Regenbogen stellt sich verspätet vor

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  • Katrin
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    Beitragsanzahl: 552

    Guten Morgen liebe Regenbogen,

    ich MUSS unbedingt kurz loswerden, dass ich es wirklich großartig finde, wie du jetzt vorgehst: ruhig, besonnen, abklärend, abwägend, informierend und ein Schritt nach dem anderen! So wirkt es jedenfalls auf mich!

    Danke, dass du damit zeigst, auf welche Weise man sich Problemen auch stellen kann!

    Dir alles, alles Gute und ganz viel Wohlergehen!

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Katrin,

    danke für deine schöne Rückmeldung.
    Ich habe Phasen, in denen ich in Gesundheitsbelangen erst einmal durcheinander bin, dann sammle ich mich aber, was immer auch mit einem guten Informationsstand einher geht (!), und gehe die Dinge strukturiert an.

    Ich finde es wichtig, dass man sich selber immer wieder beim Schopf packt und sich versucht, aus dem gedanklichen und emotionalen Durcheinander herauszuziehen.

    Inzwischen habe ich die Pille seit fast einer Woche abgesetzt und in der Tat jeden Tag Migräne. Sie kommt immer in der Nacht, dann esse ich etwas, nehme ein Triptane und versuche, wieder zu schlafen.

    Gegen Mittag bin ich dann meist wieder im Leben zurück und genieße die guten Stunden, an denen ich auch etwas weiter bekomme, Freunde treffe etc.

    Nun schauen wir mal, wie lange dieser Spuk anhält.

    Liebe Grüße
    die Regenbogen

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Ich poste mal ein Update: Ich habe nach dem Absetzen der Pille nun seit fast vier Wochen täglich Migräne (zwei bis drei Tage ausgenommen). Triptane helfen, aber es laugt mich aus und ich habe in meinem Leben noch nie so viele Triptane genommen. „Normal“ sind 8 bis 13 Schmerzmitteltage. Besonders MÜK-gefährdet bin ich nicht. Auf heftige Monate sind immer wieder etwas bessere gefolgt. Sensationell und in meiner „Migränekarriere“ einzigartig war der Mai mit nur 5 Schmerzmitteltagen. Im Juni waren es dann wieder 13.

    Die Migräne aktuell unbehandelt auszuhalten, geht nicht. Sie hat eine unglaubliche Wucht. Und würde das in diesem Fall, wo ja die Hormone das Chaos auslösen, etwas bringen?

    Cortison habe ich noch nie probiert, aber wenn ich es richtig verstehe, ist das in diesem Fall auch keine Option.

    Wenn jemand einen Tipp hat, dann bitte gerne. Prophylaxe nehme ich keine. Alle Prophylaxen, die ich in den letzten gut 20 Jahren ausprobiert habe (mehrere ADs, Pestwurz, Topamax, Betablocker, auch einige Entspannungsmethoden) waren wirkungslos.

    Liebe Grüße
    die Regenbogen

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3980

    Liebe Regenbogen,
    spontan habe ich ein paar Gedanken dazu.
    Zunächst einmal ist mein Gedanke, dass 4 Wochen noch keine wirklich lange Zeit für den sind, mit der Umstellung fertig zu werden.
    Er braucht länger. Wenn ich z.B. Antibiotika nehmen musste, hatte ich ein halbes Jahr lang das Gefühl, dass der Körper damit zu tun hat.
    Kortison hilft bei mir in solchen Fällen nur, solange ich es auch nehme. Nach dem Absetzen ging die Migräne stets in gleicher Frequenz weiter.
    Wenn ich während der Kortisoneinnahme keine Triptane nehmen musste, war das aber eine deutlich Erholungspause für den Körper.
    Zumal Kortison auch Energie freisetzt.
    Ich habe im Juli-August auch eine heftige Migränephase – ohne erkennbaren Grund.
    Mir hilft es bei der Erschöpfung, wenn ich immer wieder eine ganze Weile lang die Hände auf die Nierengegend lege. Das fühlt sich immer sehr wohltuend an.
    Ansonsten ist meine Erfahrung, dass die schlimmen Phasen irgendwann enden, ebenso ohne ersichtlichen Grund.

    Dass man das alles nicht eins zu eins verallgemeinern kann, ist dir ja klar. Und du bekommst sicherlich noch mehr Anregungen und Erfahrungsberichte.
    Ich wünsche dir alles Gute!
    alchemilla

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Alchemilla,

    hab vielen Dank!

    Ansonsten ist meine Erfahrung, dass die schlimmen Phasen irgendwann enden, ebenso ohne ersichtlichen Grund.

    Das stimmt! Danke für die Erinnerung!

    Ich versuche, mich immer wieder mental beim Schopf zu nehmen, denn Verzweiflungsschübe tun nicht gut.
    Außerdem ist es so, dass ich derzeit an jedem Migränetag dank der Triptane (wer die erfunden hat, sollte den Nobelpreis bekommen) auch gute Stunden habe, in denen ich dann u. a. in die Natur gehe. Ich versuche mich daran emporzuranken.

    Ich habe es auch mit einem lang wirkenden Triptan versucht, um so Migränetage zu umschiffen, leider ohne Ergebnis. Das lang wirkende Triptan (Allegro) hilft derzeit gar nicht.

    Danke für deine aufmunternden Worte.

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    Guten Morgen, liebe Regenbogen,

    ich hab deinen Grund für das Absetzen der Hormone jetzt nicht auf dem Schirm, darum schildere ich dir einfach mal mein Vorgehen zu diesem Thema.

    Ich bin ja nun schon weit über die Wechseljahre hinaus und nehme mit Zustimmung meines sehr erfahrenen Gyn immer noch Hormone, meist sehr gerne, hin und wieder dann auch mal mit Zweifeln. Die kommen mir aber immer nur, wenn ich hier eure Bedenken lese.
    Mit den Hormonen, die mir früher, noch zu Zeiten der durchgenommenen „Pille“, sehr gegen die Migräne geholfen haben, und jetzt mit den Wechseljahrshormonen geht es mir gefühlt einfach besser.
    Gerade bei der letzten Krebsvorsorge hatten wir das Thema wieder. Mein Gyn hat selber Migräne, hat dadurch auch ein anderes Interesse an der Sache. Er hat vor Jahren schon einen Gerinnungsstatus machen lassen und die Hormone freigegeben. Auch jetzt wieder meinte er, es würde nichts dagegen sprechen, sie zu nehmen, wenn ich mich damit wohlfühlen würde. Das Brustkrebsrisiko wäre statistisch ganz leicht erhöht, das Darmkrebsrisiko stark erniedrigt.
    Ich hab mir mit Freude ein neues Rezept geben lassen ☺.

    Das sind jetzt nur meine Erfahrungen und Gedanken, die natürlich für dich überhaupt nicht passen müssen, aber vielleicht können sie dir ein wenig Klarheit bringen?

    Liebe Grüße in den Süden,
    Julia

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Julia,

    danke für deine Rückmeldung. Ja, die Pille wieder zu nehmen (ich bin jetzt 50) wäre schon eine Option, aber nur entfernt. Ich wüsste gerne, wie es mir ohne geht, ob ich im Wechsel bin oder nicht … Da ich unklare Entzündungswerte habe, wäre es mir auch lieber, ohne Hormone zu leben. Wie ich auf Ersatzpräparate reagiere, weiß ich nicht. Ich habe zweimal versucht, die Pille zu wechseln – jedesmal war es ein Migränedesaster.

    Was ist bei dir durch die Einnahme der Hormone besser?

    Lieben Gruß in den Norden
    die Regenbogen

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    Tja, ist es vielleicht auch viel Einbildung? Ich denke, ich fühl mich mit besser, frischer, aktiver, die Haut ist besser. Sicher kann ich das nicht sagen, da ich die Pille schon soo lange durchgenommen habe, dass ich keinen wirklichen Vergleich habe. Und meine kurzen Pausen, die ich ja immer mal gemacht habe, lassen bei meiner hochfrequenten Migräne wohl auch keinen zuverlässigen Schluß zu. Ganz früher haben die Hormone die Migräne stark gebessert.
    Wann bei mir der Wechsel genau statt fand, keine Ahnung, war mir auch egal ?.
    Bis vor ein zwei Jahren bekam ich bei meinen Minipausen immer noch die befürchteten Hitzewallungen, die ich ja bisher gar nicht kannte. Jetzt zum Glück nicht mehr.

    ? ?Wie war das ganz früher doch einfach, als es die Hormonpillen noch nicht gab! ? ?

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 552

    Liebe Regenbogen,

    wie ging es dir denn mit der Pille?
    Welcher Grund war es genau, dass du die Pille abgesetzt hast? Die vorgeschriebene Pause bzw. dass du wissen wolltest, wie die Migräne sich ohne Hormonzugabe verhält? Oder dass du wissen willst, ob du im Wechsel bist? Oder die unklaren Entzündungswerte? Oder alles zusammen?

    Hast du das „Aushalten“ schon mit Sedierung probiert? Mir helfen öfter mal Dimenhydrinat, vor einigen Tagen habe das Aushalten mit Diazepam 10 mg 2 Tage ohne Akutmedikation geschafft. Mögliche (nicht so ganz zuverlässige) Alternativen sind für mich auch Trimipramin-Tropfen und Opipramol, den Tip habe ich von Julia.

    Vielleicht wäre die Cortison-Stoßtherapie eine Möglichkeit, damit du erstmal aus der Spirale rauskommst und ein bisschen Luft holen kannst. Mir geht es da genauso wie alchemilla, nach dem Cortison ist die Migräne wie gehabt wieder da.

    Ich kann mir vorstellen, dass Entspannen mit Migräne wohl momentan sehr schwierig ist.

    Ich gestehe mir schon noch manchmal einen kurzen Moment des Kotzens oder der Wut über die Situation, ist ja auch Scheiße. Aber dann ist es auch wieder gut, das bringt mich – wie du schreibst – nicht weiter. Also schauen, was jetzt dran ist und gut tut! Und das machst du ja nach Triptaneinnahme ?!

    Nimmst du zum Triptan auch ein Schmerzmittel, um von beiden Seiten anzugreifen? Vielleicht wäre das auch noch eine Idee.

    Ich wünsche dir jetzt erstmal viel Kraft und alles, alles Liebe!
    Katrin

    Viva la Vida!?

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Katrin,

    Viva la Vida!?

    Danke für deine Aufmunterung. 🙂 Ich habe die Pille jetzt 10 Jahre durchgenommen und lediglich alle 6 bis 10 Packungen die bei der Valette notwendige Pause gemacht (eigentlich nach 6 Packungen ein Muss, ich habe die Pause aber oft vereschoben, weil die Pillenpausen migränemäßig eben auch immer der Horror waren). Dadurch habe ich mir die durch die Regel bedingte Migräne erspart. Insgesamt habe ich die Pille gut vertragen.

    Klar könnte ich sie weiter nehmen. Aber ich kann sie doch nicht bis 70, 80, 90 nehmen? Und die Absetzdramen kommen ja so oder so. Daher jetzt der Versuch. Sonst auch weil ich generell leicht erhöhte Entzündungswerte habe und wissen wollte, wie es mir ohne geht.

    Diazepam habe ich schon eingesetzt, um Attacken „ohne“ Triptane auszuhalten, aber das Diazepam (10 mg) lässt mich nur ca. 2 Stunden wegschlafen, dann bin ich wieder da. Aber ich könnte es wieder probieren. Nur ob das in diesem Fall ein sinnvoller Weg ist? Der Auslöser für die Migräne, der Östrogenabfall, ist ja weiterhin da.

    Dimenhydrinat habe ich schon lange nicht mehr getestet. Es hat mich wenig müde gemacht. Am liebsten wäre es einem ja, dass man mehrere Stunden nur schläft. Jedenfalls kann ich das D. auch ausprobieren, aber wenn ich damit die Attacken aber so und so nicht stoppen kann (wie sonst ohne Pillenabsetzaktion), erscheint mir das sinnlos. Vielleicht muss man aber auch das einfach testen. Uff!

    Zum Triptan nehme ich derzeit fast nie noch ein Naproxen, weil das Triptan allein hilft.

    Liebe Grüße und danke
    die Regenbogen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Regenbogen,

    bin grad am Sprung, habe die anderen Kommentare auch nur überflogen, daher Doppelung möglich. 😉

    Cortison habe ich noch nie probiert, aber wenn ich es richtig verstehe, ist das in diesem Fall auch keine Option.

    Doch, das wäre sogar der Klassiker für einen Kortison-Einsatz. Vielleicht reichen drei Tage mit 100 mg Prednisolon (immer morgens mit Magenschutz einnehmen) aus, diesen Status zu durchbrechen. Dem Nervensystem ist es völlig wurscht, was der Trigger grad ist. Daher sind hormongetriggerte Attacken nicht anders zu behandeln als andere. Zusammen mit Diazepam (sollte ausreichend dosiert sein, damit Du Wirkung hast) kann es diesem Spuk ein Ende bereiten. Diazepam macht nicht nur müde, sondern es fährt insgesamt runter und beruhigt das übererregte Nervensystem.

    Es ist gut, dass Du es mal ohne Hormone versuchst. Danach würde ich wieder mit Prophylaxen starten. Wenn etwas früher nicht gewirkt hatte, heißt das noch lange nicht, dass einige Jahre später wieder mit dem selben „negativen“ Resultat zu rechnen ist. Man verändert sich, die Migräne verändert sich – nach so vielen Jahren ist die Ausgangsposition eine andere.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    Liebe Regenbogen,

    du schreibst, ich kann sie doch nicht bis 70, 80 oder 90 nehmen. Ich habe die 70 inzwischen erreicht und kann laut meinem Gyn die Cliovelle, eine Hormonersatztherapie für die Zeit nach dem Wechsel, so lange nehmen, wie ich möchte. Was ich in Zukunft mache, lass ich mal ganz beruhigt auf mich zukommen. Jetzt geh ich das Risiko von noch mehr Attacken nicht ein.

    Ich will dich keinesfalls überreden, nur zum Drübernachdenken anregen.
    Warum willst du dich jetzt quälen, wenn dir vielleicht bald ein neues Prophylaxemittel gut helfen kann, mit dessen Hilfe du dann einen erneuten Absetzversuch machen könntest.
    Und haben denn die erhöhten Entzündungswerte überhaupt etwas mit den Hormonen zu tun? Das muss doch auch nicht sein, gibt doch viele andere Gründe.

    Und noch was, solltest du die Cerazette doch noch wieder nehmen wollen. Sprich mal mit deinem Gyn. Soviel ich weiß, macht die Zwangspause nur Sinn, solange man noch Kinderwunsch hat. Und ist auch dann eher eine Absicherung des Herstellers als wirklich medizinisch begründet.

    Erstmal wünsch ich dir einfach nur mal ein paar migränefreie Tage, wünschen kann man ja mal versuchen ?,
    Liebe Grüße,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Julia,

    Ich habe die 70 inzwischen erreicht und kann laut meinem Gyn die Cliovelle, eine Hormonersatztherapie für die Zeit nach dem Wechsel, so lange nehmen, wie ich möchte.

    Du bist ein großer Fan der Hormone, das weiß ich, aber das ist Dein spezieller Weg. Eine Empfehlung für Hormontherapie im fortgeschrittenen Alter sollte daraus besser nicht abgeleitet werden.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    Nein Bettina, ich bin kein „großer Fan der Hormone“, habe nur sehr von ihnen profitiert.

    Ich mache mir sehr viele Gedanken dazu, lese darüber was ich finde, frage meine Ärzte und ermutige Betroffene wie Regenbogen, sich dazu zu informieren. Mehr nicht!

    Wir sind alle sehr verschieden und darum müssen doch auch die Antworten hier verschieden sein dürfen.
    Hätte ich, wie du es befürwortest, und wie es dir wohl auch gut getan hat, frühzeitig die Hormone abgesetzt, wäre es mir mit 50 und auch später noch deutlich schlechter gegangen. Das ist Tatsache. Ich sage ja nicht, dass jede sie bis 90 oder 100 oder überhaupt nehmen soll!

    Jede Frau hier ist mündig und hat zudem einen Arzt, der sie individuell berät.

    Liebe Grüße,
    Julia

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Bettina,

    Daher sind hormongetriggerte Attacken nicht anders zu behandeln als andere. Zusammen mit Diazepam (sollte ausreichend dosiert sein, damit Du Wirkung hast) kann es diesem Spuk ein Ende bereiten. Diazepam macht nicht nur müde, sondern es fährt insgesamt runter und beruhigt das übererregte Nervensystem.

    Vielen, vielen Dank. Das hilft mir gut weiter, denn dann kann ich doch selbst etwas unternehmen, um den Teufelskreislauf zu unterbrechen. Ich werde es erst einmal mit Diazepam versuchen. Das habe ich da. Sonst steht bei mir so und so ein Besuch beim Neurologen an. Diese Woche war niemand in der Praxis erreichbar. Ich muss schauen, was sich nächste Woche tut. Ich werde dort das Thema Cortison und Prophylaxe ansprechen.

    Erst einmal versuche ich es (wohl Mitte nächster Woche, wenn ich abtauchen kann) mit Diazepam.

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr von  regenbogen68.
    regenbogen68
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    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Julia,

    Anfang 50 sollte man mit der Pille aufhören, allenfalls kann mit einer Hormonersatztherapie weitermachen – das aber nur in Rücksprache mit dem Arzt. Das weißt du, wie ich dich hier in all den Jahren kennenlernen durfte, so und so. Dass du mit 70 noch Hormone nimmst, ist ungewöhnlich, aber du hast es ja unter Abwägung der Nutzen und Risiken mit dem Arzt abgeklärt.

    Generelle Empfehlung ist das langfristige Einnehmen von Hormonen keine, aber so ist es auch nicht bei mir angekommen. Dass Bettina das als Admin nochmals klar stellt, finde ich wichtig und richtig. Also, alles gut!!!

    Hormonersatzpäparate sind meines Wissens nach niedrige dosiert als die Pille. Die würden mich jetzt nur leider auch nicht retten. Alles, was auch nur eine Spur anders ist als die Valette löst Migräne aus. Und es gibt auch kein Hormonersatzpräparat, dass genauso wie die Valette nur niedrige dosiert ist. Das habe ich mit der Hilfe meiner sehr geschätzen Apothekerin recherchiert.

    Die von dir erwähnte Cerazette habe ich kurzfristig mal ausprobiert, weil man sie im Unterschied zur Valette tatsächlich das ganze Jahr hindurch nehmen kann. Das Ergebnis waren wieder tagelange Attacken.

    Nein, es gibt keinen Zusammenhang zwischen meinen leicht erhöhten Entzündungswerten und dem Wunsch die Pille abzusetzen. Aber diese Werte können wohl das Herzinfarkts- und Schlaganfallriskiko erhöhen, daher würde ich die Pille gerne los werden. Ich habe einen ganz guten Draht zu meinem Körper und es fühlt sich einfach richtig und gut an, die Pille jetzt loszuwerden. Also, ich weder mal schauen, wie es mit dem Triptanpausieren ausschaut und dann zum Neurologen und überhaupt: Nicht verzagen! Headbook hilft dabei. (Jetzt habe ich mir selbst Mut gemacht. ? )

    Danke für deine Inputs und lieben Gruß
    die Regenbogen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr von  regenbogen68.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr von  regenbogen68.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    Liebe Regenbogen,

    diese heftigen und langen Schmerzphasen sind immer wieder ganz besonders fies und ich wünsche dir, dass du schnell einen guten und für dich passenden Weg da raus findest.
    Mich hatte es auch gerade seit Anfang des Jahres wieder ganz bös gepackt. Zum Glück haben sie dann ja auch immer irgendwann wieder ein Ende, und meist weiß man nicht einmal warum.

    Liebe Grüße,
    Julia

    regenbogen68
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    Meine Lieben, Zeit für ein Update, denn ich finde es als Leserin auch immer interessant, wenn ich erfahre, wie eine Geschichte weitergegangen ist.

    Nachdem ich die Pille, die ich im Dauerzyklus genommen habe, Ende Juli dauerhaft 🙂 abgesetzt habe, ging ja das Drama los: Jeden Tag Migräne.
    Bettina hat mich dann aufmerksam gemacht, dass eine Schmerzmittelpause den Lauf unterbrechen könnte. Mir war nicht klar, dass das bei hormonell getriggerter Migräne hilft.

    Bettina hatte (einmal mehr) recht: Die Schmerzmittelpause mit Sedierung (1 Tag) hat genügt, dann war die lange Migränephase beendet.
    Letztendlich waren es im August 21 Migränetage mit Schmerzmitteln / Triptanen.

    Dann hatte ich im September einen Neurologentermin. Der Neurologe hat die Gesamtdynamik über die letzten eineinhalb Jahre angeschaut (der App der Schmerzklinik sei Dank!) und gemeint, es würde sich alles wieder einpendeln. Tatsächlich habe ich immer wieder mal zwei Monate, in denen ich bei 12, 13 oder 15 Schmerzmitteltagen liege, um dann wieder unter die 10 zu rutschen.

    Im September waren es dann 9 Tage.

    Die letzten 10 Tage hatte ich gar keine Migräne – zumindest keine, die ich behandeln musste. Wenn ich Kopfschmerzen hatte, dann kamen sie nachts und gingen mit einem frühen Früshtück plus Kaffee wieder weg (spätabends noch etwas zu essen, hilft nicht).

    Die nächste Prophyxlaxe wäre Candesartan. Bevor ich damit beginne, möchte ich aber erst mal zuwarten und schauen, wie es meinem Kopf nach dem Absetzen der Pille etwas längerfristig betrachtet geht.

    Soweit mein Update, ganz ohne Fragen. 🙂

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    regenbogen68
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    Hallo meine Lieben,

    Zeit für ein Update. Eine Frage habe ich auch. 🙂

    Wie im letzten Post geschrieben, wollte ich im Herbst letzten Jahres zuwarten, wie sich die Migräne weiterentwickelt, bevor ich mit dem Candesartan starte. Ich hatte damals schon Vieles durch: Pestwurzextrakt, zwei Betablocker, Topiramat, mehrere AD; alles ohne Wirkung in den letzten 20 Jahren. Überhaupt hat keine Prophylaxe jemals angeschlagen.

    Im Dezember ging die Migräne von durchschnittlich 10 Schmerzmitteltagen („gelebt“ bedeutet das eine Schwankung zwischen 8 und 14 Tagen) auf 4 zurück. Und dabei ist es seit damals geblieben – nie mehr, manchmal auch nur 2 oder 3 Tage.

    Mein Leben hat sich seitdem völlig verändert. Ich bin nach 25 Jahren mit Migräne im Leben zurück. Es ist ein unglaubliches Glück.

    Der Grund: Der Hauptgrund ist sicher der Wechsel. Mit ein Grund ist sicher auch, dass ich Ende letzten Jahres begonnen habe, noch viel mehr als jemals zu vor, auf meine Grenzen zu achten. Oder anders gesagt: Ich lebe nach dem Prinzip der „Radikalen Erlaubnis, auf Körper und Seele zu hören“. Wenn ich Grenzen überschreite, kommt die Migräne. Gleichzeitig merke ich, dass die Erregbarkeit meines Gehirns im Zuge des Wechsels deutlich abgenommen hat.

    Womit ich nicht gerechnet habe, dass die Zahl der Attacken durch den Wechsel schlagartig abfallen kann.

    Nun aber zu meiner Frage: Es kann nach wie vor sein, dass das Triptan nicht wirkt. Aus verschiedenen Gründen (leichte Entzündung im Magen und zusätzlich in der Spieseröhre) möchte ich keine normalen Schmerzmittel schlucken. Bislang habe ich das Triptan fallweise mit einem Naproxen kombiniert. Nun dachte ich, ich nehme das einfach als Zäpfchen, aber, siehe da, Naproxen gibt es nicht als Zäpfchen. Was wäre denn nun in welcher Dosierung die Alternative?

    Bitte um euren Rat.

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Regenbogen,

    erst mal schön zu hören, dass es Dir um so vieles besser geht. 🙂 Sollte der Wechsel dran schuld sein, wäre es fast ungewöhnlich, dass in der Zeit des ständigen Hormons-Auf-und-Ab sich die Migräne beruhigt. Die meisten kennen es eher anders. Aber Schönes muss man ja nicht so hinterfragen. 😉

    Ich würde an Deiner Stelle erst mal andere Triptane testen, da sie im Grunde nach wie vor die ideale Akuttherapie darstellen. Zäpfchen können übrigens auch den Magen reizen, da sie über die Blutbahn ebenso dort landen. Daher sollte man ja auch bei z. B. Kortisoninfusionen auch Magenschutz nehmen.

    Sonst versuche es mal mit Novalgin, am besten mit Tropfen.

    Weiter alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Liebe Bettina,

    herzlichen Dank für deinen Rat. Novalgin hatte ich in all den Jahren nie im „Munitionsschrank“.
    Ich werde mir das besorgen.

    Zum Wechsel: Meine Mutter war Migränikerin, wenngleich längst nicht so stark betroffen wie ich. Im Wechsel ist ihre Migräne verschwunden. Ich hatte immer die Hoffnung, dass es bei mir auch so sein könnte.

    Ich denke von daher schon, dass der Wechsel zu der Beruhigung geführt hat – allerdings stehe ich nicht am Beginn des Wechsels. Ich habe ja bis letzten Sommer die Pille (für ca. 8 Jahre) durchgehend genommen und konnte gar nicht beurteilen, ob ich im Wechsel bin. Ich denke, der Wechsel hat sich schleichend schon vor längerer Zeit eingestellt, ohne dass ich es gemerkt habe. Vielleicht sind die turbulenten Zeiten also schon vorbei.

    Wie auch immer. Einmal mehr ein ganz großes Dankeschön an dich.

    Lieben Gruß
    die Regenbogen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Regenbogen,

    der Wechsel bringt einige Überraschungen mit sich. Ich wünsche Dir, dass Du das Drittel „gewählt“ hast, bei denen es besser wird. 🙂

    Novalgin-Tropfen gehören bei mir fest dazu. Nimm die Generika von z. B. Ratiopharm, die Original-Tropfen schmecken nämlich scheußlich.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1739

    Herzlichen Dank!

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