Migräne im Leben der Frau

Migräne im Leben der Frau

menstruell assoziierte Migräne – gibt es irgendeinen Ausweg?

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  • allegro4
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    Hallo ihr Lieben,
    ich habe schon vor einiger Zeit meinen Schmerzverlauf hier gepostet und wurde auf diese Gruppe aufmerksam gemacht. Nun schreibe ich hier endlich mal was.
    Und zwar eigentlich ist es eine riesengroße Frage: Gibt es irgendetwas, was man gegen menstruelle (assoziierte) Migräne tun kann??
    Ich habe, wenn ich Migräne habe, fast ausschließlich zur Menstruation Migräne. Abseits davon ist sie aber auch zyklusorientiert, nämlich um den Eisprung herum tritt sie ab und zu auch auf.
    Es ist nicht jedes mal gleich schlimm: z.B. kann ich zwei Monate gut durchkommen, und nur einen einzigen leichten Schmerztag haben, wo dann nicht mal ein Triptan sein muss. Dann gibt es Monate, in denen mir eig. durchgängig irgendein Symptom auf die Füße fällt. Aber alle paar Monate kommt dann dafür so ein Hammer-Anfall, als ob der Körper sagen wollte ‘haha, jetzt mal wieder so richtig!’. Bei diesen Attacken helfen die Triptane echt nicht gut, manchmal gar nicht, und andere Schmerzmittel sind auch eher wie Bonbons.
    Ich liege dann drei Tage lang mit tränendem Auge und stechenden Schmerzen herum und gar nichts hilft mehr. Nach den drei Tagen ist immerhin der große Schmerz weg, aber es dauert noch ein paar Tage, bis wirklich alles scherzhafte weg ist und ich bin dann auch total verpeilt, also renne gegen Ecken der Türe oder so 😀
    Bei diesen schlimmen Attacken frage ich mich immer, ob es wirklich gar nichts gibt, was man tun könnte, dass die gar nicht erst so schlimm werden.
    Ich nehme seit langer Zeit Magnesium und B-Vitamine ein, habe aber das Gefühl, dass das gar nicht viel nutzt bei meiner Migräneform.
    Ich habe schon in anderen Beiträgen von meinen Schwindelproblemen geschrieben – die kommen noch dazu und lassen sich scheinbar auch kein bisschen behandeln.
    Vielleicht hat ja jemand auch solche Attacken und schon eine ‘Lösung’ oder Handhabung gefunden. Wenn auch nur etwas, was man VORHER tun kann, damit es nicht so schlimm wird.
    Ich habe schon alles mögliche versucht, von Pille durchnehmen, Gestagenpille, Östrogengel, frühzeitig Ruhe gönnen, Auszeiten, was man eben alles so empfiehlt bei Migräne. Aber nichts davon hat geholfen (Hormonzeug war sogar eher schlimmer). Und gefühlt müsste ich eine ganze Woche vor der Periode nur schlafen (werde extrem müde vorher) und mich zurück ziehen, aber das geht natürlich nicht jeden Monat! Diesmal hat es nicht einmal genutzt. Wenn also nicht mal Entspannung hilft, was dann.
    Beste Grüße!

    Sonja L.
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 24

    Hallo,

    ich habe auch schwere Migräneattacken um den Eisprung herum und vor der Periode.
    Diese Attacken sind besonders aggressiv, mir helfen dann eigentlich nur Triptane + Naproxen. Ich liege dann meistens auch nur im Bett und habe einen Eisbeutel im Nacken bzw auf der Stirn.

    Ich habe auch schon alles mögliche probiert, die Gestagenpille hat mir etwas geholfen, während der Einnahme waren die Attacken etwas weniger häufig. Eine Zeit lang hat auch ein Östrogenpflaster die Migräne abgefangen, mittlerweile ist die Wirkung aber irgendwie verpufft und ich habe es nicht weiter versucht.

    Mein Gynäkologe hat mir jetzt die Pille Maxim verschrieben (mit Östrogen), aber ich traue mich nicht sie zu nehmen da eine erhöhte Thrombosegefahr besteht. Mein Arzt ist der Meinung dass der plötzliche Östrogenabfall kurz vor der Mens die Migräne triggert und diese enormen Schmerzen verursacht.

    Ich bin ehrlich gesagt auch ratlos, hast Du schon mal bioidentische Hormone versucht ? Das ist ja jetzt der neuste Trend, mir hat es leider nicht viel gebracht in Bezug auf die Migräne.

    LG

    BettinaFrank
    Verwalter
    Beitragsanzahl: 32266

    Hallo Allegro,

    die hormonell getriggerte Migräne ist nicht anders zu behandeln. Trigger ist Trigger – manchen kommt man aus (übermäßiger Stress z. B.), anderen nicht (Hormone, Wetter usw.)

    Es bringt Dir leider auch nichts, nun nach DEM Wundermittel zu suchen, denn das gibt es nicht. Versuche, Dich vor der Periode mehr zu schonen, mehr auf Regelmäßigkeit zu achten und Entspannung anzuwenden.

    Ich bin ehrlich gesagt auch ratlos, hast Du schon mal bioidentische Hormone versucht ? Das ist ja jetzt der neuste Trend, mir hat es leider nicht viel gebracht in Bezug auf die Migräne.

    Bioidentische Hormone sind ein neuer Trend, richtig, aber ohne Relevanz auf die Migräne.

    Liebe Grüße
    Bettina

    allegro4
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    ja, das habe ich schon befürchtet Bettina 🙁 Man fragt sich nur immer, warum muss das denn bloß sein! Ich hatte nie mit Kopfschmerzen Probleme bis ich ungefähr Mitte zwanzig war. Aber seit dem ist es echt furchtbar. Zwar bin ich dankenswerterweise von sehr häufigen Anfällen verschont, aber ich finde zwei-drei mal im Monat und davon teilweise so schlimme Attacken und vor allem die laaangen Nachwirkungen bei mir, dennoch zum Heulen.

    Zu Sonjas Frage: nein, bioidentische Hormone habe ich nicht versucht.

    Ich habe allerdings noch eine Frage, wo ich nicht weiß, ob man hier überhaupt Antworten dazu verbreiten ‘darf’, nämlich nach einem guten Arzt in der Stadt in der man lebt, die sich genau mit solcher Migräne auskennen. Meine FÄ versucht zwar zu helfen, aber es hat bisher nicht so gefruchtet. Beim Neurologen wurde ich mit Verweis auf ‘Stress, das wird schon wieder’ (oder so in dem Ton) behandelt. Viele Neurologen hier nehmen keine neuen Patienten auf, weil sie überlaufen sind. Ich finde es sehr schwer, einen guten Neurologen zu finden, oder evtl. auch einen Endokrinologen, der das mit den Hormonen im Zyklus mal einschätzt und untersucht.

    Sonja L.
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 24

    Hallo allegro4,

    also bei mir hat es auch mit Mitte 20 angefangen und sich dann immer weiter gesteigert.

    Frauenärzte sind oft überfordert (verordnen halt die Pille ) und Endokrinologen haben meist von Migräne auch wenig Ahnung.
    Am besten wäre wohl ein fähiger Neurologe, aber mit Hormonen sind die nach meiner Erfahrung auch nicht so bewandert, also ich kenne zumindest keinen der sich da auskennt.

    LG

    BettinaFrank
    Verwalter
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    Die menstruell getriggerten Attacken sind wirklich ganz fies. Entweder mit stark wirkendem Triptan versuchen und/oder frühzeitig bei den ersten Anzeichen einnehmen. Und halt die üblichen Verhaltensweisen um diese Zeit herum noch besser beachten. ?

    youcandoit
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3

    Hallo allegro4,

    auch wenn der Beitrag schon älter ist: Ich habe auch menstruelle / menstruell assoziierte Migräne. Ganz zuverlässig ein Anfall im Monat zu Beginn der Periode.

    Ich nehme seit mehreren Monaten Magnesium (2*200mg pro Tag) und habe das Gefühl, dass dadurch zumindest die Anfallstärke / Schmerzintensität verringert wurde. Früher war ich immer komplett ausgeknockt (trotz Triptan, das auch gut gegen Schmerzen hilft bei mir) und hab zwei Tage fast durchgeschlafen. Mittlerweile nehme ich ein Triptan und kann aber trotzdem halbwegs weitermachen mit meinem Leben.
    Außerdem hat mir phasenweise regelmäßige Entspannung (zb einmal pro Woche) gut getan, zb in Form von Yoga oder Akupunktur.

    Magnesium ist also momentan mein Strohhalm.
    Mehr Ausweg hab ich bis jetzt auch noch nicht gefunden.

    lg

    allegro4
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    Hallo youcandoit,

    ich habe gefühlt inzwischen alles ausprobiert, um die hormonell getriggerten Attacken zu verhindern/entschärfen/verbessern… Aber absolut nichts hat irgendwas verändert. Es ist immer mal unterschiedlich gewesen mit den Zeitpunkten, aber es hat sich so ein bisschen eingepegelt auf 2 Tage vor der Periode, dann manchmal noch währenddessen, öfters auch nochmal an Tag 5/6 und dann wieder um den Eisprung herum. Ich bin immer bei mindestend 8 Tagen im Monat, geht aber auch schonmal bis 11 Tage. Das sind mal einfach drei Monate im Jahr nur Kopfweh und was nicht lles so dazu gehört 🙁 Da ich sonst nie Migräne habe, liegt das ganz klar an der Regel.

    Ich nehme Magnesium und Vit B2, Q10 und habe auch sonst schon einiges probiert (mit der Gyn zusammen), aber es hat nie irgendwas verbessert. Mittlerweile mach ich vor der Regel extreeem langsam, ruhe mich extreeeem viel aus, versuche achtsam zu sein etc. etc. Aber verindern tut das leider gar nichts. Nichtmal abschwächen. Zwei Triptane brauch ich jedesmal mindestens (an zwei Tagen) und oft noch Ibus an anderen Tagen.

    Ich bin dann nach ein paar Stunden auch wieder so weit, dass ich zB leicht Arbeiten machen kann und sehr oft läuft gerade dann mein Hirn auf Hochtouren auf (könnte dann immer Bücher schreiben!). Aber ich habe so den Verdacht, dass es eig. doof ist, zu funktionieren und ich besser nur schlafen sollte. Nach zwei Stunden halte ich das aber meistens nicht mehr aus mit dem Schlafen und nix-tun…

    Hinzu kommt jetzt leider, dass ich ein postvirales ME/CFS habe, was endlich mal diagnostiziert wird derzeit und ich sowieso am Herumkriechen bin und mich quasi nie erhole von irgendwas. Jedes mal dazu noch die Migräne ist ganz wunderbar 😀

    Zwischenzeitlich hatte ich mal ein anderes Triptan, aber die wirken alle viel zu kurz, so dass ich wieder bei Naratriptan gelandet bin, was wenigstens zuverlässig und lange wirkt bei mir.

    Am furchtbarsten (haha, falls es was furchtbareres gibt als Schmerz!) sind auch die Tage nach der Migräne und vor der Migräne. Irgendwas läuft da in meinem Serotoninhaushalt derart schief, dass ich ein jammerndes Bündel bin mit Nerven aus Seide und könnte nur heulen (nicht jedesmal zum Glück). Ich bin das zwar angegangen mit Achtsamkeitstraining und Gesprächen, aber weg geht das natürlich nicht – es wird nur aushaltbarer, weil ich weiß, dass es vorbei gehen wird irgendwann nach der Attacke.

    Keep Fighting, ich hoffe du findest für dich noch was was superduper gut hilft 🙂

    LG Allegro

    allegro4
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 63

    was ich noch hinzufügen möchte, weil ich es echt weird finde:

    als Vorboten habe ich so Standardsachen wie häufiges Gähnen und Wasserlassen, Energiehunger auf Schoki… Aber auch, und das hab ich bisher nicht so gehört irgendwie, dass ich vier Tage (!) vorher einen ekelhaft widerlichen Schwindel bekommen, also wirklich ganz eklig, kaum beschreibbar, da geht dann nicht mehr sehr viel. Dazu renne ich gegen Ecken und so, das kennt man ja wiederum. Aber es würde mich mal interessieren, ob das auch andere haben, das mit dem tagelang vorherigen Schwindel. Ich habe das nie in Zusammenhang gebracht, weil so lange vor der Attacke mir komisch vorkam. Aber es bildet sich da echt ein Muster heraus inzwischen. Leider habe ich da nicht viel gefunden was hilft, außer Dimenhydrinat (aber auch damit ist es nur so lala).

    BettinaFrank
    Verwalter
    Beitragsanzahl: 32266

    Liebe Allegro,

    tut mir sehr leid, dass es Dir so schlecht geht. 🙁
    Schwindel einige Tage vor der Schmerzattacke kennen viele. Entweder ist er ein Vorbote oder Aura – beides gehört aber schon zur Migräne dazu. Speziell, wenn sich so ein Muster wie bei Dir abbildet.

    Dimenhydrinat ist eine gute Option und macht den Schwindel zumindest etwas erträglicher.

    Liebe Grüße
    Bettina

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