Vorstellung: Anakin

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  • Anakin
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    Guten Morgen liebe Leidensgenossen/-innen

    Ich versuche so gut es geht diese Vorstellung zu strukturieren – es könnte ein wenig lang werden 🙂

    Ich bin 27w. und habe seit ca. 12 Jahren Migräne,zudem bin ich Hochsensibel. Ich habe monatlich etwas 10 – 15 Anfälle. Entweder bekomme ich einen Anfall in der Nacht zwischen 01.00 und 05.00, wobei ich Mithilfe der Einnahme eines Triptans nach 40min schmerzfrei bin oder ich bin in einer „Migräne Phasen“, das heisst ich habe mehrere Tage Kopfschmerzen mit unterschiedlicher Schmerzintensität.

    Medikamente bei einem Anfall: Sumatriptan T-50 (vielfach reicht 1 Tablette)
    Prophylaxe: Hochdosiertes Magnesium (jeweils Mo. & Abends) sowie Vit. B2 auch Morgens u. Abends
    Auslöser: Stress, Emotionen (gute und schlechte), Gewisse Nahrungsmittel (leider weiss ich nie wirklich welche oder welche Kombination), Sonne, Temperaturwechsel, Wetter
    Ausprobierte Therapien: Akupunktur, Hypnose, Physio, Osteopath, Dry-needling, Homöopathie, Meditation,

    Was ich auch beobachten kann sind folgende zwei Arten von Anfällen:

    In der Nacht sind die Schmerzen unerträglich (Wie Messerstiche, meistens auf der rechten Seite – meine Ärztin hatte auch schon die Vermutung, dass die nächtlichen Attacken ein Cluster Kopfschmerz sein könnten.) Diese Anfällen lassen sich zu 90% durch die Einnahme eines Sumatriptans (50mg) behandeln.

    Migräne während der langanhaltenden Migräne-Phase: Kribbelnder Kopfschmerz manchmal frontal, manchmal rechts/links. Es fühlt sich dann so an als ob meine Stirn wie ein Sieb mit ganz kleinen Löcher wäre und ich spüren würde wie eine Flüssigkeit durch diese Löcher fliessen würde. Zudem schwitze ich manchmal auch ganz komisch und bin sehr Temperatur empfindlich. In den Migräne-Phasen kann der Schmerz sehr schnell schwanken (, es kann auch sein, dass der Schmerz plötzlich einfach weg ist. Ich vermute, dass die langanhaltenden Phasen teils durch die Medikamente ausgelöst werden – leider helfen mir dann auch die Triptane nicht mehr so verlässlich in dieser Zeit. Seit letztem Dienstag bin ich wieder in dieser Phase – am besten geholfen hat mir: Vicks Day Quill aus den USA (ich will gar nicht wissen was da alles drin ist).

    Im September habe ich ein sehr anspruchsvolles Studium angefangen und verpasste mittlerweilen so viel, dass es mir kaum möglich sein wird dieses Semester noch irgendwie aufzuholen. Ich warte nun auf eine Antwort von meinem Studienberater. Mittlerweilen frage ich mich ob ein Studium überhaupt Sinn macht – wie will ich einen Beruf haben welche ich mit meiner Migräne gar nicht ausüben kann? Meine Motivation ist da aber mein Kopf macht einfach nicht mit. Es ist so frustrierend da ich vor 1.5 Jahren im Selbstudium die Maturität nachgeholt habe um meinen Traum vom Studium zu verwirklichen. Nun sitze ich mehr zu Hause als in der Vorlesung und weiss nicht mehr wirklich weiter…

    Bettina Frank – Admin
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    Willkommen bei uns, liebe Anakin. 🙂

    Bist Du denn bei einem Neurologen in Behandlung? Was Du bisher an Prophylaxen und Therapien unternommen hast, ist alles dem alternativen Bereich zuzuordnen und bei Migräne nicht wirksam. Die gute Nachricht ist also, dass Du nun sinnvolle Prophylaxen starten kannst. 🙂 Mit dem Sumatriptan bist Du ja schon gut versorgt und es hilft Dir ja auch. Magnesium und Vitamin B2 nimmst Du auch ein, das ist ebenfalls sinnvoll.

    Nahrungsmittel lösen keine Migräne aus, darauf solltest Du Dich nicht zu sehr „einschießen“. 😉

    Musst Du denn zu jeder Vorlesung gehen? Es gibt Pflichtvorlesungen, aber die anderen kann man sich doch oft ersparen und den Stoff zu Hause durchgehen. Meine Tochter ist auch schwer betroffen, studiert Medizin, macht jetzt die Doktorarbeit noch nebenbei, besucht aber nur die Pflichtvorlesungen. Damit möchte ich Dir Mut machen, keinesfalls auf Dein Wunschstudium zu verzichten. Alles ist machbar, auch mit Migräne. Und wenn Du vielleicht demnächst mit einer wirksamen Prophylaxe startest (Betablocker z. B.), gehts Dir auch schnell wieder besser. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anakin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Liebe Bettina

    Herzlichen Dank für Deine ermutigenden Zeilen.

    Ich bin bei einer Neurologin, sie hat mir Betablocker verschrieben (hatte bei der Messung einen sehr hohen Blutdruck). Leider fühlte ich mich nach der Einnahme nicht sehr wohl und habe die BB abgesetzt – vielleicht sollte ich es aber nochmals versuchen?

    Was mir in den letzten Tagen einfach Sorge machte (und auch sonst bei diesen längeren Phasen), war dass ich nach Einnahme des Sumatriptans immer noch leicht bis mittelschwere Schmerzen hatte. Aber das gibt es womöglich ab und zu ?!

    Spannend fand ich Deine Antwort bezüglich Nahrungsmittel – ich hatte/habe manchmal das Gefühl, dass wenn ich Süsses oder am Abend Teigwaren und schweres Essen esse – dies meine Migräne auslöst? Das hat mich immer ein wenig traurig gestimmt da ich sooo gerne esse 🙂

    In die Vorlesungen gehen muss ich nicht – jedoch gibt es pro Fach jeweils Übungen welche 7-8h pro Woche beanspruchen und das 4x. Man sagt bei uns im Studium sollte man im ersten Jahr mit 60-70 Stunden Wochen rechnen. Wenn ich meine Migränefreie Zeit habe dann ist das kein Problem, aber wenn ich dann eine Woche nichts machen kann verpasse ich sehr sehr viel.

    Liebe Grüsse
    Anakin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Liebe Anakin,

    es ist ein Irrglaube, dass Süßes und Kohlenhydratreiches Migräne auslöst. Das Gegenteil ist der Fall! Vor einer Migräneattacke gerät das Gehirn in ein Energiedefizit und der Körper versucht, dieses dadurch auszugleichen, indem Hunger auf Süßes und Kohlenhydratreiches entsteht und man diese Nahrungsmittel dann zu sich nimmt. Manchmal kann ich z. B. einen Anfall abhalten, wenn ich schnell ein Vollkornbrot esse, oder bei Zeitmangel einen Riegel oder ein Cola trinke. Die Migräne kommt übrigens auch dann und dann erst recht, wenn Du diesem Hunger auf Süßes usw. nicht nachgibst. 😉 Sehr hilfreich ist es, den Blutzuckerspiegel immer konstant zu halten und regelmäßig zu essen.

    Du nimmst nur 50 mg Sumatriptan, vielleicht reicht das nicht für jede Attacke aus. Versuche bei schwereren Attacken doch mal 100 mg. Auch kann man über einen Triptanwechsel nachdenken, es gibt 7 verschiedene.

    Versuche unbedingt nochmals den Betablocker! Müdigkeit und Schlappheit sind beim Eindosieren völlig normal, das legt sich wieder.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anakin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Liebe Bettina

    Dann gehe ich nun voller Freude etwas Süsses kaufen 🙂
    Werde nun heute Abend nochmals mein Betablocker nehmen.

    Danke für Deine Hilfe!
    Liebe Grüsse
    Anakin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Plündere den Süßigkeitenladen. 😀

    Der Betablocker sollte konsequent und regelmäßig über eine Zeitspanne von mindestens 3 Monaten eingenommen werden. Erst dann kann man eine eventuelle Wirkung beurteilen. Bedenke auch, dass Du die ersten Tage müde sein kannst und auch schlapp. Daher dann starten, wenn in den darauffolgenden Tagen nichts Wichtiges ansteht.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anakin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 33

    Halli Hallo ihr Lieben,

    Es ist zum Mäuse melken. Heute ist mein 15ter Medi Tag. Am Morgen fühle ich mich jeweils tiptop, der ganze Tag bis Abends vor dem zu Bett gehen auch. Heute fing es bereits am Nachmittag an und dann nehme ich halt ein Triptan. Diese helfen eigentlich innerhalb von 40min (Sumatriptan 50mg) und es geht mir dann auch wieder gut. Aber wieso kommt es immer wieder? Ich hatte, glaube ich, noch nie eine so lange Mig.Phase.. War sogar so in Panik vorhin, dass ich ein MRI Termin in der Klinik abgemacht habe 🙁 könnte heulen..
    Bezüglich Betablocker, ich warte noch auf das Rezept meiner Ärztin, sie will mir Inderal verschreiben.

    So, jetzt hoffe ich, dass das Sumatr. bald wirkt 🙁

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Liebe Anakin,

    eventuell könnte ein MÜK bestehen, da die Schmerzen täglich wiederkommen. Sprich mal mit Deiner Ärztin, ob Du vielleicht mal einen Tag Kortison (100 mg) nehmen solltest. Manchmal kann dies schon ausreichen, so einen Status migraenosus zu beenden.

    Gute Besserung!

    Liebe Grüße
    Bettina

    akascha
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 155

    Liebe Anakin,

    Ich hatte gerade versucht auf deine Nachricht zu antworten, aber ich konnte sie leider nicht versenden. Ich bekomme immer eine Fehlermeldung.
    Ich versuche es morgen nochmal. Jedenfalls freue ich mich über deine Nachricht.?

    Liebe Grüße
    Astrid