Noch jemand hier der/die keine Triptane nehmen darf?

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  • glückdererde
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    Beitragsanzahl: 490

    Hallo,

    ich stelle die Frage mal hier auch wenn ich keine chronische Migräne im engeren Sinne habe. Ich habe Migräne ohne Aura, Spannungskopfschmerz, hauptsächlich aber einen täglichen Kopfschmerz nach einer neurologischen Verletzung.

    Grundsätzlich reagieren meine Kopfschmerzen gut auf Triptane.

    Ich darf aber keine nehmen.

    Ich komme im ‚Normalfall‘ ganz gut damit zu Recht an nicht mehr als 15 Tagen im Monat Paracetamol zu nehmen. Die Regel des Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes tendiert ja dahin bei nur einem Monopräparat 15 Tage zu ermöglichen.

    Habe ich aber richtig heftige Kopfschmerzen wie in den letzten 10 Tagen wieder an 7 Tagen, dann ist Paracetamol einfach nur ein Witz und hilft so gut wie gar nicht.

    Wechsele ich jetzt beispielsweise zu Novaminsulfon darf ich in dem Monat wieder nur an 10 Tagen Schmerzmittel nehmen. Triptane gehen, wie gesagt gar nicht. Ausserdem dürfte ich auch bei Triptanen + Paracetamol nur an 10 Tagen Schmerzmittel nehmen.

    Ich bin doch hier mit Sicherheit nicht der einzige, der keine Triptane nehmen darf.
    Ich fühle mich heftigen Schmerzattacken fast schutzlos ausgeliefert. Prophylaxe in Form von Chi Gong, Meditation + Magnesiumprophylaxe mache ich natürlich.

    Wie macht ihr das, wenn ihr keine Triptane nehmen dürft?

    Danke für alle Antworten

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Lieber Langeselend,

    warum darfst Du keine Triptane einnehmen? ich frage deshalb, weil wir schon einige Mitglieder hier hatten, die das erzählten. Bei erneuter Untersuchung und Nachfrage beim Arzt, stellte sich dann heraus, dass unter guter Überwachung Triptane sehr wohl möglich waren. Vor allem das sanfteste Triptan Allegro. Heika wird sich dazu sicher auch noch melden.

    Paracetamol zählt voll in die 10er-Regel, da bist Du falsch informiert. Helfen Dir Ibuprofen oder Naproxen? Naproxen hätte den Vorteil der langen Halbwertzeit. Alle Schmerzmedikamente – selbstverständlich auch Monopräparate – sollten nur an 10 Tagen im Monat eingenommen werden.

    Nimmst Du eine medikamentöse Prophylaxe? Magnesium und Vitamin B2?

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Dein Forum habe ich hier in die besser passende Gruppe verschoben.

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 490

    Liebe Bettina,

    mit Spannungskopfschmerz und Migräne konnte ich gut leben – von der Migräne wusste ich noch nicht einmal, das ich sie hatte.
    Ich habe aber seit einem Riss der Halsschlagader vor drei Jahren einen täglich auftretenden in der Intensität schwankenden Kopfschmerz bekommen.

    Hier in der Uniklinik hat man mir auch Triptane gegeben und ich habe noch welche in der Schublade.
    In Kiel haben mir Prof. Göbel und Frau Petersen aber explizit von Triptanen abgeraten. Ein solcher Riss ist ein ähnliches Ereignis wie ein Schlaganfall und bei diesem (oder besser nach diesem) sind Triptane kontraindiziert weil sie ein Wiederauftreten eines erneuten Schlaganfalls begünstigen können.

    Für Herzinfarkte gilt das Gleiche.

    Ich habe gerade noch mal hier:
    http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/anfallsbehandlung/grundsaetzliches/
    nachgelesen.

    Was die 10er Regel angeht so hatte ich das auch immer so verstanden, dass strikt an nur 10 Tagen ein Schmerzmedikament eingenommen werden darf.
    Die Empfehlung der Deutsche Gesellschaft für Neurologie und der internationalen Kopfschmerzgesellschaft besagt aber, dass bei Gebrauch eines einfachen Monoanalgetikums ohne Wirkstoffwechsel (das war das was ich ansprach: Kein Wechsel von Paracetamol zu Naproxen) dies zur Not auf 15 Tage ausgedehnt werden kann.

    Auch das habe ich in Kiel so mit den Ärzten besprochen und es entlastet mich sehr!

    Ich bin zwar bislang (seitdem ich erstmals in Kiel war) noch nie über 10 Tage hinaus gekommen. Aber dieser Monat März hat sehr gruselig angefangen. Ich hatte am 5 Tag schon 4x Paracetamol genommen. Da habe ich noch 26 Tage im Monat zu überstehen aber nur noch 6x darf ich Medikamente nehmen. Die Vorstellung alleine setzt mich schon erheblich unter Druck.
    Mit 15 Tagen sieht das schon anders aus und ist sehr entspannend auch wenn ich dann höchstens bei 10 Tagen Medikamenteneinnahme bleibe.

    Ich weiss auch, dass man vom Entstehen eines MÜK erst ausgeht, wenn man an mehr als drei Monaten ‚zu viel‘ Kopfschmerzmittel nimmt. Mir war aber hier an der Uniklinik vor drei Jahren die tägliche Einnahme von hochdosiertem Indometacin über Monate hinweg verordnet worden. Ich habe dann zum Entzug 10 Wochen (!!!!!!!!!) kein einziges Schmerzmittel genommen. In die Situation möchte ich nie wieder kommen und bin von daher eher übervorsichtig.

    Die ganze Medikamentenübergebrauchsregel ist ja sowieso ’nur‘ ein sehr ernst zu nehmender Orientierungsrahmen. Ich bekomme ja nicht automatisch einen MÜK am 11 Tag. Vielleicht bekomme ich persönlich den auch schon am 7 Tag der Einnahme und jemand anders kann 20 Tage Schmerzmittel nehmen und bekommt trotzdem keinen.

    Aber: Ich möchte halt aus den genannten Gründen bei einem einfachen Analgetikum bleiben. Das reicht dann aber wieder in der Intensität nicht aus, wenn ich sehr heftige Schmerzen habe.
    Wechsele ich dann aber auf ein anderes Schmerzmittel bin ich nicht mehr in Übereinstimmung mit den oben genannten Empfehlungen die dann lauten: Bei mehreren Schmerzmitteln allerhöchstens an 10 Tagen.

    Ich hoffe ich habe mich nicht zu chaotisch ausgedrückt.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Lieber Langeselend,

    jetzt sind ja einige Hintergründe bekannt, welche die Empfehlung klar machen. Es stimmt, dass es gewisse Kontraindikationen gibt bei Triptanen. Unter gewissen Umständen ist aber sogar nach Schlaganfall die Triptaneinnahme möglich. Das muss natürlich interdisziplinär sehr gewissenhaft zusammen mit dem Patienten abgestimmt werden. Du hast aber bereits beste Beratung in Kiel erhalten.

    Prof. Göbel und die Schmerzklinik gehen in der Regel davon aus, dass man die 10 Tage nicht überschreiten sollte. Wobei es allerdings ganz individuell unterschiedlich ist, wie schnell jemand in einen MÜK gerät.

    Was ich jetzt nicht verstehe, ist, warum Du z.B. nicht zu Naproxen wechseln solltest. Paracetamol ist das Schmerzmittel mit der kürzesten Halbwertszeit, auch ist die Wirkung nicht so stark.

    Wenn Du Naproxen eine Zeitlang als einzige Medikament einnehmen würdest, hättest Du ja auch wieder die Situation, ein Monopräparat einzunehmen. Du hattest vorher den Orientierungsrahmen angesprochen und so würde ich das an Deiner Stelle auch sehen, wenn Du jetzt aus nachvollziehbaren Gründen das Medikament wechseln musst. Novalgin ist ebenfalls viel effektiver als Paracatamol.

    Ich würde Dir eigentlich gerne raten, Dich schnellstmöglich schriftlich oder telefonisch an die Schmerzklinik zu wenden und um Rat zu fragen. Jetzt ist eine besondere Situation, die schnelle Handlung erfordert, damit Du gut über die Tage kommst. Paracetamol wäre bei mir auch nur ein Witz. Übrigens würde ich trotzdem nochmal nach Allegro fragen. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anonym
    Beitragsanzahl: 79

    Hallo Langes Elend,

    habe ich das richtig verstanden, dass der täglich auftretende, in der Intensität schwankende Kopfschmerz kein Migränekopfschmerz ist ?

    In dem Fall würde ich Dir auch raten von Paracetamol auf Naproxen oder Ibuprofen umzusteigen, hier aber auf jeden Fall herausfinden, welche Dosis Du brauchst um eine gute Wirkung zu erzielen.
    Bei mir ist es so, dass eine einmalige Dosis Naproxen 750mg sehr gut und sehr lange ( bis zu 12 Stunden) wirksam ist – hingegen 500mg eher wenig bis gar nichts bringen.
    Bei Ibuprofen verhält es sich ähnlich – hier sind bei mir 800mg sehr gut wirksam, während 600mg einfach nicht ausreichen.
    Wenn Du aber auf Triptane sonst gut ansprichst würde ich Dir auch raten mit Deinem Arzt gemeinsam einen Weg zu finden, wie Du sie trotz deiner Krankengeschichte nehmen kannst.

    Ich wünsche Dir gute Besserung
    Liebe Grüße
    Christine

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 490

    Hallo,

    Danke für Eure Antworten!

    Manchmal ist es an und für sich schon tröstend eine verstehende Antwort zu bekommen wenn man/ich heftige Schmerzen hat.

    In Kiel war mir auch zu Naproxen geraten worden. Ich hatte es nicht genommen weil ich zum vorher hier an der Uniklinik verordneten ‚Dauerindometacin‘ eine innige Hassliebe entwickelt hatte. Ohne hätte ich die Schmerzen über Monate nicht ausgehalten, ich wusste aber, dass mir die Dauereinnahme Magen und Darm wegraspelt.

    Da Naproxen auch ein NSAR ist war ich lieber auf Paracetamol ausgewichen.

    Aber nach den letzten Schmerztagen und Euren Antworten ziehe ich jetzt eine rationalere Betrachtungsweise vor. Es geht ja nicht um Dauereinnahme.

    Ich werde das mit dem Naproxen mit meinem Hausarzt besprechen (inwiefern es zu meiner sonstigen Symptomatik passt).

    Danke

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Lieber Langeselend,

    wenn Du Probleme mit dem Magen hast und jetzt in dieser schlimmen Schmerzphase mehr einnehmen musst, könntest Du auch teilweise Vimovo nehmen. Es enthält 500 mg Naproxen und 20 mg Pantozol (Magenschutz).

    Liebe Grüße
    Bettina

    hessin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 135

    hallo Langselend,

    ich darf kann auch keine Triptane nehmen, weil ich eine prolongierte (verlängerte) Aura habe.

    Ich war ja gerade stationär in der Schmerzklinik und da haben wir Diclofenac als Akutmedikament (2 x 50 mg) bei einer Migräneattacke ausprobiert. Das hat relativ gut gewirkt. Der Schmerz war nur noch schwach – mittel, was für mich schon einen großen Schritt und Erleichterung bedeutet . Die Begleiterscheinungen der Migräne wie Seh-/Sprachstörung, Schwindel, Erschöpfung waren zwar vorhanden, aber dieser schreckliche stechende Schmerz war weg. Für mich eine unglaubliche „Wohltat“.

    Ich wünsche Dir, dass Du bald das richtige Medikament für „Deine Migräne“ findest.

    VG Hessin

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    das ist ja mal so richtig doof, wenn man keine Triptane einnehmen darf, ich kenne das, allerdings aus der Vergangenheit.

    Ich selbst bekam im Laufe meiner Migränekarriere zwei unterschiedliche grundsätzliche Empfehlungen (JA/NEIN) bezüglich der Triptaneinnahme. So entschied ich mich erst einmal spontan für die Variante „Triptaneinnahme“, wenn man schon die Wahl hat, dann eben die, die persönlich passt, insbesondere in der Attacke.

    Jedoch ersuchte ich diesbezüglich durchaus ein weiteres Gespräch mit meinem behandelnden Neurologen und in intensiver Abwägung verschiedener Nutzen-Risiko-Eventualitäten gabs dann die Entscheidung für Triptaneinnahme, da ich mich hätte (ohne) mal gleich den Freuden einer Rentenbeantragung hätte hingeben können mit allen liebreizenden Ärgernissen, die ein solcher Antrag mit sich bringt bis zum ungewissen Finale.

    Da bleibt ja für dich tatsächlich derzeit der gestählte Blick auf Prophylaxe und intensive Suche nach passender Akutmedikation. Naproxen ist wirklich eine Überlegung wert, diese in die nähere Auswahl mit einzubeziehen. Jedoch vielleicht kannst du das Thema Triptan nochmals eingehend mit deinem Neurologen besprechen oder auch nochmals in Kiel. Ich kenn mich aber medizinisch nicht wirklich so gut aus und denke, wenn Kiel schon abrät von Triptanen, dass sie durchaus wissen, weshalb…

    Kiel hat mir vor einem Jahr von einer Tritaneinnahme bei Basilarismigräneanfall abgeraten, eine andere Klinik (auch vor Jahren) empfahl mir gerade bei beginnenden Symptomen einer solchen Migräne ein Triptan zu versuchen, was ich auch gemacht habe, obwohl auch im Beipackzettel von Triptanen bei B.M. abgeraten wird.

    Nicht so einfach, hier die richtige Entscheidung zu treffen, also für dich. Ich wünsche dir, dass alsbald Licht in das Dunkel kommt.

    Gruß
    Semi

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Hallo Langeselend,

    ich habe erst jetzt gelesen, dass Bettina sich sicher war, dass ich mich melden würde. 😉 Also melde ich mich jetzt. 😉

    Bei mir war nach einem Schlaganfall auch die Frage, ob ich wieder Triptane nehmen darf oder nicht. Als Einzelfallentscheidung entschieden zwei verschiedene Ärzte und ich, dass ich es wieder tun werde. Ich habe für mich persönlich den Nutzen und das Risiko abgewogen und nehme die Verantwortung auf mich.
    Ich bin allerdings sehr froh, dass ich mit dem Allegro, dem sanftesten Triptan, das zudem die geringste Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hat, zurechtkomme.

    Deine häufige Einnahme von Paracetamol belastet die Leber, andere Schmerzmittel eher den Magen. Von daher würde ich an deiner Stelle ruhig mal das Medikament wechseln, sofern die Wirkung nicht schlechter wird, um ein Organ mal ein wenig zu entlasten.

    Lieber Gruß
    Heika

    Sabinefelden
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 312

    Liebe Semi,

    hast du auch Basilaris Migräne ? War mir gar nicht so bewußt, dann sind wir hier ja schon mal mindestens zwei, die diese Form haben. Wie äußert sich das bei dir ?

    Triptane soll ich auch nicht nehmen.

    Demnächst bin ich wohl auch in Kiel und hoffe, das ich da mit der Basilaris Migräne sehr viel weiter komme. Euch allen hat es ja viel gebracht. Wurde bei dir dort erst Basilaris Migräne festgestellt, oder war vorher schon klar, dass du diese Form der Migräne hast ?.

    Ich nehme viel Paracetamol.

    Liebe Grüße
    Sabine

    kerka68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 79

    Hallo!
    Wir, das heisst meine Tochter, mein Sohn und ich , haben alle Basilarismigräne. Wobei mein Sohn am schlimmsten betroffen ist. Wir sollen laut Kiel alle keine Triptane nehmen. Frau Dr. Petersen hat uns zu Naproxen bzw. Ibuprofen geraten. Mein Sohn und ich waren im Sommer 2011 in Kiel meine Tochter ist zur Zeit dort stationär.
    Das Hauptproblem bei mir und meinem Sohn sind die Auren , bei meinem Sohn zur Zeit täglich. Da habe ich aber an andere Szelle ausführlich drüber berichtet. Die Schmerzen an sich haben wir mit Naproxen bzw. Ibuprofen gut im Griff.
    LG
    Kerstin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Eure Erfahrungsberichte und Gedanken dazu sind sehr interessant. Es zeigt auch wieder, dass man zusammen mit dem behandelnden Arzt sehr wohl auch Einzelfallentscheidungen treffen kann. Ärzte und Pharmaindustrie müssen sich absichern, das ist ja klar und verständlich, aber der Patient muss irgendwie auch seine Lebensqualität haben.

    Ich kann mich ja glücklich schätzen, dass ich nur Migräne habe und die Triptane mir gut helfen. Normale Schmerzmittel wirken so gut wie nicht, wenn ich einen schweren Anfall habe. Daher möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie mein Leben ohne Triptane aussehen würde.

    Die Triptanhersteller raten auch von einer Einnahme nach dem 65. Lebensjahr ab. Sie sichern sich ab, denn es gibt zu wenig Erfahrungswerte für Patienten in diesem Alter. Ein engagierter Arzt wird aber zusammen mit dem Patienten trotzdem überlegen, dass das Triptan auch jenseits dieser Altersgrenze weiterhin eingenommen werden kann.

    Kerstin, dass Ihr alle Basilarismigräne habt, tut mir leid. Ich hoffe sehr, dass Ihr trotzdem gut zurecht kommt und auch Jonas Probleme in der Schule nachgelassen haben. Deiner Tochter wünsche ich noch einen guten und erfolgreichen Aufenthalt in Kiel.

    Liebe Grüße
    Bettina

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 490

    Hallo,

    vielen Dank für Eure Rückmeldungen die ich interessant finde. Ich bin eher ein Angsthase. Ich hatte auch schon mal überlegt als Tester im medizinischen Bereich tätig zu werden. Wenn es bei einer Untersuchung eine unangenehme Nebenwirkung gibt – ich bekomme sie garantiert. Das übertrage ich innerlich auch auf Tabletteneinnahme.
    Ich habe bester von dem schlafen den Fehler gemacht mir den Beipackzettel von Ibuprofen durchzulesen und vermute, dass ich mich auch auf die nächste Notaufnahme begeben werde und es dort dann im Wartebereich einnehme (Nagut, ganz so schlimm ist es auch nicht.)

    Aber de Warnung vor Triptaneinnahme war schon deutlich und da müssen die Schmerzen noch ganz erheblich viel stärker werden bevor ich Triptane nehme. Sonst bin ich zwar schmerzfrei, warte aber auf den Schlaganfall. So bin ich nun mal.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5626

    Bei jedem Medikament, das man zu sich nimmt, sollte eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Und es ist wichtig, dass man dann zu der Entscheidung, die man getroffen hat, steht. Mir geht das so, und ich lebe mit meinem Triptan in großer Gelassenheit.
    Was mir aber sehr dabei geholfen hat, ist die Info in Prof. Göbels Buch bzw. unter der Migräne-Schule links auf der Startseite (Beschreibung des Frovatriptans), dass selbst bei einer 40-fachen Überdosierung von Frovatriptan keine nennenswerten Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System festzustellen waren. Denn die Grundsorge ist ja, dass ein Triptan ein Gefäß verengt, und wenn ein Gefäß sowieso schon durch Ablagerungen verengt ist, ist das doppelt ungünstig. Dies ist auch die Hauptursache, weshalb man Triptane im Alter nicht mehr geben möchte, weil die Gefäße Vorschädigungen haben, also verengt sind, und die Schlaganfallquote im Alter eh erhöht ist.

    Doch wenn die Gefäße wie bei mir gesund sind, und das spezielle Triptan da keinen Einfluss auf eine Engstellung von meinen Gefäßen nimmt, sehe ich das Risiko als äußerst gering an. Und bin jedes Mal sehr dankbar, wenn mir das Triptan die scheußlichen Migräneschmerzen nimmt.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27915

    Lieber Langeselend,

    tut mir leid, dass Dir die Medikamenteneinnahme manchmal so einen Stress bereitet. Besser ist es wirklich, Du liest die Beipackzettel nicht und vertraust Deinem Arzt. 😉

    Solltest Du einen Versuch mit Naproxen wagen, wünsche ich Dir gute Wirkung.

    Liebe Grüße
    Bettina

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4577

    Hallo Langeselend,
    auch ich möchte versuchen, Dir die Angst vor diesen wichtigen Medikamenten ein klein wenig zu nehmen. Ich kenne es gut, wie es ist, vor jeder Medikamenteneinnahme diese blöden Gedanken zu haben, und wenn man sich dann letztendlich überwunden hat, ein Medi zu nehmen, kann man die Gedanken nicht stoppen, die einem sagen, was alles passieren könnte.
    Wenn man dann aber wirklich mal realistisch überlegt, welchen Schaden man sich u.U. zufügt, weil man die wichtigen Arzneimittel nicht nimmt, kommt man zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass es Unsinn ist, sich von diesen „Zwangsgedanken“ steuern zu lassen.
    Ich würde bei dieser Art von Gedanken, so wie ich sie kennengelernt habe, also besonders wenn Sie sehr ausgeprägt sind, sogar von einer eigenständigen „Krankheit“ sprechen und diese separat behandeln. Diese Ängste führen nämlich auch zu einem völlig verkrampften Körper. Dessen Folgen ich hier ja sicher nicht aufführen muß.
    Nachdem ich nun gelernt habe, mit meinen Ängsten besser umzugehen, lebe ich insgesamt entspannter, und weiß was ich tun muss, um aus solchen Gedankenkreiseln herauszukommen.
    Ich empfehle Dir aus tiefster Überzeugung, Dich Deiner Ängste anzunehmen, und mit professioneller Hilfe diesen entgegenzutreten.
    Lieber Gruß
    Sternchen

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    Guten Morgen alle zusammen,

    naja, jenseits der 65 brauchen wir Frauen zumindest ja eh kein Triptan mehr, weil….., wie schon oft hoffnungsvoll erwähnt… das Ende der Wechseljahre uns eine migränefreie Lebensphase versprechen wird, so isses doch, gell?!

    Sabinef… die Basilarismigräne war mir schon vor Kiel bekannt. Die äußert sich primär durch mächtige Schwindelzustände, die mich nicht mehr geradeaus laufen lassen, so muss ich mich in der akuten Phase Wände entlang hangeln, wenn ich denn mal aufstehen muss, z. B. wenn die Blase in der Migräne recht nervös ihren Tribut fordert und mich fast stündlich zum WC jagt…Kribbelparästhesien in den Extremitäten und auch im Gesicht untermalen diesen grässlichen Zustand noch.
    Häufig kommt es vor, dass ich hierbei keine Migräne habe sondern erst, wenn die beschriebenen Symptome nachlassen stellt sich der typische Migräneschmerz erst ein und dann nehme ich mittlerweile überwiegend erst ein Triptan ein. In manch anderen Fällen, z. B. wenn mich die B.M. in ungünstigen Situationen erwischt, dann nehme ich sofort ein Triptan.

    Das Fravotriptan, liebe Heika, habe ich mir mal gleich notiert, ist eine interessante Info, da ich eh schon täglich 100 mg ASS wegen der Gefäße einnehmen muss. Damit werde ich mich mal gleich eingehend beschäftigen. Danke für die Info.

    Langeselend, ich kenne das mit dem Beipackzettel auch sehr gut, weshalb ich mir in den letzten 10 Jahren fest vorgenommen habe, diese nicht mehr zu lesen, was sehr gut klappt, bzw. ich lese nur noch den Abschnitt der Wirkweise bzw. Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, egal um was es sich handelt, das nehme ich sehr genau. Aber das wars dann auch schon.

    Wenn ich überlege, was ich alles eingenommen habe, ehe ich Tritane bekam, da kann ich unterm Strich nur sagen, dass ich mit Triptanen deutlich gesünder lebe.

    Langeselend, vielleicht kannst du dich auch überwinden, erst einmal ein hilfreiches Medikament einzunehmen, um diesem die Chance auf Linderung einzuräumen, vielleicht gehts ja irgendwann mal.

    Lg Semi

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