Neu hier mit Kopfschmerzen – Sini05

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  • Sini05
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    Beitragsanzahl: 63

    Oh weia, jetzt habe ich eine ganz schöne Diskussion ausgelöst. Also, ich versuche erstmal eure Fragen zu beantworten.

    @katrin: also es ist schon so, dass das Triptan zunächst wirkt, aber dann nach ein paar Stunden kommt die Migräne langsam wieder durch und steigert sich in den nächsten Stunden wieder enorm. Also würde ich es schon eher als Wiederkehrkopfschmerz einstufen oder eben das Nachlassen der Triptanwirkung bei noch weiterlaufender Attacke.

    So lange Attacken zehren in der Tat gewaltig an einem. Leider kann ich mich da jetzt nicht krankschreiben lassen. Ich habe leider auch nicht den migränefreundlichsten Beruf. Ich habe unregelmäßige Arbeitszeiten und folglich auch einen unregelmäßigen Tages- und Schlafrhythmus. Ich werde aber den Beruf wechseln und mir wieder was regelmäßigeres suchen.

    @heika: interessant, was du über den Wirkmechanismus der Triptane schreibst. Da könnte man als Laie durchaus annehmen, dass der „Stau“ der CGRP nach Ende der Triptanwirkung zusammen mit weiteren Faktoren die noch nicht beendete Migräneattacke zusätzlich „befeuern“ könnte. Also deren Heftigkeit und Dauer durchaus beeinflussen könnte. Leider kann ich keine NSAR einnehmen, sonst hätte ich das mal ausprobieren können, ob es helfen würde, einige Stunden vor dem erwarteten Ende der Triptanwirkung damit nachzulegen.

    Ginge dieser Effekt der Wirkungsverlängerung gegen Ende der Triptanwirkung auch mit Novalgin? Also könnte ich das mal ausprobieren? Oder muss es ein Medikament mit entzündungshemmender Wirkung sein, damit das funktioniert? Evtl. einmalig Cortison dazu nehmen? Wie gesagt, ich darf leider keine NSAR nehmen (also kein Aspirin, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und auch keine Coxibe wie Arcoxia o.ä.).

    LG

    Sini

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7533

    Liebe Alchemilla,
    das sagt aber ja absolut nichts über die Möglichkeiten, die eine Triptanbehandlung für uns bringt aus, sondern nur über unser nicht adäquates Verhalten während der Wirkung des Triptans.
    Ob meine Migräne durch mein sicher, früher häufiger als heute, falsches Verhalten während der behandelten Attacke chronisch wurde oder nicht, kann ich nicht sagen, denke aber schon! Nur welcher Alltag lässt es denn zu, sich immer und möglichst sofort total zu schonen. Und da beißt sich dann der Hund in den Schwanz!?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  Julia.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7533

    Liebe Sini,

    natürlich kann man versuchen, die Wirkung des Triptans auch mit dem eher kurz wirkenden Novalgin zu verlängern, wenn es denn bei einem wirkt. Man müsste aber wohl häufiger nachlegen, als z.B. beim Naproxen. Solange man mit der Anzahl der Behandlungstage im Rahmen bleibt, wäre das sicher egal. Sinnvoller wäre aber wohl, wenn noch nicht über mehrere Attacken jeweils getestet, einen Versuch mit den längerwirksamen Triptanen zu machen. Und auch verschiedene im Haus zu haben. Auch ein Versuch, die Anfälle mit dem Inject schneller auszubremsen wäre sinnvoll. Ich behandel dann aber immer weiter mit Tabletten anderer Triptane.
    Kortison ist bei der Häufigkeit unserer Migräneattacken keine Option und könnte auf Dauer große Schäden anrichten, denn Kortison hat viele Aufgaben im Körper und wirkt nie nur auf die Migräne ein. Also bitte nicht versuchen, außer vielleicht ca. 4x im Jahr zum Beenden eines Status oder des Übergebrauchs!

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 160

    Hallo Sini,

    ich hab was Triptane angeht grundsätzlich ein gespaltenes Verhältnis.
    Als ich sie vor anderhalb Jahren für mich entdeckt hatte war ich begeistert. Nachdem ich ruck-zuck einen MÜK hatte habe ich sie vertäufelt und hab ernsthaft alles weggeschmissen was ich noch da hatte. Das hab ich natürlich nur bis zur nächsten Milleniumsattacke durchgehalten und dann doch wieder mehr davon genommen. Kein halbes Jahr später hatte ich den nächsten MÜK (geht aber wohl auch etwas schneller bei mir) und hatte anschließend regelrecht Angst vor den Dingern und hab wieder nur noch in der allergrößten Not und widerwillig eins eingenommen. Ich hatte dann auch auf einmal viel mehr Nebenwirkungen, habe stärkere Triptane gar nicht mehr vertragen und lag wegen der Nebenwirkungen dann flach.

    Ich war streckenweise der Meinung die Triptane hätten die Migräne chronifiziert und würden die Frequenz nach oben treiben (was für den MÜK natürlich stimmt), die nächste Attacke käme deswegen schneller und stärker usw.
    Aber in der Zeit wo ich sehr wenig Triptane genommen habe und viele Attacken ausgelegen habe, habe ich gesehen dass die Migräne ständig anders ist bei mir und es überhaupt keinen Zusammenhang zu gar nichts gibt. Mal ist sie stärker, mal schwächer, mal kommt die nächste starke Attacke nach zwei Tagen, mal erst nach fünf.

    Momentan versuche ich einen Mittelweg zwischen all dem zu finden, die panische Angst vor dem MÜK zu überwinden und dieses Medikament als das zu sehen was es ist: ein Hilfsangebot gegen sehr starke Schmerzen, was ich in einem bestimmten Rahmen (bei mir so 4-5 x im Monat) einnehmen kann.

    Aber wenn du dich unwohl mit den Triptanen fühlst lass sie doch einfach mal weg. Bei mir war aber eher der Knackpunkt, dass ich grundsätzlich ein Problem damit hatte, oft Medikamente einzunehmen, weil ich dachte dass das ja bestimmt super schlecht für meinen Körper ist. Abgesehen davon bin ich auch viel von Menschen umgeben, die nicht mal ein Schmerzmittel einnehmen, wenn sie einmal im Monat Kopfschmerzen haben. Ich war früher auch so und das für mich zu akzeptieren, dass ich wegen meiner Erkrankung nunmal einen etwas anderen Umgang damit habe (natürlich alles im Rahmen der 10/ 20 Regel, ich will nicht sagen, dass man Triptane wie Smarties einwerfen soll) fällt mir manchmal immer noch nicht leicht. Aber ich arbeite dran.

    Liebe Grüße

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 508

    Liebe @julia ,

    es geht doch gar nicht darum, etwas zu beweisen, sondern darum, Erfahrungen zu teilen.
    Meine Erfahrung ist eben so und ich habe es oft genug erlebt.

    Im Übrigen ist es bei mir nicht so, dass die Attackenpause von der Behandlung abhängt.
    Dieses Gefühl hatte ich früher auch, konnte es aber für mich durch den Migränekalender widerlegen.

    Ich fühle mich am ehesten auch durch Heikas Variante erkannt.
    Ich denke, die nicht beendete Attacke wird wieder „befeuert“ und läuft dadurch erneut ab.
    Bei mir ist es wirklich wichtig, wenn ich behandelt habe, das auch konsequent zu ende zu bringen.
    Bei mir lief übrigens eine unbehandelte Attacke noch nie länger als 24h.
    Eventuell kam sie nach ca. einem Tag auf der anderen Seite wieder, aber erstmal war sie weg.

    Ich kombiniere immer mit Naproxen, deshalb habe ich ja erst mal 18h Ruhe.
    Das Nachlegen mit Naproxen hilft mir aber leider nicht, dazu eignet sich bei mir am besten Naratriptan.

    So bekommt halt jeder mit der Zeit seine Tricks raus.
    Für mich heißt es aber jetzt immer:
    Entweder behandeln und dann auch nachbehandeln neuer Tag hin oder her oder gleich gar nicht behandeln.

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7533

    Liebe Anna,

    ich wollte auch nichts beweisen, das wird bei Migräne durch Patientenwissen und -Empfinden, das immer individuell sein muss, auch gar nicht möglich sein. Ich meinte nur, dass auch die Aussage eines Arztes, die wohl überwiegend auf Patientenberichten beruht, auch wenn er häufiger Migränepatienten behandelt, kein sicherer Beweis sein kann. Mehr nicht.

    Ich stimme mit dir vollkommen überein, dass Heikas Erklärung, die ja auf Kieler Wissen und Erfahrung beruht, auch mit dem Verhalten meiner Migräne recht gut übereinstimmt.

    Es ist wohl ein nie endenwollendes Thema, da kein Mensch wie der Andere ist, und auch dann noch mal deutliche Unterschiede durch ganz viele wechselnde äußerliche und innerliche Veränderungen eine große Rolle spielen.

    Meine Migräne hat auch offenbar absolut keinen Plan. Selbst wenn ich glaube, einen erkannt zu haben, ist es damit auch schon wieder vorbei. Ich suche darum auch schon lange nicht mehr nach irgendwelchen Auslösern oder Gründen, es macht einfach keinen Sinn, sie richtet sich nicht nach mir und meinen Wünschen ?.

    Bleiben wir am Ball des Wissens, das uns Kiel ja zum Glück fortlaufend zur Verfügung stellt ☺, und achten so gut es geht auf uns selber.

    Liebe Grüße zurück,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  Julia.
    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 508

    Liebe Julia,

    komischerweise ist es eben irgendwie immer beruhigend, wenn es andere gibt, bei denen es genauso ist, wie bei einem selbst.

    Auch wenn es einem erst einmal gar nicht hilft, aber man fühlt sich nicht mehr so alleine mit seinem Elend. ?

    Andererseits ist es vielleicht doch hilfreich, weil man sich dann austauschen kann, wie es der/die andere(n) machen und dann den eigenen Weg entwickeln.

    Deshalb bin ich so froh, dass es dieses Forum gibt.

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7533

    Ja Anna, darum finde ich auch das Forum „Du bist Migräniker wenn…“ so unglaublich interessant und hilfreich.
    Ich werde nie vergessen, wie ich nach jahrzehntelanger einsamer? Migräne endlich hier im Forum von all den Sonderbarkeiten der Anderen las. Wie unerklärlich waren für mich die unglaublichen Gähnanfälle zu den unpassendsten Gelegenheiten, die ich mir absolut nicht erklären konnte. Oder dass meine Türen immer wieder plötzlich zu schmal wurden und die blauen Flecken an meinen Armen immer mehr… Oder, oder!

    Ja Headbook ist schon Klasse☺!

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4626

    Liebe Anna,

    genau darum geht es ja. Man darf nicht die Gefühle entscheiden lassen.

    Wie du schon schreibst hat dich dein Migränekalender rückschließen lassen. Nicht allein dein Gefühl.

    Du hast es dort schwarz auf weiß zu lesen bekommen.

    Es muss einem bewußt sein, wie enorm die Erwartungshaltung und die Emotionen bei den Symptomen der Krankheit mitspielen und tief festsetzen. Das muss einem wirklich klar sein. Das kann einen unreflektierten Austausch auch schwierig machen.

    Placebo ist unglaublich stark. Vielleicht nicht ausdauernd aber sehr bestimmt.

    Deshalb ist Vieles nicht so einfach und klar zu benennen.

    Der Faktor, dass sich die Migräne ständig ändert, kann auch unsere Wahrnehmung so verwischen, dass wir die Tatsachen gar nicht erkennen können.

    Wer weiß denn, dass eine Besserung/Verschlechterung ggf. sowieso eingetreten wäre? Die Alternative fehlt immer, daher sind Rückschlüsse oft falsch und damit fatal.

    Man muss es immer wieder betonen, mit all dem Wissen, muss jeder seinen eigenen Weg finden.

    Alles Liebe
    Sternchen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate von  sternchen.