Susahund – auch neu hier- Migräne seit ca. 30 Jahren

Ansicht von 30 Beiträgen - 121 bis 150 (von insgesamt 234)
  • Autor
    Beiträge
  • susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Liebe Bettina, liebe Johanna,

    die letzte Pause war vor 6,5 Monaten und 8 Wochen und 4 Tage lang. Ich dachte eigentlich, das war schon ziemlich gut. Ich habe außer MCP NICHTS genommen in dieser Zeit.

    Die Neurologin würde mich wieder krankschreiben. Auch über einen nächsten Versuch der Prophylaxe wollte sie beim Termin Anfang Februar mit mir sprechen. Unabhängig davon meint sie, muss ich selber noch deutlich mehr Verantwortung übernehmen und eben danach konsequent nicht so viele Medikamententage aufbauen, sonst lande ich direkt wieder im MÜK.

    Nach einem halben Jahr gleich wieder so viele Kranktage ist schon blöd. Seit der Pause hatte ich aber auch keine mehr. Mitte des Jahres wird der GdB überprüft, ich hoffe, das klappt alles, dann bin ich wahrscheinlich etwas beruhigter.

    Hilft ja anscheinend auch nichts. Auf die Spitze treiben will ich das auf keinen Fall, der Schädel ist schon schlimm genug.

    Wie lange denkt ihr ist die Pause sinnvoll? 6 Wochen meint meine Ärztin auf alle Fälle?

    Puuh….wenn ich daran nur denke wird mir schon schlecht….

    Liebe Grüße
    Susahund

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7533

    Liebe Susahund,

    für Tage, an denen ich versuche, keine Schmerzmedis zu nehmen, hab ich Opipramol. Damit kann ich viele Tage überbrücken, so dass ich nicht mehr in MÜK-Gefahr gerate.
    Opipramol hat eine neuroleptische Komponente, die schmerzdistanzierend wirkt. Von tagsüber 1 oder 2 x 50 mg und abends bei Bedarf auch 100 werde ich müde und kann recht gut die Schmerzen überschlafen, kann aber auch, wenn nötig, wachbleiben. Dann halt ein bisschen beruhigter ? . Die Schmerzen rücken deutlich in den Hintergrund, reicht allerdings nicht bei den Hammerattacken.
    Könnte das auch für dich eine Möglichkeit sein, deinen Medikamentenkonsum zu senken? Sprich doch mal mit deiner Ärztin darüber. Die Idee stammt aus Kiel!

    Alles Liebe und eventuell guten Erfolg,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 9 Monate von  Julia.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28228

    Liebe Susahund,

    ich hatte ja im vorigen Beitrag schon die Prophylaxe angesprochen; was nimmst Du zur Zeit ein? Etwas Sedierendes und Schmerzdistanzierendes, wie Julia schon erwähnt, könnte vielleicht Sinn machen. Hilft auch in der Medikamentenpause, damit man sie besser überstehen kann.

    Ging es Dir denn nach der letzten Medikamentenpause eine Zeitlang besser? Wie lange die Pause währen soll, kann man schwer voraussagen. Ziel ist ja, die Schmerzhäufigkeit zu senken und wieder mit viel weniger Akutmedikation auszukommen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Guten Morgen,

    ich nehme aktuell Candesartan 8mg, habe schon versucht auf 16mg zu erhöhen, da haben meine Hände so doll gekribbelt. Bin dann wieder runter auf 8mg (Hände kribbeln immer noch) und nach ca. 3,5 Monaten habe ich eine hablbe Tablette BelocZoc 47,5 mg mit Candesartan kombiniert (mit ca. 2 Stunden Abstand zwischen den Einnahmen). Das habe ich glaube ich hier im Forum gelesen und mit meiner Neurologin dann besprochen. Das nehme ich jetzt aber noch nicht so lang.

    Das Opipramol ist ein Antidepressiva, richtig? Das kann man dann wirklich „nur bei Bedarf“ nehmen? Nicht kontinuierlich?
    Würde sich das auch in der Medikamentenpause anbieten, oder darf man das Medikament da nicht nehmen?
    Julia, „wach bleiben“ heißt Du kannst damit arbeiten? Oder eben nur nicht komplett liegen?

    Ich habe großen Respekt vor Antidepressiva, ich habe schon gelesen, dass einige dann Probleme haben diese dann wieder abzusetzen. Meine Neurologin hatte da auch schon eins vorgeschlagen (Amitriptilin o. ä.??), niedrig dosiert, sie meint das ware kein Problem. Bin da echt unsicher.

    Zwei Dinge machen mir noch Sorgen. Ist es richtig, dass das Schlaganfallrisiko während des Anfalls höher ist?
    Kann ich dagegen irgendetwas tun?
    Der andere Punkt ist, dass ich in der Pause auch (wie viele hier) wirklich oft komplett darniederliege. Bis zu drei Tagen am Stück und das dann natürlich immer wieder. Fast immer nur in einer Position, auf dem Rücken liegend, Kopf gerade, ich kann da nicht auf der Seite liegen oder aufbleiben.
    Wie verhält sich das da mit dem Thrombose Risiko? Kann ich dagegen etwas tun? Wird da was gemacht wenn man die Pause stationär macht?

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Susahund

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7533

    Guten Morgen, liebe Susahund,

    alle Fragen kann ich dir nicht beantworten, aber mit dem Opipramol kenn ich mich aus.
    Ja, es ist ein Antidepressivum, unterscheidet sich aber etwas in der Wirkweise.
    Opipramol kann sowohl als Prophylaxe jeden Tag genommen werden, als auch, wie ich es momentan mache, in der Medipause oder um an einzelnen Tagen auf Schmerzmedikamente oder Triptane zu verzichten. Dann wird allerdings anders dosiert.
    Um eine Pause zu machen, auch wenn es sich nur um einzelne/wenige Tage handelt, nehme ich am Tag nach Bedarf 1 oder 2x 50mg und abends zum Schlafen 100mg. Das kann man auch bei einer richtigen Pause über die nötige Zeit, auch zusammen mit Kortison, so machen.
    Ich kann dann auch tagsüber gut schlafen oder auch normal funktionieren. Schlafend geht es aber deutlich einfacher und angenehmer. Ob ich autofahren oder arbeiten könnte, habe ich nicht probiert, bin Rentnerin.

    Wenn eine Medipause dich zum Dauerliegen zwingt, weil die Schmerzen so extrem sind, könnte man auch noch stärkere Geschütze aufbieten, z. B. echte Neuroleptika wie Melperon oder Atosil. Dafür ist dann deine Neurologin zuständig. Es gibt da einige Möglichkeiten.

    Das Kribbeln in den Händen kann von Kaliummangel kommen. Da könnten dann 1 oder 1 Bananen oder andere kaliumhaltige Lebensmittel, wie Avocado usw. helfen. Sprich bitte deine Ärztin auf das Kribbeln an, da Sartane den Elektrolythaushalt beeinflussen können.

    Warum hast du gleich auf 16 mg Candesartan erhöht, ich hätte mit weniger gesteigert. Der Vorteil ist dann auch, dass man bei Nachlassen der Wirkung noch öfter eine Steigerungsmöglichkeit hat.

    So, das muss es erstmal sein, Bettina wird dir sicher auch noch antworten,
    alles Liebe,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 9 Monate von  Julia.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 9 Monate von  Julia.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28228

    Liebe Susahund,

    zum Opipramol hat Dich ja Julia schon aufgeklärt. Amitriptylin, Trimipramin, Doxepin usw. eignen sich übrigens sehr gut auch nur temporär während der Pause. Sie senken die Schmerzempfindlichkeit, sedieren, distanzieren auch etwas vom Schmerz, so dass man einiges überschlafen kann.

    Das Schlaganfallrisiko ist grundsätzlich etwas erhöht bei Migränepatienten, wenn Aura mit dabei ist noch einen Ticken mehr. Aber das sollte Dir jetzt nicht extra Angst bereiten, da das Risiko gering ist. Da ist Rauchen und starkes Übergewicht gravierender …

    Thromboserisiko ist erhöht, wenn man Liegezeiten hat. Dazu bitte den Arzt individuell beraten lassen. Ich hatte allerdings noch nie Vorkehrungen getroffen. Wobei ich in solchen Phasen ja auch ins Bad gehe, in die Küche usw. Ich liege dann nicht nur bewegungslos da. Antidepressiva können hier in der Pause wirklich gut helfen, so dass Du dann auch mehr auf sein kannst.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Liebe Bettina, liebe Julia,

    ich werde meine gleich Ärztin nach den Medikamenten fragen, die Ihr genannt habt. Vielleicht kann ich die Medikamentenpause doch ein kleines bisschen erträglicher gestalten als bisher.

    Bananen habe ich eingekauft ?, auch nach dem Kaliummangel werde ich fragen.
    Ich habe das Candesartan von 4, auf 8, auf 16mg erhöht, über einige Wochen hinweg, da lt. meiner Ärztin dann immer noch „Luft nach oben“ ist. Bin ja aber wieder zurück auf 8mg, jetzt in Verbindung mit Betablockern, mal sehen wie es sich entwickelt.

    Über die anderen Punkte mache ich mir am Besten mal nicht so viele Gedanken, wenn ich das richtig verstehe. Da fallen einem schon immer wieder Sachen ein, wenn es düster im Kopf ist und man da solange liegt…..

    Danke Euch und liebe Grüße
    Susahund

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7533

    Die Daumen sind für eine erträgliche und erfolgreiche Pause gedrückt! Du schaffst das schon 😀 !

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28228

    Liebe Susahund, drücke auch fest die Daumen und mit diesen unterstützenden Medikamenten schaffst Du es sicher recht gut. Lenke Dich ab, damit Du nicht im Gedankenkarussell verfängst. 😉

    Alles Gute und liebe Grüße,
    Bettina

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Hallo Ihr Lieben,

    ich sehne inzwischen den Termin in zwei Wochen bei meiner Neurologin herbei, die mich dann hoffentlich direkt in die Medikamentenpause schickt.
    Es hört fast garnicht mehr auf und ich bin so k.o.?

    Gestern früh, als ich dann nach vielen Tabletten doch an meinem Arbeitsplatz angekommen war, war ich fast stolz auf mich, dass ich das doch wieder in die Arbeit geschafft habe. Um dan