Neu hier mit Kopfschmerzen – Sini05

Ansicht von 27 Beiträgen - 91 bis 117 (von insgesamt 117)
  • Autor
    Beiträge
  • Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Oh weia, jetzt habe ich eine ganz schöne Diskussion ausgelöst. Also, ich versuche erstmal eure Fragen zu beantworten.

    @katrin: also es ist schon so, dass das Triptan zunächst wirkt, aber dann nach ein paar Stunden kommt die Migräne langsam wieder durch und steigert sich in den nächsten Stunden wieder enorm. Also würde ich es schon eher als Wiederkehrkopfschmerz einstufen oder eben das Nachlassen der Triptanwirkung bei noch weiterlaufender Attacke.

    So lange Attacken zehren in der Tat gewaltig an einem. Leider kann ich mich da jetzt nicht krankschreiben lassen. Ich habe leider auch nicht den migränefreundlichsten Beruf. Ich habe unregelmäßige Arbeitszeiten und folglich auch einen unregelmäßigen Tages- und Schlafrhythmus. Ich werde aber den Beruf wechseln und mir wieder was regelmäßigeres suchen.

    @heika: interessant, was du über den Wirkmechanismus der Triptane schreibst. Da könnte man als Laie durchaus annehmen, dass der „Stau“ der CGRP nach Ende der Triptanwirkung zusammen mit weiteren Faktoren die noch nicht beendete Migräneattacke zusätzlich „befeuern“ könnte. Also deren Heftigkeit und Dauer durchaus beeinflussen könnte. Leider kann ich keine NSAR einnehmen, sonst hätte ich das mal ausprobieren können, ob es helfen würde, einige Stunden vor dem erwarteten Ende der Triptanwirkung damit nachzulegen.

    Ginge dieser Effekt der Wirkungsverlängerung gegen Ende der Triptanwirkung auch mit Novalgin? Also könnte ich das mal ausprobieren? Oder muss es ein Medikament mit entzündungshemmender Wirkung sein, damit das funktioniert? Evtl. einmalig Cortison dazu nehmen? Wie gesagt, ich darf leider keine NSAR nehmen (also kein Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und auch keine Coxibe wie Arcoxia o.ä.).

    LG

    Sini

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Alchemilla,
    das sagt aber ja absolut nichts über die Möglichkeiten, die eine Triptanbehandlung für uns bringt aus, sondern nur über unser nicht adäquates Verhalten während der Wirkung des Triptans.
    Ob meine Migräne durch mein sicher, früher häufiger als heute, falsches Verhalten während der behandelten Attacke chronisch wurde oder nicht, kann ich nicht sagen, denke aber schon! Nur welcher Alltag lässt es denn zu, sich immer und möglichst sofort total zu schonen. Und da beißt sich dann der Hund in den Schwanz!?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Julia.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Sini,

    natürlich kann man versuchen, die Wirkung des Triptans auch mit dem eher kurz wirkenden Novalgin zu verlängern, wenn es denn bei einem wirkt. Man müsste aber wohl häufiger nachlegen, als z.B. beim Naproxen. Solange man mit der Anzahl der Behandlungstage im Rahmen bleibt, wäre das sicher egal. Sinnvoller wäre aber wohl, wenn noch nicht über mehrere Attacken jeweils getestet, einen Versuch mit den längerwirksamen Triptanen zu machen. Und auch verschiedene im Haus zu haben. Auch ein Versuch, die Anfälle mit dem Inject schneller auszubremsen wäre sinnvoll. Ich behandel dann aber immer weiter mit Tabletten anderer Triptane.
    Kortison ist bei der Häufigkeit unserer Migräneattacken keine Option und könnte auf Dauer große Schäden anrichten, denn Kortison hat viele Aufgaben im Körper und wirkt nie nur auf die Migräne ein. Also bitte nicht versuchen, außer vielleicht ca. 4x im Jahr zum Beenden eines Status oder des Übergebrauchs!

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Hallo Sini,

    ich hab was Triptane angeht grundsätzlich ein gespaltenes Verhältnis.
    Als ich sie vor anderhalb Jahren für mich entdeckt hatte war ich begeistert. Nachdem ich ruck-zuck einen MÜK hatte habe ich sie vertäufelt und hab ernsthaft alles weggeschmissen was ich noch da hatte. Das hab ich natürlich nur bis zur nächsten Milleniumsattacke durchgehalten und dann doch wieder mehr davon genommen. Kein halbes Jahr später hatte ich den nächsten MÜK (geht aber wohl auch etwas schneller bei mir) und hatte anschließend regelrecht Angst vor den Dingern und hab wieder nur noch in der allergrößten Not und widerwillig eins eingenommen. Ich hatte dann auch auf einmal viel mehr Nebenwirkungen, habe stärkere Triptane gar nicht mehr vertragen und lag wegen der Nebenwirkungen dann flach.

    Ich war streckenweise der Meinung die Triptane hätten die Migräne chronifiziert und würden die Frequenz nach oben treiben (was für den MÜK natürlich stimmt), die nächste Attacke käme deswegen schneller und stärker usw.
    Aber in der Zeit wo ich sehr wenig Triptane genommen habe und viele Attacken ausgelegen habe, habe ich gesehen dass die Migräne ständig anders ist bei mir und es überhaupt keinen Zusammenhang zu gar nichts gibt. Mal ist sie stärker, mal schwächer, mal kommt die nächste starke Attacke nach zwei Tagen, mal erst nach fünf.

    Momentan versuche ich einen Mittelweg zwischen all dem zu finden, die panische Angst vor dem MÜK zu überwinden und dieses Medikament als das zu sehen was es ist: ein Hilfsangebot gegen sehr starke Schmerzen, was ich in einem bestimmten Rahmen (bei mir so 4-5 x im Monat) einnehmen kann.

    Aber wenn du dich unwohl mit den Triptanen fühlst lass sie doch einfach mal weg. Bei mir war aber eher der Knackpunkt, dass ich grundsätzlich ein Problem damit hatte, oft Medikamente einzunehmen, weil ich dachte dass das ja bestimmt super schlecht für meinen Körper ist. Abgesehen davon bin ich auch viel von Menschen umgeben, die nicht mal ein Schmerzmittel einnehmen, wenn sie einmal im Monat Kopfschmerzen haben. Ich war früher auch so und das für mich zu akzeptieren, dass ich wegen meiner Erkrankung nunmal einen etwas anderen Umgang damit habe (natürlich alles im Rahmen der 10/ 20 Regel, ich will nicht sagen, dass man Triptane wie Smarties einwerfen soll) fällt mir manchmal immer noch nicht leicht. Aber ich arbeite dran.

    Liebe Grüße

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Liebe @julia ,

    es geht doch gar nicht darum, etwas zu beweisen, sondern darum, Erfahrungen zu teilen.
    Meine Erfahrung ist eben so und ich habe es oft genug erlebt.

    Im Übrigen ist es bei mir nicht so, dass die Attackenpause von der Behandlung abhängt.
    Dieses Gefühl hatte ich früher auch, konnte es aber für mich durch den Migränekalender widerlegen.

    Ich fühle mich am ehesten auch durch Heikas Variante erkannt.
    Ich denke, die nicht beendete Attacke wird wieder „befeuert“ und läuft dadurch erneut ab.
    Bei mir ist es wirklich wichtig, wenn ich behandelt habe, das auch konsequent zu ende zu bringen.
    Bei mir lief übrigens eine unbehandelte Attacke noch nie länger als 24h.
    Eventuell kam sie nach ca. einem Tag auf der anderen Seite wieder, aber erstmal war sie weg.

    Ich kombiniere immer mit Naproxen, deshalb habe ich ja erst mal 18h Ruhe.
    Das Nachlegen mit Naproxen hilft mir aber leider nicht, dazu eignet sich bei mir am besten Naratriptan.

    So bekommt halt jeder mit der Zeit seine Tricks raus.
    Für mich heißt es aber jetzt immer:
    Entweder behandeln und dann auch nachbehandeln neuer Tag hin oder her oder gleich gar nicht behandeln.

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Anna,

    ich wollte auch nichts beweisen, das wird bei Migräne durch Patientenwissen und -Empfinden, das immer individuell sein muss, auch gar nicht möglich sein. Ich meinte nur, dass auch die Aussage eines Arztes, die wohl überwiegend auf Patientenberichten beruht, auch wenn er häufiger Migränepatienten behandelt, kein sicherer Beweis sein kann. Mehr nicht.

    Ich stimme mit dir vollkommen überein, dass Heikas Erklärung, die ja auf Kieler Wissen und Erfahrung beruht, auch mit dem Verhalten meiner Migräne recht gut übereinstimmt.

    Es ist wohl ein nie endenwollendes Thema, da kein Mensch wie der Andere ist, und auch dann noch mal deutliche Unterschiede durch ganz viele wechselnde äußerliche und innerliche Veränderungen eine große Rolle spielen.

    Meine Migräne hat auch offenbar absolut keinen Plan. Selbst wenn ich glaube, einen erkannt zu haben, ist es damit auch schon wieder vorbei. Ich suche darum auch schon lange nicht mehr nach irgendwelchen Auslösern oder Gründen, es macht einfach keinen Sinn, sie richtet sich nicht nach mir und meinen Wünschen ?.

    Bleiben wir am Ball des Wissens, das uns Kiel ja zum Glück fortlaufend zur Verfügung stellt ☺, und achten so gut es geht auf uns selber.

    Liebe Grüße zurück,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Julia.
    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 479

    Liebe Julia,

    komischerweise ist es eben irgendwie immer beruhigend, wenn es andere gibt, bei denen es genauso ist, wie bei einem selbst.

    Auch wenn es einem erst einmal gar nicht hilft, aber man fühlt sich nicht mehr so alleine mit seinem Elend. ?

    Andererseits ist es vielleicht doch hilfreich, weil man sich dann austauschen kann, wie es der/die andere(n) machen und dann den eigenen Weg entwickeln.

    Deshalb bin ich so froh, dass es dieses Forum gibt.

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Ja Anna, darum finde ich auch das Forum „Du bist Migräniker wenn…“ so unglaublich interessant und hilfreich.
    Ich werde nie vergessen, wie ich nach jahrzehntelanger einsamer? Migräne endlich hier im Forum von all den Sonderbarkeiten der Anderen las. Wie unerklärlich waren für mich die unglaublichen Gähnanfälle zu den unpassendsten Gelegenheiten, die ich mir absolut nicht erklären konnte. Oder dass meine Türen immer wieder plötzlich zu schmal wurden und die blauen Flecken an meinen Armen immer mehr… Oder, oder!

    Ja Headbook ist schon Klasse☺!

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Liebe Anna,

    genau darum geht es ja. Man darf nicht die Gefühle entscheiden lassen.

    Wie du schon schreibst hat dich dein Migränekalender rückschließen lassen. Nicht allein dein Gefühl.

    Du hast es dort schwarz auf weiß zu lesen bekommen.

    Es muss einem bewußt sein, wie enorm die Erwartungshaltung und die Emotionen bei den Symptomen der Krankheit mitspielen und tief festsetzen. Das muss einem wirklich klar sein. Das kann einen unreflektierten Austausch auch schwierig machen.

    Placebo ist unglaublich stark. Vielleicht nicht ausdauernd aber sehr bestimmt.

    Deshalb ist Vieles nicht so einfach und klar zu benennen.

    Der Faktor, dass sich die Migräne ständig ändert, kann auch unsere Wahrnehmung so verwischen, dass wir die Tatsachen gar nicht erkennen können.

    Wer weiß denn, dass eine Besserung/Verschlechterung ggf. sowieso eingetreten wäre? Die Alternative fehlt immer, daher sind Rückschlüsse oft falsch und damit fatal.

    Man muss es immer wieder betonen, mit all dem Wissen, muss jeder seinen eigenen Weg finden.

    Alles Liebe
    Sternchen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  sternchen.
    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3975

    das sagt aber ja absolut nichts über die Möglichkeiten, die eine Triptanbehandlung für uns bringt aus, sondern nur über unser nicht adäquates Verhalten während der Wirkung des Triptans.

    Aber es sagt etwas darüber aus, warum wir manchmal denken, es läge an der Triptaneinnahme, dass die Migräne dann wiederkommt.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Ja, Sternchen, darum ist auch ein Migränekalender für eine gute Behandlung unabdingbar!

    Das konnte und wollte ich zu Beginn meiner Behandlung in Kiel nicht so wirklich einsehen, weil ich mich einfach nicht ständig mit meinem Kopf beschäftigen wollte.
    Nur nach meinem Gefühl hätte ich oft in dem einen Monat ganz viele und in einem anderen nur ganz wenige Anfälle. Der Kalender weiß da dann doch eindeutig besser Bescheid!

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Daumen hoch! Julia

    Der Kalender bestätigt natürlich auch, dass unsere Gefühle manchmal Recht haben.

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Hallo zusammen,

    also den Migränekalender führe ich seit fast nem Jahr über die App. Allerdings bin ich bis jetzt noch nicht so ganz über alle Möglichkeiten durchgestiegen, die diese App bietet. Das einzige, was bei mir ein zuverlässiger Trigger zu sein scheint ist das Wetter. Wenn da noch ein bisschen was anderes dazukommt wie wenig Schlaf, zu wenig gegessen oder meine Tage, dann kann ich garantieren, dass ich Migräne kriege.

    Dann stelle ich fest, dass ich entweder die heftigen, dreitägigen Migräneattacken habe oder nur unterschwellig Kopfschmerzen jeweils nur immer ein paar Stunden und das auch mehrere Tage hintereinander. Ersteres haut mich komplett aus den Latschen, weil damit dann das volle Program einhergeht mit Übelkeit, Sehstörungen, Sprachstörungen, Koordinationsstörungen und teils richtig heftigen Kopfschmerzen. Zweiteres gelingt mir relativ gut zu ignorieren, weil da kaum Begleiterscheinungen dabei sind und die Schmerzen nur sehr leicht und an sich auch von deutlich kürzerer Dauer sind. Aber diese heftigen langen Attacken machen mir schon sehr zu schaffen.

    @julia: oh ja, das mit den scheinbar zu schmalen Türrahmen kenne ich auch. Da lauf ich dann auch immer zigmal dagegen und hab auch schon den einen oder anderen blauen Fleck davongetragen. Ich greife dann auch immer gerne daneben oder lasse Dinge fallen.

    LG

    Sini

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Hallo zusammen,

    irgendwie scheint mir meine Migräne inzwischen völlig aus dem Ruder zu laufen. Ich habe jetzt seit 1 1/2 Wochen Kopfschmerzen. Erst waren es 3 Tage richtig heftig Migräne, dann einige Tage immer nur so unterschwellige Kopfschmerzen und jetzt seit heute wieder richtig übel Migräne.

    Einen MÜK würde ich ausschließen, da ich nur 2 Tage mit Rizatriptan behandelt habe und auch sonst nur 1x Novalgin genommen habe. Kann man da auch schon von einem Migränestatus sprechen? Oder hat sich da jetzt noch eine andere Kopfschmerzart dazugesellt?

    Ich habe grad ein wenig die Sorge, dass meine Kopfschmerzen jetzt für immer bleiben und gar nicht mehr weggehen. So langsam schwinden meine Kräfte.

    LG

    Sini

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Guten Morgen Sini,
    also es ist tatsächlich gar nicht so ungewöhnlich, dass sich zur Migräne ein (chronischer) Spannungskopfschnerz gesellt und die beiden sich nahtlos abwechseln.
    Ich sah dazu gestern noch ein Interview von der Migräneliga, wo genau das gesagt wurde.
    Auch hatte ich neulich selber wieder eine Phase mit 13 Tagen Kopfschmerzen und Migräne am Stück mit mindestens Schmerzstärke 4-5. Ich denke dann auch immer „hört das nie mehr auf“, dann geht der Dauerschmerz aber irgendwann runter auf 1-2 (ganz weg ist es bei mir eh nie).

    Wenn ich irgendwas gelernt habe in den letzten Monaten, dann dass immer Veränderung möglich ist. Ich bin da auch immer sehr beunruhigt und hab mich oft gefragt, ob das jetzt so bleibt. Blieb es aber nie.
    Darüber hinaus kann man auch chronische Spannungskopfschmerzen mit Medikamenten behandeln (z.B. niedrig dosierten Antidepressiva) oder einfach damit leben. Mein Ziel war es auch lange schmerzfrei zu werden, mittlerweile denke ich mir, wenns so ein bisschen ziept dann komme ich klar damit.
    Manchmal ist aber auch die Beunruhigung darüber genau das, was es aufrecht erhält.

    Liebe Grüße

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5623

    Liebe Sini,

    an einen MÜK würde ich bei dir auch nicht denken.

    Du beschreibst diese anderen Kopfschmerzen nicht so, dass man bei ihnen gleich an einen Migränekopfschmerz denkt. Sind die anderen Kopfschmerzen denn ein- oder beidseitig? Du schreibst, sie sind recht leicht, gut zu ignorieren und sie dauern nur ein paar Stunden. In dem Fall hast du ja auch schmerzfreie Stunden dazwischen, oder?

    Von einem Migränestatus spricht man erst, wenn eine Migräneattacke länger als 72 Stunden andauert, dabei hat man allerdings Dauerschmerzen (wenn man nicht gerade mit Triptan behandelt).

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 4 Wochen von  heika.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Liebe Sini,

    wenn du merkst, dass zwar die Migräneattacke beendet, aber trotzdem noch leichte KS da sind, wenn es eben nicht richtig aufhören will, ist es nach meiner pers. Erfahrung um so wichtiger auf Entspannung und vor allem auf Beruhigung zu achten.

    Diese ganzen Sorgen, was ist wenn das jetzt so bleibt, was ist wenn ich im MÜK bin, was ist wenn es noch ein anderer KS ist, was ist wenn…….?????

    Die Migräne kann sich ständig ändern. Es ist eine Reizverarbeitungsstörung, da müssen wir dran arbeiten.

    Ja, wenn das Abschalten gar nicht funktionieren will, gibt es auch Medikamente, die uns helfen können hier einen leichteren Einstieg zu finden.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Hallo ihr drei,

    und erstmal vielen Dank für eure Antworten.

    Ich würde tatsächlich fast behaupten, dass es sich um zwei verschiedene Arten von Kopfschmerzen handelt. Die heftigen Attacken mit allerlei Begleiterscheinungen würde ich eindeutig als Migräne einordnen. Dieses leichtere dazwischen würde ich als was anderes ansehen, nur weiß ich noch nicht genau, was das sein soll. Denn diese Schmerzen sind eben nicht so stark und zwischendurch immer mal wieder fast weg.

    Nur heute Morgen bin ich wieder mit klassischer Migräne wachgeworden. Die Schmerzen haben sich inzwischen zwar wieder etwas verringert, sind aber nach wie vor da (zusammen mit heftigem Tinnitus). Erfahrungsgemäß steigert sich bei mir die Migräne Richtung Nachmittag/Abend hin wieder. Und ausgerechnet heute habe ich den anstrengendsten Tag der ganzen Woche.

    Bei mir ist es nur leider so, dass sich auch meine Migräne nicht immer nur auf eine Kopfseite beschränkt. Ich habe auch bei Migräne meist beidseitige Kopfschmerzen. Heute halten sie sich aber tatsächlich ausnahmsweise mal nur auf der rechten Seite auf. Aber mal wieder so, dass ich heute Morgen nicht so richtig unterscheiden konnte, ob ich jetzt Zahnschmerzen habe, die über’s Auge hochziehen oder Migräne. Aber mit meinen Zähnen ist alles in Ordnung und ich hatte das schon öfter so.

    Ja, das mit der Entspannung ist grad so eine Sache bei mir. Das Wetter lässt mich grad nicht so gut schlafen und als Folge meiner beruflichen Tätigkeit habe ich aktuell massive Nackenverspannungen. Das könnte den anderen Kopfschmerz evtl. auslösen. Ich nehme nachts Pridinol als Muskelrelaxans und schlafe mit warmem Kirschkernkissen.

    Antidepressiva nehme ich nie wieder in meinem Leben freiwillig ein. Ich hab grauenvolle Erfahrungen mit Amitriptylin gemacht, das brauch ich nicht nochmal. Ich hab’s nur 3 Tage genommen und es dann wegen heftigster Nebenwirkungen wieder abgesetzt. Leider hatte ich danach noch 3 Monate mit den Folgen zu kämpfen bis alles wieder normal war. Das brauch ich definitiv nicht nochmal. Und schlafen konnte ich damit erst recht nicht mehr. Irgendwie wirken bei mir manche Medikamente paradox.

    LG

    Sini

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Sini,

    mein Rat, der nicht leicht umzusetzen ist, das weiß ich, wäre: mach dich jetzt nicht verrückt!
    Egal, wie deine momentanen Kopfschmerzen heißen, sie sind da und ganz scheußlich(gehen aber auch wieder vorbei).
    Trotzdem meine ich, dass es keinen Sinn macht, jetzt die eh schon überreizten Nerven noch mehr in Schwung zu bringen, in dem du nach Namen für deine verschiedenen Schmerzzustände suchst. Du hast Migräne, das ist bekannt und du weißt auch, dass sich die Migräne immer wieder etwas anders zeigt. Und zwischen den deutlich abgegrenzten Migräneanfällen hast du, wie wohl jeder andere Mensch auch mal, Kopfschmerzen, die aber leicht sind. Nicht schön, aber durchaus denkbar, dass es einfach so ist. Wie die heißen spielt nicht die ganz große Rolle für den Moment.

    Und zu den Begriffen MÜK und Status migränosus:
    Der MÜK ist eine klar beschriebene Folge von zu viel und oft eingenommener Medikation. Diesen Zustand muss man beenden, weil er sich kaum von alleine und bei gleichbleibender Anzahl an Tagen mit belastender Medikamenteneinnahme, wieder verzieht.
    Das Wort Status ist ein Begriff, um eine länger als 72 Stunden dauernde Migräneattacke zu benennen. Mehr nicht. Einen Status muss man nicht beenden, er würde auch immer irgendwann wieder verschwinden. Weil das aber oft nur schwer zu ertragen ist, kann man durch, allerdings ganz seltene und kurzzeitige, Kortisongaben dem Spuk ein Ende bereiten. Oder auch durch Entspannung der attackenfördernden Situation, sprich Sedierung, den Stress vermindern etc..

    Dann gibt es noch den Begriff chronische Migräne, der vorgibt, dass man über Monate immer wieder mehr als 15 Tage mit Kopfschmerzen, überwiegend Migräne, hat. Das sollte man, da es sehr belastend ist, auch mit einer Prophylaxe behandeln.

    Ich schreibe dir das, damit du sehen kannst, dass es keinen wirklichen Grund gibt, anzunehmen, der jetzige Zustand würde auf alle Zeit so bleiben.
    Diese verschiedenen Zustände auseinander zu dröseln und jeweils adäquat zu behandeln, wäre Aufgabe eines migränekundigen Arztes. Aber auch du solltest dich nicht vehement gegen die möglichen Prophylaxemedikamente stemmen und auf den Rat des Arztes eingehen. Unangenehme Nebenwirkungen auf Dauer lassen sich durch einen Wechsel der Medis vermeiden, was aber Geduld verlangt.

    Also bitte, auch wenn es jetzt kaum vorstellbar ist, glaub dran, dass es wieder besser werden wird. Migräne macht, was sie will. Aber sie will auch immer wieder bessere Zeiten!
    Kopf hoch,auch wenn es schwerfällt,
    Julia

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Liebe Sini,

    die Ausführungen der anderen Lieben empfinde ich als sehr hilfreich! Ich möchte noch etwas ergänzen.

    Welche Diagnose wurde bei dir gestellt? Episodische oder chronische Migräne?

    Ich denke, „Episodischer Migräne“ kann man klar von Spannungskopfschmerzen abgrenzen. Mir ging es vor der Chronifizierung zumindest so.

    Von meinem Arzt bekam ich die Information, dass nach (neuer) Internationaler Kopfschmerzklassifikation die „Chronische Migräne“ den „Spannungskopfschmerz“ umfasst. Da sind beide Kopfschmerzarten oft nicht so leicht und klar voneinander zu unterscheiden – so empfinde ich es häufig.

    Möchte man mit die 10/20-Regel einhalten, wird man die Spannungskopfschmerzen möglicherweise gar nicht mit Schmerzmitteln behandeln, weil man die Tage für behandlungsbedürftige Migräneanfälle braucht.

    Für mich ist es – wie die anderen Lieben schon geschrieben haben – dann gar nicht mehr so entscheidend, welchen Namen das Kind gerade hat, sondern wie ich behandle:

    • gar nicht, weil es ohne (einigermaßen) geht,
    • mit Sedierung, weil es ohne Triptan und/oder Schmerzmittel sehr schlecht auszuhalten ist oder
    • mit Akutmedikation, weil es anders gar nicht (mehr) geht

    Deine Einstellung zu Antidepressiva mit der Erfahrung, die du mit Amitriptylin gemacht hast, ist nachvollziehbar. Ich reagiere bei Antidepressiva sehr schnell paradox. Möglicherweise könnte dir ein anderes Antidepressiva eine Linderung verschaffen. Wenn du genau weißt, welche Nebenwirkungen du NICHT tolerieren kannst und möchtest, könntest du mit deinem Arzt zusammen nach einem möglichst passenden für dich schauen. Findet ihr eines, könntest du mit einer sehr niedrigen Dosis starten. Mit dieser Chance auf eine Linderung verlierst du nichts! Und wenn du es nicht verträgst, kannst du es ganz schnell wieder absetzen.

    Ja, das mit der Entspannung ist grad so eine Sache bei mir.

    Eine passende Methode zu finden, liegt in unserer Verantwortung. Das kann uns niemand abnehmen. Hat man eine gefunden, die einem wirklich gut tut, wird es leichter sein, auch dranzubleiben.

    Alles Gute
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Hallo zusammen,

    und nochmals vielen Dank für eure Antworten.

    Leider komme ich erst jetzt zum Antworten, da es auf Arbeit leider einige Probleme gab.

    Glücklicherweise haben sich meine Kopfschmerzen wieder verzogen. Ich vermute, es lag mit an der zurzeit extrem wechselhaften Wetterlage. Entweder ich bekomme davon Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme. Ich hoffe sehr, dass sich die Wetterlage bald wieder stabilisiert.

    Das mit der Migränediagnose ist bei mir leider ein bisschen kompliziert. Der Neurologe, bei dem ich vor einigen Jahren wegen der Kopfschmerzen mal war, hatte eigentlich Spannungskopfschmerzen diagnostiziert. Er meinte damals, ich solle dann halt hochdosiert Novalgin nehmen. Das hatte aber überhaupt nie was gebracht. Ein paar Jahre später klagte ich mein Leid nach meinem Umzug wieder in meine alte Heimat meinem alten Hausarzt, der mir dann ja versuchshalber Rizatriptan verschrieb und meinte, wenn das wirke, sei es mit ziemlicher Sicherheit Migräne. Es wirkte und somit hatte mein Hausarzt die Diagnose Migräne gestellt. Ich denke, angesichts der im Verhältnis zu vielen von euch eher geringen Anzahl an Migränetage dürfte es sich eher um episodische Migräne handeln. Bei einem Neurologen war ich seither nicht mehr. Zum einen ist es schwierig, dort überhaupt Termine zu bekommen und zum anderen ist es schwierig, da jemand kompetentes zu finden. Abgesehen davon hält es mein Hausarzt nicht für nötig.

    Nur solch eine extrem lange Kopfschmerzphase hatte ich bislang eben noch nie. Das sprengt diesen Monat ziemlich den Rahmen an Kopfschmerztagen. Auch wenn ich selbst leider überhaupt nicht gut unterscheiden kann, ob das andere nun Spannungskopfschmerzen gewesen sein könnten und ich somit beides habe oder nicht. Für eine etwaige Behandlung spielt es denke ich schon eine Rolle, das zu wissen, um welche Art von Kopfschmerzen es sich gerade handelt.

    LG

    Sini

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Hallo zusammen,

    der Juni war bei mir migränetechnisch wieder ein eher guter Monat mit wenigen Migränetagen. Jetzt habe ich allerdings seit letzter Woche Montag einen neuen Job und prompt gleich am Montag Migräne bekommen. Dann am Mittwoch gleich wieder und am Freitag auch nochmal (also gleich jeden zweiten Tag). Da spielen jetzt wahrscheinlich viele Faktoren eine Rolle: viele neue Eindrücke, schwül-warme Wetterlage und dann habe ich noch meine Tage bekommen.

    Das Problem ist nur, dass ich mich dann eben immer irgenwie durchquäle, weil ich ja nicht gleich am Anfang fehlen kann. Mir ist es nämlich leider schonmal passiert, dass ich krankheitsbedingt während der Probezeit gekündigt wurde. Die Angst davor sitzt mir also im Nacken. Einerseits möchte ich also nicht gleich ausfallen und andererseits keine Fehler und trotzdem gute Arbeit machen. Nur fällt es mir extrem schwer, mich während einer laufenden Migräneattacke zu konzentrieren. Das ist manchmal echt eine verzwickte Dilemmasituation.

    Ich hoffe, das wird irgendwann wiedermal besser mit den Migräneattacken. Es bleibt mir ja nix anderes übrig als zu funktionieren um weiter überhaupt leben und finanziell existieren zu können.

    LG

    Sini

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 3 Tagen von  Sini05.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Liebe Sini,

    neuer Job kann natürlich triggern, da man ja aufgeregt ist und alles gut machen möchte. Das kennen leider viele Betroffene und ich wünsche Dir, dass Du trotzdem gut durchhältst.

    Wirken die Triptane nicht so durchschlagend, oder warum bist Du trotzdem noch so beeinträchtigt?

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Hallo Bettina,

    und erstmal vielen Dank für deine Antwort.

    Leider geht es migränetechnisch diese Woche genauso böse weiter. Am Montag hatte ich keine Migräne, aber gestern und vor allem heute wieder volles Rohr. Ich hoffe echt, das bessert sich bald wieder, sonst weiß ich nicht, wie ich das durchstehen soll. Mir tun meine Kollegen jetzt schon leid.

    Ich versuche es gerade zu vermeiden, Triptane zu nehmen. Erstens habe ich die Befürchtung sonst über die 10 Tage zu kommen, wenn das jetzt schon so losgeht. Und zweitens wirken sie bei mir leider so, dass nach Nachlassen der Wirkung die Migräne umso heftiger wiederkommt und ich dann insgesamt länger damit zu kämpfen habe. Letzten Mittwoch habe ich Naratriptan genommen. Allerdings auch erst nachmittags und es hat bis zum Feierabend dann leider noch nicht gewirkt (bestimmt 2 Stunden vorher genommen), erst nochmal ne gute Stunde und einen Kaffee später wurde es dann mal besser. Heute habe ich nur Vomex genommen, weil mir auch so extrem übel war. Meine Konzentration war so oder so schön beeinträchtigt und ich gefühlt sehr langsam im Denken und Handeln und ich hatte wieder Sprachschwierigkeiten (was ziemlich peinlich ist, wenn man grad wo neu angefangen hat).

    Ich fühle mich immer wie besoffen, wenn ich Migräne habe: Schwankschwindel, Sprachstörungen, Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen zu eben Kopfweh und Übelkeit. Ich warte nur noch darauf, bis mich da mal jemand drauf anspricht, ob ich betrunken sei.

    LG

    Sini

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Hallo Sini,

    Und zweitens wirken sie bei mir leider so, dass nach Nachlassen der Wirkung die Migräne umso heftiger wiederkommt und ich dann insgesamt länger damit zu kämpfen habe.

    das ist meist nicht so, sondern die Migräne kommt dann halt wieder durch. Stelle Dir nur vor, Du hättest kein Medikament gegen die Attacken, dann müsstest Du all das ohne Hilfe durchstehen. Triptane haben eine gewisse Wirkzeit und wenn diese nachlässt, ist die vorher unterdrückte Migräne wieder da. Wenn man Glück hat, ist sie komplett kupiert, aber bei langen Attacken halt leider nicht.

    Vielleicht versuche auch mal andere Triptane, denn sowohl Wirkung als auch Verträglichkeit sind unterschiedlich.

    Gute und vor allem schnelle Besserung!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 55

    Hallo Bettina,

    leider habe ich heute den vierten Tag in Folge Migräne. So langsam bin ich total erschöpft. Zum Glück musste ich heute nur bis 12 Uhr arbeiten. Heute habe ich dann doch nochmal zum Triptan gegriffen, diesmal Rizatriptan. Den Rest des Tages kämpfe ich nun gegen extreme Müdigkeit und verlangsamtes Reaktionsvermögen an. Auch nicht wirklich optimal beim Arbeiten.

    Ich hoffe, die Attacke ich jetzt langsam mal durch und nächste Woche wird es besser. So lange Attacken rauben einem echt unglaublich viel Kraft. Ich bin jetzt einfach nur noch total erschöpft und brauche das Wochenende jetzt echt einfach nur um mich zu erholen.

    LG

    Sini

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27898

    Hallo Sini,

    so lange Attacken erschöpfen unendlich, das ist richtig. Hoffentlich kannst Du am Wochenende zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen. Die Migräne soll sich nun auch mal vom Acker machen, das wünsche ich Dir sehr. Sollte sie noch mal wiederkommen, kannst Du auch mal nur sedieren und viel schlafen.

    Liebe Grüße
    Bettina

Ansicht von 27 Beiträgen - 91 bis 117 (von insgesamt 117)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.