Vorstellung Ruth

Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 25)
  • Autor
    Beiträge
  • Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    ihr Lieben,
    Jetzt möchte ich mich hier auch endlich Mal vorstellen, nachdem ich schon mehrere Jahre meist still mitlese.ich hab mich heute auch in der Depression Gruppe vorgestellt, fürchte aber, daß ich dort evtl. Wochen auf Antwort warten muss.
    Ich bin 59 Jahre alt und habe seit ca fünf Jahren chronische Migräne. Seit vier Jahren bekomme ich deshalb- und wegen Depressionen- die volle Erwerbsminderungsrente.
    Eigentlich habe ich seit meiner Pubertät immer wieder Depressionen, wollte aber nie ein Antidepressivum nehmen.
    Habe in den neunziger Jahren eine Psychotherapie-analyse gemacht, die mir auch viel geholfen hat.Als aber meine episodische Migräne chronisch würde, hab ich mich von meiner Neurologin überzeugen lassen, ein AD zu nehmen- Paroxetin.
    Das hab ich gut vertragen und heute denke ich, ich hätte es schon viel früher nehmen sollen.Nur gegen die häufige Migräne hilft es leider
    nicht.Da bekomme ich seit ca drei Jahren Botox gespritzt, was vor allem die Übelkeit nimmt.Ganz am Anfang hatte ich topamax genommen,was aber nach einigen Monaten alles noch schlimmer gemacht hat.
    Ende letzten Jahres hab ich meinen Mut zusammen genommen und bin mit Absprache einer Psychiaterin zu Venlafaxin gewechselt.Das ist mir schlecht bekommen. Der Wechsel war schon schlimm, bekam starke Depressionen, bis das Venlafaxin gegriffen hat- und dann bald verschiedene Nebenwirkungen: starkes schwitzen bei der kleinsten Anstrengung,sehr unangenehm, und dann beim aufdosieren schließlich Schlafstörungen mit sehr hohem Blutdruck, Schwindel. Hab dann gleich Blutdruckmittel genommen (Hausarzt)und bin wieder zum Paroxetin gewechselt,mit ärztlicher Absprache.
    Aber bis der AD Wechsel richtig überstanden war, ging’s mir noch einige Zeit schlecht, vor allem mit Schwindel.
    Das war wirklich eine negative Erfahrung,vor allem, weil ich mich auch von der Psychiaterin im Stich gelassen gefühlt habe.Sie hat mir zu dem Wechsel geraten, wollte nur, daß ein EKG gemacht wird.Als ich Probleme hatte, war sie kaum erreichbar- musste da einfach allein durch. Also das Venlafaxin ist für mich ein „Teufelszeug“ – ist vllt übertrieben, aber so empfinde ich es.
    Jetzt werde ich das Blutdruckmittel erst Mal weiternehmen,als Prophylaxe Versuch, obwohl ich es wegen dem Blutdruck vllt nicht mehr nehmen müsste.

    LG Ruth

    Jojo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 330

    Willkommen Ruth,

    Betablocker (Blutdruckmittel) regulieren nur, wenn es was zu regulieren gibt. Deshalb kann man sie auch als Prophylaxe einsetzen, wenn der Blutdruck im grünen Bereich ist.

    Topamax ist bei Depression kontaindiziert. Gut, dass du es abgesetzt hast.

    Ich wünsche dir viel Erfolg mit deiner neu eingestellten Medikation.

    Liebe Grüsse,

    Jojo

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27910

    Willkommen als schreibendes Mitglied, liebe Ruth. 🙂 Über PN kennen wir uns ja bereits viele Jahre.

    Ich kann mir vorstellen, wie schlimm dieser Wechsel für Dich gewesen sein muss. Eine Zeitlang warst Du dann ja ohne Schutz. Mir hatte Venlafaxin auch den Blutdruck extrem in die Höhe gejagt, hatte dann auch eine Zeitlang dafür Betablocker nehmen müssen. Hab dann beides wieder abgesetzt, da es für die Migräne nicht gewirkt hatte. Betablocker sind übrigens auch nicht ideal bei Depressionen, hab das bitte im Hinterkopf. Sie können bestehende Depressionen verstärken.

    Schön, dass Dir Botox hilft.

    In der Depressionsgruppe erhältst Du sicher Antwort. Ich bin zwar aus Zeitgründen dort fast nicht mehr aktiv, aber viele andere.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo Bettina,

    aus diesem Grund nehme ich auch ein Sartan, wie ich an anderer Stelle kürzlich geschrieben habe.

    Viele Grüße
    Ruth

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27910

    Ach, wo steht das denn? Habe jetzt hier irgendwie auf Betablocker geschlossen. Auch aus diesem Grund ist es gut, mal alles beisammen zu haben. 😉

    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo aus dem schönen Südtirol !
    Wir sind hier zu einem Kurzurlaub- und meine Migräne vermasselt mir mal wieder die Hälfte.
    Gestern bei der Anreise natürlich gleich Migräne, aber heute Nachmittag gleich wieder-Nur ein kurzer Ausflug runter nach Bozen ist anscheinend schon zuviel !?
    Hoffentlich nicht wie beim letzten mal am Gardasee jeden Abend das gleiche ?!
    Schön frustrierend, wenn man immer weniger aushält.

    Liebe Grüße von Ruth

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Liebe Ruth,

    danke für deine lieben Grüße aus deinem Kurzurlaub! Wie schön, dass du dich dazu entschlossen hast und wie verständlich, dass du frustriert bist, wenn die Migräne keinen Urlaub macht…! Ich wünsche dir so sehr, dass du die Tage in den Bergen und in dieser herrlichen Landschaft trotzdem genießen kannst und sie dir nicht von der Migräne verderben lässt. Zur Not „bombardiere“ dieses lästige Sch…ding einfach mit deinen Medikamenten!

    Ganz liebe Grüße von Katrin, die seit dem frühen Nachmittag die Zeit im Bett und auf der Couch statt in ihrem geliebten Garten verbringen muss und sich jetzt endlich völlig erledigt über die Wirkung der Akutmedikation freut ?!

    Viva la Vida! ?

    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Liebe Katrin,

    Vielen Dank für Deine verständnisvolle Antwort!
    Ich geh heute früh schlafen und morgen werde ich dann wohl bis nachmittags Ruhe haben. Zum Glück hab ich auch einen geduldigen Mann.
    Dir wünsche ich, daß du morgen in deinen Garten kannst,- das ist ja jetzt das schönste! Wir haben nur eine grosse Terrasse,wo ich viel in Kübel pflanze.

    Liebe Grüße von Ruth

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Guten Morgen ihr Zwei,

    das tut mir Leid, dass ihr besonders bei dem tollen Wetter und bei so toller Umgebung jetzt so gequält werdet.

    Nur selten haben Migräniker einen entspannten und schmerzfreien Urlaub. Es ist für uns immer wieder eine Umstellung. Neues Land, neue Luft, lange Anreisen, neue Betten etc. etc. Unser Körper kann das oftmals einfach nicht gut verkraften. Aber trotzdem lassen wir es uns nicht verderben.

    Liebe Ruth, auch ich würde, wenn möglich, mit Medikamenten behandeln. Das ist schon mal klar. Wenn du wieder zu Hause bist, dann kannst du ggf. verzichten und versuchen alles in geordnete Bahnen zu lenken.

    Liebe Katrin, hoffentlich ist es heute morgen nun schon ein wenig besser. Es wäre schön, wenn du das Draußen noch ein wenig genießen kannst, bevor es in den nächsten Tagen wieder wechselhafter und etwas kälter wird.

    Für euch beiden sind meine Daumen gedrückt.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Danke dir, liebes Sternchen! Heute muss ich mich wieder sehr bewegungsarm verhalten, und der Tag sollte möglichst auch schmerzmittelfrei bleiben! Also schaue ich raus und genieße das Grün! Vielleicht kann ich mich am Nachmittag in meine Liege auf die Terrasse legen, dann hätte ich auch noch frische Luft! So ein paar aufmunternde Worte zwischendurch tun echt gut ?! Danke!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 2 Monate von  Katrin.
    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo Ihr Lieben,

    Zur Zeit hab ich noch öfter als sonst Migräne, vor allem musste ich jetzt ein paarmal noch ein zweites Triptan nehmen, nach etwa 20 Stunden, was sonst nie so war.
    Kommt das evtl von dem schwülen Wetter und dem Temperatursturz hier im Süden bei uns ?
    Geht’s euch vllt auch so ?

    Liebe Grüße von Ruth

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Liebe Ruth,

    nein, und ja. 🙂 Das Wetter kann triggern, muss es aber nicht. Ich kenne auch solche Zeiten, in denen die Migräne mit einer vollen Dröhnung nicht in den Griff zu kriegen ist. Muss dann auch noch ein- oder auch zwei- und auch drei Mal nachlegen. Schwierig wird es nur dann, wenn mehrmals die 10/20 ger nicht mehr einzuhalten ist und ein MÜK droht.

    Alles Liebe
    Sternchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Liebe Ruth,

    es kann immer mal schlechte Phasen während einer Migräneerkrankung geben, auch wenn es jahrelang anders bzw. stabiler verlief. Ich würde das noch einige Wochen beobachten, ob sich die Wirkung des Triptans auch bei stabiler Wetterlage immer noch verändert zeigt.

    Bei mir war es beim vorigen Triptan so, dass die Wirkung irgendwann nachließ und ich zudem öfter und schneller nachlegen musste. Da habe ich dann eines Tages zu einem anderen Triptan gewechselt und mit diesem verläuft es seit Jahren stabil gut.

    Mein Migränekopf kann gewittrig-drückend-schwüles Wetter überhaupt nicht leiden und meckert dann öfter als sonst. Stabile Wetterlagen sind ihm am liebsten. Ist es im Sommer dann endlich (!) mal richtig lange schön heiß und trocken – ich liebe das! – werde ich oft von Bekannten angesprochen, dass dieses Wetter doch bestimmt nichts für mich Migränepatientin sei. Falsch getippt, zu diesen Zeiten geht es mir am besten! 🙂

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 1 Monat von  heika.
    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo Sternchen und Heika,

    vielen Dank für eure schnellen Antworten !
    Ja, eine stabile Wetterlage ist für mich auch am besten,-
    aber kann man sich ja nicht aussuchen ?
    Ich warte jetzt mal noch ab.

    Euch alles Gute
    Herzliche Grüße von Ruth

    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo an Alle,

    Ich will hier mal meinen Schmerzverlauf hochholen und hab meinen Beitrag in Elfes Verlauf hierher kopiert.
    Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht. Selbst von Ärzten und Therapeuten gibt es manchmal Unverständnis und unpassende Ratschläge- z.B. weil ich das Almovig nicht mehr nehmen will wegen der Depressionen.
    Und in einem anderen Bereich bekam ich besonders von einer Bekannten ungefragt Ratschläge- ich hatte im Lauf der Jahre etliche Kilo zugenommen. Das ist im wahrsten Wortsinn offensichtlich, und wer mich von früher kennt, beweist dann evtl. sein Talent zur Taktlosigkeit.?
    Daß man/Frau auch aus Krankheitsgründen Gewichtszunahme akzeptieren muss, können viele nicht verstehen.
    LG Ruth

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Liebe Ruth,

    es ist leider so, dass nicht alle Ärzte auf dem aktuellen Stand der Migränebehandlung sind, nicht jeder bereit ist, seine Wissenslücken zeitnah zu schließen und dass zusätzlich leider auch nicht jeder das nötige Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Patienten mitbringt.

    Das ist besonders bedauerlich, sind wir Patienten doch auf ihre Unterstützung und Hilfe angewiesen. Entweder sucht man sich in solchen Fällen einen richtig guten Arzt, auch wenn es einige Zeit dauert und man evtl. längere Fahrstrecken zurücklegen muss. Oder, sollte das nicht möglich sein, festigt man sein Wissen über die eigene Erkrankung so gut, dass man sich selber seiner Sache sicher ist und die nicht hilfreichen Reaktionen gelassener hinnehmen kann.

    Ungefragte Ratschläge von Bekannten kann man sich einfach verbitten, wenn man sie nicht möchte. Du bist ja keinesfalls ein hypnotisiertes Kaninchen ? , das so einer Situation hilflos ausgesetzt ist.
    Man kann freundlich, aber sehr bestimmt dem Gegenüber mitteilen, dass man weiß, dass es zwar gut gemeint sein kann, aber deshalb noch lange nicht hilfreich sein muss, weil auch sehr viele unnütze Ratschläge dabei sind.

    Starke Veränderungen bei uns werden von unserer Umgebung oft kommentiert. Oft ist es nicht böse gemeint, nur gedankenlos. Und ob wir es taktlos finden, hängt auch viel davon ab, wer uns das sagt.

    Im letzten Jahr war es mir sehr schlecht gegangen, das sah man, und ich hatte einige Kilos abgenommen. Das blieb auch nicht unbemerkt. Und es ist keinesfalls erbaulich, wenn einem die Leute sagen, dass man soooo schlecht aussieht, richtig „abgemagert“ (war ich keineswegs! ? ), bleich und extrem gestresst. Nun, es stimmte ja alles, gelogen haben sie nicht.

    Wie würde ich denn reagieren, wenn mir jemand stark verändert begegnet? Nichts sagen? Je nachdem, wer es ist…

    Ich habe es auf die humorvolle Art versucht: „Tja, wer hat schon das große Glück, in meinem fortgeschrittenen Alter ohne Anstrengung abzunehmen? Die Falten, die die Haut dann schlägt, muss man halt hinnehmen.“ ? ?

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate von  heika.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Ihr Lieben,

    das mit den ungebetenen und unqngebrachten Ratschlägen von anderen Personen, Ärzte nehme ich da mal aus, es ist deren Job, da vorsichtig zu sein, ist ein, wie ich finde, schwieriges Thema.
    UND, mit allem was ich jetzt schreibe meine ich nicht dich, liebe Ruth oder andere einzelne Personen hier im Forum!

    Kritische Anmerkungen oder sogar Vorwürfe gab es schon immer und überall wo Menschen iizusammenleben. Das war schon immer verletzend und demütigend, wurde aber bis zu einem gewissen Grad so hingenommen. War halt alltäglich in den doch oft auch räumlich engen Gemeinschaften. Auch „gute Ratschläge“, man beachte die „Schläge“ darin, wurden pausenlos und ungebeten verteilt. Trost kam aber auch oft recht schnell von „Gleichgesinnten“. Andererseits wurde und wird auch immer und überall um Zuwendung und Beachtung gebeten. Oder sogar durch eigene Thematisierung ( manchmal auch Jammern??) erzwungen, denn Nichtbeachtung ist genauso schwer zu ertragen. Das sollten wir nicht total vergessen.

    All das gibt es pausenlos und schon immer. Und ganz bestimmt nicht nur bei für uns relevanten Themen, wie die Migräne usw.. Jede Besonderheit, wie Krankheit, Aussehen, psychische Auffälligkeiten, „sonderbares Verhalten“, auch aus anderen Kulturen, wird bedacht, beredet und auch kritisiert.

    Und auch hier in Headbook wird, bestimmt meist nicht böse gemeint, so mancher nicht erwünschte oder ungeschickte oder wie auch immer Tipp gegeben, der dann so absolut gar nicht gut ankommt. Und das, obwohl er fast immer gut gemeint war. Es ist ein ganz schwieriges Thema.

    Da kann man sich m.E nur selber durch ein dickes Fell schützen. Aber bitte auch bedenken, dass wir keineswegs, auch wenn wir das denken, besser sind!!! ?

    Hinzu kommt, das wir alle heute so enorm vernetzt sind, man nehme nur mal unser schönes Headbook. Alles kann, und wird aber auch, besprochen und thematisiert werden. Jederzeit und überall hin. Bekommt dadurch auch gleich eine ganz andere Wertigkeit, denn wenn es ALLEN in einer Gruppe so geht…., muss ja was dran und sehr wichtig sein.
    Auch noch dazu kommt, dieses ständige auf allen Kanälen diskutierte Thema der Diskreminisierung. Es gibt nahezu niemenden mehr, der nicht irgendwie diskreminiert wird oder werden könnte.

    Mein eigenes Fazit, und das lebe ich auch mit viel Erfolg, ist nicht immer alles bemerken und schon gar nicht zu reagieren, wenn mir etwas nicht so ganz passt. In Bezug auf meinen Kopf sage ich aber auch schon mal bei den ersten Ansätzen von Tipps: ich weiß da bestens Bescheid, so läuft das überhaupt nicht! Oder wenn dann kommt, ich hab auch immer Migräne und…, biete ich die Ratschläge an….! Die Reaktionen sind halt unterschiedlich, aber ich hab, wenn ich es denn möchte, meistens meine Ruhe.

    Ein unendliches Thema! Wichtig ist m. E. ein bisschen mehr Teflonhaut ?.
    Bin mal auf eure Meinungen gespannt.

    Liebe Grüße in die ganze große Runde,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Julia.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Julia.
    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Liebe Julia,
    das ist ein guter Gedanke, der mich meine eigene selektive Wahrnehmung (die wollen mir ALLE was mit ihren gutgemeinten Ratschlägen) auch durchaus nochmal überdenken lässt 😉 Vielleicht sollte ich mit den „Unwissenden“ doch einfach etwas nachsichtiger sein.
    Meine eigene Teflonbeschichtung ist übrigens sehr tagesformabhängig.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Liebe Indie,

    ich behaupte mal, dass die ALLE, oder zumindest ein großer Teil von denen, dir oder uns eigentlich gar nichts sagen wollen, sondern nur „auch was“ dazu sagen zu müssen meinen. Geht uns doch auch oft so, egal um welches Thema es geht, dass man sich äußert und dabei dann irgendwas sagt. Legt das Gegenüber es dann auf die Waagschale, hat es gleich ein gewisses Gewicht.
    Es gibt natürlich auch die Mitmenschen, die uns „das schon immer mal“ sagen wollten, weil sie sich vielleicht sogar von uns genervt fühlen oder unsere Seite einfach nicht verstehen, oder oder. Aber auch wir (alle in ihrer jeweiligen Situation) sollten auch nicht immer gleich drauf anspringen, wie son Groschenautomat. So nach dem Motto: Geld oben rein, unten kommt prompt das Kaugummi raus.
    Ja, und dann kommt es eben auch immer auf unsere momentane Teflonschicht und deren Zustand an. Ein schier unendliches Thema.

    Indie
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 153

    Liebe Julia,

    ich behaupte mal, dass die ALLE, oder zumindest ein großer Teil von denen, dir oder uns eigentlich gar nichts sagen wollen, sondern nur „auch was“ dazu sagen zu müssen meinen.

    Da gebe ich dir Recht. Und ganz ehrlich, seit ich da selber so empfindlich bin ertappe ich mich gleichzeitig dabei, wie ich selber ungefragt Ratschläge oder Kommentare verteile. Ich gewöhne mir gerade an ein „möchtest du, dass ich da jetzt was zu sage“ vorzuschalten. Klappt aber natürlich auch nicht immer 😉

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7456

    Zum Glück sind wir ja, wenn auch hin und wieder mal recht begrenzt ?, lernfähig. Und auch dafür ist Headbook oft die perfekte, auch weil anonyme, Schule. Bleiben wir dran!

    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo Heike,

    ich finde es schon taktlos, wenn jmd.zu mir sagt:
    „mein Gott,bist du dick geworden, ich hätte dich kaum erkannt“
    Und bei meiner eigenen Familie,( Schwester und Schwager) kam ein Scherz meinerseits über meine“ Hüftprothektoren“ nicht an.
    Sie fanden es nicht witzig.
    Und nur, weil ich nicht schlagfertig genug bin, bin ich kein paralysiertes Kaninchen.
    LG Ruth

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Hallo Ruth,

    ich hätte es verallgemeinern sollen, nicht dich persönlich ansprechen bei diesem Satz, der dich getroffen hat. Denn im Alltag betrifft es schließlich viele von uns, doch ich hätte es bei diesem Punkt anders angehen sollen.Es tut mir leid, wenn ich da die falschen Worte gewählt habe. Ich dachte noch, mein Smiley hintendran stellt das richtig, doch das ist offensichtlich nicht gelungen.

    Andere Menschen können wir nicht ändern, nur uns selber und unsere Reaktionen auf ihre Worte oder ihr Tun.
    Auch ohne Schlagfertigkeit können wir uns mit Worten wehren. Du hast das mit deinem Beitrag mir gegenüber getan, und das war gut so! So gibt es beiden Seiten die Möglichkeit, solche unguten Dinge wieder gerade zu rücken und es entsteht kein unterschwelliger Groll.

    Lieber Gruß
    Heika

    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo Heika,

    vielen Dank für deine empatische und kluge Antwort!

    Herzliche Grüße
    Ruth

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 528

    Liebe Ruth,

    deine fehlende Motivation, das Aimovig aufgrund deiner Erfahrung nicht weiternehmen zu wollen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich reagiere z.B. auf Antidepressiva sehr schnell paradox. Warum sollte ich mir also mit einer Einnahme mehr Probleme schaffen, als ich ohnehin schon habe?

    Selbst von Ärzten und Therapeuten gibt es manchmal Unverständnis und unpassende Ratschläge- z.B. weil ich das Almovig nicht mehr nehmen will wegen der Depressionen.

    Ich glaube, dass manche Ärzte und andere im Gesundheitswesen tätige Menschen möglicherweise noch nicht begriffen haben, dass es ihre Aufgabe ist, dem Patienten als helfender und beratender Begleiter zur Seite zu stehen, statt – mal ganz überspitzt formuliert – als „Diktator“, der vom Hilfesuchenden widerstands- und widerspruchloses Folgen erwartet.

    Das von dir, liebe Heika, erwähnte Fingerspitzengefühl hat manch einer von Natur aus, andere können es sicher zum Teil erlernen, manche werden immer „Grobiane“ bleiben. Wenn man bedenkt, dass Medizinstudenten die Gesprächsführung mit dem Patienten noch nicht lange als „Unterrichtsfach“ haben, erklären sich die teils unüberlegten, gedanken- und rücksichtslosen, verunsichernden oder verängstigenden Bemerkungen. Genauso wie in einem Jahre dauernden Medizinstudium das Thema Kopfschmerzen – wenn überhaupt – nur mit sehr wenigen Stunden und „stiefmütterlich“ abgehandelt wurde. Ich glaube, auch das ist einer der Gründe, warum Professor Göbel immer wieder darauf hinweist, dass wir selbst zum Experten, zu unserem eigenen Anwalt werden müssen. Recht hat er! Es geht um uns, also müssen wir uns – auch mit Hilfe von Experten – um uns kümmern. Oder wir lassen es, haben dann aber keinen Grund mehr, uns zu beschweren oder über anderer Menschen Unfähigkeit zu beklagen. Wir haben eine Wahl!

    Wie du, liebe Heika, schon schreibst, hängt es auch immer von der Einstellung des Arztes, seinem eigenen Engagement und möglicherweise seinem persönlichen Interesse ab, ob und inwieweit er sich weiterbilden und auf den neuesten Stand bringen kann und möchte. Ein Neurologe ist zwar ein Spezialist, aber es gibt viele neurologische Erkrankungen. Und kann er da wirklich für jede dieser Erkrankungen ein Experte sein? Deswegen sehe ich es mittlerweile als MEINE Aufgabe an, mir den Spezialisten für MEINE Erkrankung zu suchen, gerne auch mit Hilfe. Es gibt das Sprichwort ‚Wer suchet, der findet.‘. Auf den Weg müssen wir uns aber aus eigenem Antrieb, eigener Motivation machen und dürfen uns nicht durch Misserfolge entmutigen lassen – ich weiß, das klingt leicht, ist es aber nicht immer!

    Andererseits gibt es sicher aber auch Patienten, die es genauso wollen und die Erwartung haben, der Arzt solle ihre Krankheit „wegmachen“, ohne dass sie selbst Verantwortung übernehmen oder sich darum kümmern wollen oder müssen.

    Der keineswegs utopische Idealfall – und den gibt es mehr und mehr oder zumindest eine Entwicklung in diese Richtung – ist ein Arzt-Patienten-Verhältnis, das auf Vertrauen und einem respektvollen Miteinander basiert, und in dem der Arzt mit seiner Kompetenz und unter Vermittlung seines Wissens die Entscheidung unter Abwägung der individuellen Bedürfnisse des Patienten denselben die Entscheidung treffen lässt oder ihm bei einer Entscheidungsfindung hilft. Eine Bewertung oder ein Urteil darüber steht ihm nicht zu – basta! Enttäuscht darf er ja gerne sein, wenn er seinen empfohlenen Weg für sinnvoll und aussichtsreich hält. Aber seine Achtung dem Patienten gegenüber sollte er sich dennoch bewahren.

    Daß man/Frau auch aus Krankheitsgründen Gewichtszunahme akzeptieren muss, können viele nicht verstehen.

    Ich habe meinem Arzt gesagt, dass eine Gewichtszunahme, die über 3 oder höchstens 4 kg hinausgeht, für mich gegen die Einnahme eines Medikamentes mit dieser Nebenwirkung spricht. Er respektiert und berücksichtigt das. Deswegen stimme ich dir zwar zu, dass eine Gewichtszunahme akzeptabel sein kann, aber nicht muss. Es gab hier in headbook Zahlen über Gewichtszunahmen, die ich persönlich nicht verstehen kann – aber das ist meine ganz eigene Ansicht, die niemand mit mir teilen oder verstehen muss.

    Vielleicht hätte ich eine andere Einstellung zu diesem Thema, wenn eine deutliche Besserung meiner chronischen Migräne in einem für mich akzeptablen Verhältnis zu den Nebenwirkungen gestanden hätte. Aber diese Erfahrung habe ich (leider) nie gemacht.

    Ungefragte Ratschläge von Bekannten kann man sich einfach verbitten, wenn man sie nicht möchte. Du bist ja keinesfalls ein hypnotisiertes Kaninchen ? , das so einer Situation hilflos ausgesetzt ist.

    Genau! Es kostet am Anfang ganz viel Überwindung, zu sagen, dass man etwas nicht hören möchte. Aber mit genauso viel Übung wird es sich immer „normaler“ anfühlen – für beide Seiten. Und wenn die andere Person deine Bitte nicht akzeptieren möchte, warum sollst du dann deren ungefragte Kommentare akzeptieren?

    Im letzten Jahr war es mir sehr schlecht gegangen, das sah man, und ich hatte einige Kilos abgenommen. Das blieb auch nicht unbemerkt. Und es ist keinesfalls erbaulich, wenn einem die Leute sagen, dass man soooo schlecht aussieht, richtig „abgemagert“ (war ich keineswegs! ? ), bleich und extrem gestresst. Nun, es stimmte ja alles, gelogen haben sie nicht.

    Manchmal lohnt es sich auch, rückzufragen, ob man den anderen richtig verstanden hat. Mein Mann besuchte seine Mutter am letzten Samstag alleine, weil ich mich einfach kräfte- und schmerzmäßig nicht in der Lage für eine Reise und einen Besuch fühlte. Ich sah sie dennoch und sprach kurz über Videotelefonie mit ihr. Sie meinte, ich sähe doch gut aus! Und ich hörte ‚Dann hättest du ja auch mitkommen können!‘ Das traf mich, und am nächsten Tag rief ich sie an und sagte ihr, dass ich mich mit ihrer Bemerkung nicht wohlgefühlt habe und ob ich sie richtig verstanden habe. Nach kurzer Zeit betonte sie, dass sie mit ihrer Bemerkung meine Haare/Frisur meinte, denn im Gesicht sah ich blass aus wie ein Kreidefelsen. Und schon fühlte ich mich nicht mehr „angegriffen“ und mein Missverständnis war aus dem Weg geräumt ?.

    Zu deinem Beitrag, liebe Julia, möchte ich auch noch etwas schreiben, aber morgen ist auch noch ein Tag ?! Also bis später!

    Dir, liebe Ruth, wünsche ich alles Gute und für dich mögliche Lösungsansätze aus den wertvollen und reichhaltigen Beiträgen!

    Ganz liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Katrin.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Katrin.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Katrin.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Katrin.
Ansicht von 25 Beiträgen - 1 bis 25 (von insgesamt 25)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.