Termine planen

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  • Schneeflockchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo,

    ich würde gern mal wissen wie Ihr das handhabt, wenn Termine anstehen.
    Sagt Ihr diese fest zu z. B. Elternabende ? Oder lasst Ihr es offen?
    Sagt Ihr kurzfristig wieder ab, wenn es Euch nicht gut geht und Ihr Kopfschmerzen habt? Begründet Ihr das mit Kopfschmerzen/Migräne? Oder lasst Ihr Euch eine Ausrede einfallen?

    Ich weiß nicht mehr recht, wie ich damit umgehen soll. Vor jedem vereinbarten festen Termin, zB. Geschäftsessen, habe ich Tage vorher Bedenken und Angst, ob ich diesen schon wieder absagen muss. Ebenso geplante Treffen mit Freunden/Bekannten und Veranstaltungen.

    Manchmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich überhaupt noch etwas planen soll.

    Lieben Gruß Schneeflockchen

    Kiaora
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 58

    Liebes Schneeflockchen,

    ich persönlich mache es so:
    berufliche Termine und private Termine im weiteren Bekanntenkreis sage ich fest zu und wenn es dann nicht geht, sage ich ab mit der Begründung, dass ich krank bin (oder manchmal auch, dass mir ein wichtiger Termin dazwischen gekommen ist). Die Begründung „Migräne“ gebe ich nicht an – geht niemanden etwas an.

    Private Termin im festen Freundeskreis sage ich fest zu und wieder ab, wenn es nicht geht, mit der Begründung, dass ich einen Migräneanfall habe. Meine Freunde wissen, dass ich Migränepatientin bin und können damit umgehen. Jede neue Freundin/Freund in diesem engen Umfeld kläre ich über Migräne auf und auch darüber, dass es passieren kann, dass ich Verabredungen kurzfristig absage. Eine einzige Freundin hat sich mal deswegen von mir entfernt, weil ihr das zu unzuverlässig sei. Ihr gutes Recht, wie ich finde und wir passen dann einfach nicht zueinander.

    Wenn ich merke, dass einer Freundin eine Veranstaltung, zu der sie gehen will, ganz ganz wichtig ist und sie nicht alleine gehen will, bitte ich sie, noch jemand anderen zu fragen – mit der Begründung, dass bei mir immer die Migräne dazischen kommen kann. So fühle ich mich nicht verantwortlich und entweder gehen wir dann zu dritt oder sie alleine mit der anderen Person 🙂

    Etwas, worauf ich überhaupt gar keine Lust habe oder was mich im Vorfeld schon bei der Vorstellung daran total stresst, sage ich inzwischen grundsätzlich ab 🙂

    So ungefähr handhabe ich das.

    Liebe Grüße
    Kiaora

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Ich plane immer so, als hätte ich keine Migräne. 😉 Mit Triptan geht eh viel und wenn mal wirklich nichts mehr geht, sage ich ab. Somit handle ich mit der Erkrankung ganz genau so wie jeder andere Mensch auch, der keine chronische Erkrankung hat. Für mich war und ist das immer richtig so. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 603

    Liebe Schneeflocken,

    aus meiner bisherigen Erfahrung heraus ist „Angehen“ die bessere Alternative als „Vermeidung“.

    Deine Bedenken und Ängste VOR (zeitlich gesehen) den Terminen könnten deine Schmerzen und/oder Attacken möglicherweise zusätzlich triggern, denn beides kann Stress bedeuten, der vermeidbar oder sich zumindest eindämmen ließe.

    Sagst du Termine zu, gibst du dir selbst immer wieder die Möglichkeit, positive Erfahrungen zu machen, die dich bestärken können.

    Machst du aus Angst vor Schmerzen oder absagen zu müssen, keine Pläne mehr, verlierst du möglicherweise die Motivation, überhaupt noch Pläne zu machen, OBWOHL du VORHER gar nicht wissen kannst, ob der Termin wahrnehmbar, teils wahrnehmbar oder gar nicht wahrnehmbar ist.

    Meine Schmerzpsychotherapeutin gab mir vor einiger Zeit diesen Satz mit auf den Weg: „Sie haben alle Möglichkeiten!“. Ich habe das lange nicht verstanden, nicht verstehen wollen, aber vor einigen Wochen fiel es mir wie Schuppen von den Augen!!! Ja, ich habe zu jeder Zeit die Möglichkeit, mich zu entscheiden.

    Für den Elternabend und andere Ereignisse könnte das heißen, ich habe die Möglichkeit hinzugehen oder nicht. Sage ich ab, weil es mir schlecht geht, ist es womöglich eher meine Wertung, dass ich keine Wahl habe. Aber rein sachlich gesehen, ist es eine Möglichkeit: nämlich die, mich dafür zu entscheiden, nicht hinzugehen und abzusagen.
    Wenn ich mich dafür entscheide hinzugehen, habe ich jederzeit die Möglichkeit zu gehen, wenn ich merke, es funktioniert nicht gut für mich.

    Wenn ich absage, benenne ich den Grund mittlerweile offen und ehrlich. Meiner Erfahrung nach können die Leute – wenn sie denn wollen – das eher annehmen und Verständnis aufbringen, als wenn sie etwas „aufgetischt“ bekommen. Außerdem führen Ausreden BEI MIR zu einem unguten Gefühl. Denn so wie ich Ehrlichkeit von anderen erwarte, möchte auch ich ehrlich sein. Wie schafft man sonst eine verlässliche Basis?
    Das ist ganz klar MEINE persönliche Auffassung und nicht zwangsläufig übertragbar!

    Ich glaube, was das ganze Thema so schwierig macht, sind Ängste vor was auch immer, gerade weil Schmerzerkrankungen wie z.B. Migräne und Spannungskopfschmerzen UNSICHTBAR sind – es sei denn, wir sehen während einer heftigen Attacke elend aus, aber das ist eher eine Folgeerscheinung oder „Nebenwirkung“ und nicht der sichtbare Schmerz.
    Bei Migräne kommt noch hinzu, dass sie bei den meisten Menschen eben nicht einfach und auf Dauer verschwindet – sie ist händel- aber nicht heilbar.

    Vielleicht gibt es auch nicht DIE eine Lösung für diese Frage. Vielleicht muss man immer abwägen, wo verhalte ich mich wie, aber in erster Linie mit dem Blick auf sich selbst und unter Berücksichtigung, wie wichtig, einfach, aufwändig, anstrengend… es für mich in diesem Moment ist, und was ich in welcher Dosis JETZT am besten „vertrage“.
    Du, liebe Kiora, beschreibst es so und gibst damit Anregungen.

    Ich hoffe, dass ich mich einigermaßen klar ausgedrückt habe. Fall etwas nicht stimmig für dich sein sollte, dann kann es wech 😉!

    Alles Gute und einen „roten Leitfaden“, der flexibel sein kann und darf, wünscht dir
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Katrin.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Katrin.
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