Hypersensibilität

Schlagwörter: 

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 118)
  • Autor
    Beiträge
  • Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Migräne und Hypersensibilität scheinen oft zusammen aufzutreten. Auch wenn Studien hier vielleicht keinen Zusammenhang sehen, die Praxis zeigt uns anderes.

    Hier können wir unsere Diskussionen weiterführen und bereits erstellte Beiträge rüberkopieren.

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3997

    Liebe Elfi, liebe Christiane,
    auf die Frage, “warum gerade ich?” gibt es eine simple Antwort:
    Weil ihr (und ich und alle anderen) = wir es in die Wiege gelegt bekommen haben.
    Sowohl die Disposition zu Migräne
    als auch die Hochsensitivität sind genetisch verankert.
    (Ganz furchtbar interessant waren in diesem Zusammenhang die Bücher: “Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne” von Prof. Göbel und “Hochsensitiv- einfach anders und trotzdem ganz normal” von B.Trappmann-Korr)
    Ich fasse diese Disposition nicht unbedingt als Krankheit auf sondern eher als Lebensaufgabe. Das ist einfach hilfreicher, es so zu sehen.
    Es ist nicht SCHÖN, aber -ehrlich gesagt- auf die Persönlichkeitsentwicklung, zu der ich dadurch veranlasst (vl sogar gezwungen) war, möchte ich um nichts auf dieser Welt verzichten.
    Auch ich habe etliche Therapeuten durch und Meditation gelernt und mich mit Akupunktur und anderer fernöstlicher Lebensanschauungen befasst und und und
    und alles, alles ist enorm interessant und bereichernd.
    Ich brauch nicht unbedingt “nie mehr Migräne” -nur vielleicht ein bisschen weniger ! ! !
    Ich denke auch manchmal, ich habe doch nun ALLES getan und doch merke ich immer wieder: es gibt NOCH mehr zu entdecken und zu lernen und zu erleben.
    Eben WEIL diese Hochsensibilität da ist und die Migräne mich immer wieder erinnert.
    Es gibt keine Ruhe.

    Kommt, lasst uns weiter forschen!
    Liebe Grüße
    Alchemilla

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3997

    Solch ein Ergebnis der Studie widerspricht allem, was Prof Göbel über das Migräne-Gehirn schreibt und was über “Glutamat” herausgefunden worden ist.
    Komisch.

    Aber selbst Albert Einstein hat erklärt, dass man mit Studien ALLES belegen kann, kommt immer darauf an, welche Hypothese zugrunde liegt.

    Wir trauen unseren Erfahrungen. Und der Austausch hier verhilft zu einem machtvollen Schulterschluss.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5717

    heika vor 8 Stunden, 53 Minuten:

    Zu eurem interessanten Austausch möchte ich noch Sätze hinzufügen, die ich vor einiger Zeit in einer Fernsehsendung von einem Arzt gehört habe: “Wir Menschen haben kein Recht auf Gesundheit. Wir meinen das zwar immer, aber dieses Recht existiert nicht. Wir haben nur ein Recht auf eine gute Behandlung.” (Das Zitat ist nicht wörtlich zu nehmen, ich habe es aufgeschrieben, wie ich es noch im Kopf hatte.)

    Leider muss man um die gute Behandlung durch die Entwicklung unseres Gesundheitssystems immer mehr kämpfen.
    Aber wie Ronja schon so treffend geschrieben hat, gehört das Kranksein in unsere Welt, genauso wie das Leid und eines Tages das Sterben.
    Wichtig ist, dass man aus jeder Situation das Beste macht und die Zeit und Kraft, die man zur Verfügung hat, sinnvoll nutzt und sie für die richtigen Dinge einsetzt. Und was ich bei uns Schmerzgeplagten auf jeden Fall festgestellt habe: An unseren guten Tagen leben wir sehr viel intensiver, bewusster und dankbarer als die anderen Menschen, für die Schmerzfreiheit eine Selbstverständlichkeit ist.

    Lieber Gruß
    Heika

    Anonym
    Beitragsanzahl: 169

    Puh,
    hab mich erst mal durch ganz viele spannende Beitrage von Euch „durchgearbeitet“. In der Tat ein spannendes Thema.
    Vor gut einem Jahr habe ich ein ähnliches Buch wie Gisela gelesen: „Sind Sie hochsensibel?“ von Elaine N. Aron. Zu dieser Zeit war ich schon im inneren Aufbruch, wusste aber überhaupt noch nicht, wohin er mich führen könnte.
    Das Buch beginnt mit einem Test und führt dann durch verschiedene soziale Themen. Große Bereiche des Buches fand ich sehr spannend zu lesen, einiges ist aber auch etwas esotherisch angehaucht. Kritisiert werden (über dieses Buch) die relativ kleinen Gruppen/Kontrollgruppen, auf deren Zahlen die Erkenntnisse aufgebaut sind.
    Mich persönlich hat das Buch bereichert und bestärkt: Ich find es sogar schön, nicht zu den „Machern“, „Draufgängern“ der Gesellschaft zu gehören. Dafür habe ich dort Erklärungen gefunden, warum es Menschen gibt, die Kunst und Natur brauchen wie die Luft zum Atmen (mein Gott, wie pathetisch).

    Interessant ist für mich zum Thema „Migräne und Sensibilität“ die Überlegung, ob wir Schmerzpatienten
    a) genetisch schon von vornherein eine größere Sensibilität haben und/oder
    b) erst durch die häufigeren Schmerzen (eventuell zusätzlich?) sensibilisiert sind (so wie Heika es beschreibt).
    Das Buch von Prof. Göbel habe ich leider noch nicht gelesen (schäm). Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend.

    Liebe Grüße
    Louise

    SimonPhoenix
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    meine Einträge im anderen Thread:
    Ich hab das mit der Sensibilität und der Hochbegabung auch mal so gedacht, weil mir das bereits selber auffiel. Nur die Frauen möchte ich gerne rausgestrichen haben, aber ich weiß das ich aus dem Schema “typischer Mann” in der Beziehung voll rausschlage.

    Thema Studie:
    Ist wohl wie du schreibst wie mit dem Wetter, da wissen wir´s doch besser als Studien 😉 . Grade bei Sensibilität denke ich, ist es schwer zu erfassen, da auch nicht jede sensibilität gleich ist. zur Hochbegabung sagt das Thema ja nix.

    SimonPhoenix
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    @louise
    Ich war schon als Kind und somit vor Ausbruch der Migräne sehr sensibel.

    Getestet wurde das bei mir in der Form, das ich nen IQ Test gemacht habe der auch die soziale Intelligenz mit erfaßt hat, hierbei lagen meine Werte sehr hoch.

    zum Thema Studie:
    Ich glaube nicht, das es sich um eine „manipulative“ Studie handelt, aber ich denke das das Thema sensibilität ist nicht so einfach fest zu machen.

    Beim Wetter wundert mich es immer mehr, das die Studien dagegen halten. Ich fände es bei mir zuviele zufaälle wenn es keine Verbindung zwischen Wetter und Migräne gibt.

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3997

    Liebe Louise
    Es ist wohl so:
    Viele Migräniker sind hochsensibel -aber nicht alle.
    Viele hochsensible Menschen entwickeln keine Migräne, weil sie einfach dieses Gen nicht haben, Sie reagieren ehr mit schneller Ermüdung bis Erschöpfung.

    Das Migräne-Gehirn arbeitet extrem schnell, nimmt sehr intensiv wahr und erlebt alles frisch wie zum ersten Mal, weil es sich schlecht oder kaum an etwas gewöhnt.

    Aron, von der du das Buch gelesen hast, war die erste Psychologin, die diesen Begriff benutzt hat, um eine bestimmte Gruppe von Persönlichkeiten zu beschreiben. Davor hat man sie einfach den „Introvertierten“ zugeordnet (z.B.C.G.Jung), was aber die Sache nicht voll trifft.

    In Österreich gibt es die Seite „zartbesaitet.net“ und in Deutschland „honsensibel.org“.
    Sie sind sehr aufschlussreich.
    Der praktische Nutzen: man erkennt, dass man nicht neurotisch ist, bloß weil man das Alleinsein so genießt und die Discoparties nicht mag.
    Und der Hinweis, dass man in Bezug auf die Dosierung von Medikamenten sehr vorsichtig sein darf. Bei ihnen wirken Medis oft ganz anders als beschrieben. Ich gehe damit jetzt viel selbstbewusster um und stelle oftmals Diagnosen und Interventionen in Frage.

    Das Buch von Trappmann Knorr war sehr vergnüglich zu lesen. Noch nie habe ich MICH so gut beschrieben gefunden.
    Der Tenor all der Untersuchungen geht -das finde ich nicht unbedingt gut- dahin, dass die Gesellschaft mehr Verständnis für hochsensible Menschen haben soll. Hey, auf dem Gebiet arbeiten wir mit unserer -wissenschaftlich viel besser erforschten- Migräne schon gegen Windmühlen.
    Mir geht es viel eher darum, herauzufinden, was man tun kann, wenn die Welt um uns herum so schrill und so laut und trampelig ist. Wie man damit fertig werden kann, so
    dass es einen nicht jedes Mal derart umhaut.

    Ich finde es sauspannend, wenn sich hier jetzt noch eine Gruppe auftut, wo wir uns auch diesbezüglich einander helfen und unterstützen können!

    In dem Buch habe ich die Geschichte gelesen: Wenn eine Familie sonntag einen dreistündigen Fahrradausflug gemacht hat, dann hat der Hochsensible für drei Tage Stoff zum Nachdenken und Verarbeiten. Die anderen gehen abends noch zum Grillen. -Das ist es, nicht?

    Liebe Grüße
    Alchemilla

    SimonPhoenix
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    Hallo gisela das gibt viele denkanstösse was du schreibst, das sensible schneller kaputt sind durch die erlebnisse oder auch das die reaktion auf medikamente also z.b. nebenwirkungen höher ist. Das trifft auf mich zu aber ichhab das nie einander zugeordnet. Für mich war es immer, das ich gefühle besser erkenne.

    Happy
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1826