Vorstellung Lisa123

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  • Lisa123
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    Hallo zusammen,
    ich lese hier schon eine ganze Weile still und heimlich mit 😉 Nun möchte ich mich aber doch auch mal vorstellen und habe schon gleich die ersten Fragen. Gehören die überhaupt hier in den Vorstellungsbereich oder muss ich damit irgendwo anders hin?
    Ich bin inzwischen Mitte 20 und studiere und habe wohl aber schon seit früher Kindheit Migräne, nur ohne die Diagnose. Damals bekam ich ein paar Globuli und sollte mich nicht so anstellen. Die Attacken kamen natürlich trotzdem weiterhin und ließen sich von Globuli auch nicht beeindrucken. Während der Pubertät wurde es dann immer schlimmer und ich begann so ziemlich alles an Schmerz- und Übelkeitsmitteln zu nehmen, was die Apotheke so zu bieten hatte, geholfen hat eigentlich nichts so richtig.
    Vor ca. 5 Jahren landete ich dann bei einem Neurologen, der stellte die Diagnose Migräne und eröffnete mir mit wirkenden Triptanen ein ganz neues Lebensgefühl. Sumatriptan und Imigran Inject sind seit dem meine ständigen Begleiter und wirken (in fast allen Fällen-dazu gleich mehr) zuverlässig und schnell.
    Nun allerdings zu den Problemen: Zum Einen habe ich, glaube ich, in den letzten ganzen Jahren noch nie die 10/20-Regel eingehalten. Früher kannte ich sie gar nicht und inzwischen habe ich mit meinem Neurologen zwar drüber gesprochen, allerdings eskalieren die Attacken bei mir inzwischen oft, wenn ich nicht rechtzeitig behandel und enden dann am Tropf im Krankenhaus. Deshalb soll ich möglichst jede Attacke sofort behandeln.
    An Prophylaxen haben wir bisher Magnesium und Vitamin B2 probiert und Betablocker, die ich allerdings gar nicht vertragen habe.
    Mein anderes Problem ist, dass ich auch so einigermaßen regelmäßig (Tendenz leider steigend) tagelange Attacken habe, die ich nicht behandelt kriege, auch wenn ich rechtzeitig etwas nehme. Am 4. Tag kommt dann meistens noch relativ hohes Fieber dazu, ich habe von meinen Ärzten bisher immer gehört, dass Fieber aber kein Migränesymptom sei und damit nichts zutun haben kann, Zufall kann es aber auch kaum sein.

    So jetzt habe ich hier viel länger geredet als ich wollte. Ich hoffe, wenigstens an richtiger Stelle. 😉
    Wenn hier jemand noch eine Idee gegen Attacken hat, die auf die normalen Medikamente nicht ansprechen, gerne her damit 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Abend
    Lisa

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4585

    Hallo und herzlich willkommen liebe Lisa im Headbook.

    Du bist hier gold richtig und schön, dass du dich vorgestellt hast.:)

    Ja, es ist so, dass wenn man die 10/20 iger Regel immer überschreitet, Gefahr läuft, in einen MÜK zu geraten.

    Wenn man in einem MÜK ist, ist es typisch, dass Medikamente nicht mehr richtig wirken. Das betrifft auch ganz besonders Triptane und andere Akutmedi´s.

    Um aus dem MÜK herauszukommen muss man eine Medikamentenpause mache. Das hast du hier sicher alles schon gelesen.

    Unter „Migräne-Wissen“ hier rechts unten auf dieser Seite, bei den Link´s findest du alles was du dafür wissen mußt.

    Dort sind auch die verschiedenen Triptane mit ihren Besonderheiten aufgeführt. Sollte bei dir die Wirkung des Imigran´s nicht lange genug anhalten, gibt es verschiedene andere Triptane, deren Wirkung länger anhält. Sei mal ganz zuversichtlich, es gibt noch eine Menge Möglichkeiten für dich.

    Hast du einen wirklich guten Neurologen an der Hand, der dich gut und kompetent betreut? Mit dem du gut klar kommst? Das ist eine Grundvoraussetzung für eine effektive Behandlung.

    Führst du ein Kopfschmerztagebuch?

    Vielleicht ließt du nun erst einmal unter „Migräne Wissen“, und schreibst hier danach, wie die Attacken bei dir genau aussehen, wie oft und wie lang sie genau andauern, und was und wie oft im Monat du Medikamente einnimmst.

    Alles Liebe
    Sternchen

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4585

    P.S. Ob das Fieber total typisch für die Migräne ist, weiß ich grad nicht. Ich habe es aber schon mehrfach gelesen, dass es diese Reaktion nach mehreren Tagen Migräne gibt.

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Hallo liebes Sternchen und danke für die liebe Begrüßung 🙂
    Ich weiß genau, dass ich gestern Abend unter Migräne-Wissen noch was zum MÜK gefunden hatte, was ich heute lesen wollte. Nun finde ich es nicht wieder, werde ich aber später nochmal suchen, das kann ja nicht weg sein 😀
    Mein Neurologe meinte allerdings auch, dass es nicht nach einem MÜK klingt, weil meine Triptane dann generell schlechter wirken müssten und nicht bei den meisten Attacken gut und bei anderen gar nicht. Vermutlich wäre eine Medikamentenpause aber trotzdem mal ganz sinnvoll. Da habe ich aber echt Angst vor.

    Also ich hatte es am Anfang mit Formigran probiert, das hatte gar keine Wirkung. Dann hatte ich ne Weile das Nasenspray Ascotop (gerade im Frühling mit Heuschnupfen wirkungslos) und Maxalt (hat auch ganz gut gewirkt, aber dafür hatte ich immer kurzzeit extremen Schwindel davon) und bin dann bei Sumatriptan und dem Imigran Inject gelandet. Aber vielleicht sollte ich nochmal was anderes ausprobieren.

    Früher waren unbehandelte Attacken nach spätestens drei Tagen überstanden, das ist jetzt leider nicht mehr so. Inzwischen sieht es so aus, dass die Attacken eigentlich immer mit pulsierenden Schmerzen an einem Punkt zwischen Auge und Schläfe (meistens auf der rechten Seite) und gleichzeitig starken Nackenschmerzen (auch irgendwie pochend, ganz anders als bei Verspannungen jedenfalls) beginnen. Die breiten sich dann relativ schnell auf einer Kopfhälfte aus und spätestens dann kommt Übelkeit hinzu. Je nachdem wie stark die Übelkeit schon ist, nehme ich entweder eine Sumatriptan oder spritze gleich das Imigran Inject. Im Normalfall wirkt das dann auch relativ gut, manchmal muss ich ein paar Stunden später nochmal was nachnehmen, aber damit ist die Attacke dann eigentlich überstanden.
    Wenn ich allerdings mal nicht sofort behandel, sondern warte bis die Attacke voll da ist, hilft dann auch gar nichts mehr.(Jedenfalls nichts was ich bisher probiert habe) Dann blühen mir tagelang höllische Kopfschmerzen und Erbrechen ohne Pause. Am vierten Tag kommt dann meistens noch ca 39 Fieber dazu und ich lande meistens am Ende meiner Kräfte im Krankenhaus. Wann bzw ob so eine Attacke von alleine auch wieder verschwindet konnte ich bisher nicht rausfinden.
    Naja und dann gibt es die Attacken die gleich auf nichts ansprechen und im Prinzip genauso verlaufen, nur dass es nicht daran liegt, dass ich zu spät behandle, sondern dass meine Triptane einfach von Anfang an komplett wirkungslos bleiben. Von diesen Attacken habe ich in letzter Zeit so ca. alle zwei Monate eine, allerdings im Januar und Februar jetzt schon jeweils eine.
    Ansonsten bin ich die letzten 2 Jahre im Durchschnitt immer so bei 16-18 Tagen mit Medikamenten gewesen (ich könnte das jetzt auch monatsweise genau aufführen ;)) Mal gab es allerdings auch Monate mit über 20 und dafür auch mal welche mit nur 13. Zu den Tagen an denen ich Medikamente nehme kommen meistens noch so 2-3 Tage hinzu an denen ich so leichte eher unterschwellige Migräne habe, die aber „wegschlafen“ kann.
    Der Januar war dahingehend super, da hatte ich nur 12 Medikamententage, dafür ist der Februar jetzt die Katastrophe und ich bin jetzt schon bei 11.

    Und jetzt noch kurz zu meinem Neurologen, schwere Frage, ich komme mit ihm ganz gut klar und bisher fällt ihm zumindest immer irgendwas ein, was „wir mal probieren könnten“. Dass er auf dem Gebiet über unglaublich viel Wissen verfügt bezweifle ich allerdings mal, wehcseln möchte ich ihn trotzdem sehr sehr ungern.

    Ich bin quasi ohne Ärzte, dafür mit haufenweise Homöopathischen Mitteln, dem Glauben, dass die Pharmaindustrie nur aus Verbrechern bestehe und es ohnehin ein Zeichen von Schwäche sei zum Arzt zu gehen und chemische Mittel zu nehmen, aufgewachsen. Und habe ein paar Jahre gebraucht um davon wirklich wegzukommen.
    Inzwischen nehme ich Zucker lieber in Form von Schokolade zu mir als in Globuli-Zuckerkügelchen und halte „chemische Mittel“ für eine super Erfindung, wenn sie mir helfen. Aber trotzdem wechsel ich sehr ungern die Ärzte. Ich habe mir jetzt langsam ein „Netz“ an Ärzten aufgebaut, aber zu neuen fremden Ärzten gehe ich nicht so schnell wenn es nicht ganz unbedingt sein muss.

    Tut mir Leid, dass es jetzt so ein Roman geworden ist, ich wusste nicht so genau wie ich mich da kürzer fassen sollte. Und vergessen habe ich nu bestimmt trotzdem noch was.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag 😉
    Lisa

    heika
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    Liebe Lisa,

    bei so einer Ärztin, die Chemie für Gift hält und alles naturheilkundlich behandeln möchte, ist leider eine liebe Bekannte von mir gelandet. Als sie wegen der Behandlung ihrer Migräne nach einem Triptan fragte, bekam sie (Alter: Ende 20) zu hören, dass sie dafür zu jung sei, in dem Alter würde man noch keine Triptane geben. Das ist nicht nur absolut falsch, sondern aus meiner Sicht sogar unterlassene Hilfeleistung.

    Traurig, dass viele Patienten sich davon aber derart beeinflussen lassen, dass sie nicht mal den Mut finden, sich selber in der Apotheke ein Triptan zum Ausprobieren zu besorgen, und diesen Ärzten treu bleiben und weiter (unnötig) leiden.

    Es gibt einen gesunden Mittelweg (jedes Medi, jeder Tee/jedes Kraut o.ä. an seinem richtigen Platz), den du zum Glück gefunden hast.

    Lieber Gruß
    Heika

    Lisa123
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    Beitragsanzahl: 38

    Hallo Chamäleon,
    ich weiß auch nicht woher das Fieber dann kommt, aber einen Zusammenhang gibt es bei mir jedenfalls. Vielleicht einfach völlige Erschöpfung oder so.

    Liebe Heika,
    ich wurde in die Homöopathie quasi reingeboren 😉 Meine Eltern sind beide in dem Bereich tätig und so kam es quasi schon einem Verbrechen gleich, heimlich zur Apotheke zu gehen. Aber das hat hier nicht viel zu suchen. Immerhin musste ich den Quatsch nicht noch teuer bezahlen (nur mit jahrelangen unbehandelten Migräneattacken). Jedem das seine, aber mein Weg ist es definitiv nicht (mehr).

    Liebe Grüße
    Lisa

    sternchen
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    Beitragsanzahl: 4585

    Liebe Lisa,

    ja, bei den vielen Medi´s, die du dann ja nimmst, wäre ein MÜK denkbar. Du schreibst ja auch, dass die Medi´s manchmal eben nicht wirken. Da wäre eine Optimierung der Akkutmedikation sicher auch nötig. Ein MÜK kommt nicht über Nacht. Man schliddert so langsam hinein. Der Schmerz ist ein wenig diffus, und hält sich immer so ein wenig an der Oberfläche. Er ist fast immer vorhanden und die Migräneattacken kommen noch obendrauf. So war es bei mir. Eine Medikamentenpause sollte stationär erfolgen. Manche machen sie auch zu Hause. Dafür braucht man aber dann wirklich gute Unterstützung eines Fachmanns. Außerdem wäre nach der Pause über eine medikamentöse Prophylaxe nachzudenken. Sie soll helfen, die Attackenfrequenz zu senken. U.U. werden auch dadurch die Anfälle leichter und die Medi´s wirken wieder.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28014

    Willkommen im Headbook, liebe Lisa. 🙂

    Ich bin quasi ohne Ärzte, dafür mit haufenweise Homöopathischen Mitteln, dem Glauben, dass die Pharmaindustrie nur aus Verbrechern bestehe und es ohnehin ein Zeichen von Schwäche sei zum Arzt zu gehen und chemische Mittel zu nehmen, aufgewachsen. Und habe ein paar Jahre gebraucht um davon wirklich wegzukommen.

    Puh, dazu braucht es analytisches Denken, gesunden Widerspruchsgeist und Mut, sich da wieder rauszuwühlen. Leider wird mit diesen Pseudomedizin adäquate Therapie verschleppt, Chronifizierung kann sich einstellen. So viel zu den ach so sanften und nebenwirkungsfreien Therapien à la Homöopathie & Co.

    Lade Dir doch gleich mal unsere kostenlose „Migräne App“ und starte schnell mit dem Kopfschmerztagebuch. Das ist unumgänglich, um einerseits selbst einen Überblick zu erhalten und andererseits auch dem Arzt eine sinnvolle Dokumentation vorlegen zu können.

    Da Du oft die 10 erlaubten Tage im Monat überschreitest, ist ein MÜK wahrscheinlich. Die immer länger werdenden Attacken und auch zunehmende die Wirkungslosigkeit der Akuttherapie sprechen eine deutliche Sprache.

    Fieber unter schweren Attacken ist bekannt, hatte ich selbst einige Male so erlebt.

    Ich würde Dir dazu raten, vielleicht in Begleitung durch Deinen Arzt eine kleine Medikamentenpause zu Hause einzulegen (dazu dann später mehr, wenn sie infrage kommt) und auch mit einer Prophylaxe zu starten, damit die Erkrankung nicht weiter eskaliert.

    Magnesium und Vitamin B2 würde ich doch wieder starten, da die beiden Substanzen helfen können.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Vielen Dank für die lieben Antworten!
    Ohjee, da bin ich wohl von einem Extrem im anderen gelandet.

    Liebe Bettina,
    ja, aus der Denkweise muss man sich erstmal wieder rauswühlen. Ich bin inzwischen hauptsächlich froh, da ohne größere „Schäden“ rausgekommen zu sein. Denn ganz ungefährlich war es wohl nicht immer, sein Kind komplett von Ärzten und jeglicher Schulmedizin fernzuhalten.
    Gerne später mehr zu der Medikamentenpause 😉 Ich werde ja wohl nicht drumherum kommen und wenn ich die Zuhause durchführen kann umso besser. Irgendetwas bräuchte ich für die Akutfälle dann aber ja, oder? Kann ich mich da irgendwo reinlesen? Ich nehme mal an, auch unter Migräne-Wissen? Dann suche ich da schonmal 🙂
    Und interessant, dass Fieber in Kombination mit Migräne bekannt ist, mir wurde bisher immer erzählt, das müsse wohl Zufall sein.
    Magnesium hatte ich unabhängig vom Vitamin B2 genommen, beides knapp 4 Monate und dann wieder abgesetzt, weil ich keine Wirkung gemerkt habe. Hier habe ich aber mehrfach jetzt schon gelesen, dass Leute es gleichzeitig nehmen. Das wäre dann ja auch noch einen Versuch wert.

    Liebe Grüße
    Lisa

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28014

    Liebe Lisa,

    eine Medikamentenpause führt man idealerweise in einer Klinik durch. Da bei Dir aber noch längst nicht alle ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft sind (das ist die Voraussetzung der Kassen, damit sie einen stationären Aufenthalt übernehmen), könnte ich mir vorstellen, dass ein stationärer Aufenthalt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so einfach umzusetzen wäre.

    Ja, Du brauchst Begleitmedikation (Kortison z. B. und sedierende Medikamente), damit die Pause gut zu überstehen ist. Danach wirken Medikamente besser, man könnte auch mit einer Prophylaxe starten.

    Ich bin inzwischen hauptsächlich froh, da ohne größere „Schäden“ rausgekommen zu sein. Denn ganz ungefährlich war es wohl nicht immer, sein Kind komplett von Ärzten und jeglicher Schulmedizin fernzuhalten.

    Das glaube ich Dir und Du hattest auch tatsächlich Glück. Erst im letzten Jahr machte eine Meldung aus Italien die Runde, da ein kleiner Junge an einer Mittelohrentzündung gestorben war. Die Eltern hatten nur homöopathisch behandelt, waren den üblichen Verschwörungstheorien bezüglich der „bösen“ Pharmaindustrie zum Opfer gefallen und hatten zugleich ihr Kind zugunsten ihrer verqueren Ideologien geopfert. 🙁 Unfassbar traurig, was sich auch heute noch an vermeidbaren Tragödien ereignet und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Viele (ich auch) nehmen hier die Kombination von Magnesiumcitrat und Vitamin B2. Kann hilfreich sein, ist einen erneuten Versuch wert.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Bettina,
    danke für deine Antwort! Ich glaube, soweit, dass ich mich „freiwillig“ länger in eine Klinik begeben würde wäre ich auch noch nicht. Da kommt mir das also ganz gelegen. Ich habe morgen sowieso einen Termin bei meinem Neurologen, dann werde ich das gleich mal ansprechen und fragen, was er dazu meint. Im Moment habe ich frei und relativ viel Zeit, also wenn dann lieber jetzt als mitten im Semester. Dann frage ich ihn am Besten direkt nach Kortison und sedierenden Medikamenten? Ich hatte bisher immer das Gefühl, dass er sehr gewillt ist zu helfen, allerdings nicht über so unglaublich viel Wissen verfügt, weshalb es vielleicht ganz gut ist, wenn ich schon mit einer Idee hingehe nach der ich direkt fragen kann. 😉
    Ok, dann werde ich es mit Magnesium zusammen mit Vitamin B2 auch nochmal probieren. Aber dann erst nach der Pause? Oder am Besten schon währenddessen?

    Ohgott der arme Junge 🙁

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28014

    Ok, dann werde ich es mit Magnesium zusammen mit Vitamin B2 auch nochmal probieren. Aber dann erst nach der Pause? Oder am Besten schon währenddessen?

    Das kannst Du sofort und unabhängig von einer Pause starten.

    Bezüglich der Pause schau auch mal in die Gruppe „Notfallplan“, da findet sich einiges zur begleitenden Therapie.

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Super danke, da steht ja alles was ich gesucht habe! 🙂

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Guten Morgen,
    ich komme jetzt gerade vom Neurologen. Er hat wirklich viel Zeit und Ruhe für mich genommen. Er ist sich zwar nicht sicher, dass ich in einem MÜK bin, meint aber auch, dass eine Medikamentenpause bei mir schon lange überfällig sei. Allerdings hat er Bedenken, dass das irgendwie völlig eskaliert, wenn ich alleine Zuhause bin. Letztendlich soll ich mir Überlegen, ob ich mir das zutraue. Dann wäre der Plan mit 3 Tagen 100 mg Prednisolon+Pantozol morgens zu starten und abends 20mg Diazepam abends. Alternativ zum Diazepam darf ich sonst wohl auch mit Vomex experimentieren. Nach den drei Tagen soll ich mich telefonisch melden und wir entscheiden dann in welcher Form das Kortison runterdosiert und abgesetzt wird. Das Ziel wäre wohl nach dem Absetzen noch mindestens eine Woche ohne Schmerzmittel zu überstehen. Das Problem ist allerdings, dass mein Neurologe noch 3 Wochen da ist und dann Urlaub hat, also müsste ich ziemlich sofort beginnen und irgendwie geht mir das zu schnell. Andererseits gäbe es vermutlich keinen passenderen Zeitpunkt als jetzt. Die letzten Semesterferien war ich immer entweder im Ausland oder habe gearbeitet, wer weiß was in den nächsten ist, während des Semesters wäre es ungünstig,…und jetzt habe ich gerade echt den Luxus in den nächsten Wochen nichts dringend machen zu müssen, was ich nicht auch einfach irgendwann anders machen kann. Dass es viele Dinge gäbe die ich lieber machen würde ist natürlich was anderes 😉
    Naja und ob ich mir das zutraue ist schwer zu sagen, in der Theorie klingt das ja alles irgendwie machbar, praktisch kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, was mich wirklich erwartet. Aber was wäre die Alternative? Auf unbestimmte Zeit so weiterzumachen wie bisher?
    Selbst falls das Kortison aber die Migräne irgendwie in einem erträglichen Maß hält müsste ich doch damit rechnen, dass allerspätestens nach dem Absetzen, dann die Attacken wieder so durchkommen wie ich sie kenne. Wie will ich die denn aber so in den Griff bekommen, wenn mir das mit Triptanen nichtmal immer gelingt? Meinem Neurologen viel dazu hauptsächlich ein, dass ich im Zweifelsfall bloß keinen falschen Ehrgeiz entwickeln und es nicht übertreiben soll („wenn es nicht geht, geht es nicht“). Im Zweifelsfall soll ich mich immer melden, alle 3 Tage soll ich sowieso anrufen und „berichten“.
    Letztendlich klingt das in etwa so nach dem was ich hier auch gestern schon gelesen hatte, oder fehlt da noch etwas entscheidendes? Was meint ihr, müsste das so umsetzbar sein? Dass hier keiner sicher meinen Einzelfall beurteilen kann ist schon klar, aber ihr habt da deutlich mehr Erfahrung 😉
    Einen weiteres Versuch mit Magnesium und Vitamin B2 hielt mein Neurologe auch für sinnvoll.

    Ansonsten sind meine engsten Freunde auch die nächsten Wochen (fast) alle in unserer Studienstadt, da würde jederzeit jemand vorbeikommen, wenn was ist und wie ich sie kenne auch so, wenn sie das Gefühl haben, dass irgendwas nicht stimmt 😉 Meine beste Freundin hat einen Schlüssel und wohnt nur zwei Etagen über mir und schreckt auch erfahrungsgemäß nicht davor zurück mich ins Auto zu packen und ins Krankenhaus zu bringen. Also im Zweifelsfall wäre immer jemand „da“. Aber wenn ich das schon anfange, ist es natürlich auch nicht mein Ziel dann nach ein paar Tagen wieder abzubrechen.

    Also lasst mich gerne an euren Gedanken teilhaben 🙂 Heute bin ich schon wieder nicht mehr „triptanfrei“, da fange ich sowieso nichts an. Schmerzfrei bin ich trotz Triptan aber auch nicht, wenn ich so drüber nachdenke, wirken sie wohl wirklich immer schlechter, habe ich nur lange nicht wahrhaben wollen.

    Ganz liebe Grüße
    Lisa

    sternchen
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    Liebe Lisa,

    klar wirst du hier u.U. mehrere Meinungen lesen können. Wie du schon schreibst, hat natürlich niemand die Glaskugel.

    Ich pers. würde es angehen. Ich schreibe aus meiner Erfahrung. Die Befreiung im Nachhinein war unglaublich. Dieser diffuse ständige KS, diese Quälerrei und das Warten und Hoffen auf Wirkung der Medi´s. Dieses ständige jonglieren mit den Medikamenten hatte für mich erstmals ein Ende. Ich bin nach der Pause angefangen strukturiert meinen Medikamentenplan zu erstellen, um ihn nach und nach umzusetzen. Natürlich gab und gibt es immer noch Rückschläge und auch wirklich schlechte Zeiten. Aber wenn ich zurückblicke ist es nie mehr so schlimm geworden wie damals. ….und jede Pause hat mich ein Stück nach vorne gebracht.

    Die Voraussetzungen sind gut. Sollte es wirklich schief gehen, dann ist das kein Drama sondern der Türöffner für einen stationären Aufenthalt. Letztendlich hälst du den Faden in der Hand, und kannst ja immer Abbrechen. Auch wenn das nicht das Ziel ist.

    Lass dir vorher alle Medi´s verschreiben, und schau, dass du einen Arzt hast, der eingeweiht ist. Nicht, dass du Mittel brauchst, die du dann, wenn der Neurologe nicht da ist, nicht verschrieben bekommst.

    Uns hast du ja auch noch. 🙂 🙂 🙂

    Ich wünsche dir viel Erfolg.

    Alles Liebe
    Sternchen

    sternchen
    Teilnehmer
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    P.S. Besorg dir ein Schreiben deines Neurologen, indem er genau schreibt, was zu tun ist, wenn du im Krankenhaus in der Notaufnahme erscheinst. Ganz viele hier, mich eingeschlossen, kennen die Situation, dass dort u.U. niemand Bescheid weiß. Du beugst damit vor, ein Versuchskaninchen zu werden.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28014

    Liebe Lisa,

    ich schließe mich Sternchen an – es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt. 🙂

    Dann wäre der Plan mit 3 Tagen 100 mg Prednisolon+Pantozol morgens zu starten und abends 20mg Diazepam abends. Alternativ zum Diazepam darf ich sonst wohl auch mit Vomex experimentieren. Nach den drei Tagen soll ich mich telefonisch melden und wir entscheiden dann in welcher Form das Kortison runterdosiert und abgesetzt wird. Das Ziel wäre wohl nach dem Absetzen noch mindestens eine Woche ohne Schmerzmittel zu überstehen.

    Das hört sich nach einem super guten Plan an! Du könntest eventuell noch nach z. B. Amitriptylin, Trimipramin oder Doxepin in Tropfenform fragen, das Du abends zur Sedierung und Schmerzdistanzierung zusätzlich einnehmen könntest. Diazepam ist auch super und das könnte alleine auch schon ausreichen. Sonst kann man sich auch für diese Tage komplett „abschießen“ mit tagsüber ein oder zweimal 10 mg Diazepam und abends noch eines der beiden trizyklischen Antidepressiva. Vomex kann man auch noch kombinieren, wenn die Übelkeit stark ist. Dafür brauchst Du einen Plan vom Neurologen (geht auch telefonisch oder per Mail), damit Du nicht ganz wegpennst. 😉

    Vielleicht reichen die drei Tage mit 100 mg Kortison schon aus und Du kannst die darauffolgenden Tage noch mit Sedierung weitermachen. Wäre super, wenn Du die Akutmedikation jetzt mal weglassen könntest.

    Idealerweise könntest Du schon heute Abend (ja, das geht ausnahmsweise auch mal) mit z. B. 50 mg Kortison und Diazepam startest, dann morgen früh weiter mit den geplanten 100 mg Kortison. Die Wirkung ist dann initial stärker und tritt schneller ein. Kortison ist ja kein Akutmedikament, aber das weißt Du sicher. Solltest Du heute Abend schon starten, dann auch gleich Magenschutz dazu.

    Du schaffst das mit Deinem guten Netz um Dich rum. Moralischen und sonstigen Beistand erfährst Du auch zusätzlich hier bei uns. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Danke ihr Lieben, für die schnellen Antworten! Eure Worte machen mir echt Mut 🙂 Und es stimmt ja auch, dass es in meiner Hand liegen würde jederzeit abzubrechen.

    Ich habe noch nicht rausgefunden wie ich hier zitieren kann. Ich nehme an über b-Quote? Aber außer, dass da dann blockquote steht passiert nicht viel.
    Also ohne Zitat: Dass ich heute Abend auch schon 50mg Kortison starten kann wusste ich nicht, aber klingt nach einem super Tipp-danke! Werde ich dann wohl so umsetzen.

    Auf euren Beistand hier komme ich bestimmt zurück 😉

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Hallo zusammen,
    eine kurze Meldung und auch schon die nächsten Fragen von mir 😉
    Bis jetzt läuft noch alles super und nach Plan. Ich habe dann vorgestern Abend schon mit 50mg Kortison angefangen (danke nochmal für den Tipp 🙂 ), gestern morgen und heute morgen 100mg genommen (morgen auch noch). Schmerzen sind da-heute stärker als gestern-aber auszuhalten. Übelkeit auch etwas, lässt sich mit Vomex aber auch gut ertragen. Tagsüber bin ich trotz Vomex unruhig, aber mit dem Diazepam kann ich nachts immerhin einigermaßen schlafen. Vorhin habe ich auch ein Stündchen die Sonne genossen (mit Sonnenbrille 🙂 ), gequatscht, Tee getrunken und Kraft getankt- soweit also bisher alles in Ordnung.
    Morgen soll ich ja nochmal mit meinem Neurologen besprechen, wie wir mit dem Kortison jetzt am Besten weiter machen. Woran kann man denn festmachen, ob es besser wäre es einfach abzusetzen oder lieber erstmal langsam runter zu dosieren? Einerseits bin ich auch ganz froh, wenn ich es wieder los bin, andererseits habe ich auch Angst, wie es dann wird.
    Und dann habe ich beim Stöbern hier immer wieder gelesen, dass man eine Medikamentenpause machen sollte, bis man drei aufeinanderfolgende schmerzfreie Tage hat. Davon hatte mein Neurologe nichts gesagt, da muss man dann unter Umständen ja ziemlich lange durchhalten…

    Ich hoffe, ich habe hier jetzt nicht zu wirr geschrieben, etwas „benebelt“ bin ich doch.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch!
    Lisa

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28014

    Liebe Lisa,

    Wenn ich Dich richtig verstehe, sollte jetzt mal ein Status migraenosus durchbrochen werden, richtig? Wenn der Schmerz jetzt weg ist, kann das Kortison auch abgesetzt werden. Aber das wirst Du dann eh mit Deinem Neurologen morgen besprechen.

    Und dann habe ich beim Stöbern hier immer wieder gelesen, dass man eine Medikamentenpause machen sollte, bis man drei aufeinanderfolgende schmerzfreie Tage hat. Davon hatte mein Neurologe nichts gesagt, da muss man dann unter Umständen ja ziemlich lange durchhalten…

    Machst Du denn eine Medikamentenpause? Wenn ja, werden drei Kortisontage nicht ausreichen, dann könnte man jetzt langsam abdosieren. In diesem Fall wartet man nach Absetzen des Kortisons auf drei aufeinanderfolgende schmerzfreie Tage, um die Pause als beendet ansehen zu können.

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Die Zitatfunktion ist richtig bei „b-quote“ zu finden. Du musst allerdings den Code auch wieder auflösen, also nach Ende des zu zitierenden Textes erneut auf „b-quote“ klicken. Das sieht dann so aus „b/-quote“, ist das Auflösungszeichen.

    Lisa123
    Teilnehmer
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    Liebe Bettina,
    eine „generelle“ Medikamentenpause war eher das Ziel, mit Verdacht auf MÜK, definitiv aber seit Jahren immer schon viel zu viele Medikamententage und immer längere stärkere Attacken, die auf nichts mehr ansprechen.
    Alles klar danke, ich werde morgen mal hören was er meint 🙂

    In diesem Fall wartet man nach Absetzen des Kortisons auf drei aufeinanderfolgende schmerzfreie Tage, um die Pause als beendet ansehen zu können.

    Puh, da bin ich ja gespannt, ob ich die erreiche. Drei aufeinanderfolgende schmerzfreie Tage hatte ich seit Ewigkeiten nicht mehr.

    Liebe Grüße

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Hallo ihr Lieben,
    meine Medikamentenpause ist leider völlig schief gegangen. Was falsch war weiß ich noch nicht so genau, aber ch denke ich hätte mich vorher noch besser vorbereiten sollen, hier mehr lesen 🙂 und vielleicht war ich bei meinem Arzt auch nicht in optimalen Händen.

    Nach Rücksprache mit meinem Arzt, sollte ich jedenfalls nach den 3 Kortisontagen das Kortison dann gleich komplett absetzen und das Diazepam auch wegen Abhängigkeitsgefahr. Und dann aber eigentlich ohne Akutmedikation durchhalten bis ich mindestens drei schmerzfreie Tage hintereinander habe, aber mindestens erstmal eine Woche.

    Nach trizyklischen Antidepressiva hatte ich ihn noch gefragt, verschreibt er jedoch nur Patienten die über 30 Jahre alt sind. Mir blieb also eigentlich nur Vomex und es kam so wie es wohl kommen musste: Kaum hatte ich das Kortison abgesetzt erwischte mich Dienstag schon eine heftige Attacke-wahnsinnige Schmerzen und Erbrechen ohne Ende.
    Ich wollte aber ja nicht bei der ersten Attacke schon aufgeben, also versuchte ich durchzuhalten. Donnerstag (glaube ich, ich bin was die Tage angeht gerade etwas durcheinander ;)) hatte ich dann nochmal mit meinem Neurologen telefoniert, der mir dringend dazu geraten hat abzubrechen.

    Tja ich in meinem „Ehrgeiz“ dachte aber, ich müsse ja wohl eine „einfache“ Migräneattacke so überstehen können und nicht nach ein paar Tagen schon aufgeben. Naja das Ende der Geschichte war dann, dass die Attacke kein Ende nahm, ich wohl nicht so stark war wie gedacht und gestern (dank meines super funktionierendes „Freundesnetzes“ 🙂 ) in der Notaufnahme gelandet bin. Dehydriert, mit über 40 Fieber, kaum noch ansprechbar und völlig am Ende.

    Die Enttäuschung, dass ich nicht mal eine Woche durchgehalten habe (durchhalten konnte) ist da und der Schreck darüber wie sehr es eskaliert ist, aber noch schlimmer ist eigentlich gerade die Erkenntnis, dass ich nicht mal versucht habe zu behandeln.
    Erfahrungsgemäß hätte sowieso nichts mehr gewirkt, wenn ich nicht gleich zu Beginn einer Attacke behandle, aber ich hätte es wohl zumindest versuchen müssen, als ich gemerkt habe, dass es immer schlimmer wird und ich nicht mal das Erbrechen gestoppt kriege.
    Gerade ich, zu meiner ganzen Familie keinen Kontakt mehr, weil ich nicht mehr nach ihrem „Lebensstil“ lebe und dann überschätze ich meinen Körper und meine Stärke offenbar auch völlig und mache einfach gar nichts. Warte ab, bis ich nicht mal mehr in der Lage bin für mich selber zu entscheiden. Nicht mal einen Krankenwagen hätte ich so wohl noch rufen können. Ob man nu Globuli und ähnliches nimmt und Medikamente und Ärzte auch im Zweifelsfall verweigert oder einfach gar nichts tut im Zweifelsfall, ist wohl auch kein so großer Unterschied. Und ich dachte ich gehe einen komplett anderen Weg als meine Familie.

    Was solls, erstmal bin ich froh, dass ich mich wieder halbwegs lebendig fühle und morgen wieder nach Hause darf.
    Keine Ahnung wie es dann jetzt weiter geht- aber jedenfalls wieder mit Triptanen 😉

    Tut mir Leid, das ist wohl nicht gerade der „fröhlichste“ Bericht von mir, aber es wird schon wieder werden.

    Ganz liebe Grüße
    Lisa

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4585

    Liebe Lisa,

    nun mach dir keinen Kopf!!!!! Alles kein Drama!!!. Es war ein Versuch, der gezeigt hat, dass es zu Hause für dich nicht geht. Stress und Selbstvorwürfe sind nicht richtig und helfen auch überhaupt nicht weiter.

    Es schein klar zu sein, dass du während einer Attacke gar nicht handlungsfähig bist. Deshalb würde ich auf jeden Fall einen stationären Aufenthalt zur Medikamentenpause anstreben. Wähle eine wirklich gute Klinik. Als ich seiner Zeit in der Schmerzklinik in Kiel war, war mir nach kurzer Zeit sehr deutlich klar, wie wichtig die richtig Wahl ist.

    Sprich mit deinem Arzt darüber. So ein Aufenthalt in einer Schmerzklinik gibt dann auch den weiteren Weg vor. Dort wird eine eventuelle Prophylaxe eingeleitet und auch über den weiteren Weg geplant und besprochen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4585

    P.S. Das dich deine Familie jetzt im Stich läßt, ist so unglaublich. Da fehlen mir die Worte.

    Nichtsdestotrotz mußt du für dich für wenig Stress sorgen, deshalb bleib auf deinem Weg. Nur der ist richtig und vor allem erfolgreich. Um auch den familiären Stress so gering wie möglich zu halten, versuche einfach ihre Sicht unkommentiert stehen zu lassen. Vielleicht mußt du deine Familie ja nicht in alles mit einbeziehen.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28014

    Liebe Lisa,

    ich will Dich auch beruhigen, setz Dich nicht selbst weiter unter Stress. Das ist leider nicht so gut gelaufen, aber nicht von Deiner Seite aus. Dein Arzt scheint Dich nicht so zu begleiten, dass eine ambulante Pause auch gelingen kann. Sicher muss man bei Benzodiazepinen sehr aufpassen, aber ärztlich kontrolliert können sie gerade für die Medikamentenpause sehr wertvolle Dienste leisten. Wenn er sie Dir genau jetzt in dem dringend benötigten Fall absetzt, ist das natürlich nicht so witzig. 🙁

    Nach trizyklischen Antidepressiva hatte ich ihn noch gefragt, verschreibt er jedoch nur Patienten die über 30 Jahre alt sind.

    Hä??? Sorry, hab mich schon besser ausgedrückt, aber mehr fällt mir grad dazu nicht ein. Niedrig eingesetzt könnten sie Dich gut über die Phase nach dem Absetzen des Kortisons bergen eben kein Abhängigkeitspotential. Nur mit Vomex sind solche schweren Attacken nicht zu überstehen.

    Versuche, die nächste Pause stationär zu machen, so bringt Dir das nur unnötiges Leiden und Frust.

    Es ist nicht Deine Schuld, dass Du diese Tortur nicht weiter durchstehen konntest.

    Und sei froh, dass Du Dich aus der krankmachenden Esoterik Deiner Familie lösen konntest. Und dass die Migräne nun so eskaliert ist, hat nichts damit zu tun. Mit Globuli & Co. leidet man umso mehr und für nix.

    Alles Gute und entspanne dann mal wieder zu Hause.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Liebes Sternchen,
    danke für deine aufmunterndes Worte 🙂 Ich weiß, dass Selbstvorwürfe nicht weiter helfen, trotzdem nicht so leicht sie ganz zu verdrängen 😉

    Es schein klar zu sein, dass du während einer Attacke gar nicht handlungsfähig bist

    Zu Beginn einer Attacke bin ich eigentlich durchaus handlungsfähig (glaube ich zumindest), je länger sie dauert desto weniger allerdings. Und da habe ich meinen Körper wohl eher überschätzt, ich dachte einfach, ich könnte es irgendwie so durchhalten.

    Und mit meiner Familie habe ich schon länger (fast) keinen Kontakt mehr, das ist in Ordnung so und eigentlich auch kein Stressfaktor (mehr) 😉 Ich mag nur das Gefühl nicht, mich in entscheidenen Situationen doch ähnlich zu verhalten.

    Liebe Bettina,
    auch dir danke für deine beruhigenden Worte!

    Hä??? Sorry, hab mich schon besser ausgedrückt, aber mehr fällt mir grad dazu nicht ein

    Kam mir auch komisch vor, aber da er, auch nach nochmaligem Nachfragen, was das denn mit dem ALter zutun hat, dabei blieb, habe ich drauf vertraut, dass er wohl weiß was er tut. Aber gut zu wissen, dass das offenbar nicht der Fall ist. Hätte ich vermutlich weiter hinterfragen müssen.

    Immerhin bin ich jetzt um die Erfahrung reicher, dass das so nicht funktioniert 😉 Auch wenn es schwer ist, das einfach so hinzunehmen, dass man weder in der Lage ist einfach eine Migräneattacke zu überstehen, noch dann wenigstens irgendwie zu handeln.

    Aber ich werde mich schon damit abfinden, dank eurer lieben Worte geht’s mir ja schon etwas besser 🙂 DANKE

    Bigmama
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Liebe Lisa,

    habe gerade deine Beiträge gelesen und will dir einfach sagen: Verlier nicht den Mut. Egal wie beschwerlich das Gestern war, immer kannst du im Heute von Neuem beginnen. Der Rat, in eine Schmerzklinik zu gehen wurde dir ja schon gegeben.

    Obwohl ich doppelt so alt bin wie du, habe ich mich in etlichen deiner Beschreibungen wiedergefunden. Es ist toll, dass du dir dort vor Ort ein Freundesnetz aufgebaut hast und deine Freunde auch wirklich für dich da waren. Freunde sind wertvoll.

    Gib nicht auf!

    LG Anke

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 549

    Liebe Lisa,

    ich nehme dich jetzt einfach mal virtuell in den Arm und drück dich ganz doll! Es klingt vielleicht abgedroschen, aber es wird schon werden! Du bist auf einem guten Weg – DEINEM WEG!

    Wenn dir auch der Rückhalt deiner Familie fehlt – ich kenne das, wenn auch aus anderen Gründen – so hast du mit deinem Schritt ins headbook einen Rückhalt gefunden, den es so sicher selten gibt. Hier versteht man dich ohne große Erklärungen, hier darfst du dich auch mal ausweinen, weil es eben nicht einfach ist, mit einer so einschränkenden Krankheit umzugehen und sein Leben trotzdem lebensfroh zu gestalten!!! Hier kannst du dich austauschen, an den Erfahrungen der anderen teilhaben und das für dich Gute und Hilfreiche nutzen! Und du kannst viel lernen! WISSEN IST MACHT!!! Es kann dir helfen, dir die Situation vielleicht etwas erträglicher und leichter zu machen!

    Ich habe beim Lesen deiner Beiträge den Eindruck, dass du eine gute Portion Humor hast, stimmt das? Wenn ja, ERHALTE ihn dir!!! Auch der Humor kann vieles ein bisschen leichter machen!

    Zu Beginn einer Attacke bin ich eigentlich durchaus handlungsfähig (glaube ich zumindest), je länger sie dauert desto weniger allerdings. Und da habe ich meinen Körper wohl eher überschätzt, ich dachte einfach, ich könnte es irgendwie so durchhalten.

    Ich bin ja fast überzeugt, das kennen wir alle! Wenn eine Attacke über mehrere Tage anhält, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man anfängt mürbe zu werden, genervt ist, seine physischen und psychischen Kräfte schwinden fühlt, der Handlungsspielraum immer kleiner wird…! ABER: auch wir haben die Wahl, den Blick auf die Gewissheit zu richten, dass nach jedem Tief wieder ein Hoch kommt. Und wenn es nur ein kleines Hoch ist! Angst vor der nächsten Attacke oder in Erwartung dieser zu sein, ist Stress, der die Anfälle triggern kann!

    Und mit meiner Familie habe ich schon länger (fast) keinen Kontakt mehr, das ist in Ordnung so und eigentlich auch kein Stressfaktor (mehr) ? Ich mag nur das Gefühl nicht, mich in entscheidenen Situationen doch ähnlich zu verhalten.

    Du bist so stark! Du hast dich entschieden, DEINEN EIGENEN WEG zu finden und zu gehen, weil du erkannt hast, dass dir der „alte, bekannte und ausgelatschte Weg“ nicht nützlich ist!!!
    Es braucht Zeit und viel Übung, alte Muster und Verhaltensweisen mit neuen zu „überschreiben“. Ich habe auch gerade einen kleinen „Rückfall“ in ein altes Muster, das Gefühl dabei kenne ich auch, aber es bringt mir nichts, außer dass es mir damit nicht gut geht! Und deswegen bin ich erstmal dankbar, dass ich das alte Muster erkenne! Ich konzentriere mich darauf, welche Möglichkeiten ich habe, es durch „Einüben“ eines neuen zu ersetzen. Je öfter mir das gelingt, desto leichter wird es für mich! Und darüber freue ich mich!

    Immerhin bin ich jetzt um die Erfahrung reicher…

    GENAU!!! Es ist eine Erfahrung, die keiner Wertung bedarf! Entscheidend ist, dass man diese Erfahrung für sich nutzt!

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

    Katrin

    Wenn ich nicht FÜR MICH bin, wer ist dann für mich? ?

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Bigmama,
    auch dir lieben Dank für deine aufmunternden Worte. Und ja, ich habe das Glück echt tolle Freunde hier zu haben, denen ich auch sehr dankbar bin. So leicht haben sie es wohl nicht mit mir 😉

    Liebe Katrin,
    danke für deine virtuelle Umarmung, die hilft schon 🙂 und du hast ja so recht mit deinen Worten!
    Ja, eigentlich habe ich das Glück sowohl relativ viel Humor, als auch Optimismus zu haben. Im Moment sind beide etwas abhanden gekommen, aber sie werden schon wieder auftauchen 😉

    so hast du mit deinem Schritt ins headbook einen Rückhalt gefunden, den es so sicher selten gibt

    Ohja das merke ich auch gerade!

    Es braucht Zeit und viel Übung, alte Muster und Verhaltensweisen mit neuen zu „überschreiben“.

    Ja, es braucht vielleicht echt mehr Zeit und Übung aus alten Verhaltensmustern rauszukommen als ich eigentlich dachte. Also übe ich mich wohl mal in Geduld.

    Was für liebe Worte hier, da kommen mir doch gleich wieder die Tränen. Ganz lieben Dank euch allen 🙂
    Mein Neurologe hat mich heute morgen schon versucht zu erreichen, um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen und hat mir dann gleich noch einen Termin für heute Nachmittag „angedreht“. So rum hatte ich das auch noch nicht, eigentlich rufe ich doch an und warte dann meistens monatelang auf einen Termin. Danach berichte ich nachher bestimmt nochmal, auch wenn ich gerade gar nicht so richtig weiß, was ich da heute eigentlich soll.

    Ansonsten werde ich jetzt versuchen Zuhause erstmal wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Ich bin irgendwie immernoch ziemlich traurig und frustriert und unglaublich müde, aber auch heilfroh, dass es mir sonst gerade wieder relativ gut geht.

    Liebe Grüße
    Lisa

    Lisa123
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Da bin ich schon wieder.
    Mein Neurologe hat mir die erste Viertelstunde erzählt (ohne dass ich irgendetwas gefragt hatte), dass er ja jetzt schon 20 Jahre in dem Bereich tätig sei und noch nie erlebt hat, dass die Attacken nach ein paar Tagen mit hohem Fieber einhergehen und dass ihm meine Migräneattacken Angst machen. Er hat jetzt schon Angst vor der nächsten…
    Ich nicht, aber mit einem Arzt, der Angst vor meinen Migräneattacken hat, kann ich irgendwie gerade nicht so richtig viel anfangen. Da hatte ich schon das Gefühl ihn beruhigen zu müssen.

    Naja jedenfalls soll ich jetzt erstmal ausnahmslos jede Attacke wieder sofort behandeln. Wie bisher gehabt mit Imigran inject oder Sumatriptan. Wenn es nicht stark genug oder lange genug wirkt soll ich mit Naproxen kombinieren. Und wenn mal gar nichts anschlägt soll ich es nochmal wieder mit dem Ascotop Nasenspray probieren.

    Als Prophylaxe gibts erstmal migravent classic, was ich langsam hochdosieren soll und in zwei Monaten will er dann mit mir überlegen, ob wir Topiramat dazu nehmen. Allerdings hat er da eigentlich auch Bedenken, weil das wohl häufig zu einer starken Gewichtsabnahme führt.

    Naja erstmal abwarten, ob das Migravent was bringt und dann werde ich mich vielleicjt doch mal auf die Suche nach einem neuen Arzt begeben. So richtig gut aufgehoben fühle ich mich da nicht mehr.
    Meine Triptane liegen jetzt jedenfalls alle wieder an ihren gewohnten Plätzen und ich werde mich jetzt mit einem schönen Tee aufs Sofa begeben 🙂 Die Freude und Hochstimmung, die ich sonst oft nach überstandenen Attacken habe, bleibt diesmal wohl aus. Ich bin eher totmüde und völlig erschlagen, aber froh, dass ich nichts mehr zutun habe heute 🙂

    Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!
    Lisa

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