etwas loswerden und habe mich dafür angemeldet. Ich hoffe, ich mache hier alles richtig.

    Ich habe neben meiner normalen Migräne auch ophthalmoplegische Migräne. Diese Auren beginnen bei mir mit Doppelbildern, die nach und nach immer mehr verschwimmen, es wird immer alles heller und weißer und dann kann ich komplett gar nichts mehr erkennen. Es ist alles nur noch weiß und so verschwommen, dass ich quasi blind bin. Dabei habe ich starken Schwindel, extremen Druck im Kopf und mir ist so übel, dass ich mich meistens mehrmals übergebe. Nach ca. 3 Stunden ist das Schlimmste überstanden.
    Seit ich weiß, was es ist, machen mir diese Auren keine Angst mehr. Ich nehme Magnesium und warte ruhig ab. Trotzdem treffen sie immer wieder ungünstige Situationen. Da sie sich relativ langsam aufbauen, habe ich zwar Zeit mein Umfeld zu informieren, rechts ranzufahren oder sonstiges, aber manchmal klappt auch das nicht so optimal. Mal habe ich 3 Stunden im Regen mit meinem Fahrrad auf einem Feld verbracht, öfter mal Meetings verpasst und sonstiges. Trotzdem möchte ich mich nicht mehr als nötig einschränken lassen.

    Ich fahre auch gerne und öfter mal lange Strecken mit dem Auto. Bisher war das auch nie ein größeres Problem, Donnerstag war ich jetzt aber mit einer Freundin auf dem Weg in einen kurzen Osterurlaub, dann kam eine lange enge Baustelle, durch die es nur sehr langsam voran ging bzw. meistens standen wir. Mitten in dieser Baustelle begannen dann die Doppelbilder, ich wusste, ich müsste irgendwo rechts ranfahren, weil ich ja nicht blind weiterfahrne kann, aber in der Situation völlig unmöglich, da es keinen Standstreifen oder irgendwas gab, um der Situation zu entkommen. Die Freundin ist seit einigen Jahren kein Auto mehr gefahren, tauschte dann aber mit mir und brachte uns sicher durch die Baustelle und auf einen Parkplatz, ich sah zu dem Zeitpunkt schon nichts mehr.
    Seitdem geht mir die Situation aber nicht mehr aus dem Kopf, da ich nicht weiß, was ich alleine hätte tun sollen.
    Ich hätte dann ja nicht 3 Stundenlang in der Baustelle auf der Spur einfach stehen bleiben können.

    Ich möchte aber auch nicht nur noch Autofahren, wenn jemand dabei ist.
    Gibt es hier Mitglieder, die auch unter ophthalmoplegischer Migräne leiden? Oder unter anderen starken Auren? Fahrt ihr alleine Auto? Und wenn ja, wie geht ihr mit solchen Situationen um?

    Liebe Grüße
    Nebel

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28338

    Willkommen im Headbook, liebe Nebel. 🙂

    Ich habe auch (zum Glück selten) exakt diese Aura. Und wenn Dich das „beruhigt“, ausschließlich nur beim Autofahren. 😉 Ich fahre dann rechts ran und warte die Aura in Ruhe ab. Nehme noch ein Tütchen Magnesium und irgendwann ist es dann auch wieder vorbei. Übelkeit habe ich zum Glück nur wenig. Diese ist dafür bei meiner normalen Migräne ohne Aura extrem stark ausgeprägt, oft bis zum Erbrechen. So weit kommt es aber gar nicht, da ich die Spritze einsetze in solchen Fällen. Geht natürlich nicht bei der Aura, hätte auch keinerlei Wirkung.

    Mache Dir aber keine zu großen Sorgen wegen dieses einen Zufalls jetzt. Das war wirklich eine Ausnahme und die hake gleich mal ab. In aller Regel hat man genügend Zeit, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Mir würde es ja im Traum nicht einfallen, mich davon mehr als nötig beeindrucken zu lassen. 😉

    Wie oft hast Du die ophthalmoplegische Migräne?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Nebel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Liebe Bettina,

    danke für die Nachricht, das „beruhigt“ mich schon etwas, ich habe mich mit dieser Auraform schon sehr alleine gefühlt.
    Die ophthalmoplegische Migräne habe ich im Schnitt 2x im Monat. Aber immerhin geht es mir nach diesen 3 Stunden immer wieder halbwegs gut. Ich fühle mich dann zwar noch sehr angeschlagen und erledigt, aber es ist nicht vergleichbar mit einer „normalen“ Migräneattacke, die mich ohne Triptan tagelang umhauen würde.

    Die starke Übelkeit mit Erbrechen begleitet mich bei Migräne zuverlässig, egal ob bei der ophthalmoplegischen oder der normalen Migräne, wobei mir eben bei der normalen Migräne die Triptane und zur Not auch das Imigran Inject bleiben. Bei diesen ophthalmoplegischen Auren fällt die Option ja weg.

    Bisher bin ich auch immer einfach rechts rangefahren, wenn es im Auto auftrat, aber dieses Ereignis hat mir dann doch zu denken gegeben. Versuche es aber wieder zu vergessen 😉

    Liebe Grüße
    Nebel

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28338

    Liebe Nebel,

    Versuche es aber wieder zu vergessen ?

    ja, das mache. 🙂

    Wenn die Übelkeit während der Aura sehr stark ist, kannst Du auch ein Antiemetikum einnehmen. Sehr stark wirkt Ondansetron. Danach kann man wegen der Sedierung kaum noch Autofahren, aber das geht nach so schweren Auraattacken in aller Regel eh nicht.

    Sollten die Attacken insgesamt zunehmen, könntest Du auch über eine Prophylaxe nachdenken. Magnesium und Vitamin B2 wären auch eine Möglichkeit der Prophylaxe.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Nebel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Hallo Bettina,

    ich habe eine ganze Weile mal Migravent classic genommen (ich glaube da waren nur Magnesium und B2 enthalten), aber irgendwann wieder aufgehört, weil ich keine Wirkung gemerkt habe.

    Nach Ondansetron werde ich mich mal erkundigen. Mit MCP habe ich es schon versucht, aber meistens übergebe ich mich bevor es wirken kann. Dazu macht der Geschmack von den Tropfen es noch schlimmer. Gegen diesen extremen Druck im Kopf kann man wahrscheinlich nichts machen, sondern nur abwarten, oder? Der begleitet mich meistens auch noch einige Stunden nach der Aura.
    Nach so einer Attacke kann ich sowieso nicht mehr wirklich Autofahren. Bisher sind sie zum Glück erst zweimal aufgetreten als ich alleine auf weiteren Strecken unterwegs war. Einmal bin ich hinterher dann in das nächste Hotel gerollt und einmal konnte ich abgeholt werden.

    Darf ich fragen, wie du das machst, wenn sie bei dir ausschließlich beim Autofahren auftritt? Rechts ranfahren (wenn es denn möglich ist) und abwarten ist klar. Und was machst du danach? Dich immer abholen lassen?

    Das Thema Prophylaxe stand auch schon immer mal wieder im Raum, da ich sowieso immer wieder auch Probleme habe die 10er Grenze einzuhalten, aber irgendwie ging es dann doch immer wieder ohne.

    Liebe Grüße
    Nebel

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7614

    Hallo Nebel,
    da Migräneköpfe einen stark erhöhten Magnesiumbedarf haben, die Studien wurden mit 600mg Mg-Citrat gemacht, ist es sehr ratsam, auch ohne eindeutig merkbare Wirkung täglich das Migravent Classic zu nehmen.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28338

    Liebe Nebel,

    Darf ich fragen, wie du das machst, wenn sie bei dir ausschließlich beim Autofahren auftritt? Rechts ranfahren (wenn es denn möglich ist) und abwarten ist klar. Und was machst du danach? Dich immer abholen lassen?

    ich fahre immer selbst nach Hause, denn außer Druck im Kopf und ein bisschen Benommenheit habe ich ja nichts mehr. Könnte es sein, dass die Angst Dich unfähig macht, danach selbst noch zu fahren? Versuche, sie ein wenig in den Hintergrund zu bekommen, denn sie ist unnütz und behindert. 😉

    Gegen diesen extremen Druck im Kopf kann man wahrscheinlich nichts machen, sondern nur abwarten, oder? Der begleitet mich meistens auch noch einige Stunden nach der Aura.

    Ja, kenne ich auch, sitze ich aus. 🙂 Man kann eh nichts machen und Schmerz ist das ja nicht wirklich. Zumindest nicht bei mir.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Nebel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 28

    Hallo Bettina,

    ich denke nicht, dass es an Angst liegt.
    Angst hat diese Aura mir eigentlich nur die ersten beiden Male gemacht (da war ich aber nicht im Auto), weil ich nicht wusste, was es ist und das letzte Mal, weil ich gemerkt habe, dass ich aus dem Stau/Baustelle nicht schnell genug rauskomme. Allerdings fühle ich mich danach ca. als wäre ich gerade aus einer Narkose erwacht, da sind längere Strecken auf der Autobahn für mich dann nicht mehr möglich ohne mich und andere zu gefährden. Und wenn man dann gerade auf halber Strecke irgendwo gestrandet ist, ist das schon etwas ungünstig. 😉

    Nee stimmt, Schmerz ist der Druck im Kopf bei mir auch nicht. Sehr unangenehm, aber nicht annähernd vergleichbar mit dem furchtbaren Schmerz bei normaler Migräne.

    Liebe Grüße
    Nebel

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28338

    Hallo Nebel,

    ich fühle mich danach auch oft wie vom Panzer überrollt, aber trotzdem fit genug zum Heimfahren. War allerdings auch nicht auf der Autobahn unterwegs, sondern in der Stadt. So oder so – ist eine wirklich unangenehme Situation und man kann nur hoffen, dass diese Art Aura nicht zu oft auftritt.

    Liebe Grüße
    Bettina