Tabletten helfen nicht, krank feiern?

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  • Sheri
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 62

    Guten Morgen,

    ich leide ja seit 15 Jahren an den Kopfschmerzen und bin zum Glück im September in Kiel.
    Nun ist heute mal wieder einer der Tage, an denen ich schon nachts mit Kopfschmerzen wach geworden bin, die Tabletten, die ich direkt morgens genommen habe, helfen heute kaum. Ich habe Stiche im Kopf, mir ist ständig schwindelig und ich hab einfach Kopfschmerzen. Sonst helfen Tomapyrin intensiv 2 St. oft recht gut bzw überbrücken zumindest einen Teil des Tages, wenn ich sie sehr zeitnah nehme (aber auch nur dann). Dadurch nehme ich natürlich um die 15 oder mehr Tage im Monat die Tabletten.
    Aber nun mal zu meiner Frage? Lese hier oft bei den Migränethemen, dass ihr krankfreiert. Ich mache das selten, quäle mich bei der Arbeit, wobei ich natürlich zum Glück bei meinen Kopfschmerzen meistens nicht Licht/Lärmempfindlich bin.
    Feiert ihr mit Spannungskopfschmerzen auch krank? Wie geht ihr damit um, wenn sie mal gar nicht einzudämmen sind?
    Mich würden Eure Erfahrungen interessieren.

    Liebe Grüße
    Sheri

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28014

    Liebe Sheri,

    ich würde lieber das Wort „krankschreiben“ benutzen wollen, denn man feiert ja seine Krankheit nicht. 😉

    Du schreibst in der Gruppe Spannungskopfschmerz, daher gehe ich davon aus, dass Du ausschließlich Spannungskopfschmerzen hast. Richtig?

    Ziemlich sicher bist Du im MÜK, wenn Du auf Dauer an so vielen Tagen im Monat behandelst. Irgendwann helfen Tabletten dann kaum noch, das ist leider die Folge des MÜKs.

    Wenn es Dir sehr schlecht geht heute, dann lass Dich krankschreiben. Im Grunde macht man das doch bei anderen Krankheiten auch wie selbstverständlich, warum nicht bei stark einschränkenden Kopfschmerzen?

    Es ist gut, dass Du bald einen stationären Termin hast, denn so sollte das nicht mehr weitergehen mit dieser hohen Attackenfrequenz.

    Thomapyrin ist ein Kombinationspräparat und nicht so geeignet zur Behandlung von Kopfschmerzen. Monopräparate sind immer zu bevorzugen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2851

    Liebe Sheri,

    obwohl ich ein Problem mit dem Begriff „krank feiern“ habe, möchte ich dir gern auf deine Frage antworten.

    Ich habe es früher so gemacht, arbeiten um „jeden Preis“, Medikament rein und weiter als ob nichts wäre, das mache ich heute nicht mehr so.

    Manchmal gelingt es mir, Mittags fit zu sein, manchmal geht es gar nicht, manchmal arbeite ich die Zeit am Wochenende auf oder ich setze mich zu Hause noch an den den Rechner.

    Allerdings kann ich mir meine Zeit (bis auf einige Ausnahmen) relativ flexibel einteilen.

    Ich liebe meine Arbeit und meine Kollegen schätzen mich, ich werde auch in schlechteren Phasen recht gut unterstützt.

    LG Johanna

    Sheri
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 62

    Ihr habt Recht, der Begriff krank feiern, ist schlecht gewählt. War mir nicht wirklich aufgefallen.
    Ja Bettina, MÜK trifft bei mir garantiert zu. Aber ich werde das ja in Kiel alles lernen und wohl hoffentlich den Entzug machen.
    Leider hilft mir außer Tomapyrin nichts. Ich habe schon alles durch. Das bewirkt , dass ich dann viele Tabletten nehme, ohne dass überhaupt eine Wirkung eintrifft.
    Na ja, wie ihr wisst, nimmt Kopfschmerzen leider kaum einer ernst… und dann heißt es ganz schnell, die lässt sich krankschreiben mit Kopfschmerzen.

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe Sheri,

    da ich nicht arbeiten gehe, kenn ich diese Probleme nicht von wegen „die läßt sich krankschreiben wegen Kopfschmerzen“, aber ich habe hier schon viel mitgelesen vom Umgang mit den lieben Mitmenschen, die Migräne und Kopfschmerzen nicht ernst nehmen . Da kann ja viel dahinterstecken von Ignoranz, aber auch mangelndem Wissen. Ich glaube, es lohnt sich, darüber nachzudenken, sich hier einzulesen (schau mal unter der Gruppe „Berufstätigkeit und Migräne“, da gibt es einige Foren) sich auszutauschen und seinen ganz persönlichen Umgang mit diesem Thema zu finden.

    Liebe Grüße Ulrike

    Meike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 20

    Hallo ihr!
    Ich habe auch täglich Spannungskopfschmerzen. Mal mehr,mal weniger. Und wenn morgens der Wecker klingelt und ich beim Aufwachen schon merke, dass ich heute sehr starke Kopfschmerzen habe, dann melde ich mich krank. Ich habe dann zwar ein sehr sehr schlechtes Gewissen, aber was soll ich denn machen?! Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Ich glaube ich habe weitesgehend aufgehört es anderen Menschen recht zu machen. (Z.B. Chef) Ich muss auf mich hören und meinen Körper. Ich habe nunmal diese Krankheit. Ich habe mir das ´nicht ausgesucht und würde natürlich sofort darauf verzichten wenn ich könnte. Aber ich habe keine Wahl. Auch wenn meine Krankheit für andere nicht sichtbar ist, ist sie da. Und wenn ich nicht arbeiten gehen kann, dann geht es nicht. Ich entschuldige mich auch nicht mehr dafür. Ich erwarte Verständnis. Wenigstens ein bißchen. Ich erkläre auch gerne alles ausführlich, damit es auch nachvollziehbar ist.
    Früher habe ich mich deswegen klein gemacht, mich zur Arbeit gequält, mich entschuldigt und mich demütig verhalten. Aber das ist vorbei. Es dankt einem sowieso keiner dafür (bei der Arbeit).
    Schmerztabletten helfen bei mir auch nur ganz selten. Es bringt mir also meistens nichts gleich morgens eine einzuwerfen. Ab und zu tue ich das aber natürlich trotzdem. AUs Verzweiflung.
    Habe dazu auch noch eine Frage:
    Man darf ja nicht mehr als an 10 Tagen im Monat Schmerztabletten nehmen. Heißt das,man darf nicht mehr als 10 Tabletten im Monat nehmen oder zählt nur der Tag und man kann an einem Tag auch mal zwei oder drei nehmen und macht sich in den Kalender an dem Tag nur einen Strich?
    Liebe Grüße an euch alle 🙂
    Meike

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2060

    Liebe Meike,
    zu deiner Frage: es geht bei der 10er Regel darum, an wie vielen Tagen im Monat Schmerzmittel eingenommen werden. Du kannst auch 2 Tabletten am gleichen Tag nehmen, das zählt dann als ein Schmerzmitteltag.
    Allerdings gibt es für die verschiedenen Schmerzmittel auch eine jeweilige Tageshöchstdosis – die findest du zum Beispiel im Beipackzettel – diese soll nicht überschritten werden.

    Bettina hat das im Thema „Der richtige Umgang mit Triptanen und Schmerzmedikamenten“ finde ich sehr gut zusammengefasst – schau mal hier: https://headbook.me/groups/migrane-akuttherpapie-2050216723/forum/topic/der-richtige-umgang-mit-triptanen-und-schmerzmedikamenten/

    Zum Thema hier: ich persönlich hatte bislang kaum Ausfalltage wegen der Kopfschmerzen, dies liegt vor allem daran, dass sie im typischen Tagesablauf morgens eher schwach sind. Allerdings gab es schon einige Tage, an denen ich dann früher nach Hause gegangen bin, weil einfach nichts mehr ging…
    Bei meinem Arbeitgeber kann ich mich glücklicherweise problemlos krankmelden, ohne damit zum Beispiel meine Kollegen Mehrarbeit aufzuhalsen. Ich bin der Ansicht krank ist nunmal krank. Allerdings weiß ich nicht, wie ich bei einem Arbeitgeber, bei dem die Kollegen Ausfalltage komplett abfangen müssen, handeln würde… Da würde ich vermutlich nochmal anders abwägen…

    Liebe Grüße, Tanni

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