Natürliche Entbindung mit chronischer Migräne (Belume)

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  • Belume
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    Beitragsanzahl: 8

    Hallo zusammen,
    ich habe bisher immer wieder hier in den Foren gelesen, habe aber noch keine Antwort auf meine Frage gefunden.

    Ich bin in der 24.Woche schwanger (mit unserem 2. Kind). Ich leide seit 6 Jahren unter chronischer Migräne. In der jetzigen wie in der vorherigen Schwangerschaft hat sich meine Migräne nicht verbessert, sondern oftmals noch verschlechtert. Ich komme soweit klar, hatte aber bei meiner ersten Schwangerschaft auf Grund der Umstände einen Kaiserschnitt. Zum Einen, weil ich mich körperlich zu schwach gefühlt habe, spontan zu entbinden. Zum Anderen, weil ich Angst hatte, am Tag der Entbindung oder während der Entbindung Migräne oder Kopfschmerzen zu haben.

    Nun wünsche ich mir eine normale Geburt, weil ich mich körperlich fitter fühle. Ich habe aber immer noch Bedenken, dass die Migräne mich während der Geburt heimsuchen könnte. Außerdem frage ich mich, ob Gefahr (wegen der Migränebelastung) besteht, dass durch das Pressen bei der Geburt die Gefäße im Gehirn beschädigt werden könnten?
    Ein Gynäkologe, mit dem ich über die Gefahr der Gefäßruptur gesprochen habe, hatte keine Bedenken, vielleicht gibt es aber aus neurologischer Sicht andere Meinungen? Ich selbst bin momentan leider nicht in neurologischer Behandlung.

    Vielen Dank für Infos und Erfahrungen!

    • Dieses Thema wurde geändert vor 2 Jahre von  Belume.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Liebe Belume,

    es wundert mich ein wenig, dass dein Arzt aus diesen beiden von dir genannten Gründen einem Kaiserschnitt zugestimmt hat, ohne es erst einmal auf dem normalen Weg zu versuchen. Zum einen, weil Frauen instinktiv in der Lage sind, Bärenkräfte während einer Entbindung zu entwickeln. Frauen können über sich selbst hinauswachsen, auch wenn man das vorher gar nicht denkt.

    Zum anderen bildet eine Frau in der Extremsituation Geburt körpereigene Endorphine, die wirken sozusagen wie Schmerzmittel.

    Ich selber bin in einer außergewöhnlichen und gleichzeitig stressigen Phase normalerweise komplett migränefrei. Ich fragte Prof. Göbel bei einem Forentreffen mal danach, warum das so ist. Er meinte damals: „Der Körper kann dann nur eines.“ Und in diesem Fall natürlich die Geburt und nicht auch noch die Migräne.

    Ich finde es schön, dass du jetzt den Mut gefunden hast, dein Baby auf natürlichem Weg zu entbinden. Warum auch nicht? Ein Kaiserschnitt als Option bleibt ja immer noch, und der wäre in wenigen Minuten in die Wege geleitet.

    Die Gefäße im Gehirn werden bei allen Druckerhöhungen belastet, doch die Belastung ist meiner Einschätzung nach nicht von der Migräne abhängig, sondern vom allgemeinen Zustand der Gefäße. Bei älteren Menschen sind die Gefäße oft mehr oder weniger vorgeschädigt. Doch eine Migräneerkrankung schädigt die Gefäße ja nicht, es ist nur das Schmerzempfinden durch die Migräneprozesse, die uns immer so viel Mühe machen.
    Bei jungen Menschen sind die Gefäße in gutem Zustand, auch wenn man Migräne hat, und die halten das auf jeden Fall aus!

    Was in der Austreibungsphase ab und zu vorkommt, ist, dass bei Gebärenden Gefäße in den Augen platzen, wenn sie falsch pressen. Das ist völlig harmlos, sieht zwar schlimm aus, verschwindet aber bald wieder.
    Wenn man richtig presst, also den Kopf weit nach vorne nimmt, das Kinn auf die Brust, und dann ganz bewusst das Kind nach unten rausschiebt (dieses Wort „rausschieben“ ist viel besser als dieses harte Wort „pressen“), passiert da nichts.

    Nur Mut, trau dir das zu, dein Körper kann das!

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre von  heika.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Eines würde mich noch interessieren: Wie groß ist denn der zeitliche Abstand zwischen deinen beiden Kindern, Belume? Nach einem Kaiserschnitt sollte er nicht zu kurz sein, wenn man beim zweiten Mal normal entbinden möchte.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4562

    Hallo Belume,

    Heika hat schon alles geschrieben. Sei zuversichtlich du wirst das super gut schaffen.

    Eben grad noch hat Prof. Göbel im Live-Chat ausdrücklich darüber gesprochen, dass das Migränegehirn völlig gesund ist. Es ist nichts was besonders schwach oder krankhaft ausgebildet ist. Also vertrau auf deinen Körper, er wird dass, wofür er geschaffen ist, auch gut meistern.

    Alles Liebe für dich, vielleicht wirst du uns ja berichten. Ich freu mich drauf. 🙂
    Sternchen

    Belume
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Liebe Heika, liebes Sternchen,

    Herzlichen Dank für eure Antworten!

    Ihr habt mich in meinem Wunsch normal zu gebären weiter ermutigt!

    Heika, deine ausführliche Antwort ist nachvollziehbar und sehr hilfreich für mich!
    Hast du selbst eine normale Geburt erlebt?

    Und auch eure Hinweise auf die Aussagen von Prof. Göbel sind sehr beruhigend.

    Ich bin 31 Jahre alt. Zwischen den Geburten meiner Kinder werden 2 Jahre und 4 Monate liegen.
    Ich habe mir zum Thema „Natürliche Geburt nach Kaiserschnitt“ auch schon Literatur besorgt, um mich über Risiken zu informieren und mit meinem Gynäkologen gesprochen.

    Vielleicht hätten mich bei meinem ersten Sohn Arzt und Hebamme mehr ermutigen sollen, normal zu entbinden. Damals musste ich sowohl wegen der Migräne als auch wegen eines Nierenstaus viel liegen. Ich war körperlich nicht fit. Ich hatte viel darüber nachgedacht und mich damals für mein Kind und mich für den Kaiserschnitt entschieden. Doch ich bin zuversichtlich, dass ich dieses Mal normal entbinde!

    Herzlichen Dank nocheinmal für euren Zuspruch!

    Belume

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4562

    Liebe Belume,

    wenn du bei Facebook bist, dann schau dir den Life-Chat von gestern Abend an. Dr. Wimmer spricht mit Prof. Göbel über Kopfschmerzen und Migräne. Da sagte Prof. Göbel ganz deutlich, bei den Migräneköpfen ist alles in Ordnung, (ich glaube sie sagten:“alles tippi toppi“ 🙂 ) Niemand muss sich Sorgen machen, dass der Kopf so gesehen krank und kaputt ist.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Herzlich willkommen bei uns, liebe Belume. ?

    Wie Heika und Sternchen schon schreiben, spricht nichts gegen eine natürliche Geburt. ?

    Die Migräne wird Dich verschonen, die hat keine Zeit während der Geburt. ? Mein erstes Kind kam natürlich (spontan) zur Welt, die Geburt dauerte sehr lange – aber ich hatte keine Minute Migräne. Und das, obwohl ich damals eine sehr hochfrequente Migräne hatte. Allerdings war ich fast komplett schmerzfrei während der ersten Schwangerschaft. Also lief alles super gut. ?

    Die zweite Geburt war ein geplanter Kaiserschnitt wegen einer vorangegangenen Myom-OP. Mein Arzt sagte mir damals, dass ich nach spätestens zwei Jahren wieder normal entbinden könnte. Also hast Du einen guten Puffer, das wird alles gut klappen.

    Genieße noch die letzte Zeit der Schwangerschaft und sei zuversichtlich, dass es so laufen wird, wie Du Dir das wünscht. ?

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5600

    Ja, liebe Belume, ich habe meine Kinder normal entbunden.
    Es ist beim Kaiserschnitt wie bei einer medikamentösen Migräne-Prophylaxe 😉 : Wenn´s sein muss, dann ist es gut, dass es sie gibt. Aber besser ist ohne. 🙂

    Falls du dich kraftlos fühlen solltest, besteht immer noch die Möglichkeit einer PDA. Dadurch würde der Wehenschmerz in der Eröffnungsphase im besten Falle komplett betäubt und wenn die PDA zeitlich gut eingestellt wird, klingt sie pünktlich zum Einsetzen der Austreibungsphase ab und du hast nur noch die Presswehen, die sehr effektiv sind und in der Regel angenehmer als die anderen Wehen, weil man selber mitarbeiten kann.

    Eine PDA wäre auf jeden Fall immer noch eine Option zum Kaiserschnitt. Aber versuch es ohne, ändern kannst du immer noch was. Unser weiblicher Körper ist auf Gebären eingestellt, WIR KÖNNEN DAS !!! 😀

    Der zeitliche Abstand deiner beiden Kinder ist gut mit dem vorausgegangenen Kaiserschnitt verträglich, wie Bettina das ja schon treffend geschrieben hat.

    Lieber Gruß
    Heika

    Belume
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Vielen Dank, Bettina, Heika und Sternchen.
    Ihr habt mir schon sehr viel weiter geholfen!

    Die Migräne ist so unberechenbar und eine Geburt auch. Aber ihr macht mir Mut. Ich werde weiterhin positiv denken und versuchen, auf meinen Körper zu vertrauen!

    Danke euch und liebe Grüße
    Belume

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Du schaffst das, halte uns gerne auf dem Laufenden. 🙂

    Belume
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Mache ich :)!

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 468

    Hallo Belume,

    ich bin damals bei der Vorstellung im KH mit einem oberen Blutdruck von 90mmHg umgekippt.
    Da hat mein Ex ganz besorgt gefragt, was wäre, wenn das bei der Geburt passieren würde.
    Da meinte der Arzt nur, dass wir uns darüber keine Sorgen machen bräuchten, da wäre der Körper mit anderen Dingen beschäftigt, da würde das nicht passieren.
    So ist das bestimmt mit der Migräne auch.

    @sternchen : Sie sagten „picobello“. Das mit dem „tippi toppi“ war Trumpel 😉

    LG Anna

    Belume
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Hallo Anna, danke auch dir für die Info.
    Ich wünsche mir eine normale Geburt, mit euren Infos fasse ich immer mehr Vertrauen.
    Es dauert ja noch einige Wochen, aber ich bin guter Dinge :).
    LG
    Belume

    Belume
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Hallo ihr Lieben,

    nun liegt die Geburt meines Sohnes schon einige Wochen zurück.
    Ich habe es gewagt und ihn auf normalem Weg zur Welt gebracht. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es geklappt hat und vor allem dafür, dass der Kleine gesund und munter ist.

    Am Tag der Geburt hatte ich keine Migräne. Aber leider war sie am Tag danach schon wieder da. Ich hatte ja insgeheim auf irgendeinen positiven Effekt auf die chronische Migräne durch so ein unglaubliches Ereignis wie die Geburt gehofft… Pustekuchen…

    Leider frustrieren mich die chronische Migräne und alle einhergehenden Einschränkungen gerade sehr. Ich hätte so gerne mehr Energie und schmerzfreie Zeit für meine Kinder.
    Die CGRP Impfung ist meine große Hoffnung. Sämtliche Therapien waren wirkungslos bei mir…
    Aber, das sind andere Themen…

    Vielen Dank an dieser Stelle euch nochmal, dass ihr mich ermutigt habt und schon einmal FROHE WEIHNACHTEN!
    Belume

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7425

    Liebe Belume,

    ganz herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Söhnchens.

    Wie gut, dass du dich doch noch zu einer normalen Geburt entschieden hast. Und wenn sich dann auch noch dein Kopf zumindest am Tag der Geburt nicht eingemischt hat, war das Glück sicher perfekt.

    Ich wünsche dir alles alles Gute,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Liebe Belume,

    auch von mir die besten Glückwünsche zur gut verlaufenen Geburt und zu Deinem Söhnchen. 😀

    Hast Du wirklich schon alles durch? Vielleicht noch mal Betablocker testen … Nach einiger Zeit und nach einer Geburt ist wieder einiges anders. Vielleicht wirkt ja jetzt, was früher keine Wirkung hatte.

    Ich erinnere mich auch noch an die eigentlich wunderschöne Zeit, als meine Kinder klein waren. Aber mit chronischer Migräne ist das doch manchmal auch eine Herausforderung. Zumal ich zu dieser Zeit noch nicht mal die Triptane hatte. Suche Dir Hilfe, Entlastung und Auszeit, wo es nur geht. Das kann Dir die nötige Entspannung zwischendurch geben, die hilfreich für Dich ist.

    Alles Liebe und schöne Weihnachten mit der vergrößerten Familie,
    Bettina

    Belume
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Liebe Julia, liebe Bettina,

    Erstmal wünsche ich euch ein gutes neues Jahr!

    Vielen Dank für die Glückwünsche!

    Ohne Triptane wäre mein Leben so gar nicht denkbar. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie du das geschafft hast, Bettina!

    Ich nehme seit ca. 4 Jahren Metoprolol. Ich habe zwar trotzdem fast jeden Tag zeitweise Kopfschmerzen und an ca. 15 Tagen Migräne, aber es hat sich zumindest nicht gesteigert. Darum möchte ich die Betablocker nicht absetzen, um keine Verschlimmerung zu riskieren.

    Ich habe schulmedizinisch und alternativ schon so viel probiert…

    Mein Problem ist außerdem, dass der nächste Kopfschmerzspezialist 1 Std. mit öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt liegt.
    Ich weiß genau, dass mich die An- und Abreise so stressen, dass zusätzlich Migräne vorprogrammiert ist.
    Das habe ich vor ein paar Jahren auf mich genommen. Leider ohne Erfolg.

    Außerdem die Hoffnung, die ich in einen neuen Versuch stecke, dann wieder die Enttäuschung,wenn es nicht klappt. Die Nebenwirkungen, die ich bei allen Medikamenten bisher ertragen musste…
    Und meine 2 Kinder, für die ich meine übrige Kraft brauche.
    All das hält mich momentan davon ab, wieder etwas Neues (oder Altes) zu probieren…

    Aber danke für deinen Zuspruch, Bettina. Ich versuche mir so viel Ruhe und Entspannung wie möglich zu gönnen und habe Gott sei Dank ein sehr verständnisvolles Umfeld :).

    Alles Liebe
    Belume

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27786

    Liebe Belume,

    wenn Du jetzt einfach nichts erneut versuchen möchtest, dann ist das für Dich jetzt gut so.

    Ich versuche mir so viel Ruhe und Entspannung wie möglich zu gönnen und habe Gott sei Dank ein sehr verständnisvolles Umfeld :).

    Klasse! Genieße die Zeit mit Baby, sie werden so schnell groß. 😉 Meine sind inzwischen erwachsen, die Zeit fliegt.

    Liebe Grüße
    Bettina

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