Migräne und körperliche Schwäche

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  • soulsurfer
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    Liebes Forum,

    kann es sein, dass wenn man viele Anfälle hat, dies mit einer ausgeprägten körperlichen Schwäche -auch in migränefreien Zeiten (!)- einhergehen kann?

    Im Moment ist mir einfach alles zu viel und schon der Weg zum Supermarkt strengt mich körperlich sehr an. Danach muss ich mich immer mehrere Stunden ausruhen und bin plötzlich sehr müde.

    Ich bin auch psychisch krank und dieses Symptom wird immer wieder in die Psychoecke („Depressionen“) gesteckt. Dabei bin ich seit 1 Jahr nicht mehr depressiv (hatte schon viele depressive Phasen und weiß wie sich das anfühlt.) Ich bin überhaupt nicht antriebslos, sondern würde gerne viele Sachen machen, zb einfach mal spazieren gehen, aber körperlich schaffe ich das einfach nicht..
    Ich fühle mich oft so, als hätte ich nen grippalen Infekt, aber halt ohne Schnupfen und Husten..

    Kann das mit der Migräne zusammenhängen? Oder steckt da eher etwas anderes dahinter?
    Habe ich vielleicht CFS? (chronisches Müdigkeitssyndrom)

    Ich habe echt Angst zum Hausarzt zu gehen (da bin ich in den letzten Wochen schon sehr oft wegen Migräne-Krankmeldungen gewesen), weil ich nicht mit diesem unterschwellig mitleidigen Blick angeschaut werden möchte („Sie sind nunmal psychisch krank und nehmen auch Medikamente.“)

    Vielleicht weiß ja jemand Rat.

    Liebe Grüße:)

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7668

    Ich hol diese Frage von Soulsurfer nochmal wieder hoch, da es noch keine Reaktionen darauf gab.
    Julia

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7668

    Hallo Soulsurfer,

    ich habe mir nochmal Gedanken zu deiner Frage gemacht, die ich aber nicht beantworten kann.
    Vielleicht wäre es gut, deine Frage in deinen Schmerzverlauf zu kopieren, denn um sinnvoll antworten zu können, muss man mehr über dich wissen. Du bist noch sehr jung, da muss man andere Kriterien beachten, als bei einem Menschen, der sehr viel älter ist. Auch die eventuellen Gründe für deine Erschöpfung gehen hier aus deiner Frage nicht wirklich hervor.
    Magst du sie deshalb in den Schmerzverlauf kopieren?

    Lieber Gruß,
    Julia

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5764

    Hallo Soulsurfer,

    starke und häufige Schmerzen bringen in der Regel auch eine starke Erschöpfung mit sich. Das ist nicht ungewöhnlich.

    Ich kann gerade nicht alles von dir nachlesen, doch hast du mal deine Eisenwerte im Blut testen lassen? Frauen im Menstruationsalter leiden häufiger an einem Eisenmangel als man allgemein denkt. Und auch ein ausgeprägter Eisenmangel kann zu einer starken Erschöpfung samt Konzentrationsschwierigkeiten, etc. führen. Wir Schmerzpatienten oder depressive Patienten denken oft an so etwas nicht, ordnen fast alles unserer Grunderkrankung zu, doch man kann auch Läuse und Flöhe gleichzeitig haben. ?

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 6 months von heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 year, 6 months von heika.
    Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 72

    Hallo Soulsurfer,

    ich hatte auch schon in meiner Jugend Depressionen, und obwohl ich damals keine Medikamente genommen habe und noch keine Migräne hatte, war ich schneller erschöpft als andere und brauchte mehr Pausen.
    Ich denke, das lag auch mit an den Depressionen.
    Vielleicht hilft es dir, wenn du das einfach erstmal akzeptierst und machst, was geht,- sicher schlaucht auch häufige Migräne.

    Ich bin jetzt fast sechzig Jahre alt, nehme seit einigen Jahren ein Antidepressivum und auch regelmäßig Triptane wegen meiner chronischen Migräne.
    Das AD hilft mir gut, macht mich aber auch körperlich weniger belastbar.

    Ich wünsch dir alles Gute !
    Ruth

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 165

    Hallo,

    @Julia, wie verschiebe ich das denn alles in den Schmerzverlauf? ?

    Naja ich wollte mal fragen,ob es Migräniker gibt,die auch zwischen ihren Anfällen immer stark erschöpft sind und ob das mit einer verlängerten Erholungszeit des Körpers zu tun haben könnte.

    Es gäbe aber bei mir noch andere Gründe. Ich reagiere zb sehr stark auf Medikamente,von denen einige meiner jetzigen Medis auch Schwäche und Müdigkeit in den Nebenwirkugnen haben. Das sind halt Antidepressiva und ein Betablocker, die allerdings schon so niedrig dosiert sind,dass sie eigentlich gar nicht WIRKEN dürften (laut Arzt). höhere Dosen vertrage ich gar nicht. und an Psychopharmaka habe ich mittlerweile über 15 ausprobiert…ich vertrage sie einfach nicht..

    @Heika, ja meine eisenwerte sind in Ordnung. ich gehe Blut spenden und da werden die jedes mal vorher gemessen. bisher alles top .
    Einige Blutwerte sind bisschen aus dem Rahmen aber werden als nicht besorgniserregend angesehen, da sie durch meine Medikamente verursacht werden (laut Ärzten), zb die Leukozyten.

    @Ruth, ja nur die Sache ist,dass ich überhaupt nicht mehr depressiv bin. Ich bin nicht antriebslos und das ist genau der springende Punkt. ich kann mich super motivieren hundert Dinge zu machen, aber mir fehlt körperlich einfach die Kraft.
    und es geht schon fast nichts mehr, aber das eher wegen der Schmerzen, also Migräne und Gesichtsschmerzen…

    ich überlege mit meinem Psychiater zu besprechen meine Medikamente abzusetzen. bisher haben die mir mehr leid als nutzen gebracht und durch eine fehldiagnose und dementsprechend falscher Behandlung bin ich eh schon medikamententraumatisiert.
    Ich bin mir sicher dass die viel zu meiner Schwäche betragen.
    Ich bin 24 und schaffe es seit einiger Zeit nicht mehr,nur 1 km mit dem Hund spazieren zu gehen.

    ich bin erstmal froh bald in Kiel zu sein um wenigstens eine Baustelle in den Griff zu kriegen.

    Danke fürs „zuhören“ und antworten! 🙂

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7668

    Lass es jetzt mal hier so stehen, ich hatte gehofft, es könnte bei deinen verschiedenen Problemen übersichtlicher bleiben.
    Schreib, so lange du auf den Aufenthalt in der Kinik wartest, schon mal all deine Fragen und Gedanken auf, dann kannst du mehr von den Gesprächen dort profitieren.

    Alles Gute

    MiRa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5

    Hallo @Soulsurfer und Hallo @Julia!

    Ich bin neu im Forum und habe mich noch nicht vorgestellt, habe aber genau diese Fragestellung und Symptombeschreibung die mir seit Jahren auf der Brust liegt.

    Es geht mir ganz genau so!

    Neben der Migräne habe ich vor allem mit einer chronischen Erschöpfung zu kämpfen und bin einfach kaum belastbar! Und auch ich habe ab und an depressive Phasen, jedoch ebenfalls in der Komponente, dass ich viele Dinge gerne unternehmen würde, diese jedoch einfach oft nicht umsetzen kann, weil ich mich zu erschöpft fühle. Ich kann unfassbar viel Schlafen und bekomme die meisten MigräneAnfälle auch durch Schlaf wieder weg (solange ich keinen Hormon-Abfall durch die Periode habe).

    Ich habe es aufgegeben bei Ärzten deswegen um Rat zu fragen und bin traurig darüber, dass ich gefühlt viel weniger leisten und Unternehmen kann als andere in meinem Alter, akzeptiere aber, dass mein Hirn anscheinend so tickt. Ich werte es als ein Symptom eines dauerhaft angespannten Gehirns, welches viel mehr Reize wahrnimmt als andere Nicht-Migräne-Köpfe und welches entsprechend viel mehr Erholungsphasen braucht. Wenn dann noch anderer Stress dazu kommt, wie Sorgen oder im Umfeld, weiss ich, ich bin ganz schnell „durch“. Und da das Hirn ja den gesamten Körper steuert, ist eben auch der ganze Körper schnell müde und erschöpft. Ich kenne das Symptom von ADHS Patienten ebenfalls. Und auch da ist Überreizung ja ein Thema.

    Ist meine eigene Erklärung die weder ärztlich belegt ist (da bekomme ich auch nur die Depressions oder psychosomatik Antwort), also vlt ist es auch falsch analysiert. Aber du bist auf jeden Fall nicht alleine (bzw ihr) damit!

    LG Miri

    soulsurfer
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 165

    Hallo liebe Miri,

    Du sprichst mir da echt aus der Seele. Und ich habe mir auch tatsächlich schon die gleichen Gedanken diesbezüglich gemacht, was das ständig überreizte Gehirn anbelangt.
    Ich bin hochsensibel und habe oft das Gefühl dass mein Körper mit den kleinsten Reizen schon überfordert ist und mich das so müde macht. Beim einkaufen beispielsweise das grelle Licht und die vielen Farben und die große Auswahl, die Menschen dort, die sich alle in unterschiedliche Richtungen bewegen…

    Vielleicht ist die Erschöpfung tatsächlich eine Folge einer Reizverarbeitungsstörung, wie sie, wie du ja auch schon schriebst, Menschen mit ADHS haben, aber auch bei Migränikern anzunehmen ist?

    Nur so wie ich das hier aufgrund der Antworten deute, scheint diese Erschöpfung bei den meisten Migränikern nicht der Fall zu sein, obwohl für mich die Erklärung der Reizverarbeitung mit der Folge der Erschöpfung wirklich Sinn macht.

    Vllt kann es sein, dass wir beide einfach sehr sensible Menschen sind, die eh schon sehr oft reizüberflutet sind und die Migräne das ganze dann noch verstärkt?

    Ich finde es schrecklich,dass alles immer wieder in die Psychosomatik abgeschoben wird,nur weil man psychisch krank ist oder war. Klar gibt es dort den typischen Zusammenhang mit Erschöpfung und Schwäche, aber dass man überhaupt nicht antriebslos ist und das irgendwie dann nicht passt zu Depressionen, wird dann überhört.

    Aber es tut schon mal sehr gut zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin.

    LG:)