Susahund – auch neu hier- Migräne seit ca. 30 Jahren

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  • Bettina Frank – Admin
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    Liebe Susahund,

    ich schließe mich den anderen an und würde noch mal auf das Thema Prophylaxe zurückkommen. Jetzt während der Krankschreibung wäre die Zeit ideal, eine neue Prophylaxe oder eine neue Kombination zu testen.

    Wechseln nach so langen Jahren würde ich auch heikel sehen, aber vielleicht doch innerhalb des Betriebs wechseln oder die Stunden etwas reduzieren?

    Alles Gute,
    Bettina

    susahund
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    Hallo zusammen,
    Ihr sprecht mir aus der Seele!

    Liebe lili, ich habe den GdB50 seit ca. 2 Jahren, befristet bis Ende 2018. Beim Arbeitgeber habe ich diesen erst im November 2017 abgegeben, ich dachte immer, es geht auch so. Außerdem hat mich die Befristung immer ein bisschen abgeschreckt, jetzt beruhigt es mich doch, dass ich ihn abgegeben habe. Eben genau für die Zeiten, in denen es nicht funktioniert. Dass man das doch immer wieder auch mit guten Ärzten diskutieren muss macht mich ganz mürbe.
    Ich gleiche nach wie vor alle Tage, die ich außer der Reihe mal fehle, mit Überstunden aus. Es geht nur um die Zeiten, wenn wirklich nix mehr geht. Den Arzt zur Ergänzung werde ich suchen ?

    Liebe alchemilla, treffender Satz mit den Ruheständlern und Migräne! Am Anfang steht die Akzeptanz, habe ich gelernt, nicht die Suche nach der einen Ursache. Kaum bin ich bei der Akzeptanz angelangt (und das hat auch gedauert), suchen andere wieder die Ursache…. nervig. Eigentlich hast Du recht, TROTZ der Migräne mache ich das in Summe garnicht so schlecht!?

    Liebe Neele, ganz genau darum geht es mir, in schweren Phasen ohne schlechtes Gewissen krank sein zu dürfen. Das klappt bei mir noch nicht so gut. Und die Phase ist wirklich schlimm seit ca. zwei Jahren und das schlaucht mich, mit der Zeit immer mehr. Das tut mir sehr leid, dass Du auch eine schwere Phase hast! Ich drücke die Daumen, dass es bald besser wird!

    Liebe Bettina, den Spickzettel werde ich das nächste Mal dabei haben! Um alles für Kiel kümmere ich mich, nach den Ferien erreiche ich auch meine Neurologin wieder, dann werde ich auch gleich nach einer neuen Prophylaxe fragen.

    Ich danke Euch, allen einen schönen Abend!

    Liebe Grüße
    Susahund

    susahund
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    Beitragsanzahl: 134

    Liebe Bettina,

    das hat sich jetzt überschnitten ?

    Ich arbeite „nur“ 20 Stunden. Bei uns gibt es sehr wenig Stellen, wo man noch weniger Stunden arbeiten könnte. Innerhalb des Betriebes gucke ich immer, auch schon lange, ob mal was „besser passt“ zu meinen Gegebenheiten. Aber auch das ist schwierig, da viele Stellen garnicht mehr nachbesetzt werden. Meine Stelle ist auch gut, die Bedingungen passen soweit, was „Besseres“ zu finden wird schwierig werden, aber ich behalte das im Auge!

    Liebe Grüße und einen schönen Abend,
    Susahund

    susahund
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    Hallo zusammen,

    ich kann gleich das Amitriptylin in der Apotheke abholen.
    Bei Attacken soll ich abends 5-10 Tropfen nehmen. Da ich das nur abends nehmen soll heißt das, dass die Tropfen dann für 24 Stunden wirken? Das wird mich aber nicht „umhauen“, komplett „anders sein lassen“ oder ähnliches?

    Bei einer Prophylaxe würde man anders/niedriger dosieren?

    Hab das noch nie genommen und habe noch Respekt davor…

    Liebe Grüße
    Susahund

    susahund
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    Liebe Bettina,

    ich hatte hier von Dir vor kurzem gelesen, dass Du mit Amitriptylin Deine Anfälle verringern konntest. Ich finde den Beitrag gerade nicht mehr, ich hoffe, ich täusche mich nicht!
    Ist Dir das nur durch die Einnahme bei Attacken gelungen oder hast Du es als Prophylaxe genommen?

    Vielen Dank!!

    Liebe Grüße
    Susahund

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Susahund,

    ich nehme Amlodipin, das ist ein Blutdrucksenker. Aber auch Trimipramin, das wie Amitripylin ein trizyklisches Antidepressivum ist. Amitripylin kann einen Überhang in den nächsten Tag machen, daher erst mal nur mit wenigen Tropfen testen und nicht zu spät abends einnehmen. Es kann sehr hilfreich sein in der akuten Attacke (wird auch in der Medikamentenpause begleitend eingesetzt) und auch als Prophylaxe. Man startet niedrig mit der Dosierung und steigert langsam hoch, wenn man es als Prophylaxe einnimmt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
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    Liebe Bettina,

    vielen Dank ?
    Meinst Du, 5 Tropfen bei der ersten Einnahme sind in Ordnung oder soll ich mit weniger starten?
    Darf ich trotzdem Vomex oder MCP einnehmen, gegen das Erbrechen oder muss ich das dann weglassen??
    Entschuldigung……

    Herzlichen Dank!!

    Liebe Grüße
    Susahund

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Susahund,

    mehr als fünf Tropfen würde ich zu Beginn nicht nehmen, drei oder vier heute zum Start wären auch ok. 😉 Manche reagieren stärker auf Medikamente, andere nicht so. Das siehst Du dann schon.

    Vomex und MCP können prinzipiell auch eingenommen werden, sollte man aber mit dem Arzt abklären. Vor allem Amitriptylin und Vomex sedieren, das muss man bedenken und die Dosierung entsprechend anpassen. Also bei der ersten Einnahme würde ich mal „pur“ testen, wie sehr Dich die geringe Dosis sediert. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
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    Herzlichen Dank Bettina ?

    Liebe Grüße
    Susahund

    susahund
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    Beitragsanzahl: 134

    Guten Abend zusammen,

    ich bin leider auch wieder gescheitert mit meiner Medikamentenpause ?

    Die Anfälle haben sich verändert. Gibt es das? Von jetzt auf gleich? Mir ist binnen Minuten derart schlecht, nach spätestens einer Stunde fange ich an mich zu übergeben. Das geht dann drei Tage lang so. Trotz Vomex Zäpfchen (auch sofort genommen) in der höchsten erlaubten Dosierung in 24 Stunden.
    Dann hatte ich ein paar Stunden Ruhe und es ging von vorne los. Wieder drei Tage. Als am achten Tag der nächste Anfall kam habe ich ein Triptan mit Naproxen genommen. Weil ich noch so kaputt war von den letzten Anfällen.

    Das Amitriptylin habe ich genommen, aber jedesmal direkt wieder ausgespuckt.

    Verstehe ich nicht, habe schon drei Pausen daheim erfolgreich überstanden, dieses Mal schon der zweite erfolglose Anlauf. Bis jetzt konnte ich mit MCP oder Vomex das Brechen fast immer verhindern.

    Jetzt bin ich krankgeschrieben um Medikamentenpause zu machen und bekomme es einfach nicht hin. Schon echt blöd.

    Liebe Grüße
    Susahund

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Susahund,

    schwere Attacken sind auch kaum auszuhalten, da würde jeder „schwach“ werden. Ja, die Attacken können sich immer wieder verändern und zwar von jetzt auf gleich. Versuche mal Ondansetron, gibts auch als Schmelztabletten, sie sind die stärksten Antiemetika. Als Schmelztablette wirkt es schon über die Mundschleimhaut.

    Für nach der Pause und die starken Attacken mit Erbrechen eignet sich eigentlich nur Imigran Injekt. Es umgeht den Magen und stoppt mit dem Schmerz auch die starke Übelkeit und das Erbrechen. Lass es Dir mal verschreiben.

    Wenn die Pause jetzt eh erst mal beendet ist, versuche mit dem Amitriptylin ein bisschen Ruhe reinzubringen. Du schläfst damit besser und es kann auch als Prophylaxe wirken. Vielleicht ist das jetzt eher Dein Weg?

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    susahund
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    Liebe Bettina,

    ja, Du hast Recht, anscheinend ist das jetzt wohl mein Weg. Nutzt jetzt auch nichts sich zu grämen glaube ich. Immerhin 7 Tage habe ich geschafft, besser als nichts, jetzt versuche ich die Einnahme auf einem reduzierten Niveau zu halten solange ich daheim bin, das ist vielleicht auch schon was.

    Dass sich die Anfälle so plötzlich verändern können. Die Schmerzen waren schon immer ganz schlimm finde ich, aber dieses ständige Erbrechen macht es noch schlimmer. Ich habe immer das Gefühl mir platzt der Schädel. Der bricht der Kreislauf zusammen usw.
    Vielleicht habe ich mir deswegen in letzter Zeit auch so schwer getan und so viele Tabletten genommen, weil die Anfälle einfach noch schlimmer waren als sonst.

    Ich werde versuchen, mit dem Amitriptylin noch ein bißchen „runterzufahren“, das Ondansetron habe ich schon bestellt in der Apotheke.

    Die Triptan Spritzen wollte mir bis jetzt niemand verschreiben, weil die so teuer sind?

    Ganz lieben Dank für Dein unerschöpfliches Wissen und die unermüdlichen Ratschläge und guten Tipps, egal in welcher Stimmungslage man hier aufschlägt ?

    Liebe Grüße
    Susahund

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Susahund,

    Die Triptan Spritzen wollte mir bis jetzt niemand verschreiben, weil die so teuer sind?

    Der Neurologe hat das Budget für die Verschreibung und bei schwer verlaufenden Attacken mit Erbrechen stehen sie Dir zu! Du hast das Recht auf adäquate Therapie und dazu gehört auch die Imigran Spritze. Bestehe darauf und bitte um sofortige Verschreibung. Wobei – Du musst nicht zu bitten, Du bist kein Bittsteller, Du bist eine Patientin, die eine ihr zustehende Darreichungsform des Triptans fordert.

    Ich werde versuchen, mit dem Amitriptylin noch ein bißchen „runterzufahren“, das Ondansetron habe ich schon bestellt in der Apotheke.

    Beides kann hilfreich sein und bald kommt auch noch Imigran Injekt mit dazu, dann bist Du gut gerüstet. 🙂 Ich drück die Daumen für schnelle Besserung. Und danke für die lieben Worte, sehr gerne geschehen. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Hallo zusammen,

    auch wenn ich wirklich total gerne arbeite tut mir die Pause aktuell wirklich gut.
    Seit ich meine zwei fehlgeschlagenen Versuche einer Medikamentenpause mal „als Versuch“ akzeptiert habe gelingt es mir ganz gut runterzufahren.

    Da mich ja aktuell niemand länger als ca. 4 Wochen freiwillig krankschreiben möchte (ich müsste betteln, mache ich nicht so gerne, fühle mich immer so unverstanden) überlege ich, ob ein Sabbatical vielleicht eine Möglichkeit wäre.
    Habt Ihr da evt. Erfahrungen? Wie handhabt Ihr das? Werdet Ihr in solchen Fällen auch für ein paar Wochen krankgeschrieben? Oder löst Ihr das auch über Möglichkeiten wie ein Sabbatical?

    Ist weiß dass das bei meinem Arbeitgeber prinzipiell möglich ist, kenne aber tatsächlich niemanden, der es schon mal in Anspruch genommen hätte. Obwohl bei uns viele Tausend Mitarbeiter am Standort arbeiten.

    Liebe Grüße
    Susahund

    Julia
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    Beitragsanzahl: 7469

    Liebe Susahund,

    ja, ich habe mal 18 Monate nicht gearbeitet und auch davor hin und wieder mal Pausen von ein paar Wochen eingelegt, weil ich dachte, es müsste mir doch guttun. Meine Migräne hat es aber wohl gar nicht bemerkt ? . Und auch jetzt, seitdem ich Rente beziehe, habe ich keinen Tag weniger Migräne.
    Ich kann mich aber auch nicht erinnern, jemals durch Stress ( außer wenn ich mich in große Wut reinsteigere) vermehrt Anfälle gehabt zu haben. Eher habe ich den Eindruck, dass meine Attacken durch einen erhöhten Stresspegel weniger und leichter zu ertragen werden. Ich kann mich also meist darauf verlassen, dass mein Kopf sich bei wichtigen Terminen eher etwas ruhiger verhält und die Schmerzen nicht zu arg werden oder bleiben. Danach gehts dann allerdings wieder los. Das hat ganz sicher große Vorteile (ich mach mir nie Gedanken, ob ein Termin klappt oder nicht, weil, meist funktioniert das ja), ist aber prophylaktisch schwer zu behandeln.

    Du siehst, sooo verschieden sind unsere Köpfe bei gleicher Erkrankung. Du wirst es also ausprobieren müssen. Nur hättest du einen Plan B für den Fall, dass dein Kopf sich in der Pause beruhigt und dann nach dem schönen Jahr „nicht wieder arbeiten möchte“ ? ?

    Hast du eventuell die Möglichkeit mal ein paar Wochen zu pausieren? Ist wahrscheinlich schwierig zu organisieren? Wie auch immer das gehen könnte, es wäre ein Chance, deinen Kopf mal zu testen.

    Alles Liebe,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 5 Monate von  Julia.
    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo liebe Susanne,
    ich verstehe nicht, warum du nicht länger als vier Wochen krank geschrieben wirst ?
    Ein Neurologe kann das machen !
    Du musst ja nicht betteln, nur vielleicht mehr deinen Leidensdruck darstellen, die Unmöglichkeit,zu arbeiten mit den Schmerzen und Medikamenten.
    Bei mir kam noch dazu, daß ich Depressionen hatte.
    Aber selbst ohne die ist man irgendwann mit den Nerven am Ende.
    Wenn du bei einem Neurologen bist, dann kann der dich ziemlich lange krankschreiben und auch spritzen verschreiben.
    Du bist krank,- warum willst du ein Urlaubsjahr, dazu noch unbezahlt, nehmen ?!
    LG Ruth

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Liebe Julia,

    ein Sabbatical ist wohl immer gleich richtig lang?
    Ich hatte tatsächlich eher ein Pause von ca. 10-12 Wochen im Kopf.
    Deswegen habe ich auch gar nicht darüber nachgedacht, ob mir und meinem Kopf das am Ende sogar gefallen könnte ?
    Ich denke aktuell nicht darüber nach mit dem Arbeiten aufzuhören, ich mach das ziemlich gerne.
    Es ist nur aktuell schon so, dass ich mir eingestehen muss, dass ich die jetzige Situation daheim besser handhaben kann und das tut mir gut. Deswegen überlege ich, wie ich das noch um ein paar Wochen verlängern kann. Ohne schlechtes Gewissen. So bin ich auf die Idee mit dem Sabbatical gekommen.
    Mit Urlaub muss ich haushalten, da ich ein schulpflichtiges Kind habe, da bin ich noch fremdbestimmt, sonst wäre das z.T. sicher denkbar.

    Liebe Ruth,
    deswegen hast Du vielleicht auch Recht und mir würden nochmal ein paar Wochen Krankschreibung schon helfen. Das letzte Mal bei meiner Neurologin hatte ich das Gefühl, dass sie das nicht als notwendig empfunden hat, ich musste das explizit nachfragen und da kam ich mir blöd vor. Sie weiß ja genau wie es mir geht. Mich hat die Reaktion auch sehr gewundert.
    Ich habe schon das Gefühl, dass mich über zwei Jahre wirklich fast tägliche Migräne in meiner „Leidensfähigkeit“ sehr verändert haben. Das schlaucht einfach, auch zunehmend immer mehr.
    Ich muss mir nochmal überlegen, ob ich doch einfach nochmal bei der Neurologin nachfrage.

    Ich habe mir letzte Woche nochmal bei einer niedergelassenen Neurologin einen Termin geben lassen, da ich ohne diese auch nicht nach Kiel komme, da meine jetziges Neurologin in einer Klinik tätig ist. Da wurde eine Praxis neu übernommen, somit ist die Wartezeit auf einen Termin „nur“ 4 Wochen (die anderen hatten bis zu 3 Monate Wartezeit…Wahnsinn).

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend!

    Liebe Grüße
    Susahund

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    Hallo Susahund,

    wie lang ein Sabbatical geht, weiß ich gar nicht, dachte immer ein Jahr!?

    Ich hatte nur über eine Pause ohne Krankschreibung nachgedacht, aber natürlich hast du ganz sicher das Recht von deiner Ärztin ernstgenommen und dann auch krankgeschrieben zu werden.
    Das Problem ist aber wohl, wie bei vielen anderen, nicht so sichtbaren Krankheiten auch, dass Ärzte, die nicht selber betroffen sind, sich nicht einfühlen können in die Probleme ihrer Patienten. Ein Knochenbruch, das weiß jeder Arzt, egal welches Fach, muss ruhiggestellt werden. Aber bei „nur Kopfschmerzen“ krankschreiben??? Die alte Leier….

    Was du unbedingt brauchst, ist ein Arzt, der gelernt hat, was Migräne ist. Besser noch einer, der es selber hat 😉 . Und der mitfühlenen kann, es zumindest versucht.

    Es gibt hier auf der Schmerzklinikseite und auch auf der Seite der DMKG Listen von Ärzten bei denen man zumindest auf eine adäquate Therapie hoffen kann. Aber vielleicht hilft dir ja auch schon deine neue Ärztin. Und: klar und deutlich deine Probleme anbringen, vielleicht auch gegen einen eventuellen Widerstand!!!

    Ich drück die Daumen,
    Julia

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 552

    Liebe Sushund,

    ich denke, Julia hat recht!!! Wenn du nicht arbeitsfähig bist, dann muss dich deine Ärztin krankschreiben können, dürfen, wollen!

    Vielleicht ist es hilfreich, deine Ärztin darüber aufzuklären, welche Aus- und Nebenwirkungen die chronische Migräne auf dein gesamtes Leben hat. Und wenn du ihr eine Liste schreibst, damit sie eine ungefähre Vorstellung davon bekommt! Denn das scheint einigen Ärzten zu fehlen. Wir haben nun mal keine Krankheit, von der man nichts merkt! Und sichtbar ist sie auch nicht!

    Es kann doch nicht sein, dass wir um eine Krankschreibung BITTEN oder BETTELN MÜSSEN!!! Oder dass man Urlaub einreicht oder ein Sabbat einlegt, weil ein Arzt nicht bereit ist oder sich traut, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auszustellen!!!

    Wie hier immer wieder geschrieben und betont wird, MÜSSEN wir versuchen, zum Experten unserer Krankheit zu werden, um FÜR uns einzutreten, auch im Gespräch mit dem Arzt argumentieren zu können und berechtigte Forderungen zu stellen! Und auch mal einen Arzt aufklären! Denn NIEMAND hat die Weisheit mit Löffeln gefressen!

    Meine Daumen sind auch für dich gedrückt!

    Alles Liebe
    Katrin

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Susahund,

    wäre es denn möglich, dass Du eine längere Reha erhältst? Sehr lange Krankschreibungen können leider auch nicht die Lösung sein. Weder werden sie die Migräne nachhaltig verändern, wenn nicht gleichzeitig weitere wichtige Maßnahmen zur Verbesserung unternommen werden, noch sind sie gut tragbar für das Unternehmen. Sorry, dass ich das so krass erwähne, aber wir dürfen auch als Kranke die Realität nicht aus den Augen verlieren.

    Bevor Du also über weitere Krankschreibung nachdenkst oder Sabbatical, würde ich persönlich den Fokus auf aktive Hilfestellung legen, die Dir ja zusteht. Das Ziel sollte ja eine Verbesserung der Erkrankung sein und nicht „nur“ eine Auszeit. Das wären meine Überlegungen dazu.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die vielen Antworten!

    Eine längere Reha kann ich aktuell familiär schlecht organisieren, ich weiß schon, dass man da Hilfe bekäme, das würde mich im Moment mehr stressen als dass es mir hilft. Ich fahre davon abgesehen nicht mal gerne in den Urlaub, da ich mich daheim am besten erhole. Ich habe da lange darüber nachgedacht, auch zusammen mit meiner Ärztin, sie ist zu dem gleichen Entschluss gekommen. Würde es aber unterstützen, wenn ich das machen wollen würde.

    Deswegen hatten wir einen Aufenthalt in Kiel ins Auge gefasst, davon würde ich sicherlich profitieren. Im Moment setzte ich meine Energie eher daran, nach Kiel zu kommen. Das gestaltet sich nur zwecks Einweisung gerade schwierig, auch deswegen gehe ich jetzt nochmal zu einem niedergelassenen Neurologen, um das anzuschieben.

    Ich hatte an das Sabbatical gedacht, um die Fehlzeiten etwas arbeitgeberfreundlicher zu gestalten.

    Was sind „sehr lange“ Krankschreibungen? Fehlt ihr immer nur kurz mit Migräne?
    Letztes Jahr war ich 6 Wochen krank, den Rest der Pause habe ich schon mit Urlaub gemacht. Im Jahr davor waren es drei Wochen. Außer der Reihe wickel ich alle Anfälle mit Überstunden ab, habe also nie zusätzliche Kranktage. Die 20 Jahr vorher hatte ich nie auch nur einen Kranktage wegen Migräne. Auch das habe ich immer mit Überstunden ausgeglichen, wenn ich überhaupt mal gefehlt habe. Ich tue wirklich, was ich kann.
    Findet ihr das schon so unglaublich viel? Wäre es jetzt wirklich schon so „übertrieben“, mal 8 Wochen zu fehlen?
    Manchmal denke ich, mir geht´s echt mies, ist mir jetzt egal, dann bin ich eben krank. Im nächsten Moment greift natürlich dir Gewissenhaftigkeit.

    Wie handhabt ihr das? Habt ihr deutlich weniger Fehltage als ich oben pro Jahr beschrieben habe? Wenn ja, wie schafft ihr das?

    Im Sinne von „wir sollen unser eigener Anwalt sein“ würde ich aktuell sagen, dass ich die noch Zeit brauche, da die Migräne aktuell nicht auszuhalten ist, weil ich genau weiß, dass ich wieder 30 Tablettentage haben werde, wenn ich wieder arbeiten gehe, wie die letzten zwei Jahre eben auch.

    Aber ich verstehe Deinen Einwand Bettina, mit „die Realität nicht aus den Augen zu verlieren“. Mir macht das ja auch Bauchbrummeln mit den Kranktagen, deshalb mache ich mir ja Gedanken darüber und versuche, langfristige Lösungen zu finden.

    Ich bin da auch wirklich hin-und hergerissen.

    Aber der Weg nach Kiel um generell mehr an der Wurzel des Problems zu arbeiten ist doch richtig, oder?

    Liebe Grüße
    Susahund

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5663

    Liebe Susahund,

    die Kombination Berufstätigkeit und schwere Migräne sind für alle Seiten eine große Herausforderung.

    Man sollte halt einfach den Gesamtblick nicht verlieren und dazu gehört auch, dich mal gedanklich auf die andere Seite zu stellen. Mal angenommen, du hättest einen Betrieb und müsstest die Löhne aus eigener Tasche bezahlen. Wie viel würde es dir ausmachen, wenn jemand für 8 Wochen krank geschrieben ist, zusätzlich zum Urlaub? Und zusätzlich zu den anderen Erkrankungen wie grippaler Infekt o.ä., bei denen man auch nicht arbeitsfähig ist?

    Ich kenne einen Arbeitgeber mit einem großen Herzen, der in seinem kleinen Betrieb ca. die Hälfte aller Beschäftigten mit chronischer Erkrankung beschäftigt. Das ist finanziell für ihn ganz schön hart, denn die Fehlzeiten für Krankheiten und Kur- oder Klinikaufenthalte muss er bis zu 6 Wochen lang zum Hauptteil mittragen, erst nach 6 Wochen übernimmt die Krankenkasse die Kosten komplett.

    Arbeitet man im Team, müssen andere die Fehlzeiten kompensieren und zusätzliche Arbeit übernehmen. Das führt manchmal auch zu Problemen.

    Ein schwieriges Thema, ich weiß. Man kann ja nichts dafür! Die anderen aber auch nicht.

    Ich habe dieses Dilemma für mich persönlich so gelöst, dass ich den Beruf gewechselt habe. Ich arbeite inzwischen Teilzeit mit komplett flexiblen Arbeitszeiten. An schlechten Tagen arbeite ich nicht, an guten schon, und dann muss notfalls halt auch mal ein Tag am Wochenende oder ein Feiertag, der mir nicht wichtig ist, dran glauben. So muss ich kein schlechtes Gewissen haben und der Arbeitgeber hat auch keinen Nachteil. Das geht bei mir inzwischen aber auch nur deshalb so unkompliziert, weil meine Kinder groß sind. Ich habe also keine Fehltage wegen Migräne, doch nicht jeder hat so ideale Arbeitsbedingungen wie ich.

    Zu Kiel würde ich dir immer raten und die Zeit dieses Aufenthalts ist ja auch überschaubar.

    Lieber Gruß
    Heika

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Liebe Heika und alle anderen,

    ja, ich grübel hier auch gerade unentwegt. Ich glaube, ich handhabe das schon so, dass es den Arbeitgeber nicht so sehr belastet, da ich auch von daheim aus viel während der Kranktage abwickel, so dass meine Kollegen nicht unnötig belastet werden. Das nur vorweg.

    Ich fürchte inzwischen, dass das was ich WILL aktuell nicht mehr zu dem passt, was ich KANN.

    Mal überspitzt gesagt WILL ich eine Pause, die noch um ein paar Wochen verlängert wird und dann wäre ich gerne wieder so fit, dass alles so weiter laufen kann wie bisher, weil ich gerne arbeite und eben auch gerne da, wo ich bin.

    Was ich KANN weiß ich gerade noch nicht so genau.
    Fakt ist, bei aller Liebe zum Beruf, dass es mir daheim insofern besser geht, dass ich die Medikamenteneinnahme auf alle Fälle mal reduzieren kann. Das tut mir und meinem Körper gut. Ich kann ja auch nicht ewig meine 30 Medikamententage im Monat durchziehen.
    Die Migränehäufigkeit ist gleich daheim, es geht mir schlecht, aber ich kann z.B. die linksseitigen Anfälle (da muss ich meist nicht Brechen, gerade mit frisch Botox im Schädel) aushalten. Ich könnte aber nicht arbeiten.
    Die rechtsseitigen Anfälle sind derart übel gerade, dass ich da auch daheim Medikamente nehme und selbst damit oft flach liege, weil das Triptan so schlecht wirkt und ich in kürzester Zeit erbrechen muss. An der Lösung mit den Spritzen bin ich dran.

    „Früher“, wenn ich im Urlaub mal eine Medikamentenpause gemacht habe, konnte ich den Effekt erzielen, dass es danach besser war, eben nicht mehr so oft. Das hat sich geändert, es bleibt schlecht, ich gehe daheim nur so gut es eben geht anders damit um.

    Einen ganz flexiblen Job gibt es in meinem Berufsfeld glaube ich nicht. Müsste ich aber nochmal darüber nachdenken. Eine Idee wäre vielleicht, um 5 Stunden zu reduzieren und nur noch drei Tage in der Woche zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob das bei uns umsetzbar ist, aber das kann man zumindest mal fragen. Vielleicht ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung?

    Ach, alles nicht so einfach…
    Oh weh….ich bitte meinen Mitteilungsbedarf heute zu entschuldigen!

    Liebe Grüße
    Susahund

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7469

    Liebe Susahund,

    Familie und Erwerbstätigkeit sind oft schon nur schwer zu schaffen, kommt dann noch die Migräne dazu, bricht manchmal das recht wackelige Konstrukt zusammen. Da hilft dann wohl eher kein Dauergrübeln, sondern man muss auch mal Nägel mit Köpfen zumindest in Ruhe andenken.

    Wie alt ist dein Kind? Wenn du nicht mehr stillst ? , sollte eine Lösung zu finden sein. Kinder vertragen eine Trennung von der Mutter deutlich besser als die immer grübelnden „verlassenen Mütter“.

    Da es in Kiel ja recht lange Wartezeiten gibt, könnte ich mir, weil es wahrscheinlich schneller geht, erstmal eine Reha in der Kurklinik Bad Buchau gut für dich vorstellen. Der Chef Dr. G. ist Fachmann für Migräne und wohl ein seeehr netter und auf die Patienten eingehender Arzt. Es könnte doch sein, dass dir die 3 oder 4? Wochen dort mit einer fachkundigen Betreuung während der Medipause wirklich aus dem Kreislauf raushelfen können.
    Geh das Problem mal von der Seite aus an und sperr dich nicht sofort gegen jede Behandlung ohne die Familie.
    Frag Ehemann, Freunde und Familie und auch die Krankenkasse (Haushaltshilfe,Kinderbetreung) ob und wie euch geholfen werden kann. Es gibt viel mehr Möglichkeiten, als du im Moment überhaupt bedenken kannst und möchtest. Und deine Familie schafft es sowieso!!!

    Auch dem Arbeitgeber gegenüber sieht es für meine Begriffe „intensiver und nachhaltiger“ aus, als eine wochenlange Krankmeldung.
    Erst danach würde ich an deiner Stelle über große Veränderungen im Beruf, wenn dann noch nötig, nachdenken.

    Ich wünsche dir sooo sehr, dass du eine gute und für die gesamte Familie praktikable Lösung findest, damit es dir bald wieder besser geht.
    Alles alles Liebe,
    Julia

    PS: wenn du mehr über Bad Buchau wissen möchtest, frag mal unser liebes Mitglied Susie, die mit den Wellensittichen. Die kennt sich da aus 😀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 5 Monate von  Julia.
    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Susahund,

    Eine Idee wäre vielleicht, um 5 Stunden zu reduzieren und nur noch drei Tage in der Woche zu arbeiten. Ich weiß nicht, ob das bei uns umsetzbar ist, aber das kann man zumindest mal fragen. Vielleicht ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung?

    Mach das, versuche das unbedingt umzusetzen! Hast Du schon einen Schwerbehinderten-Ausweis? Wenn nein, auch den beantragen.

    Sonst würde ich Dir auf jeden Fall zu Kiel raten. Dort kann man Dir gut raten und Dich vielleicht mal so einstellen, damit Du nicht so viele Fehltage haben musst.

    Was sind „sehr lange“ Krankschreibungen? Fehlt ihr immer nur kurz mit Migräne?
    Letztes Jahr war ich 6 Wochen krank, den Rest der Pause habe ich schon mit Urlaub gemacht. Im Jahr davor waren es drei Wochen. Außer der Reihe wickel ich alle Anfälle mit Überstunden ab, habe also nie zusätzliche Kranktage. Die 20 Jahr vorher hatte ich nie auch nur einen Kranktage wegen Migräne. Auch das habe ich immer mit Überstunden ausgeglichen, wenn ich überhaupt mal gefehlt habe. Ich tue wirklich, was ich kann.
    Findet ihr das schon so unglaublich viel? Wäre es jetzt wirklich schon so „übertrieben“, mal 8 Wochen zu fehlen?

    Doch, das ist sehr viel und würde einen Kleinbetrieb sehr in Probleme bringen. Heika hat ja schon was dazu geschrieben. Ich denke, es muss dringend „nachgebessert“ werden bei Dir und dafür wäre halt die Schmerzklinik ideal.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Guten Morgen,

    vielen Dank für die vielen Hilfestellungen, die Ihr hier für mich parat habt ?

    Liebe Julia, Bad Buchau habe ich mir gleich angesehen, das wäre dann die Schlossklinik, wenn ich mich da jetzt richtig eingelesen habe. Und ja, das klingt gut, sehr gut sogar und ich muss mich damit wohl nochmal beschäftigen. Am Ende wird man es möglich machen können, da hast Du schon Recht liebe Julia, man muss wahrscheinlich vor allem WOLLEN.
    Kranktage wären das aber auch wieder, oder? Jedenfalls Fehlzeiten. Wenn ich dann noch Kiel in Angriff nehme wird das vielleicht zuviel. Da muss ich mich auch um eine sinnvolle Reihenfolge und Zumutbarkeit bzgl. Arbeitgeber bemühen.

    Liebe Bettina, ich informiere mich, was da möglich ist bzgl. Stunden reduzieren oder doch auch Sabbatical. Ich muss das wissen, um da eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können. Aber ich bin jedenfalls überhaupt mal auf die Idee gekommen, das ist doch schon mal was? ?

    Ich habe 22 Jahr fast ohne jegliche Kranktage gearbeitet, Migräne habe ich seit über 30 Jahren. Ich habe das aus tiefster Überzeugung auf mein Konto genommen und immer mit Überstunden ausgeglichen, wenn ich wirklich mal gefehlt habe, oder ich habe Tabletten genommen, um arbeiten zu gehen. Selbst Schuld, könnte man da sagen, das weiß ich jetzt auch.
    Den GdB 50 habe ich, nach zwei Jahre habe ich ihn auch beim Arbeitgeber abgegeben. Zwei Jahre habe ich auch auf zusätzlichen Urlaub etc. verzichtet, weil ich es so schaffen wollte. Bloß nicht unangenehm auffallen…auch selbst Schuld, weiß ich. Vielleicht wäre es gerade anders besser gewesen.
    Ich war immer mit ganzem Herze und voller Motivation und Einsatz in meiner Arbeit aktiv.

    Ich will damit nur sagen, dass ich mich schon freuen würde, jetzt, in einer Situation, ich der ich das in der Form nicht mehr leisten kann, nicht mehr hauptsächlich an den Arbeitgeber denken zu müssen wegen der Kranktage.

    Deswegen auch nochmal danke @ Ruth und @ Katrin für Eure Antworten!
    Ich hoffe auch, dass man als Arbeitnehmer in so einer Ausnahmesituation auch berechtigt krankgeschrieben ist (in einem riesigen DAX notierten Unternehmen).

    Jede Maßnahme, die ich jetzt ergreife werde ich finanziell tragen müssen.
    Mit Auswirkungen bis hin zur Rente, wenn ich reduziere. Ein Aufstocken danach ist bei uns in meinem Alter (Mitte 40) idR nicht mehr möglich (unser Durchschnittsalter liegt weltweit bei 31, das ist erschreckend, stimmt aber, ist auch so veröffentlicht.). Aber das ist ein anderes Thema.
    Ich mach das vielleicht wenn es möglich ist, weil die Alternative im Moment für mich zu schlecht ist.

    Aber das muss man sich auch leisten können.

    Das sind meine Gedanken dazu, bei aller Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber.

    Bitte nicht falsch verstehen, meine generelle Einstellung ist wirklich immer im Sinne des Arbeitgebers, gerade in der heutigen Zeit, wo ein unbefristeter Arbeitsplatz so unglaublich viel Wert ist.

    Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Susahund

    susahund
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 134

    Nochmal was anderes, um nochmal an der Wurzel zu arbeiten ?

    Trimipramin führt in aller Regel nicht so zu Gewichtszunahme wie Amitriptylin, habe ich das richtig verstanden? Oder verhält sich das bei geringer Dosierung ähnlich?

    Wie lange sollte man zeitlich einplanen, für einen Aufenthalt z. B. in Bad Buchau? Liege ich mit 3-4 Wochen halbwegs richtig?
    Mit „Susi mit den Wellensittichen“ ist das Profilbild gemeint?? ?

    Liebe Grüße
    Susahund

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28031

    Liebe Susahund,

    ich denke, Du hast mich missverstanden, daher noch mal eine Erklärung, wie mein Beitrag gemeint war. Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten, trotz Migräne am Leben und auch Arbeitsleben teilhaben zu können. Krankschreibungen und Sabbatical sind keine Dauerlösungen! Es muss aktiv etwas unternommen werden, um eine bessere Gesundheit wiederherstellen zu können. Und genau das gehst Du jetzt an, das ist sehr gut.

    Ich meinte, gelesen zu haben, dass Du nicht so lange von zu Hause weg sein willst/kannst. Da käme Dir ein Aufenthalt in der Schmerzklinik mit 16 Tagen natürlich entgegen. Zudem ist es eine sehr spezialisierte Therapie, die nachhaltig wirkt.

    Wenn es nun doch eine Reha sein soll, dann ist die Schlossklinik sicher zu empfehlen, ebenso die Berolinaklinik in Löhne. Von diesen beiden Einrichtungen haben wir schon positives Feedback erhalten. Zudem kennt man sich mit Migräne aus, wenngleich Kopfschmerzen auch nicht vorrangiges Behandlungsspektrum sind. Wie lange genau der Aufenthalt dauern wird, müsstest Du individuell erfragen. Auf jeden Fall mehrere Wochen.

    Trimipramin führt in niedriger Dosierung überhaupt nicht zur Gewichtszunahme, Amitripylin allerdings auch nicht. Alles in allem bedingt aber Trimipramin weniger Gewichtszuznahme.

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Lies auch mal in unserer Gruppe „Klinikerfahrungen“.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5663

    Liebe Susahund,

    das Thema schwirrt immer noch ein wenig in meinem Kopf herum.
    Auch dein Satz

    Mal überspitzt gesagt WILL ich eine Pause, die noch um ein paar Wochen verlängert wird und dann wäre ich gerne wieder so fit, dass alles so weiter laufen kann wie bisher, weil ich gerne arbeite und eben auch gerne da, wo ich bin.

    Ich finde es sehr gut, wie ehrlich du dir selber gegenüber bist und wie klar du diesen Wunsch ausdrückst. Viele haben ihn auch, nämlich dass sie durch eine Pause und/oder gewisse Maßnahmen eine Verbesserung ihrer Schmerzsituation erhalten. Du spürst, dass es immer schwieriger wird, den Status quo aufrechtzuerhalten. Bei mir war das auch so. Mir hat damals das Wissen geholfen, dass Migräne oft progressiv verläuft, also fortschreitend. Halten wir den Jetzt-Zustand, ist das oft schon ein großer Fortschritt, nur merken wir das nicht. Das hat Prof. Göbel mal bei einem Forentreffen geäußert. Patienten sind oft enttäuscht, wenn ihre Verhaltensänderungen oder medikamentöse Prophylaxen nicht so viel bewirken, wie sie es sich vorgestellt haben. Manchmal wird jedoch eine weitere Verschlimmerung verhindert, was aber leider nicht wahrgenommen wird, weil wir es nicht genau wissen und messen können.

    Erschwerend dazu kommt, dass eine lange Schmerzerkrankung sehr kräftezehrend ist und unser fortschreitendes Alter das Seine dazutut.

    Meine Maßnahmen haben mir körperlich nicht spürbar geholfen, meine Erkrankung ist sogar schlimmer geworden. Doch durch die berufliche Umorientierung konnte ich mir selber viel Druck nehmen, weil ich zuvor in einem Beruf gearbeitet habe, der körperlich und seelisch recht anstrengend war. Ich stand damals auch vor der Frage, was ich gerne will und was ich noch kann.

    Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg für dich findest.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 5 Monate von  heika.
    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 552

    Liebe Susahund, ihr Lieben,

    eure Beiträge haben mich doch sehr zum Nachdenken angeregt!

    …meine generelle Einstellung ist wirklich immer im Sinne des Arbeitgebers…

    Ich zähle mich ebenso zu dieser Art von Arbeitnehmern, auch wenn das aus meinem Beitrag vielleicht nicht unbedingt herauszulesen war. Vielleicht habe ich es aus der Erfahrung mit meinen bisherigen Arbeitgebern heraus „verlernt“, mich – wie du, liebe Heika, es schreibst – auch mal gedanklich auf die andere Seite zu stellen. Ich hatte aber auch noch keinen Arbeitgeber mit einem großen Herzen, wie du ihn beschreibst.

    Bei meinem letzten Arbeitgeber war ich für 13 Wochenstunden verteilt auf 3 Vormittage beschäftigt. Arbeit, die ich an Ausfalltagen wegen der Migräne nicht machen konnte, habe ich nachgeholt, indem ich mal an meinen freien Vormittagen ins Büro ging oder mal länger gearbeitet habe. AU-Bescheinigungen habe ich ihm auch dann gegeben, wenn ich vormittags gearbeitet, aber erst im Laufe des restlichen Tages krankgeschrieben wurde, weil ihm – wenn ich das richtig wusste – das einen (sicher kleinen) finanziellen Nutzen brachte. Ich habe ihn darüber ins Bild gesetzt, dass ich chronisch krank bin. Auch den Zeitpunkt für meinen ersten Klinikaufenthalt in Kiel habe ich mit ihm abgesprochen und diesen in eine für ihn und somit uns weniger arbeitsreiche Zeit gelegt. Ich war der Meinung, dass ich ihm mit diesem Verhalten zeige, dass sich meine Erkrankung nicht nachteilig für ihn auswirken soll, und er mir mein Gehalt nicht für das Kranksein zahlt. Das hat eine gewisse zeitlang funktioniert. Am Ende aber war mein Bemühen scheinbar vergebens – ich bekam die Kündigung. Ich hatte den Eindruck, dass er die Tatsache, dass ich krank und beschränkt arbeitsfähig war, ausnutzen wollte, indem er mir einen „Knebelvertrag“ anbot, der ihn von vertraglichen Vereinbarungen wie Urlaub oder Festgehalt entbinden sollte. Da wir Öffnungszeiten und somit – wenn auch wenig – Laufkundschaft hatten, hätte ich dennoch keine flexiblen Arbeitszeiten gehabt. Ich habe das als doppelte „Strafe“ empfunden: die Krankheit zu haben und mich in „Knechtschaft“ begeben zu sollen.
    Zu berücksichtigen ist die Situation, dass ich alleinige Bürokraft war und es somit keine Vertretung gab. Dafür hätte es mit Willen und Mühe sicher Lösungen gegeben, an denen ich gerne auch mitgewirkt hätte. Aber er war Kapitalist und brauchte das Geld für das, was ihm wichtig war.

    Nun sind ganz sicher nicht alle Arbeitgeber so oder so wie der von Heika beschriebene, die meisten liegen sicher irgendwo dazwischen. Beide Seiten behalten die jeweils eigene Seite unter Berücksichtigung der anderen Seite im Blick und sind – wie es in einem Arbeitsverhältnis eben ist – füreinander da, es muss für beide Seiten ein gesundes und nützliches Verhältnis sein. Klar, dass der Chef der Chef ist und auch am unpopuläre Entscheidungen treffen muss. Dafür trägt und übernimmt er eben auch eine große Verantwortung.

    Wenn es aber darauf hinausläuft, dass der Arbeitgeber auf seinen Vorteil bedacht den Arbeitnehmer und seine (meist schlechte finanzielle) Situation ausnutzt, dann läuft gewaltig was schief. Um zu begreifen, dass das eher die Realität ist, braucht man sich nur mal die Nachrichten an- oder sich in der Arbeitswelt umsehen…!

    Ich habe keinen Arbeitgeber gefunden, der mich mit dem Wissen um meine Erkrankung eingestellt hat. Auch da hätte ich mich auf eine „unentgeltliche Probezeit“ o.a. eingelassen, um meine Chance auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen und dem potentiellen Arbeitgeber zu zeigen, dass ich trotz der Erkrankung gut arbeiten kann. Soweit, meinen Schwerbehindertenausweis vorzulegen, bin ich gar nicht erst gekommen und hätte mir sicher auch überlegt, ob ich ihn überhaupt vorlege. Aber das ist ein anderes Thema.

    Mir hat damals das Wissen geholfen, dass Migräne oft progressiv verläuft, also fortschreitend.

    Erschwerend dazu kommt, dass eine lange Schmerzerkrankung sehr kräftezehrend ist und unser fortschreitendes Alter das Seine dazutut.

    Wie und wo ich in meinem Zustand mit täglichen Schmerzen, erschöpft und entkräftet jemals wieder eine Arbeitsstelle finden soll, ist mir echt schleierhaft!

    Dennoch bin ich sehr dankbar für diesen Austausch, habe ich doch so die Möglichkeit, meine Blick auf dieses Thema zu erweitern. Danke!

    Ich hoffe, dass du, liebe Susahund, eine gute Lösung für dich findest.

    Alles Liebe
    Katrin

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