Anne stellt sich vor / Migräne durch (oder mit?)chronischen Schmerzen

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  • Anne
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    Beitragsanzahl: 14

    Hallo,
    ich möchte mich gerne vorstellen und hoffe auf Austausch und Anregungen, was ich gegen meine Migräne tun kann.

    Ich bin weiblich, 48 Jahre alt, nach 3 schweren Wirbelsäulenoperationen chronischer Schmerzpatient und bereits seit 2006 Erwerbsminderungsrentner.
    Kopfschmerzen habe ich bereits seit vielen Jahren, sehr heftig, mit Übelkeit und Totalausfall. Das war doppelt schlimm, weil ich dann meine Basismedikation gegen die Rückenschmerzen auch nicht bei mir behalten konnte. Irgendwann bekam ich dann zu Ibuprofen 600 MCP-Tropfen und ich konnte diese Tage wenigstens überstehen.

    Vergangenes Jahr war ich in Hamm in der KMT, einer Schmerzklinik. Dort erwähnte ich auch meine Kopfschmerzen und erhielt zum ersten Mal die Diagnose Migräne und Triptane. Das war und ist für mich eine große Erleichterung. Wenn ich die Triptane früh genug einnehme, sind die Schmerzen im Rahmen, es bleibt meist eine „Wolke“ und ich bin völlig zerschlagen. Ich vermute, dass dies auch daran liegt, dass ich Opioide und medizinisches Cannabis gegen meine Schmerzen einnehme. So komme ich gleich zu meiner ersten Frage, zu der ich nirgends etwas finden konnte. Wie verhält es sich mit der 10 Tage-Regel, wenn man täglich Medikamente nehmen muss? Ich zähle derzeit nur die Akutmedikation, weil mir dies logisch erscheint.
    In letzter Zeit kommen meine Migräneanfälle immer häufiger. Dadurch bin ich auf die Seite der Schmerzklinik Kiel gekommen und führe seit Ende Oktober das Tagebuch in der App. Im November hatte ich 15 Schmerztage. Dadurch ist meine sowieso schon eingeschränkte Lebensqualität noch weiter beeinträchtigt und ich merke, wie es auch meine Psyche angreift.

    Eigentlich hatte ich nach meinem letzten Aufenthalt in der Schmerzklinik beschlossen, dass ich so schnell keine Klinik mehr betrete, dieser Vorsatz gerät ins Wanken. Ich suche allerdings eine Einrichtung, in der beide Probleme gleichermaßen berücksichtigt werden. Schmerzspitzen vom Rücken können scheinbar eine Migräne bei mir auslösen. Vielleicht sind es aber auch die Medikamente, die ich dann höher dosieren muss. Ich bin in einer unendlichen Spirale und muss eine Lösung finden.

    Werden in Kiel „normale“ Schmerzpatienten mit den Migränepatienten gemeinsam behandelt? Diese Frage klingt vielleicht seltsam, aber ich habe es schon sehr oft bei Fachärzten und in Rehakliniken erlebt, dass ich jeweils nur an einer Baustelle behandelt wurde.

    Ich habe sicher einige Angaben vergessen, bitte verzeiht dies und fragt nach. Noch dazu bin ich im Forum neu und muss mich zurecht finden. Sollte ich gegen Gepflogenheiten verstoßen, sagt mir bitte, was ich anders machen muss.

    Liebe Grüße und danke für Eure Aufmerksamkeit!

    Die Olle Schraube

    Jasute
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 79

    Hallo du (? / entschuldigung, aber mit „Olle Schraube“ möchte ich nun wirklich niemanden anreden),

    Willkommen im Forum.

    Ja, bis zur Diagnose Migräne kann schon mal ein weiter Weg hinter einem liegen, kenne ich leider auch 🙁
    Aber nun bist du da ja ein Schritt weiter 🙂

    Außerdem scheinst du aus meiner Nähe zu kommen, ich wohne in Unna.
    Da auch ich mittlerweile mit zu dem netten Kreis der chronischen Schmerzpatientinnen zählen darf *ächz* habe ich ebenfalls das Problem, dass die Einnahme von Schmerzmedis und Kopfschmerzmedis oft den Rahmen der 10/20er Regel sprengen. Für „nur“ Schmerzmedis gab es mal die 15/15 Regel, also nicht mehr als an 15 Tagen in Monat. So wie ich gelesen habe, favorisiert man aber auch Kiel es lieber bei der 10/20er Regel zu lassen, gerade weil man ja auch Akutmigränemittel nimmt.

    Werden in Kiel „normale“ Schmerzpatienten mit den Migränepatienten gemeinsam behandelt?

    Hier wird dir Bettina bestimmt ausführlicher zu schreiben können aber es werden da sowohl (chronische) Schmerzen am Bewegungsapparat behandelt, wie auch Migräne. Da ich dort am 17. Dezember stationär aufgenommen werde und ebenfalls dieses Doppelproblem (chronischer Schmerz Bewegungsapparat und Migräne) habe, kann ich gerne über meine Erfahrungen berichten.
    Auch bei mir schaukelt sich das Eine durch das Andere hoch – es gibt angenehmeres.

    Ich vermute, dass dies auch daran liegt, dass ich Opioide und medizinisches Cannabis gegen meine Schmerzen einnehme.

    Welche Opioide und wie oft nimmst du? Sind diese retardiert? Noch andere NRSA dazu?

    Du solltest in deinem Kofschmerzkalender auch die Medikamente aufnehmen, die du gegen die chronische Schmererkrankung nimmst.
    Hierzu hatte ich mir auch mal folgendes von Prof. Göbel notiert, als es um das Etoricoxib (Arcoxia) ging:
    Ganz eindeutig gesicherte Erkenntnisse gibt es zu dieser Frage noch nicht. Grundsätzlich sollte man Akutschmerzmittel gegen Migräne nicht häufig als an 10 Tagen pro Monat verwenden. Das gilt für alles, was akut gegen die Anfälle hilft, z.B. Triptane, Ergotamin, ASS, Paracetamol, Ibuprofen etc.
    Retardierte Opioide und langwirksame COX2-Hemmer wirken nicht gegen akute Migräneattacken. Daher ist die Dauereinnahme möglich, ohne, dass ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch entsteht. Untersucht haben wir das für die langwirksamen Opioide.
    Wir haben z.B. Patienten mit schweren Schmerzen nach Bandscheibenoperationen. Diese brauchen ein Medikament gegen die Dauer-Rückenschmerzen. Retardierte Opioide, regelmäßig gegeben, führen nicht zu einer Frequenzzunahme der Migräne. Für Arcoxia ist das nicht untersucht, wir haben allerdings auch hier die gleiche Erfahrung.
    Die 10er Regel gilt ansonsten für alle Mittel, die akut zur Attackentherapie helfen.

    Bist du denn in neurologischer Behandlung wegen der Migräne bzw. bei einem Schmerztherapeuten wegen der Schmerzerkrankung? Hast du dort schon einmal nachgefragt?

    Lieben Gruß
    Jasmin

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5816

    Auch von mir herzlich willkommen in Headbook! Auch mir würde eine Namensänderung leichter fallen. 😉

    In letzter Zeit kommen meine Migräneanfälle immer häufiger

    Dies berichten manchmal auch Kopfschmerz-Patienten, die keine weitere (Schmerz-) Erkrankung haben. Das muss also nicht zwingend mit deinen Bandscheiben-Problemen zusammenhängen, auch die Wechseljahre können da eine Rolle spielen oder es kann auch einfach so geschehen.

    Jeglicher Stress kann Migräne triggern, und Schmerzspitzen sind Stress pur. Schmerzerkrankungen können sich gegenseitig negativ beeinflussen, das ist leider so.

    Welches Tritpan verwendest du denn und an wie vielen Tagen pro Monat nimmst du Triptane bzw. Schmerzmittel wie z.B. Ibuprofen ein?

    Lieber Gruß
    Heika

    Anne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 14

    Hallo Jasmin,
    ich wohne in Niedersachsen in der Nähe von Hannover. Für meine speziellen Probleme fahre ich den Kliniken hinterher, meine letzte Wirbelsäulen-OP ist in Neustadt/Holstein gemacht worden, die KMT in Hamm ist eine gute Schmerzklinik, für meine Rumpforthese sind wir in die Nähe von Mainz gefahren…
    Über Deine Erfahrungen in Kiel würde ich mich sehr freuen. Die Informationen zu retardierenden Medikamenten hilft mir schon mal weiter, ich nehme Targin, das ist ein retardierendes Medikament (Oxycodon&Naloxon) und das natürlich täglich. Zur Nacht, als krampflösendes Medikament, komme ich mit Sativex (Cannabis) gut klar.
    Als Triptan habe ich aktuell Rizatriptan als Schmelztablette. Ich komme aber mit einer Dosis nicht aus, im Laufe des Tages lässt die Wirkung nach.
    Ich werde von meiner Hausärztin betreut, die auch Paliativmedizinerin ist. Fachärzte meide ich, wenn irgendwie möglich, meine Erfahrungen sind eher schlecht. Zusätzlich bin ich körperlich so eingeschränkt, dass ich weitere Strecken und Wartezeiten nicht alleine bewältigen kann. Das macht eine ambulante Therapie schwierig.

    Du darfst mich gerne Anne nennen, wenn Du ein Problem mit meinem Nickname hast 😉

    Liebe Grüße
    Anne

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 month, 2 weeks von Anne. Grund: Ansprechpartner verwechselt, geändert
    Anne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 14

    Oh! Erster Fehler! Die Antwort war natürlich an Jasmin! Es verwirrt mich gerade noch etwas, dass ich im leeren Feld antworte, ohne Eure Beiträge lesen zu können.

    Anne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 14

    Hallo Heika,
    ich habe meinen Namen geändert, so ist es vielleicht besser.

    Laut App habe in den letzten 30 Tagen an 4 Tagen Triptane genommen. Diesen Sonntag musste ich erstmalig zusätzlich Ibuprofen 600 nehmen, nachdem die Wirkung der zweiten Dosis Rizatriptan nachgelassen hat. Mir scheint das gerade wenig, ich muss nachher mal die Einträge überprüfen. Kopfschmerztage hatte ich 14.
    Ich habe nach der Diagnose versucht, die Ursache(n) für die Migräne zu finden. Der einzige Zusammenhang, den ich sehe, sind vermehrte Schmerzen. Und diese empfinde ich definitiv als Stress. Ansonsten ist mein Alltag relativ ruhig. Die Kinder sind groß, ich bin leider nicht berufstätig, kann mir meinen Tag rund um meine Physiotherapietermine gestalten.

    Liebe Grüße
    Anne

    Anne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 14

    Hallo Heika,

    es ist so, wie ich geahnt habe, ich hatte teilweise die Zählfunktion ausgestellt. Technik ist scheinbar nicht mein Ding.. Es sind nicht 4, sondern 9 Medikamententage in den letzten 30 Tagen. Jetzt wird es eng. Was macht man dann? Leiden?

    Liebe Grüße
    Anne

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5816

    Liebe Anne (was für ein wunderschöner Name! 🙂 ),

    mit der Technik stehe ich auch auf Kriegsfuß, verstehe dich bestens! 🙂

    Wichtig ist erst einmal, dass du richtig gut über deine Krankheit Bescheid weißt. Hast du dich mal unter dem Punkt „Migränewissen“ unten rechts auf der Startseite schlau gemacht? Da findest du viele super gute Infos rund um die Migräne. Auch das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ ist ein wertvoller und ausführlicher Ratgeber für uns.
    Ich selber bin auch ohne Neurologen, weil meine Fahrzeiten zu einer guten Neurologie-Praxis sehr lang sind. Bei mir klappt das ganz gut, ein Idealfall ist es aber definitiv nicht.

    Wenn man Mühe hat, die 10 Triptan-/bzw. Schmerzmitteltage einzuhalten, sollte man über eine medikamentöse Prophylaxe nachdenken, wenn man bereits an allen anderen Stellschrauben gedreht hat: Du weißt sicherlich, dass ein regelmäßiger Schlaf-/Wachrhythmus hilfreich sein kann, regelmäßige Mahlzeiten mit Kohlenhydratanteil gerne auch in Vollkornform, ausreichend Trinken, regelmäßige Pausen, ausreichend Entspannungsphasen und wenn möglich, regelmäßiger Ausdauersport.

    Wie sieht es denn mit dem Einnahmetagen in den Monaten davor aus? Man beobachtet immer erst einmal mehrere Monate, denn einen Ausreißermonat darf es