Neu hier mit Kopfschmerzen – Sini05

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  • Sini05
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    Beitragsanzahl: 63

    Hallo zusammen,

    nach einem schmerztechnisch relativ guten September startet der Oktober aktuell leider eher nicht so gut. Der Stress der letzten Wochen auf Arbeit, das wechselhafte herbstliche Wetter und das Einsetzen meiner Menstruation geben meinem Kopf gerade wieder den Rest. Leider habe ich nur noch ein Triptan zu Hause und das möchte ich mir lieber für morgen für die Arbeit aufheben. Ich habe morgen leider nicht frei und da ohnehin schon sehr viele Kollegen bereits krank sind oder morgen Urlaub haben, muss ich definitiv zum Arbeiten gehen, egal wie.

    Manchmal könnte ich meinen Kopf und sich den Rest meines Körpers verfluchen. Die Schmerzen kommen immer im falschen Moment. Okay, dafür gibt’s wahrscheinlich nie den richtigen Moment. Aber ich hab mich letzte Woche schon mit einem ungeklärten extremen Schmerzschub durch die Arbeit gequält unter Tilidin und Cortison letztendlich. Woher die starken Schmerzen kamen, weiß keiner. Jedenfalls konnte ich vor Schmerzen kaum mehr laufen.

    Es ist einfach nur zermürbend, wenn einem praktisch 365 Tage im Jahr irgendwas wehtut (schön abwechselnd mal Rücken, mal Knie, mal Hüfte, mal Schulter, mal Bauch, mal Kopf, mal Hand, halt immer irgendwas oder sogar mehreres auf einmal). Und keiner kann sagen, was das ist und am Ende sind’s 20 verschiedene Diagnosen.

    LG

    Sini

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  Sini05.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4640

    Hallo Sini,

    den September kann dir keiner nehmen. Schön, wenn er für dich ganz gut war. Das freut mich.

    Gaaaanz wichtig, immer die nötigen Medikamente auf Vorrat zu haben. Dann muss man nicht noch zusätzlich jonglieren. Das kann schon mal eine Attacke verhindern.

    Dass die Migräne immer mal anders daher kommt, und dass die vielen Baustellen oft den letzten Nerv rauben, treibt uns manchmal in den Wahnsinn. Deshalb müssen wir die guten Zeiten, wie den September arg nutzen, um unsere Reservetanks aufzufüllen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Sini,

    ich würde Dir auch sehr empfehlen, immer genügend Akutmedikation zu Hause zu haben. Das gibt einfach Sicherheit und die brauchen wir. Hoffentlich überstehst Du den Tag heute trotzdem gut.

    Zu den anderen Beschwerden: Manche von uns haben auch noch eine Hypersensibilität, was bedeutet, dass man auch noch diese und jene weitere „schmerzende“ Baustelle haben kann. Aber man lebt damit ja meist schon lange und am besten, man akzeptiert es einfach. Nein, ist nicht einfach, das weiß ich, aber hilft ja nix. 😉 Sich zu grämen und mit dem Schicksal zu hadern, bringt nicht weiter, sondern eher noch zusätzlichen Verdruss. Daher auf das Positive fokussieren und davon gibts oft mehr als man vielleicht meinen würde.

    Es kommen auch wieder die besseren Zeiten und diese muss man gut im Gedächtnis behalten. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 160

    Hallo Sini,

    wo ich das gerade bei dir mit den wechselnden Schmerzorten lese (und dass keiner sagen kann was das ist). Hat man diesbezüglich mal an Fibromyalgie bei dir gedacht?

    Liebe Grüße
    Indie

    Sini05
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo zusammen,

    und erstmal vielen Dank für eure Antworten.

    Sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde. Aber bei mir auf Arbeit ist es zur Zeit so extrem stressig, dass ich sobald ich nach Hause komme fast gleich schon hundemüde ins Bett falle. Ich hoffe, das entspannt sich bald wieder auf Arbeit.

    @indie: an Fibromyalgie wurde vor Jahren schonmal gedacht, auch an was Rheumatisches. Aber beides wurde bislang eigentlich ausgeschlossen, weil es irgenwie dann doch nicht so richtig passt. Ich hab leider auch zahlreiche orthopädische Baustellen und irgenwie ließ sich das meiste dann immer damit irgenwie erklären.

    Nur finde ich passt da der letzte Schmerzschub irgenwie nicht so richtig dazu. Das hatte sich schon irgenwie entzündlich gereizt angefühlt und das Cortison hatte auch gewirkt, aber im Blut wurde halt irgenwie nix gefunden. Bei Fibromyalgie weiß man bislang halt auch noch nicht so richtig, was das eigentlich ist und wodurch es ausgelöst wird. Die einen sagen, dass es durchaus Richtung Weichteilrheuma geht, die anderen sagen, dass es absolut nix Rheumatisches ist sondern eher Richtung was Psychosomatisches geht. Und dagegen sträube ich mich ehrlich gesagt. Klar kann Stress auch bei vielen chronischen Krankheiten Schübe auslösen oder triggern, deshalb ist die eigentliche Krankheit aber noch lange keine psychosomatische Erkrankung.

    Ich werde sehen, ob diesbezüglich bei mir je was rauskommt oder ob es im Endeffekt bloß wieder heißt, dass es dann ja wohl was Psychosomatisches sein muss und Antidepressiva dagegen helfen. Das Zeug schluck ich freiwillig allerdings nie wieder. Mein Körper verträgt das irgendwie nicht und dann geht’s mir mir noch schlechter und helfen tun die bei mir absolut gar nicht.

    LG

    Sini

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Hallo Sini,

    es stimmt zwar, dass die Psyche unsagbar viele Symptome produzieren kann, andererseits ist es enorm frustrierend für Schmerzpatienten, wenn immer wieder dieser Hinweis kommt. Fibromyalgie ist keinesfalls psychisch bedingt, wie man früher immer dachte. Meine Tochter hat dazu ihre Doktorarbeit geschrieben, daher habe ich gerade ein wenig Einblick in dieses Thema. 😉 Lass Dich nicht abwimmeln, das sollte man gut abklären.

    Ich werde sehen, ob diesbezüglich bei mir je was rauskommt oder ob es im Endeffekt bloß wieder heißt, dass es dann ja wohl was Psychosomatisches sein muss und Antidepressiva dagegen helfen

    Antidepressiva helfen nicht nur bei Depressionen, sondern bei sehr vielen Schmerzerkrankungen. Auch bei Migräne und Spannungskopfschmerz werden sie (vor allem die trizyklischen) sehr erfolgreich eingesetzt. Bei Fibromyalgie ist z. B. Amitriptylin in niedriger Dosis Mittel der Wahl.

    Das Zeug schluck ich freiwillig allerdings nie wieder. Mein Körper verträgt das irgendwie nicht und dann geht’s mir mir noch schlechter und helfen tun die bei mir absolut gar nicht.

    Das brauchst Du auch nicht, wenn Du es nicht möchtest. 🙂 Man muss halt immer abwägen, was man noch ertragen kann und was nicht. Wenn der Leidensdruck sehr groß wird, wäre es doch sinnvoll, sich wieder auf eine Medikation einzulassen. Eventuell hattest Du bis jetzt nicht das passende Medikament oder die Dosierung war für Dich nicht die richtige. Manchmal „muss“ man auch ein wenig probieren, bis man optimal eingestellt ist.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Jasute
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 59

    Hallo Sini,

    Bei Fibromyalgie weiß man bislang halt auch noch nicht so richtig, was das eigentlich ist und wodurch es ausgelöst wird. Die einen sagen, dass es durchaus Richtung Weichteilrheuma geht, die anderen sagen, dass es absolut nix Rheumatisches ist sondern eher Richtung was Psychosomatisches geht.

    Die Aussagen der WHO und auch die der Leitlinie (aktuell ist die S3 aus 2017) sind hier eindeutig: Es ist kein Rheuma! Fibromyalgie bedeutet wörtlich übersetzt Faser-Muskel-Schmerz. Es wird zwar bei den Rheumatologen mitbehandelt, das liegt aber wohl erher daran, dass die gerne diese Kundengruppe als ihre Patienten behalten wollen. Du könntest dir, wenn du es noch nicht gemacht hast, auch hier mal die Leitlinie zum Fibromyalgiesyndroms anschauen. Bei AWMF auf der Homepage findest du alle, auch die Patientenleitlinie.

    Es ist richtig, dass hier auch noch viele Dinge unklar, einige Abläufe etc. bisher nicht erforscht sind aber meine Erfahrung hat auch bei der FMS gezeigt, dass viele Behandler (Ärzte, Physios, etc.) hier noch einen veralteten Wissenstand haben. Dagegen kämpfe auch ich immer wieder an, was sehr mühsam ist! Aber deswegen lass ich nicht alles auf meine Psyche schieben, nur damit es sich einige in meiner Behandlung einfacher machen. Ich bin psychisch stabil (lassen wir nun mal das Topiramat außen vor) und dies wurde mir auch von einer Psychologin bestätigt.
    Ja, eine chronische Schmerzerkrankung wirkt sich auch auf die Psyche aus, das sollte man wissen. Denn so kann man auf sich Acht geben und ggf, rechtzeitig gegensteuern.

    Zudem hat ja Bettina auch schon geschrieben, dass trizyklischen Antidepressiva wie z.B. Amitriptylin in der Schmerztherapie eingesetzt werden.
    Laut Leitlinie wird ein zeitlich befristete Einsatz von Amitriptylin (10-50 mg/d) empfohlen. Es ist zwar nicht speziell für FMS aber zur Therapie chronischer Schmerzen im Rahmen eines Gesamttherapiekonzeptes zugelassen.

    Lieben Gruß
    Jasmin

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4640

    Liebe Jasmin,

    Du bist stabiler geworden, hast einen Plan und weißt was du willst.

    Das alleine finde ich gut.

    Die Daumen sind gedrückt. Vor allem bei der Ärztesuche. Da es enorm wichtig ist, einen, für sich, guten Arzt zu haben.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Sini05
    Teilnehmer