Samtnase – Vorstellung und Ratsuche bei hormonell bedingter Migräne

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  • Samtnase
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    Beitragsanzahl: 4

    Hallo Zusammen!

    Aus einer heimlichen Mitleserin wird nun eine offizielle.

    Und zuerst möchte ich ein großes Lob und einen Dank aussprechen!
    Der sehr nette Umgangston und die vielen wertvollen Tipps machen dieses Forum zu einem besonderen.

    Ich bin 45 Jahre alt und leide seit einigen Jahren unter hormonell bedingter Migräne.

    Die Migräne ist in meiner Familie fest verankert, ich blieb jedoch lange verschont.
    Auch war mir der Zusammenhang mit dem Hormonstatus längere Zeit nicht klar.

    Bis vor ca. einem Jahr kam die Migräne zwar „zufällig“ immer zum Zeitpunkt der Periode, ließ sich aber durch Verzicht auf Alkohol und Verhindern von Stress zuverlässig unterbinden. So sah ich eher letztere Punkte als Ursachen an.

    Seit März diesen Jahres jedoch streckt mich die Migräne zuverlässig alle vier Wochen nieder bzw. immer kurz vor bzw. mit Beginn der Periode. Egal, wie sehr ich auf Entspannung, gesunde Lebensführung etc. achte.
    Zudem ist sie langwierig und aggressiv. Sie setzt mich für zwei bis drei Tage komplett außer Gefecht, inkl. Übelkeit und Erbrechen. An diesen Tagen ist an rein gar nichts zu denken, außer daran, dass es bald vorübergehen möge.

    Was die Medikation angeht, stehe ich gerade absolut am Anfang.
    Bislang hatte ich versucht, diesen Attacken mit Magnesium-Prophylaxe und Ibuprofen plus Vomex-Zäpfchen im Akutfall Herr zu werden – nur leider ist diesbezüglich keine Wirkung mehr zu verzeichnen.

    Spätestens nach der letzten Attacke vom letzten Wochenende war mir klar, dass sich etwas ändern muss und so war ich gestern zunächst (auch wegen der Krankschreibung) bei meinem Hausarzt.

    Dieser Hausarzt hat mir Sumatriptan für den Akutfall verschrieben und mich an meine Gynäkologin weiter verwiesen. Da die Hormone ursächlich sind, möchte er, dass ich es zunächst mit der Hormoneinnahme versuche.

    Ich gucke auf dieses Resultat des gestrigen HA-Besuches nach umfassender Lektüre hier etwas skeptisch. Denn einerseits hätte ich gerne ein Triptan mit etwas längerer Wirkdauer gehabt, andererseits zweifle ich an der Wirkung der Hormoneinnahme. Außerdem macht mir letztere Angst. Alles in mir sträubt sich dagegen, ich habe auch eine hormonelle Empfängnisverhütung stets vermieden. Allerdings wollte sich mein Hausarzt damit nicht auseinander setzen und war eher genervt davon, dass ich mich selbst schon informiert hatte.

    Kurzum: Ich fühle mich mit dem Ergebnis nicht wohl. Dennoch habe ich nun erst einmal auf sein Geheiß einen Termin bei meiner Gyn vereinbart, der urlaubsbedingt jedoch erst Ende August sein wird.

    Gleichzeitig bin ich auf eine neurologische Praxis im meiner Nähe gestoßen, die auch von der Schmerzklinik Kiel auf der Expertenliste geführt wird. Dort könnte ich Anfang September vorstellig werden.

    Nun stellt sich mir die Frage: Welches ist der beste Weg? Und kann ich als gesetzlich Versicherte überhaupt ohne Überweisung beim Neurologen vorbei schauen?

    Fragen über Fragen, aber evtl. habt Ihr ja einen Tipp?

    Herzlichen Dank!!!

    Liebe Grüße von Nadja

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28031

    Willkommen bei uns, liebe Nadja und danke für die lobenden Worte. 🙂

    Hormongaben sozusagen als Migräneprophylaxe haben ausgedient, da sich nicht der erhoffte Erfolg eingestellt hatte. Vielmehr wurde im hormonellen Bereich noch für ein Ungleichgewicht gesorgt, so dass der Schuss meist nach hinten losging. Dein Gefühl trügt Dich nicht, das ist keine Option.

    Hast Du Sumatriptan denn schon mal getestet? Vielleicht kommst Du ja gut damit zurecht. Wenn nicht, kannst Du versuchsweise erst mal die beiden Freiverkäuflichen testen.

    So viel ich weiß, brauchst Du eine Überweisung zum Facharzt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Samtnase
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Liebe Bettina,

    danke Dir für das herzliche Willkommen und die schnelle Antwort! 🙂

    Das erleichtert mich schon einmal etwas. Hormone sind für mich einfach keine Option, auch da ich familiär ohnehin zu einer Risikogruppe gehöre, nachdem meine Mutter sehr früh an Brustkrebs erkrankte. Da möchte ich nicht gerne noch an meinem Hormonhaushalt „rumfummeln“.

    Tatsächlich habe ich bislang keinerlei Triptane genommen.
    Selbst tendiere ich allerdings nach einiger Lektüre eher zu Naratriptan – ist eher so ein Bauchgefühl. Zwar wirkt es später, aber länger und zudem auch gegen die Übelkeit, die meine Migräne immer begleitet. Zudem haut mich die Migräne nicht von jetzt auch gleich um, sondern baut sich über einige Stunden auf – ohne Aura. Evtl. versuche ich es daher tatsächlich einfach damit.

    Da ich ansonsten fit und gesund bin und keinerlei andere Medikamente einnehme, muss ich ja auch keine Wechselwirkungen oder ähnliches berücksichtigen und kann tatsächlich einfach schauen?

    Was mich derzeit etwas beunruhigt ist, dass die nächste Attacke mich aller Voraussicht zu Beginn des Urlaubs auf einem Städtetrip erwischen wird bzw. evtl. auch auf der langen Autofahrt dorthin. Ich muss gucken, wie ich das dann am besten manage.

    LG!
    Nadja

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo Nadja,

    herzlich Willkommen im Forum.

    Ich nehme seit vielen Jahren Sumatriptan als Akutmedikament und komme damit sehr gut zurecht.

    Probiere es einfach aus, vielleicht reicht es ja schon, um die Schmerzen aus den Bewusstsein zu verdrängen (die Migräne selber kann nicht gestoppt werden, egal was du nimmst).

    Wegen der Überweisung kannst du am besten in der neurologischen Praxis nachfragen. Ich brauche keine Überweisung, wenn ich zu meiner Neurologin gehe.

    Liebe Grüße
    Chroninchen

    Samtnase
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Danke auch Dir, Chroninchen, für Deine Erfahrungen!

    Mit der neurologischen Praxis hatte ich bisher nur per Mail Kontakt und hatte genau auf diese Frage keine Antwort bekommen, aber ich hake dort noch einmal nach.

    Hach, als „Triptan-Neuling“ bin ich einfach absolut unsicher.
    Ich erwarte keine Wunder und werde mich dann so oder so auch erst einmal im dunklen Kämmerlein schlafen legen, aber doch scheinen mir die Triptane einfach recht unterschiedlich zu sein.

    Die einen raten bei menstrueller Migräne zu jenem, die anderen zu diesem … uff. 🙁 Manche kombinieren mit Naproxen, um die Wirkdauer zu verlängern.

    Zudem hat mir mein Hausarzt direkt die 100 mg Variante des Sumatriptan verschrieben. Ob das nicht zu viel ist? Ich bin recht leicht und schmal und eigentlich ist die Einstiegsdosis doch eher 50 mg? Leider habe ich zur Teilbarkeit nirgends etwas gefunden.

    Und da hier alle Ärzte gerade in den Urlaub entschwinden (inkl. besagtem Hausarzt, meiner Gyn und des Neurologen) fühle ich mich gerade bezüglich dieser nächsten Attacke recht alleine.

    Zum Glück habe ich Euch gefunden. 🙂

    LG
    Nadja

    Flummi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 200

    Hallo Nadja

    Betreffend der Überweisungen habe ich mir immer eine von meiner Hausärztin besorgt. Das hat den Vorteil, dass von den Ärzten automatisch Befunde zu den Überweisenden Ärzten geschickt werden. Wenn du dann mal welche gesammelt brauchst, musst du nur noch den/die Hausarzt/Ärztin ansprechen. Des weiteren bekommt dein HA einen besseren Überblick über deine Geschichte.

    Gruß Flummi

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Hallo Nadja,

    hast du mal im Beipackzettel nachgeschaut, ob deine Tabletten teilbar sind? Bei mir steht unter ‚Dosierung‘ 1/2 – 1 Tablette einnehmen, also darf geteilt werden.

    Oft sieht man an den Einkerbungen der Tablette, ob diese geteilt werden darf. Eine Tablette, die keine Einkerbung hat, darf nicht geteilt werden (z.B. Retardtabletten).

    Da Bettina geschrieben hat, dass die Einnahme von Hormonen keinen Einfluss auf die Migräne hat, kann es auch vermutlich nicht das EINE Triptan geben, was bei jeder Frau bei der hormonell ausgelösten Migräne das richtige ist. Das für dich „richtige“ Triptan wirst du wohl nur durch ‚Versuch und Irrtum‘ herausfinden.

    Sumatriptan ist das erste Triptan, was auf den Markt gekommen ist und hinsichtlich seiner Wirksamkeit sehr gut erforscht. Das einzige „KO“-Kriterium sind Nebenwirkungen, die für dich nicht tolerierbar sind. Das findest du aber nur durch Ausprobieren heraus.

    Die Frage, ob das Triptan auch gegen die Übelkeit wirkt, sollte nicht im Fokus stehen, da du mit Vomex ein geeignetes Mittel an der Hand hast.

    Auch bei mir gibt es Attacken, die sich über mehrere Stunden aufbauen. Sobald ich mir sicher bin, dass es Migräne und kein Spannungskopfschmerz ist, nehme ich das Triptan und bin dann oft bereits nach ein bis zwei Stunden wieder weitestgehend beschwerdefrei. Falls der Schmerz nach einigen Stunden wiederkommt, nehme ich halt nochmal ein Triptan. Naproxen wirkt bei mir nicht.

    Vermutlich ist die 10/20-Regel für dich unproblematisch; also nur zur Info: Die 10 Tablettentage beziehen sich auf die Einnahmetage, unabhängig von der Tablettenanzahl.

    LG Chroninchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5663

    …aber nicht jede Tablette, die eine Einkerbung hat, darf man teilen. Es gibt tatsächlich Einkerbungen in Tabletten, die rein aus optischen Gründen vorhanden sind. Deshalb vorsichtshalber immer im Beipackzettel nachschauen!

    LG Heika

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    … oder Dr. Google fragen: Namen des Herstellers und das Wort teilen eingeben. Dann das entsprechende Medikament suchen.

    Nicht jede Tablette ohne Kerbe ist nichtteilbar! Und manche Kerben sind, wie mir mal ein Apotheker sagte, Schmuckkerben ☺.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Chroninchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 75

    Darum habe ich ja auch als erstes den Beipackzettel erwähnt.

    Mein Arzt hat zu mir gesagt, dass ich Tabletten ohne Einkerbung nicht teilen soll. Das heißt aber nicht, dass jede Tablette mit Einkerbung geteilt werden darf! Und für den Fall, dass die kleinste Wirkeinheit zu hoch sein sollte, gibt es meistens Tropfen.

    Aber es ist gut, dass ihr beide, liebe Heika und liebe Julia, das noch einmal herausgestellt habt!

    LG Chroninchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5663

    Stimmt, Chroninchen.

    Immerhin kann heute wahrlich niemand behaupten, dass hier das Thema „Einkerbungen von Tabletten“ nicht ausreichend behandelt worden ist. 😉 🙂 😀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  heika.
    Samtnase
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Jetzt weiß ich aber auch wirklich Bescheid.
    😀

    Google hatte dazu nichts gesagt und der Beipackzettel auch nicht.
    Also werde ich die Tabletten nicht teilen.
    Wie sie aussehen, weiß ich ohnehin nicht, sie sind ja noch im Blister und der ist nicht transparent.

    Danke Euch für die rege Diskussion und Aufklärung. 🙂

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