Migräne + Grüner Star (Glaukom) (Klee)

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  • Klee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage zum Zusammenhang von Migräne und Glaukom.

    Seit dreißig Jahren (bin jetzt 42) habe ich Migräne.
    In den letzten 4-5 Jahren hat sie sich ziemlich verschärft (ich hatte mehrere Baustellen, die emotional-psychisch sehr belastend waren).
    Seitdem habe ich ca. 3 Anfälle im Monat, die zwischen 1-2 Tage dauern;
    z.T. geht der Schmerz gar nicht mehr richtig weg, so daß ich im Kopfschmerzkalender mittlerweile bei 15 Schmerztagen/Monat liege.
    Eisprung und Periode verstärken das Ganze noch.
    Meine letzte Neurologin hat eine Prphylaxe mit Amitryptillin gemacht, die recht gut gewirkt hat. Nach dem Absetzen war alles wieder beim Alten.
    Bin hier aber weiterhin auf der Suche nach Besserung.

    Was mich aber zusätzlich stresst, und meine Frage für dieses Forum ist:

    Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Migräne und immer wieder sprunghaft ansteigendem Augeninnendruck?

    In der emotional anstrengenden Phase vor 4-5 Jahren hatte ich erstmals oft Spätabends
    Halosehen, Nebelsehen, Druckgefühl hinter dem Auge (vor allem beim Lesen), Übelkeit, Schwindel.
    Beim Augenarzt wurden dann sehr hohe Augeninnendruckwerte gemessen.
    Daraufhin wurde gelasert und ich bekam Monoprost verschrieben.
    Die Beschwerden besserten sich, kamen aber bei hoher emotionaler Belastung oder langen, anstrengenden (auch Konzentration) Tätigkeiten gelegentlich wieder.

    Das UKE Hamburg maß den erhöhten Druck während dieser Symptomatik (Halosehen, etc.).
    Ich bekam zusätzlich Dorzolamid verschrieben und Piloman für den Notfall.
    Diese Kombi wirkte.

    Neulich nachts hatte ich dann auf einem Auge für ca. zwei Stunden eine kaum vorhandene Hell/Dunkel-Wahrnehmung.
    Bei der AÄ am nä. Tag war alles okay.

    Seitdem ist sie aber der Meinung, daß meine Augenbeschwerden eigentlich gar nicht von den Augen kommen können (denn es sei ja gelasert worden, das müsste „eigentlich“ reichen), und es sei sicherlich eine ophtalmische Migräne.

    Auch das werde ich beim Neurologen abklären lassen.
    Bin aber nicht überzeugt davon, nachdem, was ich über ophtalmische Migräne gelesen habe (ich sehe zum Beispiel keine Lichtblitze oder irgendwelche wandernden schwarzen Flecken; wenn ich keine Augentropfen nehme, verschwinden die Symptome nicht nach kürzerer Zeit; außerdem ist dieser Druckschmerz hinter den Augen ganz anders als die Kopfschmerzen, die ich bei meinen „normalen“ Migräneanfällen habe).

    Und: die Augentropfen helfen, d.h. wirken drucksenkend.
    Wäre es eine Migräne dürften die doch eigentlich gar nicht wirken, oder?

    Aber, ich werde auch das beim Neurologen ansprechen.

    Was mir aber wirklich Sorgen macht, ist, daß meine AÄ will, daß ich auf Dorzolamid verzichte.
    Ich frage mich zum einen, warum sie nicht einfach bei der Empfehlung des UKE bleibt?
    Denn ohne Dorz. bin ich nicht beschwerdefrei.
    Hatte jetzt vorgestern die altbekannten Symptome, hatte aber noch die „Notfalltropfen“.

    Ich habe eher den Eindruck, daß ich nicht so ganz in das 0815-Schema des Krankheitsbildes (intermittierendes Engwinkelglaukom, s. UKE) passe (mein Sehnerv ist z.B. noch vollkommen intakt; Gott sei Dank).

    Sie ist schon die zweite Ärztin, die mich mit der Bemerkung,
    “ ich glaube dann nicht, daß das an Ihren Augen liegt“ nach Hause schickt.

    Bis ich dann wieder als Akutfall im UKE lande…(hier:“ohne Tropfen geht das gar nicht“).

    Aber: vielleicht kennt sich jemand von Euch damit aus?

    – Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Migräne und Glaukom bzw. sprunghaft ansteigendem Augeninnendruck?

    -Wenn es Migräne ist, wieso wirken dann Tropfen, die für spezielle Abläufe im Auge zuständig sind?

    -Gibt es einen Zusammenhang zwischen ophtalmischer Migräne und zu hohem Augeninnendruck?

    – Kann sich zusätzlich zu einer „normalen“ Migräne noch eine ophtalmische M. entwickeln?

    -Was wißt ihr über ophtalmische Migräne?

    Entschuldigt diesen langen Text.

    Übrigens: Hashimoto ist diagnostiziert und eine Bradykardie (brauche aber keine Medikamente), mein Blutdruck ist normal bis eher niedrig.

    Danke im voraus.

    LG,
    Klee

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7577

    Hallo und ganz herzlich willkommen in Headbook, liebe/r? Klee.

    Ich seh gerade, dass sich noch gar nicht um dich gekümmert wurde, was wohl daran liegt, dass deine Probleme doch recht komplex sind und hier bei uns wohl auch noch nie angesprochen wurden. Für eine dich eventuell weiterbringende Antwort wirst du auf unsere Moderatorin Bettina warten müssen.

    Zu deiner Problematik kann ich dir leider überhaupt nichts sagen, wünsche dir aber sehr, dass die Rätsel bald gelöst werden können.

    Alles Gute,
    Julia

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4640

    Liebe Klee,

    ich pers. glaube, dass du für eine genaue Diagnose und anschließenden Behandlung in ganz spezialisierte Hände gehörst.

    Wir hier im Forum sind alle Laien.

    Das es diese Unterart der Migräne gibt weiß ich. Aber, wie sie sich genau und vor allem in deinem Fall von anderen Formen der Migräne unterscheidet, das kann wirklich nur ein Spezialist sagen.

    Wie Julia schon schreibt, habe auch ich von dieser Form Migräne hier im Headbook noch nichts gelesen. Daher wird es auch wenig Schreiber bzw. Erfahrungen geben.

    Bettina wird dir sicher noch zu deinem Thema schreiben.

    Auch von mir alles Gute

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Willkommen im Forum, liebe(r) Klee. 🙂

    Mir wäre nicht bekannt, dass sich ein Glaukom „nur“ durch eine Migräne entwickelt. Einige Medikamente (Topamax z. B.) können bestimmte Formen eines Glaukoms begünstigen.

    Ich habe selbst – zum Glück selten – eine ophthalmoplegische Migräne, am Augendruck ändert sich dabei nichts.

    Ich würde weitere Meinungen einholen, unbedingt Kopfschmerzkalender führen und über einige Zeit vom Arzt beobachten lassen. Warum Deine Ärztin möchte, dass Du auf die hilfreichen Tropfen verzichtest, erschließt sich mir nicht. Erhöhter Augendruck kann auf längere Sicht den Augennerv auch irreversibel schädigen, das soll ja mit der Tropfentherapie verhindert werden.

    Am 06.11. ist Live-Chat mit Prof. Göbel, eventuell stelle Deine Frage (in gekürzter Form) auch dann noch mal ein. Amitriptylin ist übrigens ungeeignet, wenn dieses Problem besteht.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Klee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Hallo alle zusammen,

    vielen Dank für Eure Antworten.

    Ich denke auch, daß ich das von einem Spezialisten abklären lassen muß.
    Mittlerweile ziehe ich auch in Erwägung, ob die Klinik in Kiel nicht mal ein Anlaufpunkt wäre, da ich ja nicht nur diese merkwürdigen Augensymptome mit Druckerhöhung habe, sondern ja auch sehr sehr häufig meine altbekannte Migräne, bis jetzt, meines Erachtens nach ohne Aura…

    Das Schlimme ist, daß die meisten Augenärzte der Meinung sind, ich hätte kein Problem.
    Da meine Druckwerte tagsüber meistens in Ordnung sind.
    Bis jetzt mußte ich dann abends oder nachts immer in die Notfall-Augenambulanz.
    Ich hoffe nur, daß ich meine Augenärztin dazu überreden kann, mir wenigstens für diesen Fall „Notfall“-Tropfen zu verschreiben.
    Hätte ich nicht noch einen Rest gehabt, hätte ich diese Woche an drei Abenden 80km mit dem Taxi in die nächste Augenklinik fahren müssen…(Zug fährt nach 23h nämlich nicht mehr)

    Irgendwie schlaucht mich das gerade… Fasst würde ich mir ja wünschen, daß es eine Aura ist, die jetzt einfach dazugekommen ist…

    Pest oder Cholera…

    Jedenfalls werde ich auch versuchen, die Fragen im Live-Chat zu stellen.

    Liebe Bettina, falls Du Zeit findest, könntest Du vielleicht mal beschreiben,
    wie Deine ophtalmoplegische Migräne verläuft?

    Kopfschmerzkalender führe ich übrigens (Migräne – App, ist richtig super)

    Auf die Tropfen soll wahrscheinlich so weit wie möglich verzichtet werden, weil die auch nicht immer „so ohne“ sind.
    Und wie gesagt, da mein Druck bei den Tagmessungen okay war, gibt es dann schnell die Meinung, daß es ausreicht, wenn man alle drei Monate kontrolliert…

    So genug gejammert…
    Ich danke Euch für Eure Tipps!

    Irgendwie fühlt man sich einfach nicht so gut, wenn man das Gefühl hat,
    man wird nicht ernstgenommen bzw., daß die Ärzte sich das ein bißchen so zurechthören, wie es gerade zu ihrer Vermutung passt…

    Mir geht es ja nur darum, zu wissen, wo die hohen Werte kommen, wenn es dann passiert.
    Und, wie Bettina schon richtig gesagt hat, dann muß man halt schnell reagieren.

    …???

    Ich wünsche Euch eine gute Nacht und hoffe, daß Euch in der nächsten Zeit keine fiesen Migräneattacken heimsuchen!

    LG, Klee

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7577

    Hallo Klee,

    mir kommt gerade der Gedanke, dass, wenn du eh schon mit den Augen im UKE bist, auch eine Untersuchung und Behandlung in der Kopfschmerzabteilung von Prof. Arne May sinnvoll wäre. Dann könnten deine Probleme interdisziplinär angegangen werden. Sprich doch mal mit den Augenleuten darüber.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Klee
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 8

    Hallo zusammen,

    ich melde mich nach langer Zeit nochmal zu „meinem“ Thema mit einer neuen Frage.

    Hinsichtlich meiner Augen geht es mir jetzt relativ gut.
    Laut meinem Arzt ist mein Auge (Gott sei Dank) noch nicht geschädigt, es ist also genaugenommen nicht ganz richtig von einem Glaukom zu sprechen, sondern von einem zeitweise erhöhten Augeninnendruck verbunden mit der Tendenz zu einer zu engen Vorderkammer.

    Die Symptome (regenbogenfarbige Kreise um Lichtquellen, die sich aber in keinster Weise bewegen oder verändern, ich kann sonst auch ganz normal sehen)
    am frühen Morgen (wenn ich vom Liegen aufstehe), die dann für ca. 10 min. bleiben, sind jedoch geblieben.

    So jetzt zu dem Punkt der mit Migräne zu tun hat:

    meine Vermutung ist, daß der Augeninnendruck früh morgens durch das liegen nach wie vor zu hoch ist (bzw. über Nacht), da genau diese Symptome mein Auslöser war, zum Augenarzt zu gehen. Als meine Augen noch nicht behandelt waren (Iridotomie, Standardeingriff bei erhöhtem AID) hatte ich diese Symptome teilweise über Stunden auch tagsüber. Somit hatte ich dann auch Gelegenheit genau dann den Druck messen zu lassen. Der dann auch immer zu hoch war.
    Jetzt habe ich Tropfen und weitestgehend stimmen die Werte. Aber mein Verdacht ist eben, daß sie nachts, wenn ich nicht messen lassen kann, eben zu hoch sind.

    So, zweiter Anlauf zur Migräne Thematik:

    Mein Augenarzt (neu,jung und sehr von sich überzeugt), kaum hörte er von meiner Migräne, meinte dann sofort, daß wäre sicher eine Aura.
    Ich antwortete vorsichtig, daß ich seit über 30 Jahren eine Migräne ohne Aura hätte.
    Er wiederum, daß könne sich ja auch ändern. Ich solle das mal mit meiner Neurologin abklären.
    Gesagt, getan.
    Also ich habe direkt vor meiner Migräne keine Sehstörungen, weder irgendwelche Flimmererscheinungen (wie in der Migräne-App) noch irgendwelchen „Rußregen“, noch die statischen Kreise, die ich frühmorgens habe…
    Außerdem heißt es ja, daß der Migräneschmerz dann nach spätestens nach ca. 30 min einsetzt.
    Das passiert bei mir nie.

    Meine Neurologin hält nach meiner Beschreibung eine Aura für eher unwahrscheinlich.
    Das was ich habe sind diese Symptome der „Vor“phase, ich bin gereizt, Gähne viel, habe Heisshungerattacken, fühle mich insgesamt unwohl (so ein leichtes Seekrankheitsgefühl, die Beine werden irgendwie weich, leicht schwindelig, Formulierungsschwierigkeiten).

    Nun ja, das überzeugte meinen AA nicht. Er meinte dann nur, wenn ich nach den Kreisen, die ich morgens sähe, keine Migräne bekommen würde, es gäbe ja auch eine Aura ohne Migräne.
    Und das man ja gar nicht genau wisse, wie eine Aura aussähe.

    Hmm, ich habe dann gesagt, daß ich es für unwahrscheinlich halte, daß ich beides habe eine Migräne ohne Aura und eine Aura ohne Migräne, genaugenommen sogar auch noch eine Migräne mit Aura (sollten die Kreise an Tagen auftauche, wo ich dann zufällig doch Migräne bekomme).
    Vielleicht habe ich mich da zu weit aus dem Fenster gelehnt…
    Ich meine gibt es so etwas, daß jemand drei verschiedene Migräneformen zur gleichen Zeit hat?

    Ich fand meinen AA wirklich unverschämt. Er hat sogar gemeint er fände es nicht professionell, wenn meine Neurologin das ausschließen würde. 100%tig ausschließen könne man nie etwas.
    Nun gut, sie hat sicherlich gemeint, daß es sehr sehr unwahrscheinlich ist.

    Meine Frage:

    Gibt es das? Mehrere Migräneformen gleichzeitig?

    Abgesehen davon, habe ich demnächst eine Nachtmessung in einer Augenklinik.
    Und langfristig werde ich mir wohl einen neuen AA suchen.
    Ich komme mit dieser Art einfach nicht zurecht…

    Würde mich über Anregungen, Einschätzungen etc. sehr freuen.

    LG;
    Klee