Vermutlich Migräne (PEKK)

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  • pekk
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    Hallo zusammen,

    seit einigen Jahren habe ich Probleme mit Lichtempfindlichkeit der Augen. Selbst kleinste Teelichter oder Weihnachtsdeko blenden mich unheimlich. Manchmal reicht sogar schon eine Spiegelung des Lichtes in einem Getränk oder ähnlichem.
    Parallel dazu hatte ich 1-2 pro Jahr Sehstörungen mit Zick-Zack Muster und einem grauem Punkt. Dieses hat jeweils immer ca. 1 Stunde angehalten und danach war die Lichtempfindlichkeit sogar noch stärker. Dieses tritt ausschließlich in den dunklen Jahreszeiten zwischen November und Februar auf. Im restlichen Jahr bin ich zwar auch lichtempfindlich, aber nicht so stark ausgeprägt.

    Die Lichtempfindlichkeit kam mit dem ersten Auftreten der Sehstörungen. In der Zwischenzeit war ich bei verschiedenen Augenärzten & Sehkliniken, die aber eine gute Sehkraft und keine Erkrankung an den Augen feststellen konnten. Daraufhin war ich bei mehreren Ärzten, darunter: allg. Medizinern, Rheumatologe, Neurologe, Psychologe, & Orthopäde. Auch im MRT und CT war ich bereits.
    Diverse große Blutbilder, Durchflussmenge des Blutes am Hals und viele andere Tests wurden alle ohne Befund durchgeführt.

    Das es eine Migräne bzw. die Aura davon ist, habe ich erst durch die Migräne App festgestellt, da das Demo Video fast identisch zu meinem ist. Auch habe ich nach den Sehstörungen oft Kopfschmerzen (wenn auch wenig) und Schwindel, welche aber über Wochen anhalten.

    Folgendes wurde bereits probiert:
    Vitamin B12, D, Magnesium, Carbamezepin 200, Rizatriptan 10, Ibuprofen
    Aber alles nur mit mäßigem Erfolg.

    Bei konkreten Sehstörungen hilft es auch, wenn ich mich ins Bett lege und längere Zeit schlafe, aber diese Lichtempfindlichkeit macht mich fertig. Vor allem während der Dämmerungszeit hab ich damit die meisten Probleme. Auch kann ich teilweise tagsüber Gesichter nicht richtig erkennen. Es ist alles scharf zu sehen, aber irgendwie anders als früher. Als wenn nicht das gesamte Gesicht „scharf“ gestellt werden kann. Auch ist das Fokussieren zwischen nahen und weit entfernten Objekten ein Problem. Dazu kommt halt der Schwindel (vor allem beim nach unten schauen). Auch hab ich teilweise das Gefühl, dass mein Gesicht sehr heiß ist.

    Ein erneuten Termin im MRT hab ich noch im Dezember, aber zu einem anderen Neurologen erst Ende Februar.

    Vielleicht hat ja jemand anders ähnliche Erfahrung gemacht und kann ggf. den ein oder anderen Tipp geben, was man noch versuchen könnte oder mich auf die richtige Lösung bringt, sollte es doch keine Migräne sein.

    Vielen Dank.
    PEKK

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4677

    Hallo PEKK,

    herzlich willkommen hier im headbook. Wie gut, dass du die Migräne App hast. 🙂

    Deine „Sehprobleme“ sind total typisch für eine Migräne, und auch für eine Migräne mit Aura. Man muss wissen, dass die Aura die Migräne ist.

    All deine Beschreibungen kann ich bestätigen. Wenn ärztlicherseits alles abgeklärt ist, dann vertraue den Diagnosen und versuche nicht, immer mehr und immer weiter zu suchen. Bist du medikamentös gut beraten?

    Die Migräne ist eine sehr komplexe neurologische Grunderkrankung mit unglaublich vielen Symptomen und Gesichtern.

    Ließ dich hier im Forum und auch unter dem Menüpunkt „Migräne Wissen“ schlau. Wenn du Fragen hast, stelle sie hier. Sie werden dir kompetent und seriös beantwortet. Das ist das tolle am Headbook, dass man sicher sein kann, dass es qualifizierte Antworten gibt.

    Versuche Ruhe in deine Gedanken und Regelmäßigkeit in deinen Tagesablauf zu bringen. Versuche die nichtmedikamentösen Prophylaxen in deinen Alltag einzubauen und vermeide ewiges Hinterfragen.

    Gegen eine Aura gibt es keine speziellen Medikamente. Die Aura ist nicht gefährlich. Obwohl sie große Angst und Sorge verbreitet.

    Mit diesem Wissen kann man, so meine ich, schon sehr viel entspannter damit umgehen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7741

    Hallo liebe/r? PEKK.

    Herzlich willkommen bei uns in Headbook.

    Ob ich dir helfen kann, weiß ich nicht, eventuell liege ich mit meinem Hinweis total daneben.

    Was du da beschreibst, sieht schon sehr nach einem Flimmerskotom bei Migräne aus, da dürftest du Recht haben. Gleich mal dazu als Hinweis: während des Flimmerskotoms auf keinen Fall Triptane nehmen, immer erst nach Abklingen wenn Schmerzen auftreten. Lies bitte mal dazu auf der Seite der Schmerzklinik, rechts unten in der Sidebar unter Migränewissen.

    Aber deine Augenprobleme erinnern mich zum Teil an meine eigene Augengeschichte. Ich habe über sehr viele Jahre immer wieder darüber geklagt, nicht „richtig“ sehen zu können. Erklären konnte ich es nicht, ich sah ja alles mit perfekter Sehschärfe. Ich bin eigentlich (jetzt auch mit Prismenbrille) nicht lichtempfindlich, nicht mal während einer Migräneattacke, da setz ich mich noch in die Sonne. Aber jede Kerze und jedes, auch ganz leichte, Flackern, sogar das von einigen Lampen, macht mich „wuschig“, und ich fühl mich nicht wohl. Sogar schnelle Bewegungen, wie ein Zug oder Auto im Fernsehen, oder auch so Flimmerlicht in Filmen machten und machen mich immer noch wahnsinnig! Inzwischen dank Prismen aber weniger.

    Vor 8 Jahren hat mich mein Augenarzt, der eine Sehschule hatte, dann zu seiner Orthoptistin geschickt, die aber auch trotz enormer Bemühungen nichts Abnormes feststellen konnte. Schon wieder auf dem Flur hab ich dann noch eine Bemerkung, was weiß ich nicht mehr, gemacht. Daraufhin hat sie mir ein Prisma auf meine Brille geklebt und mich damit in den am nächsten beginnenden Urlaub geschickt. Und oh Wunder, ich mochte sogar endlich wieder gerne lesen! Nicht mehr jedes kleinste Licht flackerte, alles war weniger anstrengend. Damit stand die Diagnose latentes Schielen.

    Das haben 70% der Bevölkerung, ohne es zu wissen, und ohne dass es sie groß stört. Da aber Migräneköpfe, die ja Reize nicht filtern und als bekannt abhaken können, sich immer wieder neu „aufregen“, bemerken wir jedes einzelne Gewackel, das durch das ständige Nachjustieren der Augäpfel entsteht, immer wieder neu. Inzwischen brauche ich 13 Prismen und man sieht mir das Schielen immer noch nicht an, ich habe aber ohne die Prismenbrille deutliche Doppelbilder.
    Mit dem Flimmerskotom, das ich auch kenne, hat es nichts direkt zu tun, das entsteht im Gehirn, das sehen wir nicht wirklich. Sind zwei komplett unterschiedliche Eindrücke.

    So, jetzt habe ich dich zugetextet, aber vielleicht sprichst du noch mal einen Augenarzt mit Sehschule darauf an, und auch auf die Besonderheit deines Migränegehirns. Viele Ärzte kennen sich da nicht aus. Prof. Göbel von der Schmerzklinik Kiel sagte mir mal: Schielen und Migräne geht gar nicht!

    Ob ich richtig liege mit meiner Vermutung? Siehe ganz oben 🤔.
    Einen Versuch ist es sicher wert.
    Liebe Grüße,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28638

    Hallo PEEK und ein herzliches Willkommen im Headbook. 🙂

    Ich bin auch sehr lichtempfindlich, auch außerhalb der Attacken. Selbst weiße Wolken bei bedecktem Wetter empfinde ich als „schmerzhaft“ in den Augen. Trage sehr oft Sonnenbrille, damit komme ich gut zurecht. Bei Kerzen stört mich dann auch noch das Flackern, also die schnellen Wechsel.

    Sehr gut, dass Du die App nutzt und super auch, dass Du anhand der Simulation Deine Aura erkannt hast. Dann ist die Diagnose Migräneaura ja doch sehr wahrscheinlich. Ein erneutes MRT macht dann ja wohl auch keinen Sinn.

    Hochdosiertes Magnesium kann gut unterstützen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    pekk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Begrüßung und die ersten Tipps.
    Wie gesagt, bei mir tritt es besondern schlimm in den dunklen Monaten auf. Im Sommer bin ich zwar auch empfindlich, aber die Begleiterscheinungen sind dann nicht so schlimm.

    @sternchen
    Ich habe mir die Texte und Migränewissen durchgelesen und musste lachen. Davon habe ich nämlich auch viel versucht: neue Brille, neue Matratze, neuer Lattenrost, neues Bett, kein Alkohol, kein Koffein, neue Schuhe (auch mit Einlagen). Aber geholfen hat leider gar nichts 🙁
    Auch habe ich inzwischen feste Gewohnheiten was die Mahlzeiten und das Aufstehen betrifft.

    @Julia
    Das mit der Prismenbrille werde ich auf jeden Fall versuchen. Ich habe eine Sehschule mit Orthoptik ganz in der Nähe ausgemacht. Den Termin gab es aber leider erst für Februar.

    @Bettina
    Was unternimmst du gegen die Lichtempfindlichkeit? Man soll ja nicht immer eine Sonnenbrille tragen.

    Viele Grüße
    pekk

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28638

    Hallo Pekk,

    ich trage immer Sonnenbrille, wenn es mir zu hell ist. Ob man das soll oder nicht, ist für mich zweitrangig. 😉 Aber ich achte schon darauf, es nicht zu übertreiben.

    Liebe Grüße
    Bettina

    pekk
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Hallo zusammen,

    heute hatte ich wieder eine Attacke, hab diese aber das erste Mal ausgehalten ohne direkt ins Bett zu verschwinden und zu schlafen.
    Und die Aura ist zwar mega lästig, aber man ich konnte es aushalten. Es war auch schon dunkel draußen, so dass es auch einfacher war.
    Im Nachgang hatte ich auch keine Kopfschmerzen oder sonst etwas.

    Anbei der Ablauf:
    17:00 Uhr Start, bei hellem Video am Computer
    17:10 Uhr Aura voll da, aber nur auf der linken Seite
    17:30 Uhr Aura wird weniger
    17:40 Uhr Aura völlig weg
    17:45 Uhr nur eine Ibuprofen 400 genommen, sonst nichts
    18:00 Uhr „Normalzustand“

    Wie handhabt ihr das?
    Haltet ihr das einfach aus und macht dann mit eurem Tagesablauf weiter oder ist für euch dann der Tag gelaufen?
    Bisher lag ich dann immer nur im Bett und habe quasi dann den ganzen Tag geschlafen.

    Beim letzten Mal hatte ich direkt beim Start Rizatriptan genommen und die Aura hatte mich auch mehrere Stunden begleitet. Daher wollte ich es dieses Mal bewusst wahrnehmen und anders machen.

    Was mir noch einfällt. Aktuell bin ich gesundheitlich etwas angeschlagen und habe dann heute einen schweren Kühlschrank umherheben müssen.
    Ansonsten mache ich eher nichts körperliches. Kann das ggf. mit ein Auslöser sein bzw. das ganz Verstärken? Auch ist bei uns ein kleiner Wetterumschwung, von +8 auf -2 Grad.

    Viele Grüße
    PEKK

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 weeks, 5 days von pekk.
    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4677

    Hallo Pekk,

    was du beschreibst ist ein typischer Ablauf einer Aura. Es macht Sinn, es bei einer Aura ruhig angehen zu lassen. Du weißt ja, Migräne ist eine Reizverarbeitungsstörung. Am besten ist es also sich Ruhe zu gönnen, soweit es möglich ist. Manchmal bin ich nach einer Aura wirklich fix und fertig. Der Tag ist dann natürlich gelaufen. Schlafen kann ich nur selten. Aber das ist sicher auch individuell und auch bei mir immer unterschiedlich.

    Das man während der Aura kein Triptan nehmen darf, weißt du sicher. Erst wenn die Aura völlig verschwunden ist, kann man gegen den Kop