Susahund – auch neu hier- Migräne seit ca. 30 Jahren

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  • susahund
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    Hallo zusammen,

    ich bin seit einiger Zeit schon hier in den Foren unterwegs und alleine das Lesen über die Geschichten, Erfahrungen von Leidensgenossen hat mir schon sehr geholfen.

    Kurz zu mir, ich bin 43 Jahre alt und habe seit ca. 30 Jahren Migräne.
    Am Anfang eher selten, dann mit stetiger Zunahme der Anfallshäufigkeit. Seit ca. Juni diesen Jahres wieder so schlimm, dass ich an mind. 20 Tagen Schmerzmittel genommen habe, sonst hätte ich nicht arbeiten gehen können. Zyklusbedingt alleine habe ich fast immer schon 5 Tage Migräne.
    Zur Anfallsbehandlung nehme ich Sumatriptan 50T, zusätzlich auch Aspirin, Ibuprofen, Thomapyrin, alles in steigender Dosis, nichts hat mehr richtig geholfen. So bin ich vermutlich in einen MÜK geraten.
    Seit Anfang November nehme ich keine Schmerzmittel mehr, eine Woche hatte ich Urlaub, drei Wochen war ich krankgeschrieben. Mir ist garnicht wohl mit den vielen Kranktagen, aber ich wußte mir einfach nicht mehr zu helfen.
    Die erste Woche war schrecklich, danach hatte ich eine Art Dauerkopfschmerz, aber 14 Tage (!!!) keine Migräne, ein Traum. Diese Woche trotzdem wieder 2 Anfälle, von der Intensität leider nicht besser als vor der Medikamentenpause. In Summe denke ich trotzdem ein voller Erfolg.

    Gestern war ich bei einem Schmerzspezialisten, den ich über die Kieler Homepage gefunden habe, der meint wir müssen jetzt gucken, wie oft die Anfälle kommen, dann will er mit Propanolol anfangen. Habe etwas Bedenken wegen der Nebenwirkungen. Das Sumatriptan hat er auf 100 mg erhöht.

    Wie verfahrt Ihr nach der Medikamentenpause bzgl. der 10 Tages Regel und dem Thema Berufstätigkeit? Bleibt Ihr dann daheim?

    LG von Susahund und nochmal ein herzliches Dankeschön an Bettina ;o)

    Bettina Frank – Admin
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    Herzlich willkommen, liebe Susahund und gerne geschehen. 🙂

    Die Pause war gut und richtig, allerdings hätte sie mit Begleitmedikation weniger schmerzhaft für Dich verlaufen können. Beim nächsten Mal dann. 😉

    Propranolol ist eine übliche Prophylaxe, kann sehr gut helfen. Ebenso hochdosiertes Magnesium und Vitamin B2.

    Nach einer Medikamentenpause ist eine Krankschreibung von einer weiteren Woche sinnvoll, damit man sich etwas erholen kann.

    Ich wünsche Dir sehr, dass es jetzt wieder besser läuft. Denke sehr daran, die 10/20-Regel nicht regelmäßig zu überschreiten. Die Folgen sind Dir ja bekannt. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Hallo zusammen,
    melde mich nach dem ersten Monat nach 5 Wochen Medikamentenpause mit einer Frage wieder.

    Ich hatte in den 3 Wochen nach der Medikamentenpause 10 Tage mit Schmerzmittel.
    Der Schmerzspezialist, zu dem ich seit November gehe, wollte eigentlich im Januar mit einer Profilaxe beginnen. Wegen der schlechten Erfahrungen mit MÜK etc. habe ich mich nach evt. Nebenwirkungen erkundigt. Daraufhin wurde ich mit dem Kommentar „ich bin noch nicht bereit für eine Profilaxe“ wieder 4 Wochen heim geschickt.

    Sind 10 Tage Schmerzmittel noch im akzeptablen Bereich?
    Ich sehe die Gefahr, schnell wieder deutlich über den 10 Tagen zu sein.
    Was empfehlen Eure Ärzte?

    Vielen Dank :o)

    Liebe Grüße

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28362

    Liebe Susahund,

    die Reaktion Deines Arztes verstehe ich jetzt nicht, denn solche Fragen sind doch legitim.

    10 Tage sind (noch) im grünen Bereich, aber da es direkt nach der Medikamentenpause wieder so weitergeht mit Dir, könnte es sich um eine chronische Migräne handeln. Daher wäre es sehr wichtig, schnell mit einer Prophylaxe zu beginnen, um nicht wieder in den MÜK-Kreislauf zu gelangen. An Deiner Stelle würde ich den Arzt gleich nochmals kontaktieren (Telefon oder Mail) und um eine Prophylaxe bitten.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
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    Beitragsanzahl: 134

    Hallo liebe Bettina,

    ich habe direkt nochmal nachgehakt.
    Der Arzt meint, ich müsse erst grundlegend mein Leben ändern, da bei einer evt. Besserung mit Prophylaxe ich mir wieder entsprechend mehr Stress aufladen würde und die Migräne dann wieder schlimmer werden würde. (???????????????????????)

    Mein Stresspegel ist absoluter Durchschnitt, das einzige, was mich immer wieder lahmlegt ist mein Kopf. Ziel wäre für mich schon, mit meiner Migräne ein „normales Leben“ führen zu können und nicht mein ganzes Leben umzukrempeln. Viele Themen lassen sich da auch garnicht ändern (ich kann ja jetzt z.B.nicht aufhören zu arbeiten) und jeder Mensch ohne Migräne hätte mit meinem Stresspegel glaube ich auch kein Problem. Ich arbeite an Entspannungsübungen, regelmäßigem Schlag usw., ein bißchen mehr auf sich selbst achten…
    Aber das ist doch kein Grund, nicht mit einer Prophylaxe zu starten??? Bin etwas ratlos…

    Diagnostiziert man eine chronische Migräne aufgrund ihrer Häufigkeit?

    Vielen Dank und einen schönen Abend :o)

    Liebe Grüße
    Susahund

    Johanna
    Teilnehmer
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    ich bin gerade wieder mal völlig fassungslos, was man sich so anhören muss! Da kann man doch nur in die Tischkante beißen bei so viel Unsinn.

    OK, wir setzen mal alle die Prophylaxe ab, damit wir uns so richtig quälen und gar nicht auf die Idee kommen irgendetwas anderes zu machen als im Bett liegen und uns mit den Schmerzen im Kopf und allem was so dazugehört mal perfekt zu erholen….

    Das ist doch mal ein guter Ansatz.

    LG Johanna

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 years, 10 months von Johanna.
    alchemilla
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    Das ist ja erstaunlich.
    Woran wird er denn messen, DASS du dein Leben grundlegend verändert hast?
    Vielleicht legst du ihm einfach einen Plan vor, was du dir vornimmst. Und wie du das umsetzen wirst.
    -Täglich PMR,
    -jeden zweiten Tag Spaziergang von 1/2 Stunde,
    -einmal täglich eine Stunde Nichtstun.
    In Der Klinikbroschüre sind solche Dinge aufgelistet: http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/
    dort: Klinikinformations-Broschüre ( ist ein pdf-Dokument)
    Aber grenzwertig ist das schon. Will er dann zu dir nach Hause kommen und gucken?
    Ich meine, dass die verhaltensmedizinische Seite eine ebenso große Rolle spielt wie die medikamentöse, das betont Prof.Göbel auch immer.
    Aber das Maß solcher Verhaltenslomponenten ist wohl kaum irgendwie festgelegt.

    Ich denke, auf Dauer wäre zu überprüfen, ob der Arzt die richtige Stelle für dich ist. Wenn er aber sonst gut ist, dann kannst du ja erstmal sein Spielchen mitspielen.
    Auf jeden Fall aber auf die Verschreibung einer Prophylaxe beharren, immer wieder. Hartnäckig.

    Alles gute!
    alchemilla

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28362

    Liebe Susahund,

    diese Aussage ist einfach nicht zu fassen. Würde mir das passieren, ich würde den Arzt wechseln. Kann Dich Dein Hausarzt unterstützen, würde er Dir eine Propyhlaxe (vielleicht Betablocker) verschreiben? Als Übergang, bis Du einen neuen Neurologen hast. 🙂

    Normalerweise würde ich raten, erneut den Dialog zu suchen, aber hier „scheint“ mir Hopfen und Malz verloren.

    Chronische Migräne kann diagnostiziert werden, wenn man 15 Kopfschmerztage – davon mindestens 8 mit Migräne – im Monat hat, dies seit mindestens 3 Monaten und diese Frequenz auch nach einer erfolgreichen Medikamentenpause nicht abnimmt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Daniela
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    Hallo susahund,

    zu deiner Frage zu chronischer Migräne: ja das wird hauptsächlich an der Häufigkeit von Migränetagen festgemacht, soweit ich weiß ist die grenze da mind. 15 Tage im Monat.

    Zum Thema Prophylaxe: du solltest auf jeden Fall auf eine Prophylaxe bestehen. Dein Lebenswandel kann dem Arzt erst mal egal sein.

    Natürlich spielt es eine Rolle, aber so etwa