Prophylaxe? (Sonja L.)

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  • Sonja L.
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    Beitragsanzahl: 9

    Hallo liebes Forum,

    ich bin Sonja und leide erst seit einigen Jahren an Migräne.
    Es fing ganz schleichend und hat sich im Laufe der Jahre extrem verschlimmert.
    Mittlerweile bin ich bei 2 bis 3 Anfällen pro Woche.
    Es kann aber auch sein ich habe mal 2 Wochen Ruhe und dann habe ich wieder 1 Woche
    Migräne am Stück.

    Trigger gibt es bei mir viele z.b Stress, Schlafmangel, ein hoher Lärmpegel usw.
    Am heftigsten sind aber die hormonellen Attacken die um den Zeitraum der Periode
    auftreten dann hänge ich regelmässig in der Notaufnahme am Tropf.

    Momentan nehme ich Sumatriptan, habe aber auch schon die Spritzen Imigran inject ausprobiert oder das Nasenspray imigran. Leider half das immer nur kurzfristig, die Schmerzen kamen bald mit voller Wucht zurück.

    An Prophylaxen habe ich Topiramat und Pestwurz ausprobiert. Pestwurz zeigte überhaupt keine Wirkung und Topiramat machte mich lustlos und depressiv.
    Da ich schon an Depressionen leide und Gewichtsprobleme habe, sollte ich nichts einnehmen das dick macht oder Depressionen fördert. Betablocker kommen also auch nicht in Frage. Meine Psychologin möchte mir das Amitriptilyn verschreiben aber ich möchte es nicht nehmen da man dadurch auch stark zunehmen kann und es zudem auch sehr müde macht.

    Was gibt es noch für Alternativen?
    Gibt es denn kein Mittel das weder dick noch depressiv macht?
    Ich bin langsam echt am verzweifeln, die Schmerzen sind teilweise so unerträglich dass ich garnicht mehr leben möchte.
    Vielleicht würde mir ein Klinikaufenthalt weiterhelfen aber da ich Au bin und Erwerbsminderungsrente beziehe wollen die Kassen nicht zahlen. Ich sei ja sowieso nicht mehr arbeitsfähig heisst es da. Dabei möchte ich so gerne wieder arbeiten aber die Migräne lässt es einfach nicht zu, die Attacken schlagen auch ganz unvorhergesehen zu.

    LG

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4626

    Guten Morgen liebe Sonja,

    schön, dass du hierher gefunden hast. Sei ganz herzlich willkommen.

    Als aller wichtigstes ist es bei unserer Krankheit, einen wirklich guten Fachmann an der Seite zu haben. Dieser muß dich kompetent beraten und du mußt auch persönlich mit ihm gut zurecht kommen. Nur so können die richtigen Medikamente gefunden und verschrieben werden.

    Das zweite wirklich Wichtige ist, dass du dich bzgl. der Migräne schlau machst.Dass Wissen über die Krankheit, und auch das Wissen über den Umgang mit der Krankheit sind Grundvoraussetzung für ein gutes Leben auch mit Migräne. Prof. Göbel sagt immer „Wir müssen unser eigener Anwalt sein“.

    Hier im Headbook, auf dieser Seite unten hinter dem Link „Migräne Wissen“ findest du schon mal die Grundlagen. Stöber mal. Sicher wirst du eine Menge Neues lesen.

    Nun schreibst du, dass bei der Akutmedikation die Attacken nie wirklich ganz verschwinden und dann mit voller Wucht wiederkommen. Vielleicht reicht dein Sumatriptan nicht aus, um die lange Attacke auszubremsen. Wenn du unter „Migräne Wissen“ mal schaust, welche Triptane wie wirken, findest du vielleicht ein besseres für dich.

    Ich pers. nehme zu meinem Triptan (Allegro weil es am längsten anhält) noch Naproxen (ein NSAR Schmerzmittel) dazu, um die Halbwertzeit zu verlängern. Damit komme ich ganz gut klar. Wenn es dann aber ganz schlimm kommt, kann es sein, dass ich nach einiger Zeit noch ein Allegro nehme. Das kann sich auch mal 2 oder 3 Tage wiederholen. Grundsätzlich spare ich aber an Medikamenten, da die Wirkung länger vorhält.

    Als letztes möchte ich dich noch auf die 10/20 Regel hinweisen. Kennst du sie? Weißt du dass du im Monat an nicht mehr als an 10 Tagen mit Akutmedikamenten behandeln solltest, da ansonsten ein sog. MÜK entsteht?

    Soweit erst einmal von mir. Schau dich mal um, und dann schreib wieder. Auf jeden Fall „Kopf hoch“ Sicher gibt ist noch eine Menge was du tun kannst.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225

    Ein herzliches Willkommen im Headbook, liebe Sonja. 🙂

    Sternchen hat Dir die wichtigsten Dinge fürs Erste bereits erklärt.

    Momentan nehme ich Sumatriptan, habe aber auch schon die Spritzen Imigran inject ausprobiert oder das Nasenspray imigran. Leider half das immer nur kurzfristig, die Schmerzen kamen bald mit voller Wucht zurück.

    Es ist völlig normal, dass die Schmerzen wiederkehren, wenn die Wirkzeit des Medikaments nachlässt. Daher entweder zu Triptanen mit längerer Wirkzeit greifen, oder unterstützen mit z. B. Naproxen. Aber auch das hat Sternchen bereits erwähnt.

    Prophylaxe gibt es eine Menge und die wenigsten bedingen eine Gewichtszunahme. Frag Deinen Arzt doch mal nach Trimipramin, Venlafaxin, Cymbalta … die beiden letzteren sind auch noch stimmungsaufhellend. Aber da gibt es noch viel mehr. Lies dazu auch mal in unserer Gruppe „Medizinische Prophylaxe“.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sue
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1

    Hallo Sonja,

    ich bin neu hier, dies ist mein erster Beitrag.
    Ich hab direkt eine wichtige Erfahrung für dich – bitte nimm kein Amitriptylin, wenn du eh schon leichte Gewichtsprobleme hast.
    Ich hatte es schon fast geschafft mein Idealgewicht zu erreichen und war dann so dumm, das Ami wieder zu nehmen. Habe dadurch 30 kg zugenommen. Hölle!
    In der niedrigen Schmerzdosis vo 25 mg macht es allerdings nicht müde.
    Wie viel Topiramat hattest du genommen? Hattest du währenddessen ein Antidepressivum?
    Ich nehme 150 mg, das geht relativ gut. Dazu nehme ich Elontril als AD, das ist eins, das nicht dick macht. Vielleicht ein Versuch wert?

    Alles Gute!

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 331

    Topiramat ist kontraindiziert bei Depression. Wenn du, liebe Sonja, schon mal unter Topiramat depressiv wurdest, würde ich die Finger davon lassen. Es gibt definitiv nebenwirkungsärmere Prophylaxen.

    Liebe Sue, ich bin verwundert über die hohe Dosierung Von Topiramat bei dir. Gibt es dafür besondere Gründe? Eigentlich bringt eine Dosierung über 100 mg hinaus nichts bei Migräne. Somit ist das damit auch die Höchstdosierung als Migräneprophylaxe.

    Was Amitriptylin angeht, so gibt es Patienten, die bei niedrigen Dosierungen nichts zunehmen. Ich selbst bin ein kleines Pummelchen und habe mit 50 mg 8 Kilo zugelegt. Allerdings bin ich sie, mit ganz viel Disziplin, auch wieder los geworden.

    Aber wie Bettina schon schrieb, gibt es auch AD, bei denen man nicht zunimmt. Nach denen würde ich dann auch als erstes fragen.

    Liebe Grüße,

    Jojo

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28225

    Liebe Jojo, Sonja hatte Topamax früher mal versucht, aber eh wieder abgesetzt. 😉

    Liebe Sonja, erst mal willkommen im Headbook. 🙂

    Ich hab direkt eine wichtige Erfahrung für dich – bitte nimm kein Amitriptylin, wenn du eh schon leichte Gewichtsprobleme hast.

    So pauschal kann man das nicht sagen! Niedrig dosiert kann es auch schon vielen helfen, den Schlaf verbessern und hat dann keine Nebenwirkung aufs Gewicht. Das ist nur bei höheren Dosierungen manchmal der Fall, aber längst nicht bei allen.

    Wie Jojo schon schreibt, sind 150 mg Topamax eigentlich nicht üblich. Die Zieldosis sind in aller Regel 100 mg, mehr bringt höchstens mehr Nebenwirkungen. Anders sieht es bei Epilepsie aus.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sonja L.
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Vielen Dank für Eure lieben Antworten un Tipps!!

    sternchen@

    ja ich weis über den Mük schon Bescheid aber wenn ich eine Tsunami Attacke habe
    schert mich das herzlich wenig und ich will nur diesen Schmerz endlich weghaben,
    dann nehme ich schon mal drei Sumatriptan 100 am Tag. Über die „“10 Tabletten pro
    Monat Regel““ komme ich aber selten hinaus.
    Es kann auch mal sein dass ich 2 Wochen schmerzfrei bin und dann hab ich wieder
    7 Tage am Stuck Migräne. Dann kommt aber meist eh der Notarzt und holt mich ab.

    Das mit dem Naproxen klingt interessant, wie nehme ich das am besten ein?
    Geht das auch mit dem Sumatriptan zusammen?

    Bettina@

    Antidepressiva vertrage ich leider sehr schlecht und Trimipramin macht auch dick,
    Venlaflaxin machte mich total unruhig, das Cymbalta kenne ich noch nicht.
    Ich bekam mal das Doxepin (nicht wegen der Migräne) und da nahm ich auch sofort zu
    obwohl ich nicht mehr als sonst gegessen habe

    Sue@

    dass man unter Amitriptilin unglaublich zunimmt habe ich schon von vielen gehört,
    ich soll laut Ärztin nur 10 mg einnehmen, aber wie soll das dann bitte gegen die Migräne wirken und geschweige denn stimmungsaufhellend sein?

    Ich hatte glaube ich hatte damals nur 25-50mg Topiramat und war sofort richtig depressiv und suizidal, nie wieder nehme ich das. Ein Antidepressivum hatte ich damals zusätzlich nicht was mich jetzt im Nachhinein noch ärgert da der Neurologe doch meine Symptomatik kennt!

    Jojo@

    da hast Du Recht das Topiramat ist nix für mich und selbst eine Gewichtszunahme von
    2 kg wäre für mich schon der Horror. Durch die heftigen Migräneanfälle habe ich eh
    schon ständig Fressanfälle.

    LG

    Sonja L.
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 9

    Ich werde von meiner Psychotherapeutin nicht ernst genommen!

    Von Notärztin abschätzig behandelt!

    Sorry ich wusste nicht ob das hier hin gehört ich schreib jetzt einfach mal
    drauf los:

    Am letzten Sonntag hatte ich mal wieder einer meiner berühmt berüchtigten
    Migräneanfälle, nach 3 Sumatriptan immer noch keine Besserung und in meiner
    Verzweiflung rief ich die diensthabende Notärztin an.

    Die Frau klang am Telefon schon recht genervt, nach einer Stunde bequemte sie sich
    mal zu mir nach Hause zu kommen.

    Die Ärztin war so verpeilt dass sie unsere Adresse nicht fand und dreimal an
    unserem Haus vorbei fuhr, in der Dunkelheit wäre es so schwer zu finden gewesen!
    Dabei hatte ich es ihr mehrmals erklärt. Endlich bei Zuhause angekommen schrie
    sie erstmal: Licht an! und das in einem Ton wie ein Feldwebel.

    Ich brauch die Krankenkarte! alles in einem so feindseligen Ton das mir übel wurde.

    Ich musste eine Viertelstunde ihr Haus suchen, konnten sie nicht gefälligst früher anrufen?

    Dann haute sie ihre Utensilien so hart auf meinen Nachttisch dass ich erstmal zusammenzuckte.

    Danach wurde der Notfallkoffer mit voller Wucht auf den Boden geknallt ohne jede Rücksicht.

    Wieso ich denn keine Notfallmedikamente wie Ibuprufen oder Aspirin im Haus hätte?

    Hallo? weil diese Tabletten vielleicht viel zu schwach sind bei meiner Migräne?

    Das wollte sie aber absolut nicht einsehen.

    Unter ständigem Murren gab sie mir dann eine Tramadol Injection in den Hintern – Wirkung gleich null.

    Ich bin sowas von schockiert ich werde nie wieder den Notarzt anrufen, da fahre ich die 40 km ins nächste Krankenhaus lieber mit dem Taxi! KOSTEN: 60Euro

    Meine Psychotherapeutin zu der ich einmal die Woche gehe nimmt mich auch nicht wirklich ernst.

    Ich muss einen Stimmungskalender führen und die Migränetage auch eintragen.

    Ich tue das äusserst ungern da sie dann immer fragt: Na, worüber haben sie sich denn diesmal wieder aufgeregt? Ich: ich habe mich nicht aufgeregt die Migräne kommt wie sie will.

    Sie ist der irrigen

    Meinung dass Migräne psychisch bedingt ist und das man dies therapeutisch lösen kann. So ein Quatsch!

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5699

    Liebe Sonja,

    in deinem eigenen Schmerzverlauf bist du absolut richtig mit deinem Beitrag.

    Puh, da hast du ja zwei unerfreuliche Dinge erlebt. So etwas nervt wirklich total, gehört für uns Migränepatienten aber leider zum Alltag. Und eben auch von Ärzte- und Therapeutenseite, von denen man sich berechtigterweise Wissen und Hilfe erhofft.

    Die beste Lösung, um solche Erlebnisse in Zukunft zu verhindern, ist, dass du dir von deinem Hausarzt oder Neurologen einen Behandlungsvorschlag für den Notfall aufschreiben lässt. Du weißt ja inzwischen sicherlich, was dir hilft und was nicht. Wenn du das dann dem diensthabenden Arzt vorlegst, hast du die beste Chance, auch wirksam behandelt zu werden.

    Wobei ich persönlich den Notfalldienst eigentlich eh nur dann in Anspruch nehmen würde, wenn ich unbedingt eine Infusion brauchen würde. Die kann ich mir nicht selber legen und manche Medis wirken intravenös besser bzw. bei unstillbarem Erbrechen bleibt nur dieser Weg, um überhaupt etwas in den Körper zu bekommen.

    In deinem ersten Beitrag hast du geschrieben, dass du viele Trigger hast, u.a. Stress. Wenn du das deiner Psychotherapeutin gegenüber auch geäußert haben solltest, sieht sie da sicherlich einen Anhaltspunkt, um daran zu arbeiten. So in Richtung Stress = schlechte Stimmung = Migräneauslöser. Und das hat auch durchaus seine Berechtigung. Im Bereich Verhalten kann man einiges tun, um Belastungen zu reduzieren oder zu vermeiden. In wieweit sich das dann tatsächlich positiv auf unser Migränegeschehen auswirkt, ist unterschiedlich und schwer zu greifen. Da unsere Migränehirne an einer Reizverarbeitungsstörung leiden, ist ein Abbau von Reizen (z.B. Stress) jedoch immer von Vorteil.

    Sollte sie jedoch die Ursache der Migräneerkrankung in deiner Psyche suchen, da liegt sie definitiv falsch. Migräne ist eine neurologische Erkrankung. Und Lösen im Sinne von Heilen kann man da gar nichts. Vielleicht solltest du ihr mal das Buch von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“ ausleihen? ?

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 7 Monate von