Probleme über Probleme…

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  • Ilcane
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Guten Morgen liebe Migräne-Frauen,

    Ich habe mich bereits vor ca. zwei Jahren hier im Forum angemeldet, ich leide schon sehr lange an Migräne und mein Medikament erster Wahl ist Relpax 40mg.Dieses wurde mir von einem Neurologen verordnet.

    Ich versuche immer wieder so wenig Medikamente wie möglich zu nehmen aber da ich auch in der Berufswelt funktionieren muss und Migräne in meinem Umfeld gerne belächelt wird, komme ich oft auf 5 bis 6 Tabletten im Monat.

    Alles andere versuche ich durchzustehen und auch meine Krankenstandstage so gering wie möglich zu halten. Viele Wochenende bestehen leider nur darin im abgedunkelten Schlafzimmer mit Schmerzen zu liegen.

    In der letzten Woche habe ich wieder viel im Forum gelesen und war berührt über die doch sehr ähnlichen und oft noch viel schlimmeren Leidenswege.

    Momentan bin ich ein bisschen verunsichert und habe die Angst das mir meine Migräne wieder einmal eine Falle gestellt hat.

    Seit einiger Zeit habe ich vor und während meiner Migräne immer ein tränendes Aug, meine Nase läuft, ich fühle mich total verschleimt im Halsraum und werde das Sekret kaum los. Auf der schmerzbelasteten Seite hatte ich das Gefühl meine Lymphdrüsen sind entzündet, das Ohr und hinter dem Ohr schmerzt es.

    Bei der letzten Migräne war das dann so schlimm das ich zum Hausarzt gegangen bin und er hat mich zum Ultraschall geschickt und tatsächlich waren die Lymphdrüsen entzündet.

    Nebenbefund ist, dass ich offenbar eine Kropf habe, der lt.Arzt auf die Luftröhre drückt, da wurde eine weiterführende Untersuchung gemacht, der Befund und die weitere Vorgangsweise wird Ende der Woche vorliegen.

    Mein Hausarzt hat mir dann gesagt ich soll inhalieren wegen der Schleimbildung, im Ohr sieht man gar nichts.Hab ich gemacht. Das Gefühl der L.entzündung ist zumindest viel besser.

    Bin dann sicherheitshalber weil es zwar kurzfristig mit dem zähflüssigen Schleim immer ein bisschen besser ist, dann aber wieder zurückkehrt,noch zum HNO. Sie hat mir gestern zumindest ein schleimlösendes Medikament gegeben. Wieder abwarten.

    So und nächste Woche bin ich mir sicher das es wieder los geht mit der Migräne.Es geht meistens geballt los in der zweiten Zyklushälfte. Ich bin 46Jahre und nehme die Pille Qlaira. Etwas Anderes gibt mir mein Frauenarzt nicht.

    Ohne Hormone leide ich unter extremen Muskel- Gelenke- und Knochenschmerzen, bekomme vermehrt Unterleibsschmerzen und das schlimmste: Panickattacken.

    Das auffällige in der pillenfreien Zeit war das ich kaum Migräne hatte. Die Panikattacken hörten aber als ich die Pille wieder nahm auf und ich will das einfach nie wieder erleben.

    Ich hätte noch soviel zu erzählen aber ich glaube das ufert dann aus. Ich hoffe sehr das ich durch meine Migräne nicht etwas übersehen habe. Ich bin Schmerzen schon so gewöhnt, dass ich sofort dachte: ach, gehört zu meiner Migräne.

    Vielleicht gibt es ja hier andere Frauen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?

    Immer wieder schiebe ich meine Migräne auf meine hormonelle Situation und wenn ich mir meinen Kalender anschaue ist es immer in der zweiten Zyklushälfte sehr schlimm.

    Ich schick euch liebe Grüße!

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5726

    Liebe Ilcane,

    gibt es einen besonderen Grund, weshalb dir dein Frauenarzt nur dieses eine Pillen-Präparat verschreibt? Wenn du so offensichtlich einen Hormonzusammenhang feststellen kannst, ist da vielleicht noch eine Optimierung möglich.

    Ich habe deine alten Beiträge gerade noch einmal durchgelesen und es ist offensichtlich, dass du auch heute immer noch nicht gerne Medikamente nimmst ? . 5 bis 6 Tabletten pro Monat sind für viele hier wenig. Kennst du die 10-/20-Regel, die als Richtlinie vorgibt, an nicht an mehr als 10 Tagen pro Monat ein Schmerzmittel/Triptan zu nehmen? Dabei geht es um die Einnahmetage, nicht um die Anzahl der Tabletten. Du kannst also an 10 Tagen etwas nehmen und deinen Leidensdruck (und den deiner Umgebung) verringern.

    Mein Motto ist: So wenig wie möglich, doch so viel wie nötig.
    Und innerhalb dieses Spielraums von 10 Tagen behandle ich ausreichend und plage mich nicht unnötig herum.

    Du hast den Vorteil, dass du eine Häufung in der zweiten Zyklushälfte feststellst. Das bedeutet, dass du in dieser Zeit großzügig behandeln kannst, weil dir die erste Zyklushälfte den Spielraum dazu bietet.
    Gerade bei deinen Zusatzsymptomen, die vermutlich durch die Reizung des Trigeminusnerven entstehen, samt Neigung zu Panikattacken würde ich erst recht behandeln!
    Und unterschätze nicht den hohen Stresspegel für Körper und Seele, wenn du Schmerzen aushältst. Viele denken irrtümlich, dass sie sich mit dem Aushalten etwas Gutes tun, den Körper „schonen“, sich gegen Schmerzen „abhärten“, doch bei allen drei Punkten ist genau das Gegenteil der Fall.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 2 months von heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 2 months von heika.
    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54

    Liebe Ilcane

    Es tut mir leid, dass Du gerade mit solch mannigfaltigen Symptomen zu kämpfen hast.

    Ich kann Dir nur auf den Teil

    Seit einiger Zeit habe ich vor und während meiner Migräne immer ein tränendes Aug, meine Nase läuft, ich fühle mich total verschleimt im Halsraum und werde das Sekret kaum los.

    sagen, dass dies bei mir auch so ähnlich ist.
    Juckende und geschwollene Augen, verstopfte Nase, verschleimter Rachen und Gliederschmerzen. Also alles eher Symptome einer Grippe. Ich stelle dann auch regelmässig meine Diagnose in Frage. mein Neurologe meint aber, das gehöre zur Migräne. (Was ich mir immer noch nicht, und damit leider auch nicht Dir, genau erklären kann wie das körperlich entsteht, es aber versuche so stehen zu lassen, weil ich sonst zu spinnen anfange).

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüsse
    Pepita

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7614

    Hallo Ilcane, Pepita und alle Anderen,

    da hat der Neurologe vollkommen Recht!
    Die zugeschwollene Nase, und damit auch oft die vermehrte Produktion von Schleim, der sich dann im Kehlkopf ansammelt, das tränende Auge, geschwollene Lymphknoten und ja, sogar Fieber!, gehören zur Migräne. Genauso, wie der Schmerz im Nacken-Schulterbereich, der uns immer wieder vorgaukelt, er würde die Migräneattacke auslösen. Es ist genau umgekehrt: die Migräne beginnt oft mit einem Ziehen im Nacken, das mit Fortschreiten der Attacke und der Kopfschmerzen zunimmt. Bester Beweis, dass es die Migräne selbst ist: mit Einsetzen der Wirkung des Triptans verschwindet meist dann auch der Nackenschmerz. Auch die Gliederschmerzen und ein „grippiges Gefühl“ berichten viele von uns. Oft alles Migräne, außer es folgt dann wirklich ein Infekt. Das gibts aber ja wohl seltener als unsere Anfälle.
    Und zur großen Verunsicherung kann dann auch noch führen, dass sich all diese Merkwürdigkeiten, genau wie die Erscheinungsformen des Kopfschmerzes, immer wieder und ganz plötzlich ändern können!

    Die Migräne ist wie ein besonders leistungsfähiges Chamäleon, das immer wieder neue und unerwartete Auswirkungen auf den gesamten Körper produziert.

    All das kann unsere Migräne! Aber sie ist eben auch der Grund für unser sehr leistungsfähiges und schnelles Gehirn, wofür wir ihr dankbar sein sollten. Eigentlich doch ein Multitalent, oder? ?
    Ihr Fan bin ich trotzdem noch nicht geworden!

    Liebe Grüße,
    Julia

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 682

    Hi Ilcane,

    ich hatte früher extrem starkes PMS, also immer wenn ich meine Tage hatte hab ich sehr viel Blut verloren, hatte höllische Schmerzen, starke Übelkeit. Sehr lange habe ich das ausgehalten, weil ich aus persönlichen (teilweise religiösen) Gründen die Pille abgelehnt habe. Aber das wurde immer schlimmer und irgendwann blieb mir nichts anderes mehr übrig, als doch über die Pille nachzudenken.

    Ich war damals bei einem Endometriose-Spezialisten und der hat mir auch die Qlaira verschrieben. Meine eigentliche Frauenärztin hat das dann erst mal übernommen.

    Als ich umgezogen bin und mir eine neue Ärztin suchen musste, sagte mir diese neue Ärztin, dass Qlaira – eine östrogenhaltige Pille – eigentlich bei Migräne ungeeignet ist. Sie hat mir dringend davon abgeraten. Ich habe ihr meine Vorgeschichte erzählt. Trotzdem hat sie mir eine andere Pille: Diamilla – rein gestagenhaltig verschrieben. Ich war ein bisschen verunsichert, aber es hat sich gelohnt. Mit der Diamilla geht es mir noch besser als mit der Qlaira, was das PMS angeht – ich habe nämlich gar nix mehr, keine Schmerzen, keine Blutung.

    Auch die Migräne ist tendenziell besser geworden. Aber die war nie hormonell bedingt. Von daher ist das wahrscheinlich eher egal, welche Pille.

    Aber ich würde dir dringend raten was die Art der Pille angeht mal eine 2. Meinung einzuholen. Vielleicht habt ihr bei dir in der Gegend eine gute Uni-Klinik, da sind die Ärzte meist ein bisschen weitsichtiger; lassen sich mehr auf andere Bereiche ein oder besprechen sich auch mal mit anderen Fachbereichen.

    Bei der Qlaira steht auch in der Packungsbeilage, dass man sie wenn man Migräne hat nur bedingt nehmen sollte.
    Ich war ganz froh, als ich die nicht mehr nehmen musste, denn da musste man immer genau die richtige am richtigen Tag nehmen, weil die unterschiedliche Dosierungen hatten. Das ist bei meiner neuen Pille viel einfacher!

    Grüßle Daniela

    Ilcane
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 12

    Liebe Heika, Pepita, Julia und Daniela,

    Vielen vielen Dank das ihr mir geantwortet habt und euch über meine Problematik Gedanken gemacht habt. Oft fühlt man sich wirklich alleine.

    Wegen der Qlaira hat das alles so begonnen:

    Als ich ca. 39Jahre war ließ mein Mann eine Vasektomie durchführen, Kinder wollten wir nicht mehr und ich dachte ab einen gewissen Alter soll man sowieso keine Hormone mehr nehmen und meine Migräne wird dann auch besser.

    Mit dem Absetzen begannen dann andere Probleme.Eben meine ersten Angst- und Panikattacken, Muskel-Gelenksschmerzen aber vor allem Haarausfall.

    Es war schrecklich und ich war in großer Sorge.Ich wollte und will einfach nicht auf meine Haare verzichten. Nach ca. einem halben Jahr habe ich wieder mit der Pille angefangen und damit ging es auch wieder mit Migräne los.

    Wieder habe ich mich mehrere Jahre mit meiner Migräne herumgeschlagen, meine Beschwerden die ich während der pillenfreien Zeit hatte waren wie weggeblasen.

    Dann habe ich von einer östrogenfreien Pille der Cerazette erfahren und mein Frauenarzt war dafür.

    Aber was soll ich sagen …während der Einnahmezeit Cerazette hatte ich wieder ärgsten Haarausfall und meine anderen Symtome waren auch wieder da. Dauernd Schmierblutungen und Zysten…

    Trotzdem blieb ich fast eineinhalb Jahre dabei doch dann…ich bin nicht eitel, aber das war mir einfach zuviel. Außerdem machte ich mir Sorgen wegen Osteoporose weil mir so offensichtlich das Östrogen fehlte.

    Da ich ja kein Verhütungsproblem hatte, hätte ich gerne eine Hormonersatztherapie begonnen.Aber dazu war ich seines Erachtens zu jung. Da hat er wohl recht (?)

    Seit dem nehme ich die Qlaira, die Migräne setzt mir wieder schlimm zu und ich hoffe das ich beim nächsten Termin wieder mit ihm reden kann. Wahrscheinlich nerve ich ihn schon.

    Das ich immer noch eine gewisse Hemmung habe allzu viele Triptane einzunehmen stimmt Heika.?Irgendwie.hab ich da noch einen zusätzlichen Knopf bei mir im Kopf der sich nicht löst.

    Ich lasse es aber nicht bis zum Äußesten kommen, so unvernünftig bin ich nicht.

    Das euch diese grippeartigen Begleiterscheinungen nicht unbekannt sind hat mich auch ein bisschen beruhigt.

    Jetzt wo ich halt auch noch Probleme mit der Schilddrüse habe, lass ich die Nase halt schon ein bisschen hängen.

    Oft tu ich mir schon schwer meinen Schmerz beim Arzt zu beschreiben und bin Grad in der Arztpraxis nervös, wenn mich dann noch jemand schief oder verwundert anschaut ist es aus mit meiner Auffassungsgabe. Schrecklich!

    Ich möchte mich nochmal für eure Antworten bedanken ,sollte ich auf das eine oder andere nicht eingegangen sein, dann nicht absichtlich.

    Ich bin eine Katastrophe am PC und sehe jetzt beim Schreiben nur meine Antwort und nicht eure Texte.

    LG, Ilcane

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 2 months von Ilcane.
    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 54