Ausdauersport zur Vorbeugung bei Kopfschmerzen

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  • Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 26

    Hallo,

    ich lese mich gerade durch die verschiedenen Forenthemen. Dabei bin ich auf das Thema Ausdauersport gestoßen. Von meinem Arzt habe ich auch den Tipp bekommen, Ausdauersport zu betreiben, weil sich das positiv auf meinen Spannungskopfschmerz auswirken würde. Ich habe dann angefangen Rad zu fahren. Allerdings bekomme ich davon auch Kopfschmerzen. Sobald ich mich körperlich anstrenge setzen die Schmerzen ein. Also habe ich wieder aufgegeben. Seit ich in diesem Forum bin (erst wenige Tage) bin ich neu motiviert aktiv gegen den Spannungskopfschmerz anzugehen. Ich würde gerne wieder Radfahren. Kann mir jemand sagen, wie ich es anpacken kann, auf was ich achten muss usw., damit es nicht wieder in Schmerzen ausartet? Oder muss ich da einfach durch und die Besserung stellt sich dann später ein?

    LG
    Linda

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5770

    Hallo Linda,

    ich würde es ganz gemütlich angehen lassen, und eher mit der Einstellung „ein bisschen durch die Gegend zu fahren“ anstatt „Sport zu treiben“. Dich lieber erst einmal zu wenig belasten als zu viel. Vielleicht kannst du dann ja in kleinen Schritten steigern, ohne dass Schmerzen ausgelöst werden.
    Vorher ausreichend Trinken ist wichtig, evtl. eine Kleinigkeit essen, je nachdem wie lange die letzte Mahlzeit her ist.

    Lieber Gruß
    Heika

    seestern36
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 85

    Hallo Linda,
    ich will Dir kurz von meinen Erfahrungen mit Sport und Migräne/Spannungskopfschmerzen berichten.
    Ich hatte über viele Jahre hinweg nahezu täglich starke Spannungskopfschmerzen und zusätzlich ca. 10 bis 15 Migräneattacken pro Monat. Einmal pro Woche habe ich dennoch in einem kleinen Verein Badminton gespielt. Der Effekt auf den Kopf war gleich Null, bzw. hat er die Migräne zusätzlich verstärkt. Badminton ging also nur unter Schmerztabletten. Ich habe auch versucht Ausdauersport zu treiben, da ich von den positiven Effekten auf die Schmerzen gehört hatte. Aber es war mühsam, hat keinen Spaß gemacht und erfolgte deshalb recht unregelmäßig.
    Nach der Medikamentenpause in Kiel war der Kopf endlich etwas „freier“. Ich habe wieder mit Sport angefangen und mache jetzt 2 bis 3 mal pro Woche auch 20 bis 30 min reines Ausdauertraining. D.h. ohne Pause joggen, Crosstrainer, schwimmen o.ä. Der Puls liegt dabei bei ca. 180-Lebensalter. Das war die Empfehlung von Sporttherapeuten. Die ersten 10 bis 15 min sind Kampf. danach beginnt der Körper Hormone auszuschütten und es macht Spaß, wenn er auch anstrengend ist.
    Der positive Effekt auf die Migräne und den Spannungskopfschmerz stellte sich nach ca. 6 bis 8 Wochen ein und steigert sich seit dem in kleinen Schritten. So konnte ich ca. 30 % der Migräneattacken senken und auch den Spannungskopfschmerz deutlich reduzieren. Positiver Nebeneffekt war zudem gewesen, dass ich einige Pfunde, die ich als Nebenwirkung der diversen Prophylaxen „zugewonnen“ hatte (insbesondere durch Betablocker) wieder abwerfen konnte.
    Mein Fazit daraus: Sport hilft mir nur, wenn man ihn ohne Schmerzen (nach Schmerzmitteln Sport treiben zählt nicht, da der Körper ja eigentlich nach einer Pause ruft und die Schmerzen nur unterdrückt werden) und regelmäßig betreibt. Es gehört etwas Durchhaltevermögen dazu bis sich der erste positive Effekt einstellt. Hier etwas wissenschaftlichen Hintergrund dazu:
    Ärzte Zeitung
    netdoktor

    Liebe Grüße und gute Besserung

    seestern

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28456

    Liebe Linda,

    ich habe Deinen Beitrag in die Gruppe „Spannungskopfschmerzen“ verschoben, da er hier besser passt.

    Ausdauersport scheint ja bei Spannungskopfschmerzen noch besser zu „wirken“, als bei Migräne. Normalerweise verstärken sich die Schmerzen auch nicht bei körperlicher Betätigung, wenn man unter Spannungskopfschmerzen leidet. Ist bei Dir auch Migräne mit dabei, oder wurden Dir ausschließlich Spannungskopfschmerzen diagnostiziert?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 26

    Hallo Birgit,

    ich leide sowohl an Migräne als auch an Spannungskopfschmerz, genauer gesagt an einem migränoiden Spannungskopfschmerz. Der Terminus besagt, dass sich über den Zeitverlauf aus einem episodischen migränoiden Kopfschmerz ein chronischer Kopfschmerz entwickeln kann, der immer wieder durch Schmerzattacken durchbrochen wird. Daher kann ich oft nicht genau sagen, ob mein Schmerz bereits ein Migräneschmerz ist oder Spannungskopfschmerz. Allerdings erlebe ich auch „spontane“ Migräneanfälle. Aber in der Regel habe ich diesen Dauerkopfschmerz, der sich im Verlaufe von vielen Stunden, in denen der ganze Kopf schmerzt, dann irgendwann auf einen Punkt in der Schläfe konzentriert. Das fühlt sich dann wie eine Migräne an. Daher ist es auch sehr schwierig den richtigen Zeitpunkt für die Einnahme des Triptans zu finden. Denn, wenn sich der Kopfschmerz anfühlt wie eine Migräne, aber noch keine ist, dann helfen die Triptane nicht. Ist das verständlich formuliert?

    LG
    Linda

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 26

    Hallo Seestern,

    danke für deinen Erfahrungsbericht. Er motiviert mich auf alle Fälle wieder sportlich aktiv zu werden.

    Liebe Grüße
    Linda

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28456

    Liebe Linda,

    Du hast das sehr verständlich formuliert und macht deutlich, dass Du es nicht leicht hast. 😉 Wenn beide Kopfschmerzarten vorhanden sind und ineinander übergehen, muss man schon sehr in sich hineinhorchen können, um differenzieren zu können.

    Ich wünsche Dir einen guten Einstieg in den Sport.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Anonym
    Inaktiv
    Beitragsanzahl: 26

    Jetzt muss ich mal etwas loswerden: Ich bin so froh hier gelandet zu sein. Nach jahrzehntelanger Schmerzgeschichte scheint das persönliche Umfeld doch sehr abgestumpft zu sein, viele sind einfach nur genervt, wenn es mir schlecht geht. Man fühlt sich dann oft nutzlos und lästig und hat dauernd ein schlechtes Gewissen. Da tut es einfach gut, einen Kreis zu finden, in dem man sich äußern kann, nichts verbergen muss und man weiß, man ist so wie man ist akzeptiert.

    LG
    Linda

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5770

    Liebe Linda,

    eine schöne Sache hier im Forum ist, dass jeder hier WEISS, was es bedeutet, Migräne zu haben, und wie schlimm das ist.
    Es ist mehr als frustrierend, wenn es einem schlecht geht, und andere sagen: „Ach ja, ich hab auch ab und zu Kopfschmerzen, das geht vorbei.“ oder „Hast du schon mal Kaffee probiert? Das soll helfen!“ oder „Oh, du hast schon wieder Migräne? Da solltest du aber mal was dagegen tun.“
    Es ist herrlich entspannend, dass hier keine blöden Sprüche kommen, das tut mir auch so richtig gut!

    Das mit dem schlechten Gewissen ist ein gutes und wichtiges Thema. Ich probiere, mir das systematisch abzugewöhnen, aber einfach ist es nicht…

    LG
    Heika

    velonautin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Liebe Linda
    hab eben erst deine Fragen zu Ausdauersport gelesen. die einträge sind ja schon etwas her. gibts was neues bei dir mittlerweile? hast du’s nochmal probiert mit dem radfahren?

    ich hab auch spannungskopfschmerzen und migräne, d.h. leichter bis mittlerer dauerkopfschmerz und ab und zu wird migräne daraus. ich merk diesen übergang nicht immer aber manchmal schon, vor allen dadurch, dass mir eben bewegungen nicht gut tun und ich mich körperlich nicht fit fühle.

    über die wirkung von ausdauersport hab ich auch viel nachgedacht und es auch probiert, allerdings nicht sooo diszipliniert und daher ist es schwierig zu sagen, wieviel es in bezug auf die kopfschmerzen bringt. wenn ich schmerzfrei bin und sport mache, tut mir das jedenfalls gut. ich hab das gefühl, schwimmen, laufen, radfahren… machen den kopf freier. beim schwimmen kommt noch das gefühl von leichtigkeit und abkühlung des kopfes dazu, was mir sehr gut tut.

    radfahren tu ich ohnehin recht viel weil das rad in der stadt mein hauptfortbewegungsmittel ist, d.h. ich im durchschnitt mind. 1/2 stunde pro tag radel. zählt aber für mich nicht wirklich als ausdauersport.

    weil du ja am anfang speziell in bezug aufs radfahren gefragt hast: das gute daran ist, dass du’s erstmal gemütlich angehen kannst und sehr individuell dein tempo bestimmen kannst. wichtig um sich wohlzufühlen ist dabei, dass ihr, also du und das rad, zusammenpasst. sitzt du gut und ergonomisch? hat der rahmen die richtige größe? wie sind sattel und lenker eingestellt?

    man sollte für sich eine position finden, in der man sich wohlfühlt, aber auch gut vorankommt. je aufrechter du sitzt, desto bequemer ist es vielleicht, aber du bist auch nicht schnell. wenn du in rennradposition fährst, kann das nacken und rücken mehr belasten, aber du bist viel schneller… man findet viel zu fahrrad-ergonomie im internet und du kannst dich auch von deinem ‚fahrraddealer des vertrauens‘ 😉 beraten lassen.

    viel spaß und erfolg beim radln!

    lg
    velonautin

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28456