Zuzahlung bei Triptanen, über die gesetzliche Zuzahlung hinaus!

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 28309

    Hallo Knorpel,

    mal ganz abgesehen von der berechtigten Entrüstung bezüglich der Zuzahlungen, nimmst Du viel zu viele Akutmedikamente. Bist Du denn in guter Behandlung, nimmst Du Prophylaktika? Wahrscheinlich bist Du zusätzlich im MÜK – setze doch hier erstmal an. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Harald Rupp
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 90

    Hallo Knorpel,

    also mich regt das auch furchtbar auf.
    Ich habe vor vier Wochen 122,25 € für meine Monatsration Relpax draufgezahlt, obwohl ich von der gesetzlichen Zuzahlung für dieses Jahr befreit bin.

    Ich beziehe Grundsicherung nach SGB XII, das ist genau so viel wie das sog. Hartz IV. Nach Abzug meiner Fixkosten (für Strom, Warmwasser und Telefon/Internet) hatte ich in diesem Monat ca. 130 € zum Leben (für alles).

    Auf Dauer kann ich das nicht durchstehen.

    Mit meinem chronischen Cluster-Kopfschmerz bin ich erwerbsunfähig. Dennoch arbeite ich neben der Erkrankung ehrenamtlich in der Selbsthilfe. Seit vielen Jahren, von früh bis spät, ohne Wochenende, Feiertag oder Urlaub. Wohlgemerkt ohne Bezahlung.

    Deshalb regt mich noch zusätzlich auf, welche Aussagen und Kommentare derzeit in den Diskussionen zum sog. Hartz IV gemacht werden.

    Die Segnungen der neuerlichen Gesundheitsreform die auf die gesetzlich Versicherten noch zukommen, werden viele Kranke noch weiter belasten.

    Im Spannungsfeld der Interessen der Akteure im Gesundheitswesen (also der Interessen von all denen, die an uns Kranken verdienen) sind die Kranken nicht von Belang.

    So ist das.

    HR

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7574

    Hallo zusammen,
    wenn ihr im Moment ein Triptanrezept braucht, lohnt es sich vorher in der Apotheke nach dem billigsten Anbieter zu fragen.
    Almogran 12,5mg 14 Tabl. heute bei Eurim Pharma 44,49 € und bei Almirall 104,11 (der teuerste). Habe auf Verdacht schon mal bestellt. Selbst wenn mir das Rezept verwehrt würde, was nicht passiert, wäre es billiger, selbst zu zahlen als ein teures Kassenrezept zu nehmen.

    Liebe Grüße
    Julia

    Harald Rupp
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 90

    Hallo Julia,

    hab heute auch ein Rezept für Relpax eingelöst,
    keine Aufzahlung beim Reimport von EurimPharm.

    Fragen und vergleichen lohnt also.

    Grüße

    HR

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7574

    Hallo Harald,

    auch wenn es sehr schwierig und teuer ist z. Zt. mit den Triptanen, im Grunde ist es eine sinnvolle Aktion. Die Triptane werden dadurch auf die Dauer günstiger und nicht teurer. Die Lieferanten werden alle unter diese Bemessungsgrenze gehen mit ihrem Preis, sonst haben sie bald keinen Umsatz mehr.
    Da die Preise meist zum 1. oder 15. eines Monats geändert werden, wird es sicher zum 15.10. schon wieder einige billigere Medis geben.
    Da werden wir wohl noch einige Zeit kritisch sein und aufpassen müssen.

    Wir sollten uns immer viel mehr für die Kosten unserer Behandlung interessieren, da ließe sich vieles einsparen.

    Einen scheinbar ganz guten Überblick über die tagesaktuellen Preise hat man bei PreisRoboter.de.

    Was mir noch dazu einfällt: früher als sonst ein neues Rezept besorgen, die billigen Lieferanten haben Lieferschwierigkeiten und dann müssen doch die teuren Medis her.
    Unsere leistungsfähigen Migränegehirne schaffen das schon 😉

    Einen schönen Tag
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    @julia said:

    Wir sollten uns immer viel mehr für die Kosten unserer Behandlung interessieren, da ließe sich vieles einsparen.

    Das ist eine sehr treffende Aussage. Viel zu viel wird als selbstverständlich hingenommen und kritiklos „konsumiert“. Verschriebene Medikamente werden besorgt und es kümmert keinen, ob sie dann nur noch in der Schublade rumliegen und gar nicht benötigt werden. Ist mir so auch schon passiert. Die Politik unseres Gesundheitssystems fördert solches Verhalten. Insgesamt läuft hier so viel verkehrt, dass man gar nicht wüsste, wo mit einer Optimierung zuerst angefangen werden sollte.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
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    Harald Rupp
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 90

    Hallo Bettina,

    wenn ich den Artikel richtig verstehe, meint der KBV-Vorstandsvorsitzende „dass die von der Koalition geplanten Zusatzbeiträge seiner Ansicht nach die Zahl der Arztbesuche nicht reduzieren werden, weil alle Mitglieder einer Kasse sie bezahlen müssten“.
    Das Gegenteil wäre also, daß nur bzw. vorwiegend die Kranken zur Kasse gebeten werden sollen?

    Wenn mit Kostenerstattung gemeint ist, daß der Patient erst mal beim Arzt bezahlt und dann (einen Teil?) von der KK wieder erstattet bekommt, bedeutet dies in vielen Fällen, daß wer sich das nicht leisten kann, gar nicht erst zum Arzt geht.

    Wenn unbehandelte Krankheit sich verschlimmert, führt das i. d. R. zu Mehrkosten. Von den Konsequenzen für die Betroffenen ganz zu schweigen.
    Bei den ganzen Diskussionen zum Thema Gesundheit geht es ja fast nur noch um Kosten.

    „Die Versorgung von Kopfschmerzpatienten in Deutschland unterliegt den aktuellen Restriktionen und Reglementierungen des Gesundheitssystems.
    Dabei kommt es zu einer Unterversorgung, da Kopfschmerzen im Gegensatz zu anderen Erkrankungen nicht so ernst genommen werden, wie es die durch sie verursachte Einschränkung der Lebensqualität und Produktivität eigentlich erwarten lassen würde.“

    Quelle:
    Die Versorgungssituation von Kopfschmerzpatienten in Deutschland
    S. Evers; T.-M. Wallasch, in Nervenheilkunde 2009; 28: 350–355

    In meinem Viertel, gibt es sehr viele Leute, die sich „Sehhilfen“ im Supermarkt für Zwofuffzich oder eine „Gebrauchte“ auf dem Flohmarkt kaufen, da sie sich keine Brille leisten können.

    Viele erkennt man daran, daß sie nicht lächeln, nicht nur weil sie nichts zu lachen haben, sondern auch weil sie sich keinen Zahnersatz leisten können.

    Da sei mir doch die Frage erlaubt: Warum es eine Versicherung überhaupt gibt?

    Natürlich bin ich der Meinung, daß man generell Eigenverantwortung tragen sollte, die in manchen Fällen auch ausgeprägter sein dürfte.

    Dazu gehört aber auch: ein Mitsprache- und Entscheidungsrecht, das Versicherte bzw. Kranke nicht haben.

    Die Patientenvertreter der vier Organisationen haben z. B. im G-BA nicht mal ein Stimmrecht.

    Alle die an Krankheit verdienen bestimmen und die, die das alles finanzieren, haben nichts zu sagen??

    Leider fehlt mir die Kraft und die Zeit mal zu erforschen, welche geldwerten Leistungen die Selbsthilfeaktiven erbringen.
    Nicht zuletzt auch welche Einsparungen für das Gesundheitswesen.

    Grüße

    HR

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28309

    Hallo Harald,

    so viel ich weiß, gab es immer eine Grundversorgung und wird es wohl auch immer geben. Wenn Menschen ohne Gebiss bleiben, oder keine passende Brille haben, läuft wohl etwas anderes schief – denn darauf hat jeder Versicherte einen garantierten Anspruch.

    Bei den ganzen Diskussionen zum Thema Gesundheit geht es ja fast nur noch um Kosten.

    Das ist wohl wahr und sehr bedauerlich. Bleibt abzuwarten, wohin das alles noch führt…

    Leider fehlt mir die Kraft und die Zeit mal zu erforschen, welche geldwerten Leistungen die Selbsthilfeaktiven erbringen.
    Nicht zuletzt auch welche Einsparungen für das Gesundheitswesen.

    Gut, dass ein solcher Einsatz stattfindet. Eigentlich sollte sich jeder – im Rahmen seiner Möglichkeiten – ein wenig für die Gemeinschaft einsetzen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer