Noch jemand hier der/die keine Triptane nehmen darf?

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  • glückdererde
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    Hallo,

    ich stelle die Frage mal hier auch wenn ich keine chronische Migräne im engeren Sinne habe. Ich habe Migräne ohne Aura, Spannungskopfschmerz, hauptsächlich aber einen täglichen Kopfschmerz nach einer neurologischen Verletzung.

    Grundsätzlich reagieren meine Kopfschmerzen gut auf Triptane.

    Ich darf aber keine nehmen.

    Ich komme im ‚Normalfall‘ ganz gut damit zu Recht an nicht mehr als 15 Tagen im Monat Paracetamol zu nehmen. Die Regel des Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes tendiert ja dahin bei nur einem Monopräparat 15 Tage zu ermöglichen.

    Habe ich aber richtig heftige Kopfschmerzen wie in den letzten 10 Tagen wieder an 7 Tagen, dann ist Paracetamol einfach nur ein Witz und hilft so gut wie gar nicht.

    Wechsele ich jetzt beispielsweise zu Novaminsulfon darf ich in dem Monat wieder nur an 10 Tagen Schmerzmittel nehmen. Triptane gehen, wie gesagt gar nicht. Ausserdem dürfte ich auch bei Triptanen + Paracetamol nur an 10 Tagen Schmerzmittel nehmen.

    Ich bin doch hier mit Sicherheit nicht der einzige, der keine Triptane nehmen darf.
    Ich fühle mich heftigen Schmerzattacken fast schutzlos ausgeliefert. Prophylaxe in Form von Chi Gong, Meditation + Magnesiumprophylaxe mache ich natürlich.

    Wie macht ihr das, wenn ihr keine Triptane nehmen dürft?

    Danke für alle Antworten

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28362

    Lieber Langeselend,

    warum darfst Du keine Triptane einnehmen? ich frage deshalb, weil wir schon einige Mitglieder hier hatten, die das erzählten. Bei erneuter Untersuchung und Nachfrage beim Arzt, stellte sich dann heraus, dass unter guter Überwachung Triptane sehr wohl möglich waren. Vor allem das sanfteste Triptan Allegro. Heika wird sich dazu sicher auch noch melden.

    Paracetamol zählt voll in die 10er-Regel, da bist Du falsch informiert. Helfen Dir Ibuprofen oder Naproxen? Naproxen hätte den Vorteil der langen Halbwertzeit. Alle Schmerzmedikamente – selbstverständlich auch Monopräparate – sollten nur an 10 Tagen im Monat eingenommen werden.

    Nimmst Du eine medikamentöse Prophylaxe? Magnesium und Vitamin B2?

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Dein Forum habe ich hier in die besser passende Gruppe verschoben.

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 518

    Liebe Bettina,

    mit Spannungskopfschmerz und Migräne konnte ich gut leben – von der Migräne wusste ich noch nicht einmal, das ich sie hatte.
    Ich habe aber seit einem Riss der Halsschlagader vor drei Jahren einen täglich auftretenden in der Intensität schwankenden Kopfschmerz bekommen.

    Hier in der Uniklinik hat man mir auch Triptane gegeben und ich habe noch welche in der Schublade.
    In Kiel haben mir Prof. Göbel und Frau Petersen aber explizit von Triptanen abgeraten. Ein solcher Riss ist ein ähnliches Ereignis wie ein Schlaganfall und bei diesem (oder besser nach diesem) sind Triptane kontraindiziert weil sie ein Wiederauftreten eines erneuten Schlaganfalls begünstigen können.

    Für Herzinfarkte gilt das Gleiche.

    Ich habe gerade noch mal hier:
    http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/anfallsbehandlung/grundsaetzliches/
    nachgelesen.

    Was die 10er Regel angeht so hatte ich das auch immer so verstanden, dass strikt an nur 10 Tagen ein Schmerzmedikament eingenommen werden darf.
    Die Empfehlung der Deutsche Gesellschaft für Neurologie und der internationalen Kopfschmerzgesellschaft besagt aber, dass bei Gebrauch eines einfachen Monoanalgetikums ohne Wirkstoffwechsel (das war das was ich ansprach: Kein Wechsel von Paracetamol zu Naproxen) dies zur Not auf 15 Tage ausgedehnt werden kann.

    Auch das habe ich in Kiel so mit den Ärzten besprochen und es entlastet mich sehr!

    Ich bin zwar bislang (seitdem ich erstmals in Kiel war) noch nie über 10 Tage hinaus gekommen. Aber dieser Monat März hat sehr gruselig angefangen. Ich hatte am 5 Tag schon 4x Paracetamol genommen. Da habe ich noch 26 Tage im Monat zu überstehen aber nur noch 6x darf ich Medikamente nehmen. Die Vorstellung alleine setzt mich schon erheblich unter Druck.
    Mit 15 Tagen sieht das schon anders aus und ist sehr entspannend auch wenn ich dann höchstens bei 10 Tagen Medikamenteneinnahme bleibe.

    Ich weiss auch, dass man vom Entstehen eines MÜK erst ausgeht, wenn man an mehr als drei Monaten ‚zu viel‘ Kopfschmerzmittel nimmt. Mir war aber hier an der Uniklinik vor drei Jahren die tägliche Einnahme von hochdosiertem Indometacin über Monate hinweg verordnet worden. Ich habe dann zum Entzug 10 Wochen (!!!!!!!!!) kein einziges Schmerzmittel genommen. In die Situation möchte ich nie wieder kommen und bin von daher eher übervorsichtig.

    Die ganze Medikamentenübergebrauchsregel ist ja sowieso ’nur‘ ein sehr ernst zu nehmender Orientierungsrahmen. Ich bekomme ja nicht automatisch einen MÜK am 11 Tag. Vielleicht bekomme ich persönlich den auch schon am 7 Tag der Einnahme und jemand anders kann 20 Tage Schmerzmittel nehmen und bekommt trotzdem keinen.

    Aber: Ich möchte halt aus den genannten Gründen bei einem einfachen Analgetikum bleiben. Das reicht dann aber wieder in der Intensität nicht aus, wenn ich sehr heftige Schmerzen habe.
    Wechsele ich dann aber auf ein anderes Schmerzmittel bin ich nicht mehr in Übereinstimmung mit den oben genannten Empfehlungen die dann lauten: Bei mehreren Schmerzmitteln allerhöchstens an 10 Tagen.

    Ich hoffe ich habe mich nicht zu chaotisch ausgedrückt.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28362

    Lieber Langeselend,

    jetzt sind ja einige Hintergründe bekannt, welche die Empfehlung klar machen. Es stimmt, dass es gewisse Kontraindikationen gibt bei Triptanen. Unter gewissen Umständen ist aber sogar nach Schlaganfall die Triptaneinnahme möglich. Das muss natürlich interdisziplinär sehr gewissenhaft zusammen mit dem Patienten abgestimmt werden. Du hast aber bereits beste Beratung in Kiel erhalten.

    Prof. Göbel und die Schmerzklinik gehen in der Regel davon aus, dass man die 10 Tage nicht überschreiten sollte. Wobei es allerdings ganz individuell unterschiedlich ist, wie schnell jemand in einen MÜK gerät.

    Was ich jetzt nicht verstehe, ist, warum Du z.B. nicht zu Naproxen wechseln solltest. Paracetamol ist das Schmerzmittel mit der kürzesten Halbwertszeit, auch ist die Wirkung nicht so stark.

    Wenn Du Naproxen eine Zeitlang als einzige Medikament einnehmen würdest, hättest Du ja auch wieder die Situation, ein Monopräparat einzunehmen. Du hattest vorher den Orientierungsrahmen angesprochen und so würde ich das an Deiner Stelle auch sehen, wenn Du jetzt aus nachvollziehbaren Gründen das Medikament wechseln musst. Novalgin ist ebenfalls viel effektiver als Paracatamol.

    Ich würde Dir eigentlich gerne raten, Dich schnellstmöglich schriftlich oder telefonisch an die Schmerzklinik zu wenden und um Rat zu fragen. Jetzt ist eine besondere Situation, die schnelle Handlung erfordert, damit Du gut über die Tage kommst. Paracetamol wäre bei mir auch nur ein Witz. Übrigens würde ich trotzdem nochmal nach Allegro fragen. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 79

    Hallo Langes Elend,

    habe ich das richtig verstanden, dass der täglich auftretende, in der Intensität schwankende Kopfschmerz kein Migränekopfschmerz ist ?

    In dem Fall würde ich Dir auch raten von Paracetamol auf Naproxen oder Ibuprofen umzusteigen, hier aber auf jeden Fall herausfinden, welche Dosis Du brauchst um eine gute Wirkung zu erzielen.
    Bei mir ist es so, dass eine einmalige Dosis Naproxen 750mg sehr gut und sehr lange ( bis zu 12 Stunden) wirksam ist – hingegen 500mg eher wenig bis gar nichts bringen.
    Bei Ibuprofen verhält es sich ähnlich – hier sind bei mir 800mg sehr gut wirksam, während 600mg einfach nicht ausreichen.
    Wenn Du aber auf Triptane sonst gut ansprichst würde ich Dir auch raten mit Deinem Arzt gemeinsam einen Weg zu finden, wie Du sie trotz deiner Krankengeschichte nehmen kannst.

    Ich wünsche Dir gute Besserung
    Liebe Grüße
    Christine

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 518

    Hallo,

    Danke für Eure Antworten!

    Manchmal ist es an und für sich schon tröstend eine verstehende Antwort zu bekommen wenn man/ich heftige Schmerzen hat.

    In Kiel war mir auch zu Naproxen geraten worden. Ich hatte es nicht genommen weil ich zum vorher hier an der Uniklinik verordneten ‚Dauerindometacin‘ eine innige Hassliebe entwickelt hatte. Ohne hätte ich die Schmerzen über Monate nicht ausgehalten, ich wusste aber, dass mir die Dauereinnahme Magen und Darm wegraspelt.

    Da Naproxen auch ein NSAR ist war ich lieber auf Paracetamol ausgewichen.

    Aber nach den letzten Schmerztagen und Euren Antworten ziehe ich jetzt eine rationalere Betrachtungsweise vor. Es geht ja nicht um Dauereinnahme.

    Ich werde das mit dem Naproxen mit meinem Hausarzt besprechen (inwiefern es zu meiner sonstigen Symptomatik passt).

    Danke

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28362

    Lieber Langeselend,

    wenn Du Probleme mit dem Magen hast und jetzt in dieser schlimmen Schmerzphase mehr einnehmen musst, könntest Du auch teilweise Vimovo nehmen. Es enthält 500 mg Naproxen und 20 mg Pantozol (Magenschutz).

    Liebe Grüße
    Bettina

    hessin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 135

    hallo Langselend,

    ich darf kann auch keine Triptane nehmen, weil ich eine prolongierte (verlängerte) Aura habe.

    Ich war ja gerade stationär in der Schmerzklinik und da haben wir Diclofenac als Akutmedikament (2 x 50 mg) bei einer Migräneattacke ausprobiert. Das hat relativ gut gewirkt. Der Schmerz war nur noch schwach – mittel, was für mich schon einen großen Schritt und Erleichterung bedeutet . Die Begleiterscheinungen der Migräne wie Seh-/Sprachstörung, Schwindel, Erschöpfung waren zwar vorhanden, aber dieser schreckliche stechende Schmerz war weg. Für mich eine unglaubliche „Wohltat“.

    Ich wünsche Dir, dass Du bald das richtige Medikament für „Deine Migräne“ findest.

    VG Hessin

    Semi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 811

    das ist ja mal so richtig doof, wenn man keine Triptane einnehmen darf, ich kenne das, allerdings aus der Vergangenheit.

    Ich selbst bekam im Laufe meiner Migränekarriere zwei unterschiedliche grundsätzliche Empfehlungen (JA/NEIN) bezüglich der Triptaneinnahme. So entschied ich mich erst einmal spontan für die Variante „Triptaneinnahme“, wenn man schon die Wahl hat, dann eben die, die persönlich passt, insbesondere in der Attacke.

    Jedoch ersuchte ich diesbezüglich durchaus ein weiteres Gespräch mit meinem behandelnden Neurologen und in