Sumi stellt sich vor und freit sich über Ratschläge

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  • Sumi
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    Liebe Forumsteilnehmer/innen,

    nachdem mir hier an anderer Stelle schon so lieb geholfen wurde, möchte ich mich hier kurz vorstellen.

    Ich bin Mitte 30 und habe seit meinem 15/16. Lebensjahr (so genau weiß ich dass nicht mehr) Migräne ohne Aura. Die Häufigkeit lag immer bei 1-2x pro Monat, mal einen Tag mehr, mal mehrere Monate gar nicht. Die Anfälle waren immer gut mit Maxalt händelbar, teilweise reichte auch einfach eine Stunde Schlaf ohne weitere Medikamente. Übelkeit tritt bei mir nur bei den wirklich schlimmen Attacken auf. Ein Trigger war häufig blendendes Licht, laute Musik und Stress.

    Ich habe eine sehr „arbeitgeberfreundliche“ Migräne, die meist erst nachmittags losgeht, so habe ich auf der Arbeit kaum Fehlzeiten.

    Vor knapp 1,5 Jahren kam meine Tochter zur Welt und seitdem ist die Migräne für mich eine wirkliche Belastung geworden. Während der Schwangerschaft war ich quasi Migräne-frei – eine wunderbare Zeit!!!
    Doch schon eine Woche nach der Geburt traten häufige und sehr starke Attacken auf. Da ich gestillt habe, durfte ich laut meiner Hebamme nur Ibuprofen nehmen – was aber nicht wirklich geholfen hat. Diese Attacken waren wirklich die Hölle, zumal ich wegen des Babys nicht wirklich schlafen konnte und sie oft sehr lange stillen musste (30 Minuten mit Schmerzen der Skala 10 in gleichbleibender Position sind schon grausam).
    Ich wollte nach 3 Monaten mit dem Abstillen beginnen, um endlich wieder Triptane nehmen zu dürfen. Meine Kleine wollte aber partout keine Flasche, so dass sie erst mit 5 Monaten endgültig abgestillt war.

    Danach pendelte sich die Migräne wieder bei einer mittleren Stärke ein (sobald sie eine mittlere Stärke erreicht hat, nehme ich meist Triptane, um sie gar nicht erst so schlimm werden zu lassen). Die Häufigkeit liegt seitdem bei 1-2x pro Woche. Meine Schmerztoleranz ist gesunken – wenn ich mich ums Baby kümmern muss, dann muss ich einfach funktionieren und nehme schonmal eher Medis – früher konnte ich mich einfach ins Bett verkrümeln und die Attacke verschlafen, das geht jetzt natürlich nicht mehr. Die Großeltern wohnen auch zu weit weg, um mal eben schnell einspringen zu können und GöGa kommt meist auch erst um 19 Uhr von der Arbeit.
    Die Attacken dauern inzwischen auch mal 2-3 Tage, so dass ich auch mehrere Tage nacheinander Triptane nehme. Ich habe auch das Gefühl, dass Triptane nicht mehr so gut und nicht immer zuverlässig wirken.

    Zuletzt hatte ich 2 Wochen am Stück Kopfschmerzen und Migräne – ich dachte schon an einen MÜK, da es jetzt aber wieder etwas besser ist, denke ich, dass es vielleicht doch nur die Nebenwirkungen eines neuen Triptans waren.

    Beim Neurologen war ich noch nicht, habe aber Ende März einen Termin.
    Prophylaktisch nehme ich (seit gestern ;-)) Magnesium (Migravent classic).
    Ich habe schonmal Botox ausprobiert (und aus eigener Tasche bezahlt), was mir gut geholfen hat.
    Derzeit verzichte ich auf Milchprodukte, um zu testen, ob das einen Einfluss hat. (Ich habe gehört, dass das bei manchen Menschen helfen soll – kostet nichts, und schadet nicht, also teste ich das gerade für 6 Wochen).

    So, nun ist aus der kurzen Vorstellung doch ein ziemlich langer Text geworden…wer es bis hierher durchgelesen hat, dem danke ich fürs „Zuhören“ 🙂

    Liebe Grüße
    Sumi

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27785

    Auch hier noch mal ein herzliches Willkommen, liebe Sumi. 🙂

    Ich hatte während der Stillzeiten noch Glück und blieb weitgehend verschont von der Migräne. Erst nach dem Abstillen ging es wieder so richtig los.

    Zuletzt hatte ich 2 Wochen am Stück Kopfschmerzen und Migräne – ich dachte schon an einen MÜK, da es jetzt aber wieder etwas besser ist, denke ich, dass es vielleicht doch nur die Nebenwirkungen eines neuen Triptans waren.

    Nein, das ist keine Nebenwirkung des Triptans. Solche Phasen können leider mal vorkommen.

    Überhaupt muss man wissen, dass Migräne eine progredient verlaufende Erkrankung ist. Soll heißen, dass sie sich verschlechtern kann und das meist auch tut.

    Derzeit verzichte ich auf Milchprodukte, um zu testen, ob das einen Einfluss hat. (Ich habe gehört, dass das bei manchen Menschen helfen soll – kostet nichts, und schadet nicht, also teste ich das gerade für 6 Wochen).

    Nein, das ist absoluter Quatsch, einer von vielen Hypes. Ein völlig unsinniges Verzichten, zudem fehlt Dir dann das wichtige Calcium. Ich kann immer schwer nachvollziehen, warum man solchen Hypes nachläuft und die Evidenz außen vor lässt. Heute sind wir doch schon so weit, dass wir wissen, warum man diese oder jene Erkrankung hat und was dagegen hilft. Was sollen Milchprodukte mit einer neurologischen Erkrankung zu tun haben? ?

    Du startest jetzt auch mit Migravent Classic, das nachweislich Nutzen haben kann. Gleichzeitig machst Du den Quatsch mit den Milchprodukten. 😉 Geht es Dir nach einiger Zeit besser, welcher Methode gibst Du gefühlsmäßig dann den Vorzug? 😉 Na?? Ja, meist sind es die Nahrungsmittelverrenkungen, denen man Wirkung zuschreibt. Warum? Weil man mehrfach täglich was isst, die Nahrung einen großen Stellenwert einnimmt für uns und man immer dazu neigt, für komplexe Probleme einfache Lösungen zu finden. 🙂 So klappt das aber nicht.

    Und jetzt reg ich mich wieder ab und wünsche Dir – und allen anderen auch – einen schönen Abend. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sumi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Tja, es ist eben schwer, bei jedem gut gemeinten Rat erstmal wieder zu eroieren, ob es dafür entsprechende Studien gibt, die die Wirkung nachweisen oder nicht.

    Ich fange ja gerade erst an, mich zum Thema Migräne auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. Und was da alles für einen Quatsch erzählt wird…Meine Apothekerin meinte letztens, ich soll doch Mal zum Heilpraktiker gehen, Migräne wäre schließlich heilbar. Oder einen Espresso trinken, der würde auch helfen. Beides habe ich nicht getan.

    Aber manches probiere ich dann doch einfach aus, solange es nicht schadet, selbst wenn es „nur“ der Placebo-Effekt ist. Kein Grund, sich aufzuregen;-).
    Dennoch freue ich mich natürlich über dein Feedback, liebe Bettina.

    Liebe Grüße
    Sumi

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