Migräne als Reaktion auf anstregende Tage

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  • regenbogen68
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    Beitragsanzahl: 1749

    Liebe Alle, nachdem ich schon lange mitlese, habe ich mich nun hier angemeldet.

    Ich habe an ca. 8 Tagen im Monat Migräne, nehme dann Eumitan (davor habe ich schon andere Dinge getestet) und derzeit zur Prophylaxe Topamax (bin im 4. Testmonat, wirkungslos, in 1 Monat bin ich wieder bei der Kontrolle).

    Ich stelle fest, dass ca. 80% meiner Migräneanfälle, durch anstrengendere Tage im Berufsleben oder auch privat ausgelöst werden (hat in erster Linie mit der Dauer, aber auch mit dem Programm dieser Tage zu tun).

    Für Durchschntsmenschen wären das gar keine wirklich wahnsinnig stressigen Tage. Bei mir lösen sie aber Migräne aus. Ich bin Freiberuflerin (mit Spielräumen) und stelle fest, dass sehr wenig belastungsfähig bin. Und ich verzweifle!

    Denn ich habe das Gefühl, nicht voll im Leben stehen zu können. Ich möchte …, aber ich kann nicht … Ich falle immer wieder hin … stehe auf … und falle wieder hin … Und das seit Jahren.

    Würde mich über einen Gedankenaustausch sehr freuen.

    Herzlich, Regenbogen68

    muri
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 324

    hallo regenbogen,

    erstmal herzlich willkommen!

    ja, genau das was du gerade schilderst, erlebe ich auch…. und ich denke viele andere hier auch.
    z.b. gestern erst hatte ich einen langen tag. erst gearbeitet, dann noch privates treffen bei einer kollegin, anschliessend noch zu einem geburtstag. ich war 17 stunden unterwegs, es war ein sehr schöner tag, doch heute früh wachgeworden und ich hatte den eindruck als hätte ich die nacht durch gemacht… dann baute sich ein migräneanfall auf, den ich aber mit triptane schnell stoppen konnte.
    wie du schon sagst, jeder andere hätte das locker weggesteckt… wir leider nicht.
    wir müssen uns so aktzeptieren wie wir sind, zum glück tu ich das mittlerweile.
    noch vor einigen monaten hätte ich mich über die raktion meines körpers (hirnes) aufgeregt. nun sag ich mir: du hattest gestern einen wunderschönen tag! den nimmt dir keiner….
    also, einfach mal versuchen gelassen zu bleiben und die schönen momente mehr geniessen.

    kannst du denn versuchen mehrere kürzere pausen in deinem tag einzubauen?
    einfach 10 minuten was schönes tun, die nichts mit arbeit zu tun haben. einen kaffee oder tee trinken, dabei aus dem fenster schauen….
    hier bekommst du sicherlich noch viele tipps.
    liebe grüße
    andrea

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28676

    Schön, dass Du da bist, Regenbogen. 🙂

    Das, was Du schilderst, kennen hier auch fast alle. Andrea hat es ja auch schon ausgedrückt und so wie sie sich damit arrangiert hat, mache ich das auch.

    Zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist und sozusagen seinen Frieden damit zu machen. Einen besseren Rat kann ich Dir nicht geben, aber der Rat ist gut! 😉 🙂

    Du bist Freiberuflerin und kannst Dir Deine Zeit relativ frei einteilen, schätze ich mal? Da hast Du einen großen Vorteil anderen gegenüber, die jeden Tag pünktlich im Büro/Geschäft sein müssen. Auch ich kann mir die Zeit frei einteilen, was mir einiges an Druck nimmt.

    Kommst Du nie über 8 Tage im Monat? Dann wäre eine Prophylaxe vielleicht noch gar nicht so zwingend notwenig. Topamax scheint Dir eh nicht zu helfen, daher kann ich mir vorstellen, dass Dein Arzt zum Absetzen rät. Topamax kann auch gelegentlich auf die Stimmung drücken.

    Du stehst immer wieder auf und das ist das Wichtigste! Freu Dich über die Dinge, die Du „ungestraft“ tun kannst und konzentriere Dich auf das Positive.

    Liebe Grüße
    Bettina

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5824

    Hallo Regenbogen,

    dass die Migräne uns mal mehr, mal weniger an einem „normalen“ (was ist das überhaupt? ;-)), völlig unbeschwerten Leben hindert, kennen wir hier zur Genüge. Ich habe schon lange aufgehört, mich darüber zu ärgern, sondern mich darauf eingestellt. Es ist, wie es ist. Ich habe mir die Migräne nicht ausgesucht, „sie hat mich gefunden“ ;-), leider, aber ich freue mich über all das Viele, das ich trotzdem machen kann, lasse mich nicht unterkriegen und genieße die migränefreien Tage doppelt. Und wenn du an ca. 8 Tagen Migräne hast, bleiben dir ja immer noch 22 Tage im Schnitt ohne Migräne, das ist viel mehr als andere hier haben.

    Hilft dir denn dein Medikament gegen die Schmerzen? Ich nehme das selbe Triptan wie du und komme damit normalerweise prima zurecht. Ich bin dann zwar müde und schlapp, habe aber trotzdem eine relativ gute Lebensqualität.

    Ich weiß ja nicht, was du alles gerne machen würdest, was du durch deine Migräneerkrankung nicht machen kannst, weil du das Gefühl hast, dass du im Leben nicht wirklich „drinnen“ bist. Ich selber bin mit meinem Leben auch so abgrundtief zufrieden, trotz aller Einschränkungen. So werde ich jetzt gleich bei diesem herrlichen Wetter mit meinem Mann eine Runde Nordic Walking über die Felder genießen. Ohne meinen Migränekopf (ich habe grad keine Migräne, ich meine einfach die Grunderkrankung) hätten wir bestimmt eine große Fahrradtour unternommen, aber das lasse ich heute lieber sein. Aber manchmal risikiere ich auch was, und nicht immer bekomme ich danach Migräne. Das fällt einem nur nicht so auf, wie wenn man danach mit einer Attacke „bezahlen“ muss. (So wie wenn man im Supermarkt es meist nur wahrnimmt, wenn man an der Kasse in der falschen Schlange steht… ;-)).

    Lieber Gruß
    Heika

    regenbogen68
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1749

    Liebe alle, wisste ihr was: Ich bin gerührt. Ich habe noch nie in einem Forum geschrieben, ich scheue so etwas. Und jetzt haben mir so viele nette Menschen geschrieben.

    Liebe Andrea, ja, mir geht es heute so wie Dir. Ein dichter Tag und batschbumm … Pausen mache ich.
    Sie verhindern aber nicht, dass ich am nächsten Tag Migräne bekomme.

    Die Medikamente helfen, aber ich finde sie allesamt nicht toll. Zomig und Relpax machen mich völlig dusselig. Ich bin ganz schläfrig und plötzlich auch psychisch labil – „heulig“ ;-).
    Ich habe jetzt umgestellt auf Eumitan, weil ich oft an 3 Tagen hintereinander Migräne habe und das dann oft derselbe Anfall ist und Eumitan besser helfen soll. Das Medikament macht weniger dusselig. Aber es hilft nicht immer.

    Liebe Bettina, ganz lieben Dank für Deine netten Zeilen. Ich habe mich über den Sommer bewusst für den schwierigen Weg des Freiberuflers entschieden. Die Migräne war dabei sicherlich auch mitentscheidend. Ich habe Hochachtung vor allen, die Migräne und einen normalen Job stemmen. Pünktlich funktionieren zu MÜSSEN (das muss ich, aber nicht immer) – ein Horror.
    Ich denke, ich werde Tomapax in Kürze absetzen. Deine Anregung greife ich gerne auf! Ich warte aber den nächsten Arzttermin ab (ist eh logisch).

    Liebe Heika, danke für Deine lieben Zeilen. Ich liebe das Leben und bin auch lebensfroh, genieße die Dinge. Aber ich habe oft das Gefühl, dass ich die Migräne selbst auslöse!! Grrrrrr!!! Und irgendetwas falsch mache, etwas ändern müsste. Das, das genau ist das Kernproblem.

    Ihr seid toll!!!!!!!

    Herzlich, ein österreichischer Regenbogen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28676

    Lieber Regenbogen,

    Allegro ist ein Triptan mit sehr langer Halbwertszeit und idela für lange Attacken. Wenn es zu schwach wirkt, könntest Du vorher ein Antiemetikum (MCP, Domperidon, Vomex) einnehmen, das verbessert die Aufnahme des Medikaments. Zur Wirkverstärkung und -verlängerung hat sich auch Naproxen 500 mg bewährt. Es ist ein NSAR, mit noch längerer Halbwertszeit als Allego und kann sehr gut unterstützend helfen.

    Nimmst Du hochdosieres Magnesium und Vitamin B2 ein? Kann ebenfalls gut helfen, den Energiestoffwechsel der Nervenzellen zu verbessern.

    Liebe Grüße in meine frühere Heimat,
    Bettina

    Doro
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1605

    hallo liebe/r Regenboen,

    nur zu gut kann ich deine Empfindungen nachvollziehen. Es ist das Unberechenbare, was bei genauerem Hinsehen doch berechenbar ist. Eben der Stress….Nicht da zu sein, wenn man gefordert wird, vermeintlich nicht belastbar zu sein. Es ist eben eine Reaktion unseres Körpers, bei Stress ein STOP zu setzen. Uns wird uns selber gegenüber sehr viel Feingefühl abverlangt, was nciht immer leicht ist. Ich hardere auch immer damit etwas falsch zu machen… Aber wenn ich deine Sätze so lese, denke ich, dass es darum nicht geht. Richtig oder falsch. Ich denke es geht um die eigene Achtsamkeit, loslassen und finden der eigenen Mitte. Die Migräne ist hierbei ein *Erfüllungsgehilfe* 🙂 Wenn ich jetzt so weiter schreibe, wird sie mir am Ende noch sympatisch 🙂
    Ich habe auch immer an 3 Tagen hintereinander Migräne. Wenn ich gut auf mich achte, das habe ich inzwischen herausgefunden, dann bin ich mit nur 1 Tag dabei (bei mir sind Stress, Ernährung und Sport die Haupttigger) . Und das ist dann schon wie ein Lottoegewinn 🙂
    Du siehst, Du bist nicht allein und dass man ab und an *heulig* ist, ist nachvollziehbar.
    LG
    Doro

    sonja
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 248

    Liebe(r) Regenbogen,

    Herzlich willkommen!

    Mir geht’s wie Dir. Einmal hop, dann wieder flop. Vorgestern alles wunderbar, hab‘ hier „geprahlt“ wie gut es mir ging, und gestern war ich (fing am Nachmittag auf der Arbeit an) schon mit unerträglichen KS zu nichts mehr fähig, ich nehme auch Zomig, mal hilfts sofort, dann wieder hab‘ ich den Eindruck, ich warte Ewigkeiten auf eine Besserung, die zwar dann auch kommt, aber nicht von Dauer ist. Nächste Woche werde ich die Prophylaxe beim Neurologen ansprechen, habe noch keine, weil ich noch sie soviele Anfälle hatte wie die letzten fast 2 Monate.

    Mit meinem Mann haben wir jetzt ausgemacht, dass wir uns nichts auf lange Zeit vornehmen, weil’s jetzt schon mehrfach anders kam als gedacht.

    Morgen zum Beispiel möchten wir einen Freund von meinem Mann besuchen, das hängt aber davon ab, ob’s mir gutgeht (heute morgen alles ok und wunderbarer flotter Spaziergang bei herrlichstem Sonnenwetter, zur Zeit leichte Schmerzen). Wir haben ihn aufgeklärt; wenn wir kommen können, teilen wir ihm das Morgen früh kurz mit.

    Ich hab‘ noch immer nicht wirklich für mich rausgefunden was die Trigger sind, hab‘ wahrscheinlich viele, auf jeden Fall würde ich sagen ist der Stress ein Teil davon; wollte gestern nachmitag für vier arbeiten, (war allein) hab‘ natürlich nur meins geschafft ;-), die Strafe folgte sofort…. „Heulig“ bin ich auch die letzten Tage, das schreibe ich zur Zeit aber eher den Hormonen zu (PMS).

    LG

    Sonja

    Doro
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1605

    wie arm… ich habe auch gerade eine Einladung für morgen Nachmittag unter *Vorbehalt* ausgesprochen 🙁
    Wenn es dann aber morgen klappt, freu ich mich wie ein kleines Kind 🙂

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