ONS – Kostenübernahme

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  • Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Mitglieder von headbook.me,

    da einige von Euch schon Erfahrungen mit der ONS sammeln konnten, wollte ich fragen, wie es bei Euch mit der Kostenübernahme durch die private Krankenkasse/Beihilfe ausgesehen hat. Mir wurde bei meinem letzten Termin in der Schmerzklinik Kiel der Eingriff nahegelegt. Nun wurde aber die Kostenübernahme durch die Beihilfe abgelehnt, da es sich um ein Forschungsprojekt und nicht um eine wissenschaftlich anerkannte Methode handeln würde. Hat jemand ähnliche Erfahrunge gemacht?

    Herzliche Grüsse,

    Minervaminor

    Hartmut Göbel
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 460

    Die Neuromodulation ist für die Behandlung der therapierefraktären chronischen Migräne in Deutschland zugelassen. Der Fallpauschalen-Katalog hat die Prozedur der Neuromodulation 5-059.c1 in Verbindung mit der chronischen Migräne ICD G43.3 bereits aufgenommen. Auch das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hat das Verfahren positiv bewertet: http://guidance.nice.org.uk/IPG452

    Therapierefraktäre chronische Migräne ist nach der Zulassung definiert als eine Kopfschmerzerkrankung, die mindestens vier Stunden täglich an mindestens 15 Tagen im Monat auftritt, mindestens eine mittelschwere Beeinträchtigung verursacht und auf mindestens drei prophylaktische Medikamente nicht anspricht. Die Indikation stellen die behandelnden spezialisierten Ärzte. Es handelt sich bei der Anwendung nicht um eine Studie, sondern um eine Behandlung im Rahmen der zugelassenen Indikation. Voraussetzung ist der Einsatz in spezialisierten und zertifizierten Zentren. Möglicherweise ist der aktuelle Stand Ihrer Behilfestelle nicht bekannt. Die Berechnung erfolgt durch die Universitätsklinik, die Sie auch zu zur Abrechnung informieren wird. Eine Beantragung der Kostenübernahme bei zugelassenen Verfahren ist nicht vorgesehen.

    Gleichwohl ist dieses Verfahren sehr jung und wird in Deutschland nach der Zulassung seit 2012 eingesetzt. Langzeitdaten zum Einsatz werden daher begleitend erhoben. Wissenschaftlich wird der Langzeitverlauf bei den behandelnden Patienten eingehend beobachtet. Dazu gehört auch die individuelle Nachprogrammierung der Stimulationsparameter, um die Behandlungsergebnisse zu optimieren. Langzeitstudien sind wissenschaftlich etablierte und erforderliche Maßnahmen, die die Versorgung auch bei bereits bestehender Zulassung optimieren sollen. Sie haben jedoch keinen Einfluss hinsichtlich des Leistungsanspruches von Patientinnen und Patienten.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4640

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    herzlichen Dank für diese wichtige Information.

    Dieses Wissen ist eine große Erleichterung, für all diejenigen, die sich auf den Weg gemacht haben, ihre Migräne mit dem ONS Verfahren zu therapieren.

    Denn genau wie im Vorbeitrag geschrieben, werden durch Unwissenheit
    Steine in den Weg gelegt.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel, liebes Sternchen,

    vielen Dank für die Informationen.

    Liebe Grüsse und noch schöne Feiertage,

    Minervaminor

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Lieber Minervaminor,

    Prof. Göbels Informationen kannst Du dem Sachbearbeiter vorlegen. Manchmal dauert es, bis solche Informationen überall durchsickern und abgelehnt ist schnell mal.

    Lass nicht locker, denn das Recht ist auf Deiner Seite!

    Liebe Grüße
    Bettina

    Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Bettina,

    vielen Dank für Deine aufmunternden Worte.
    Es werden einem immer Steine in den Weg gelegt. Du hast wahrscheinlich recht – Ablehnung ist der einfachste und schnellste Weg für die Beihilfe / Krankenkasse.

    Liebe Grüsse und schöne Feiertage,

    Minervaminor

    Hartmut Göbel
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 460
    Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Mitglieder von headbook,

    von der privaten Krankenkasse habe ich nun Bescheid bekommen, dass die Kosten übernommen werden. Darüber bin ich sehr froh. Leider habe ich seit Wochen nichts mehr von der Beihilfe gehört. Ich habe dort schon mehrmals angerufen und werde immer wieder damit vertröstet, dass mein Fall von einem Gutachter bearbeitet werden würde. Mein OP-Termin ist schon Ende Juli und ich habe inzwischen große Angst, dass die Beihilfe bis dahin nicht mehr einlenken könnte. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe Grüße,

    Minervaminor

    Miggy
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 475

    Liebe Minervaminor,

    ich hab es bei der Beihilfe (Niedersachsen) einfach eingereicht und die haben gezahlt. Meine beiden Schmerzklinikaufenthalte wurden auch bezahlt. Es kann mal sein, dass man kleinere Abzüge hat, wenn die Klinik über der Vergleichsklinik (meist Unikliniken) liegt. Bei mir ist es so, dass ich von der Beihilfe keine Genehmigung benötige, nur bei Rehaaufenthalten, das geht dann über den Amtsarzt.

    Ich habe für die ONS alles wieder bekommen, die Uniklinik Kiel hat mir automatisch ein kurzes Schreiben mitgegeben, darauf stand nur. „Der Eingriff war notwendig“.
    Ich hatte natürlich auch einige panische Momente. Ist aber alles gut gegangen.

    Herzliche Grüße

    Miggy

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28315

    Liebe Minervaminor,

    ich denke auch, dass Du Dir keine Sorgen zu machen brauchst, wenngleich ich Deine Nervosität verstehe. Die ONS ist für die chronische Migräne freigegeben und muss von Kassen und Beihilfe getragen werden, wenn die Indikation stimmt.

    Bitte doch mal Deinen Arzt, selbst bei der Beihilfe nachzuhaken.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Minervaminor
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 69

    Liebe Miggy, liebe Bettina,

    vielen Dank für Eure Antworten. Das beruhigt mich ein wenig. Leider habe ich bis jetzt die Erfahrung gemacht, dass die Beihilfe (Bund) sehr wenig Sachkompetenz hat und ver