Kurzzeitiger Einsatz von Kortison in der Attackentherapie

Ansicht von 30 Beiträgen - 61 bis 90 (von insgesamt 141)
  • Autor
    Beiträge
  • SimonPhoenix
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    Ok danke Bettina,
    Dr. H. ist leider nicht erreichbar also versuche ich es wie du geschrieben hast.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Aber immer mit Magenschutz morgens zusammen mit dem Kortison. Abends etwas zum Schlafen. Da wird Dich Deine Hausärztin sicher gut beraten können.

    Alles Gute,
    Bettina

    SimonPhoenix
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 753

    Magenschutz habe ich mir geholt, abends bin ich vom mirtazipin müde.
    Es ist so toll, dass es dieses Forum gibt.

    Anneclaire
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Ich habe nach dem Aufenthalt in Kiel 2009 jetzt zweimal eine ambulante Entzugstherapie mit Kortison gemacht, zuletzt vor einem Jahr. Mein Hausarzt hatte wohl Rücksprache mit der Klinik in Kiel gehalten und mir Pantoprazol 40 mg morgends als Magenschutz und das Cortison Prednisolon verschrieben, angefangen mit 2 Tage 80mg, 2 Tage 60mg, 5 Tage 40mg und dann immer weiter runter ausschleichen lassen, zuletzt in 0,5mg-Schritten bis 2,5mg. Richtig geholfen hat es mir nur am Anfang als die Dosis noch hoch war. Die Möglichkeit die ewig dauernden Anfälle mit 3 x 100mg zu unterbrechen klingt verlockend, werde meinen Arzt mal darauf ansprechen. Ich mache gerade allerdings auch gute Fortschritte im Stress vermeiden, regelmäßig Pausen und Entspannungsübungen, eigene Interessen wahrnehmen und vieles mehr. Dadurch habe ich es geschafft in den letzten 14 Tagen zweimal 5 Tage migränefrei zu sein, trotz einiger Stresssituationen die sich nicht vermeiden liessen. Normalerweise habe ich fast täglich Migräne und lebe von Sumatriptan. Und mit Unterbrechung gestern bin ich heute auch schon wieder migränefrei, trotz Erkältung.

    Tina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 111

    Das Ausschleichen einer Kortisontherapie wird sehr unterschiedliche gehandhabt. Ein wichtiger Entscheidungsgrund, ob ausgeschlichen wird oder nicht ist, denke ich, ob es eine Langzeit- oder Kurzzeittherapie war.
    Nach dem Schlaganfall habe ich im Krankenhaus an 2 Tagen je 1000mg Prednisolon i.v. bekommen und es wurde nicht ausgeschlichen.
    Ob ich damals Nebenwirkungen hatte, kann ich nicht wirklich beurteilen, da ich sowieso vollkommen angeschlagen danieder lag …

    Jetzt, nach 3 Tagen 100mg Kortison und 3 Tagen ausschleichen bis 12,5mg –fühle ich mich müde, ausgelaugt, aufgeschwemmt … aber erstmals kopfschmerzfrei nach einigen Wochen!!
    Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das finde. Sehr gut ohne Schmerz, aber unter Menschen kann ich immer noch nicht… Morgen ist bestimmt alles wieder gut. Ich werde berichten.
    @bettina
    Vielleicht gibt es ja in der Kieler Schmerzklinik ein eindeutiges Vorgehen wie bzw. ob ausgeschlichen wird bei der Attackentherapie mit Cortison bzw. der Cortisontherapie bei der Medikamentenpause?

    Liebe Grüße
    Tina

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Willkommen Claire. 🙂

    Bei schweren langandauernden Anfällen, die übergehen in einen Status migraenosus wird in Kiel mit 100 mg begonnen und nach drei Tagen mit dem Abdosieren begonnen. Die Vorgehensweise kann in einigen Foren unseres Notfallplans nachgelesen werden.

    Kortison sollte sehr kontrolliert und nicht öfter als drei Mal im Jahr eingenommen werden.

    @tina: Hochdosierte Stoßtherapien mit Kortison werden nie ausgeschlichen meines Wissens, da es ja nur darum geht, sehr schnell eine Schwellung (Hirnschwellung nach Traumata, Hirn-OPs) oder Entzündungen ganz effektiv behandeln zu können. Das sind dann aber immer so schwere Krankheitsbilder, dass man so oder so völlig erschlagen im Bett liegt und von Schwäche oder sonstigen anderen Befindlichkeiten eh nichts mitbekommt. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anneclaire
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 32

    Ah vielen Dank. Ich habe gedacht ich darf Kortison nur einmal im Jahr nehmen, werde auf jedenfall mit meine Doc darüber sprechen. Heute morgen bin ich schon wieder ohne Anfall aufgewacht, muss aufpassen dass ich nicht zu euphorisch werde und dann wieder einen Anfall auslöse – hab leider noch andere Schmerz-Baustellen.
    Liebe Grüße
    Anneclaire

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Liebe Claire,

    tja wenn man noch andere „Baustellen“ hat, können die eventuell ja auch wieder triggern.

    Manchmal hilft schon eine Gabe von 100 mg Kortison, so einen Schmerzkreislauf zu durchbrechen, das muss man einfach mal versuchen. Eine einmalige Gabe geht auch öfter als drei Mal im Jahr, aber man muss es sehr gut überlegt einsetzen und immer mit dem Hausarzt oder behandelnden Neurologen absprechen.

    Liebe Grüße und weiterhin einen guten Tag,
    Bettina

    Tina
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 111

    Hallo guten Abend!

    Für alle, die sich an eine Attackentherapie mit Kortison wagen möchten, schreibe ich einen Verlaufsbericht, wie es mir ergangen ist.

    Nach wochenlanger, meist mittelschwerer, aber auch z.T schwerer Migräne mit Erbrechen habe ich 3 Tage 100mg Prednisolon genommen und das dann über weitere 4 Tage ausgeschlichen.

    Wie ich schon im „headbook“ gelesen hatte, habe ich eine gewisse Müdigkeit erwartet und da ich nicht arbeiten muss, hatte ich viel Ruhezeit eingeplant. Ich habe nicht erwartet, Bäume ausreißen zu können, aber ich hätte nicht einmal BONSAI ausreißen können!!
    Ich war 5 Tage vollkommen platt, habe mich richtig krank gefühlt, war trotz Schlaf nicht erholt, habe im Gesicht und Beinen Wasser eingelagert – ab dem 5. Tagt hatte ich aber deutlich milderer Migräne.

    Heute habe ich am 2. Tag nach Ausschleichen des Prednisolons eine heftige Migräne bekommen. Auch über solch einenn Verlauf wurde an dieser Stelle schon berichtet. Ich hoffe, es ist nicht Zufall, sondern der zu erwartende Ablauf der Attackentherapie mit Kortison, und dass mich jetzt eine grandiose schmerzfreie Weihnachtszeit erwartet.

    Euch allen wünsche ich das Gleiche!

    (Habe mich trotz Kontraindikation mit Triptan (+Vomex+Naproxen) behandelt – ich weiß nicht, wie ich das ganz ohne Triptane schaffen soll…. – jetzt geht es mir wieder gut, aber leider ist der Tag vorbei … )

    Lg
    Tina

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Liebe Tina,

    danke für Deinen Erfahrungsbericht, den ich auch hätte schreiben können. Mir geht es ganz genau so unter Kortison und die stärkste Schwäche kommt sogar dann erst nach dem Absetzen. Bäume hätte ich während der Therapie auch nie ausreißen können, nicht mal Bonsais – hier musste ich richtig lachen. 😀

    Eigentlich beschreibst Du einen ganz normalen Verlauf und daher wird die gesamte Weihnachtszeit auch sehr gut verlaufen für Dich. Das wünsche ich Dir auf jeden Fall sehr!

    Liebe Grüße
    Bettina