Vorstellung Andres

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  • Andres
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    Liebe Headbookers
    Ganz herzlichen Dank für Eure Erfahrung an denen ich in all diesen Foren teilhaben darf. Ich bin noch nicht mit meinen Fragen und Wissenshunger durch, aber das kommt noch mit mehr lesen.
    Zu meiner Vorstellung:
    Ich bin 47J, m, lebe im Grossraum Zürich, Kopfschmerzen seit ich 10J alt bin, chronische Rückenschmerzen seit 17J, die Migräne (wie ich jetzt weiss) seit ich ca. 20J alt bin, bis 2009 Migräne (teilw auch mit Aura) weitgehend “im Griff” und ca. quartalsweise, seither massiv zunehmend. Habe mir selber über verschiedene (auch alternativmedizinische) Massnahmen einen eigenen Katalog von wirksamen Sachen für den Rücken und den Kopf zusammengetragen, leider kam ich damit letztes Jahr ebenfalls an die Grenzen wo gar nichts mehr half.
    Im letztes Jahr und zuletzt (Mai/Juni12) bis zu 3 Attacken pro Woche mit 0.5 bis ca. 2 Tage Dauer. Diagnose Migräne und chronische Spannungskopfschmerzen von dem Kopfwehzentrum der Klinik Hirslanden in Zürich. Vom neuen Hausarzt/Psycho kommt noch eine depressive Episode dazu.
    Seit 23.6 in Behandlung im akut Fall mit Triptan Naramig sowie Start der Profilaxe mit Venlafaxin von zu Beginn 16mg auf nun seit Mitte August auf 187mg. Parallel dazu Physiotherapie mit Cranio-Sakral und für die Psycho Gestalttherapie.
    Die Nebenwirkungen des Venlafaxin waren sehr stark gewesen und führten zwischen 50% bis zu 100% Arbeitsunfähigkeit, solange die Dosis unter 187mg war. Mehr dazu später im entsprechenden Venlax…Forum.
    Fragen auf die bisher weder die allgemein Mediziner noch der Neurologe Antwort geben konnte sind:
    a) Wie hängen ADSH und Migräne zusammen (beide haben ja Hochbetrieb im Hirn und „Filterprobleme“ der Reize)?
    b) Gibt es Migräne mit Muskelabbau? Beschreibung nachfolgend.
    Ich habe „normale“ Migräne, dh. ein Ausfall bis zu max 2-3Tage, anschliessend bin ich noch einige Tage reduziert. Ein Spezialfall, den ich „Tilt“ nenne (wie beim Flipperkasten) läuft ähnlich ab wie eine Migräne, im Vorfeld jedoch massive Krämpfe, teilw. Lähmungen bis hin zu Bewusstlosigkeit dauert bis ca 4h, dann kommt endlich die Übelkeit und das Erbrechen. Leider stellte ich fest, dass dann bei mir die wichtigen zuletzt trainierten Muskeln sich massiv abbauen. Ich bin rund 2w anschliessend sehr stark reduziert (vergleichbar mit einer heftigen Grippe). Leider sind die zuletzt trainierten Muskeln meistens durch meine Rückenübungen verursacht, sodass dann diese Rücken-Muskeln dann nach dem Abbau zu schwach sind und das ganze Rückgrat zu klappern und zu blockieren beginnt. Leider brauche ich dann rund 3 Monate bis die Ausgangslage wieder hergestellt ist, wenn nun ein Tilt dazwischen kommt war wieder alles für die Katze gewesen und chronischen Schmerzen des Rückens dominieren…

    Liebe Grüsse Andres
    (Soweit die Kurzfassung von mir)

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28309

    Willkommen aus der schönen Schweiz, lieber Andres. 🙂

    Wurde denn bei Dir eine Basilaris-Migräne diagnostiziert? So wie Du das schilderst, ist das keine „normale“ Migräne.

    Erzähl noch ein bisschen mehr: Warum hast Du chronische Rückenschmerzen? Wie behandelst Du diese? Hältst Du die 10-Tage-Regel ein, um nicht in einen MÜK zu kommen?

    Nun bin ich gespannt, was Du zu den Nebenwirkungen des Venlafaxin schreibst. Eine Prophylaxe, die so starke Nebenwirkungen verursacht, dass Arbeitsunfähigkeit resultiert, kann man getrost auch wieder absetzen. 😉

    ADHS und Migräne haben beide fehlende Reizfilter, aber ich denke, dass sie genetisch unterschiedlich entstehen. Da müsste ich aber noch genauer recherchieren oder Prof. Göbel fragen. Zumindest bei Migräne hat man die betroffenen Genorte inzwischen festgemacht. Bei beiden Erkrankungen sind Entspannungsverfahren wichtig, regelmäßige Pausen, die medikamentöse Behandlung und Prophylaxe sind aber anders.

    Der von Dir beschriebene Muskelabbau scheint mir eine ganz normale Reaktion Deines Körpers zu sein, da Du nach den schweren Anfälle ca. 2 Wochen sehr reduziert bist. Um diesen Muskelabbau zu verhindern, wäre wahrscheinlich der einzige Weg, die Basilaris-Migräne, so sie denn eine ist, durch eine für Dich noch besser passende Prophylaxe so weit zu reduzieren, dass diese Anfälle nicht mehr, oder kaum mehr, auftreten.

    Bei Dir kommen einige schwierige Punkte zusammen, sodass Dir nur ein spezialisiertes Zentrum gut weiterhelfen kann.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Andres
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 125

    Hallo Bettina
    Danke für die Antwort. Nachstehend meine lange Antwort. Bitte denk daran ich komme von den Chronischen Rückenschmerzen und Kopfschmerzen her, die Migräne ist von der Behandlungsweise und Blickpunkt was Neues für mich.

    Bis jetzt wurde noch keine Basilaris-Migräne diagnostiziert (habe diesen Typ noch nicht angeschaut). Diagnose war chronische Spannungskopfschmerzen und Migräne.

    Wie gesagt, für mich waren es in der Vergangenheit „Kopfschmerzen“ gewesen mit denen ich umgehen konnte – sprich wegdrücken oder die „sehr starken auch pochenden Kopfschmerzen“ die mich ausser Gefecht setzten und dann noch die rätselhaften „Tilts“

    Mirgäne kannte ich nur vom Hörensagen in der Form wie sie so nett im Buch von Goebel beschrieben sind beim Erich Kästner Zitat. Ich hatte dies damals mehrfach mit dem damaligen Hausarzt angesehen aber ich fand mich seiner Schlussfolgerung ab „ich müsse halt damit leben“ man wisse nicht woher es komme…kein Wort von Migräne.

    Mein Rücken und ich
    Mein Rücken und ich haben schon eine lange, schmerzhafte Vergangenheit zusammen. Mit 16/17J wuchs ich fast 30cm (juhui bin nicht mehr der Kleinste) aber leider kam da der Rücken nicht mit. Morbus Scheuermann mit teilw sehr dünnen Bandscheiben, ausgehobelte Wirbel und damals an 2 Orten noch abgespaltene Wirbelfragmente. Dies wäre nicht so tragisch gewesen wenn man es richtig behandelt hätte, wären mir viele Schmerzen erspart geblieben. Ich kriegte ein Sportverbot und das war’s. Die Folge waren verkürzungen der Sehnen, Verkrampfungen und damit Blockaden und als Folge davon chronische Schmerzen. So lief ich mal 3 Monate rund 45Grad vornüber gebeugt bis ein Arzt mich manuel graddrückte (tat das weh!) Oder morgens konnte ich nur noch mit Mühe und Tricks in die Hosen steigen und die Socken nur mit verlängerten Wäscheklammern anziehen.

    Erst während dem Studium als ich kurzzeitig ¾ „gelähmt“ war (Neurotherapie mit ca. 40 Spritzen in die diversen Rückenteile) wurde ich anschliessend mit dem Rücken auch Physiomässig behandelt.

    Leider hatte ich in den 8J gelernt, den Schmerz wegzudrücken egal ob es die Kopfschmerzen oder der Rücken war. Sprich ich flüchtete einfach in die Arbeit (während dem Studium natürlich Computerprogramme schreiben) und wenn ich im Flow war spürte ich nichts, kein Hunger, kein Durst, kein Schlaf. Leider war das nicht der beste nachhaltige Lebensstil gewesen. Sprich ich arrangierte mich mit den Schmerzen und zuletzt hatte keinen Kontakt mehr zwischen Hüfte und Zwerchfell egal ob Rücken oder Bauch.

    2003 hatte ich wiederum Lähmungen in den Beinen als die Muskeln zu schwach wurden (nach einem Tilt), und dachte oha, jetzt ist der Rollstuhl endgültig gekommen. Glücklicherweise ging’s dann wieder und im MRI, Muskelansteuerung etc. war glücklicherweise kein Befund.

    Ich erwischte einen guten Physiotherapeuten und kann seither rund 99% der Blockaden selber beheben, meinen Körper dehnen etc. Mit den Tilts war er jedoch auch überfordert, fand aber dass meine Nervensysteme im falschen Betriebsmodus durchstarten (des entspannende ist im Spannungsmodus und umgekehrt), denn ich hatte Krämpfe in Muskeln die eigentlich nie krampfen (trotz 2gr Mg), Triggerpunkte auf dem Illias Psoas etc. Er vermittelte mich an eine Kollegin mit „guten Händen“ und so kam ich von Kollegin zu Kollegin zu Kollegin. Immer mit den verschiedensten Methoden in Kontakt, lernte viel mit meist mit sehr guten Resultaten – aber die Grenzen kennen. Ein Dank an alle Therapeutinnen! Die Methoden waren gut und oft in Teilbereichen sehr erfolgreich gewesen. Es waren: Esalen Massagen mit langen Dehnungen, Cranio-Sakral, div. Physio, Tuina, Tantrische Massagen, TCM mit sehr guten Erfolgen, Feldenkrais, Qi Gong, TaoYoga.

    Zudem auch Entspannung durch spezielle Musik und Musikalischen Effekten (Psychoakustik, binaurale Beats, Meditationen wie Dalkin, Lutz…)

    So konnte ich vieles vom Bauch und Rücken wieder Faser für Faser integrieren. Solange ich die Übungen mache, solange ich genügend gedehnt bin und Muskeln habe habe ich den Rücken im Griff (wenn auch nicht ganz Schmerzfrei). Wenn nun aber wegen der Tilts ein Abbau in 2-4Tagen d.h. massiv schneller von statten geht als der Muskel-Aufbau, dann komme ich nicht nach mit trainieren, die Motivation fällt in den Keller und die Schmerzspirale dreht sich unaufhörlich (Chronische Verspannungen, Blockaden) sprich es klappert dann alles oder ist alles festgefroren.

    Letztes Jahr brach nun alles entgültig zusammen, auch eine 3monatige Auszeit in der Südsee half nicht wirklich.

    In diesem Jahr habe ich den Hausarzt gewechselt mit dem Ziel ein letztes Mal nun zu versuchen die Sache in den Griff zu bekommen. So bin ich in der Kopfwehklinik gelandet wo das erste Mal die chronischen Kopfschmerzen kombiniert mit Migräne diagnostiziert wurden. Seither führe ich den Kopfwehkalender.

    Meine Auslöser sind:
    – Ferien, Ausgang z.B. Ball, auch Massagen wo ich Tranche gerate (also überall dort wo der Stresspegel deutlich abfällt)
    – Langdauernde Überlastung;
    – Unruhe die nicht mehr weggeht (noch mehr hibbelig als sonst)
    – Zu wenig Essen und Pausen (sprich auch Tage ohne Mahlzeiten)
    – Rätselhafte Verspannungen, angefangen beim Hüftbeuger welche sich dann durch den ganzen Körper ziehen
    – Teil-Blockaden in HWS, BWS und Lendenwirbeln
    – Heisshunger auf Marzipan
    – Euphorie –z.B. Juhui ich fühle mich mal gut z.B. beim Inlineskaten
    – …

    Tja was ist das Fazit seit der Migränendiagnose (also seit 3 Monaten):

    a) Im Migräneakutfall habe ich nun ein wirksames Mittel mit Naramig. Allmählich lerne ich es im richtigen Zeitpunkt einzunehmen.

    b) Profilaxe; seit Venlafaxin auf 187.5mg ist, wirkt es positiv auf die Laune und das chronische Kopfweh ist deutlich reduzierter, ebenso die Anzahl Migräneanfälle. Da bin ich nun gespannt wie es weitergeht. Seit letzter Woche mit Magnesium und ab dieser Woche auch mit B2 (die Erfahrungen der NW beschreiben ich noch; diese führten dazu dass mein Chef sich von mir trennt; allf. eine interne Lösung gesucht werden muss)

    c) Der Tiltfall ist weiterhin mysteriös

    d) Als ich letzten Montag im Live-Chat gelesen habe, dass die Migräneauslöser der Nacken/Schultern Verspannung ist und nicht umgekehrt; war das neu für mich gewesen; erklärt aber weshalb es sich zu HWS-Blockaden anders anfühlt.

    e) Die Psychologin hat sich bisher nicht als Hilfe erwiesen

    f) Viele Zusammenhänge und vor allem einen anderen Blick habe ich nun durch die Infos im Buch von Goebel sowie durch diese Foruminfos erhalten.

    g) Glücklicherweise habe ich keinen MÜK, denn ich habe in der Vergangenheit sehr wenige Medikamente genommen (die haben da zu niedrig dosiert eh nicht geholfen also habe ich sie weggelassen, zudem reagiere ich wie meine ADSH Kinder sehr viel anders auf die Wirkungen resp. Nebenwirkungen – im Fieberfall reichte schon ein ¼ Aspirin…)

    h) Letzten Monat kam ich gemäss Kopfwehkalender auf insgesamt 11 Tagen an denen ich ein Helfer (ausser der Profilaxe) genommen habe (Naramig, Aspirin hochdosiert), diesen Monat deutlich weniger. Ich freue mich dass nun da was gegangen ist und nicht mehr wie im Frühling 2-3/w habe

    Soo nun surrt trotzdem der Kopf von soviel Text, mehr und insbesondere die Erfahrung mit Venlax später.

    Liebe Grüsse Andres

    Andres
    Teilnehmer
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    Juhui – seit ich nun auf 187mg Venlaxafaxin bin habe ich nun erst 3!mal Migräne gehabt. Wenn das so anhält würde das eine massive Verbesserung von über50% heissen – egal wieviel % ich bin aktuell glücklich damit. Dh ca alle Woche eine Migräne. Ebenso ist das Spannungskopfweh sehr sehr stark reduziert. Auch wenn ich aktuell sehr starkes SK habe aber diese gute Nachricht wollte ich schon am WE Euch zukommen lassen – jedoch ich bin nach 15 Uhr jeweils sooo müde und ohne Energie dass ich es lies (Ebenso die Venlaxdoku). Weiss jemand ob die Venlax Müdigkeit/Konzentrationsschwäche nun auch endlich zurückgeht?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Lieber Andres,

    sehe erst jetzt Deinen ausführlichen Beitrag. Letzte Woche war ich zeitlich etwas überlastet, daher ist er wohl untergegangen.

    Erstmal freue ich mich sehr mit Dir, dass das Venlafaxin so gut anschlägt. Die Nebenwirkungen lassen auf jeden Fall mit der Zeit nach. Du nimmst es ja noch nicht so lange. Bist Du denn in der Früh auch so müde, oder nimmt die Müdigkeit erst am Nachmittag zu zu? Wann nimmst du sie denn ein? Vielleicht könntest Du die Einnahme versuchsweise ein bisschen weiter in den Vormittag schieben?

    Wie Du oben schreibst, gibt es Tage ohne Mahlzeit? Das muss doch ein Schreibfehler sein? Wenn nein, musst Du darauf achten, dass dies nie (!) mehr vorkommt! Du musst auf Regelmäßigkeit in Deinem Leben achten, da gehören regelmäßige kohlenhydratreiche Mahlzeiten unbedingt dazu. Ebenso ausreichend trinken!

    Heißhunger auf Marzipan ist kein Auslöser, sondern ein Vorbote der Migräne.
    Du schreibst, dass Du hibbelig bist? Hast/hattest Du auch AD(H)S? Was machst Du dagegen?

    Wie ich oben lese, ist tatsächlich der Rücken Deine „Baustelle“ Nr. 1. Wie sieht es denn jetzt akut mit Deinen Rückenschmerzen aus?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Andres
    Teilnehmer
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