Attackentherapie

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  • katinka
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2

    Hallo alle zusammen,

    ich hatte gestern und heute auch schon wieder ziemlich schlimme Migräne.
    Zudem bin ich todmüde, so richtig erschlagen, da ich die nächte nicht gut schlafe. Sobald draussen die Vögel anfangen zu zwitschern ist mein “Gehirn” wach, während der rest vom Körper eigentlich noch schlafen möchte.
    Und dann geht das Gedankenkarussel auch schon los, was noch alles zu erledigen ist. Ich kann einfach nicht abschalten, bzw. die Gedanken ausblenden.
    Meine Neurologin hat mitte März das Topiramat auf 25mg aufdosiert. Ob das daran liegt?
    Aber eigentlich sollten dann ja auch die Migräneanfälle zurückgehen, aber das tun sie nicht. Im Gegenteil. Es wird immer schlimmer.
    Diesen Monat hatte ich 17 Migräne/Kopfschmerztage.

    Ich nehme als Akutmedikation Maxalt und Novalgin. Wobei das Novalgin schon gar nicht mehr richtig wirkt.
    Heute habe ich zusätzlich 20 mg Cortison genommen.

    Einige hier nehmen Naproxen. Wirkt das besser/länger?
    Was könnte ich sonst noch nehmen?

    Liebe Grüße
    Katinka

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28228

    Liebe Katinka,

    grundsätzlich sollte geklärt werden, ob Dir Topamax hilft, oder es dafür verantwortlich ist, dass die Kopfschmerztage zunehmen. Das gibt es nämlich leider auch mal und dann würde nur Absetzen Sinn machen. Wobei die Dosis noch so gering ist, dass man natürlich auch in Betracht ziehen sollte, dass noch überhaupt keine Wirkung da ist.

    Wie lange nimmst Du Topamax schon ein und wie verträgst Du es sonst? Die Müdigkeit ist eine bekannte Nebenwirkung, die aber bei längerer Einnahme abklingen „kann“.

    20 mg Kortison wird nichts bewirken, die Dosis ist zu gering. Sieh mal in der Gruppe „Notfallplan“ zum Kortison nach.

    Naproxen wirkt länger und ist viel sinnvoller als Unterstützung zum Triptan. Oder Du versuchst ein Triptan mit längerer Halbwertszeit.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Liebe Bettina,

    ich habe drei Rückfragen an Dich bzgl. der Antwort von Professor Göbel beim Live- Chat vor 2 Tagen. Da meine Frage die Attackenbehandlung betrifft, habe ich sie hier eingeordnet- ich hoffe das ist richtig so.

    1.)Professor Göbel riet mir, Antihimetikum zum Triptan zu probieren.
    Ich habe Domperidon, MCP, und Novalgin jeweils alsTabletten ausprobiert. Sie helfen mir leider alle nicht. Gibt es noch ein anderes Präperat zum probieren?

    2.)Ich habe den Eindruck, es müsste etwas ähnliches wie Aspirin (das ich leider nicht vertrage) oder Paracetamol sein. Haben die nochmal einen anderen Wirkmechanismus als Antihimetika oder ist es dasselbe?
    Denn Paracetamol 500 in Kombi mit Relpax 40mg kommt als einziges manchmal durch bei meiner Attacke.

    3.)Aus einem Beitrag weiter unter beim Livechat höre ich heraus, dass Paracetamol nicht sehr empfehlenswert ist. Oder meint Professor Göbel erst nach 14 Tabletten und vorher sei es akzeptabel? Wie ist das gemeint: 14 Tabletten innerhalb welchen Zeitraums ist bedenklich?

    Es wäre schön, wenn Du mir dazu noch antworten könntest, damit ich es richtig verstehe und eine gute Lösung suchen kann.
    Vielen Dank!

    Viele Grüsse von
    Zuckerschaukel

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Zuckerschaukel,

    ich kann auf diese Fragen nicht antworten.

    Aber ich habe noch Bettina’s Anregung im Kopf, nachdem du auch mal relpax 80 mg versuchen könntest .
    Relpax scheint ja eine gewisse Wirkung zu entfalten. Hast du das schon einmal versucht?

    Alles Gute! 🙂

    Liebe Grüße
    Ulrike

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2061

    Liebe Zuckerschaukel,

    sehr viel kann ich zu deinen Fragen nicht beitragen, aber eine kleine Anmerkung zu Punkt 1: Ziel des Antiemetikums ist es, die Magen-Darm-Tätigkeit, die bei Migräneattacken eingeschränkt sein kann, wieder in Gang zu bringen.
    Wenn orale Triptane nicht richtig wirken, kann es damit zusammenhängen, dass sie aufgrund der eingeschränkten Tätigkeit gar nicht richtig aufgenommen wurden, daher kann ein Antiemetikum die Wirksamkeit unterstützen. Alternativ kann man auch eine Kleinigkeit essen, um die Tätigkeit wiederzubeleben.

    Hier steht das auch gut beschrieben:
    http://migraine-app.schmerzklinik.de/migraene-wissen/antiemetika/

    Novalgin ist kein Antiemetikum, sondern ein Schmerzmittel (Wirkstoff Metamizol).

    Bei Kombination von Triptanen mit Schmerzmitteln kann die Wirkung sich verstärken. Der Mechanismus ist ein anderer, als der bei der Kombination Triptan+Antiemetikum.

    Ich bin mir sicher, du kriegst später noch bessere Beschreibungen bezüglich deiner Fragen, aber vielleicht können dir die ersten Antworten hier schonmal für ein bisschen Klarheit helfen 🙂

    Liebe Grüße und alles Gute,
    Tanni

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Liebe Ulrike und liebe Tanni,

    habt ganz vielen Dank für Eure schnellen Antworten!

    Liebe Ulrike,

    oh Du hast ja gut aufgepasst…vielen Dank fürs Mitdenken!

    Ja, ich habe auch schon doppelte Dosis Relpax eingenommen, so wie Bettina vorschlug. Mich haben die Nebenwirkungen dann aber ziemlich erschlagen, und die Wirkung war nicht durchgreifen: Im Hintergrund flackerte noch immer die Migräne.
    Auch Bettinas zweite Idee, mit Sumatriptan im Pen plus später Ascotop verlief es ähnlich.

    Ich habe den Eindruck, dass ich nicht noch mehr Triptanwirkstoff brauche, sondern zusätzlich etwas ähnliches wie Aspirin, Naproxen, Arcoxia und Paracetamol. Wobei ich lediglich Paracetamol vertrage.

    Ich frage mich, was diese Mittel zusätzlich bewirken- vielleicht sind sie noch Entzündungs hemmend? Vielleicht weiss das Bettina.
    Jedenfalls ist das, was sie gemeinsam haben, das, was ich noch zusätzlich brauche.
    Oben genannte Antiemetika brachten diesen Effekt nicht.

    Liebe Tanni,

    vielen Dank auch für Deine Erklärung. Ich hatte die Beiträge schon gelesen.
    Ich glaube, das mit der besseren Aufnahme in Magen und Darm ist bei mir nicht das Thema. Ich habe weder Übelkeit noch Darmprobleme und die Antiemetika, die ich probiert hatte hatten keinen Effekt.

    Deshalb denke ich, ich brauche eine andere Kombi zur Wirkverstärkung. Ich hab ja auch das Paracetamol gefunden, aber ich bin verunsichert, ob Kiel mir das auch empfehlen würde und möchte die Risiken abklären.
    Vielleicht gibt es ja auch noch eine andere Alternative, wenn dieses Mittel die Leber angreift. Meinem behandelnden neurologen fällt keine ein, aber ich glaube er ist auch nicht so spezialisiert wie Professor Göbel.

    Liebe Grüsse von
    Zuckerschaukel

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2061

    Liebe Zuckerschaukel,

    auch wenn dir nicht übel ist, kann es sein, dass dein Magen verlangsamt reagiert. Ich würde an deiner Stelle dann wohl zu dem Triptan eine Kleinigkeit essen, damit der Magen auch sicher etwas zu tun hat 🙂

    Hast du das Novalgin denn gut vertragen? Zur Wirkverlängerung wird es nichts bringen, weil es eine kurze Halbwertszeit hat, aber wenn du es verträgst evtl als Wirkverstärker? In welcher Dosis hattest du es denn genommen?

    Liebe Grüße, Tanni

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Liebe Tanni,

    ja, meistens mache ich mir leckere dampfende Vollkornspaghetti als Migräneessen…

    Novalgin nehme ich als 500 mg ein. Aber es ist nicht so kräftig wie Paracetamol und macht sehr müde als NW. Deshalb nehme ich es nicht gern, da es nur etwas sediert aber nicht stoppt.

    Liebe Grüsse von Zuckerschaukel

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28228

    Liebe Zuckerschaukel,

    Du bist jetzt schon über Deine wichtigsten Fragen aufgeklärt worden.

    Die Attackenbehandlung gestaltet sich ja recht „sperrig“ bei Dir, das ist wirklich ein Problem.

    Bist Du sicher, dass die Müdigkeit vom Novalgin kommt und nicht von der Migräne selbst? Ich kenne diese Nebenwirkung eigentlich nicht, daher frage ich nach. Mit 500 mg ist Novalgin (Metamizol) sehr niedrig dosiert, es entspricht ca. 20 Tropfen. Ich nehme manchmal Novalgin, wenn im Status Triptane nicht mehr wirken und brauche dann mindestens 40 Tropfen. Unter dieser Dosierung tut sich gar nichts.

    Was Prof. Göbel zum Paracetamol sagte, bedeutet: Bereits 14 Tabletten Paracetamol können die Leber irreversibel schädigen. Egal, wann man sie genommen hatte, egal, wie lange die Pause zwischen den Einnahmen war. Das heißt aber nicht, dass jeder nun Angst haben muss davor. Viele nehmen es als Schmerzmedikation ein Leben lang und haben keinen Schaden. Aber – und das ist das Gefährliche – das Potential für eine lebensbedrohliche Schädigung ist eben da.

    NSARs wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, was ja die Triptane nicht leisten. Daher greift man über mehrere Schienen ins Schmerzgeschehen ein.

    Wie Paracetamol genau wirkt, weiß man bis heute nicht. Die entzündungshemmende Wirkung ist so schwach, dass es nicht als NSAR eingestuft wird. Die schmerzlindernde Wirkung kommt im Gehirn und Rückenmark zustande – irgendwie. 😉

    Du könntest Vomex statt der Antiemetika testen, sofern nicht schon geschehen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Liebe Bettina,

    ja, sperrig ist sehr gut beschrieben…
    Vielen Dank für Deine Tips und Geduld mit mir…
    Ich hoffe, ich bin nicht zu aufwendig für diesen Rahmen hier.
    Ich bin sonst nicht so sperrig- aber meine Migräne ist es extrem.
    Ich bin gerade richtig verzweifelt deswegen.

    Ja, also diese Müdigkeit beim Novalgin habe ich beobachtet und einen komischen Geschmack im Mund. Vielleicht verstärkt es die bestehende Migränemüdigkeit bei mir.
    Ich kanns ja nochmal mit 2 Tabletten versuchen- so wie Du es mit Tropfen machst. Sind Tropfen wirksamer oder ist es einerlei?

    Vomex kenne ich vom Entzug- also ohne Kombi mit Triptan. Probiere ich auch gern mal aus- habe ich noch zuhause. Welche Dosis ist sinnvoll?

    Vielen Dank für die Aufklärung über Paracetamol. Meine Güte- ich verstehe! Das habe ich nicht gewusst- ich dachte, es wäre ein harmloses Kopfschmerzmittel. 14 Tabletten habe ich locker schon intus- also mit 20 kann ich das garantiert multiplizieren.

    Gibt es nur Naproxen und Arcoxia als NSAR? Gibt es nicht auch eines, das die Schleimhäute in Magen, Darm und Mund verschont? Trotz Opipramol greiften sie bei mir total an–spätestens ab der zweiten Tablette hab ich heftige Krämpfe.

    Liebe Grüsse von
    Zuckerschaukel

    Zuckerschaukel
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 166

    Liebe Bettina,

    entschuldige, ich habe nur noch kurz eine Frage für diese Nacht:
    Ich habe heute schon
    2 Relpax 40mg
    1 Domperidon 10mg
    1 Opipramol 40mg
    1Novalin 500 mg
    1Paracetamol 500mg
    eingenommen. Jetzt müsste ich nachlegen. Kann ich Vomex kombinieren oder ist das zuviel Mix?
    Danke und Gute Nacht!
    Zuckerschaukel