Trizyklische Antidepressiva

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  • Johanna
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    Beitragsanzahl: 2851

    Ich bin gestern durch Zufall auf die Seite der Schmerzklinik Kiel gestoßen. Habe seit vielen Jahren Spannungskopfschmerzen und zwei Versuche der Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva hinter mir. 2006 Doxepin Tropfen und 2011 Amitryptilin 25 mg retard. Habe beide Male wegen Nebenwirkungen (Müdigkeit, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsprobleme) abgebrochen, 2006 nach 6 Wochen und 2011 nach 10 Wochen. Jetzt bin ich am Überlegen mir eine Einweisung für die Schmerzklinik von meiner Ärztin zu erbitten. Zur Zeit nehme ich relativ unkontrolliert alle möglichen Schmerzmittel, allerdings ist das kein Zustand, da eigentlich auch nichts hilft. Hat jemand bereits Erfahrung mit der Therapie bei Spannungskopfschmerzen in Kiel und gibt es Alternativen zu den o.a. Medikamenten?

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28428

    Ein herzliches Willkommen, liebe Piggy. 🙂

    Trizyklische Antidepressiva sind eigentlich Mittel der Wahl bei der Prophylaxe von Spannungskopfschmerzen. Amitriptylin ist die Nr.1. Hattest Du die Dosierung langsam eingeschlichen und kamen die Probleme erst mit Erreichen der Zieldosis? Wie lief das ab?

    Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung, Biofeedback, Autogenes Training usw. haben einen hohen Stellenwert in der nichtmedizinischen Prophylaxe.

    In der Klinik würde man Dir sicher noch Möglichkeiten unterbreiten können, andere Kombinationen vielleicht.

    Alternativen kenne ich keine. Mit Botox wird, so viel ich weiß, experimentiert auch mit Topamax gibt es wohl einige Versuche.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2851

    Das ging ja zügig mit einer Antwort, ich habe langsam eingeschlichen und die Probleme traten auch bei niedriger Dosierung auf, die totale Müdigkeit sofort, der „Rest“ etwas später. Ich wollte mir bei meinem diesjährigen Versuch etwas mehr Zeit geben, deshalb Abbruch erst nach 10 Wochen. Die vorgesehene Enddosis von 50 mg habe ich nicht mehr „erreicht“. Du sagst, in der Klinik würde man mir sicher weitere Möglichkeiten unterbreiten können, es bestätigt mich darin, mich um einen stationären Aufenthalt zu bemühen. Meine Sorge ist, dass ich weiter auf Amitryptilin „festgenagelt“ werde, eben weil es die Nummer 1 ist. Entspannungsverfahren kenne ich einige, leider bin ich inkonsequent bei der regelmäßigen Anwendung, daran muss ich noch heftig arbeiten. Tablettenkonsum ist die vermeintlich einfachere Lösung, aber nun eben nicht mehr….. Grund für den Abbruch war neben den unangenehmen Nebenwirkungen auch die Feststellung, dass ich trotzdem Kopfschmerzen hatte.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7660

    Keine Angst, liebe Piggy,

    in der Klink in Kiel wird niemand auf irgendetwas festgenagelt. Da hast du volles Mitspracherecht.
    Lies mal ganz viel hier im Forum und kauf dir evtl. das Buch von Prof. Göbel: Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. Mit dem Wissen nagelt dich auch niemand anderes mehr fest. Dafür hast du dann genug Ahnung von der Sache, um dich zu verteidigen.

    Von mir auch ein herzliches Willkommen hier bei uns.
    Julia

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2851

    Hallo Julia,
    danke für die Buchempfehlung, eben wurde es geliefert, dann werde ich mich jetzt mal richtig schlau machen.
    Grüße von Johanna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7660

    Liebe Johanna,

    schön, dass du das Buch inzwischen hast. Ich hoffe, du kannst ganz viel aus dem Buch lernen und dich fit machen für kommende Arztgespräche.

    Ich seh grad, du willst nach Kiel. Lass alles auf dich zukommen. Alle wissen dort sehr genau, was sie mit wem machen müssen und wie sie helfen können, damit der Entzug der Schmerzmittel gut klappt. Vor der Behandlung dort muss niemand Angst haben.

    Alles Gute und viele neue Erkenntnisse. Und: think positiv 😀
    Julia

    Meike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 20

    Hallo ihr 🙂

    ich habe mal eine Frage. Seit etwas längerem nehme ich Opipramol und Bisoprolol. In der Schmerzklinik in Kiel wurde mir von meiner Ärztin gesagt, dass ich trotzdem auch mal Alkohol trinken darf. Natürlich vorsichtig, da die Wirkung verstärkt sein kann. Ich trinke fast nie Alkohol, da ich wegen meiner Dauerkopfschmerzen kaum am Wochenende raus gehe. Am nächsten Wochenende bin ich aber auf ein Konzert eingeladen und ich würde auch gerne ein bißchen was trinken. Allerdings nehme ich seit einem Monat zusätzlich auch noch Cymbaltha. Darf ich damit Alkohol trinken?

    Liebe Grüße, Meike

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28428

    Liebe Meike,

    prost, lass Dir ein Gläschen ruhig schmecken und genieße es. 🙂 Kleine Mengen sind absolut kein Problem, so, wie Dir das auch gesagt wurde.

    Viel Spaß beim Konzert und viel Erfolg mit den Prophylaxen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Meike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 20

    Danke Bettina! 😀

    Meike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 20

    Hallo liebe Leutis!
    Habe da mal wieder eine Frage. Ich nehme seit ca 4 Monaten Cymbalta. Wollte es lange genug nehmen, damit eine Wirkung eintreten kann. Ich fühle mich mit der Tablette psychisch gut, aber gegen die Schmerzen hat sie leider null geholfen. Ich habe auch gelesen, dass Haaraudfall eine Nebenwirkung sein kann. Ich hatte auch immer die Vermutung, dass das bei mir ein wenig eingetreten ist. Aber es war noch ok. Seit ein paar Tagen bin ich mir aber sicher. Ich habe Haarausfall. Besonders fällt das auf nch dem Duschen in der Duschwanne und beim Bürsten. Ich habe ungewöhnlich viele Haare danach in der Bürste. Ich habe beschlossen,dass ich diese Tablette nicht mehr nehmen möchte. Am liebsten möchte ich jetzt sofort damit aufhören. Ich habe von Nebenwirkungen die Nase voll. Habe schon so viel ausprobiert und immer trifft es mich mit irgendwas. Extreme Müdigkeit, extremer Bluthochdruck, 20kg zugenommen (amitripilyn) und jetzt auch noch Haarausfall. Ich nehme von der Cymbalta 30mg. Kann ich die jetzt einfach weglassen? Oder muss ich auch diese Tablette ausschleichen? Ich will die nicht mehr..bin sauer…und hab keine Lust mehr! HMPF!

    P.S. Aber ich bin wirklich froh, dass ich hier immer sofort alles Fragen kann, wenn Fragen aufkommen und mir geholfen wird!! ^^

    Tanja
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 764

    hallo meike,

    so recht beantworten kann ich deine frage nicht, aber als „alte“ derma-pharma-tante kann ich zumindest sagen, dass das zeitlich sehr gut sein kann mit dem haarausfall und dem arzneimittel.

    haare hören auf zu wachsen unter bestimmten stressoren, wie zb wirkstoffe. in dem moment, wo sie vor schreck aufhören, leitet sich eine dreimonatige stillhaltephase ein, wo die haare einfach so hin-existieren. aber nach diesen drei monaten wird die haarwurzel abgestoßen, und wenn sehr viele haar plötzlich aufgehört haben zu wachsen, dann haben sie alle den gleiche abstoßmoment, so dass du dann DEN schreck deines lebens bekommst…
    aber bei dir führt er nicht zur abstoßung nach drei monaten…
    hoffentlich.

    lange rede, gar kein sinn, du wirst trotz absetzen des cymbaltas noch weiter die haare verlieren, die in der ruhephase sind.
    AAABER:
    keine panik!
    der natürliche prozess, auch wenn durch einen schock verursacht, ist nichts bleibendes, denn das haar macht platz für ein neues haar, es wächst also neu nach!!!

    auch wenn das natürlich auch seine zeit braucht, aber es kommt wieder!!!

    ich kenne das gefühl nämlich, hatte das selber mal. man weint über dem waschbecken, weil man denkt, man hat bald eine glatze.
    deshalb schreibe ich dir das, weil ich die „technik“ hinter der sache erst jahre später in meinem neuen job gelernt hatte. ich wäre froh gewesen, wenn mir das einer früher schon mal gesagt hätte.

    aber über das absetzen kann ich dir nix sagen, musst du auf die profis warten.
    ich wünsch dir viel glück beim absetzen und wie gesagt, keine panik!!
    gruß
    tanja

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28428