CGRP – Impfung gegen Migräne

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  • Bettina Frank – Admin
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    Schon vor 75 Jahren konnte nachgewiesen werden, dass die großen arteriellen und venösen Blutgefässe in den Hirnhäuten schmerzempfindlich sind – anders als das Hirngewebe selbst. Vor 25 Jahren wurden dann Neuropeptide, d.h. aus Nervenfasern freigesetzte Eiweißstoffe, identifiziert, die die Weite dieser Blutgefäße regulieren. Eine dieser Sustanzen war CGRP (das calcitonin gene-related peptide). CGRP gehört zu den am stärksten gefäßerweiternden Stoffen im Körper. Gleichzeitig geht die mit CGRP verbundene Gefäßerweiterung im Experiment mit Schmerzen einher.

    Die entscheidende Bedeutung von CGRP in der Entstehung der Migräne zeigte sich, als man im venösen Blut von Patienten in Migräneattacken erhöhte CGRP-Spiegel fand, die sich nach Beendigung der Migräne durch Sumatriptangabe wieder normalisierten. Diese Beobachtungen wurden bestätigt, als man durch Infusion von CGRP bei Patienten Migräneattacken auslösen konnte. CGRP wird u.a. in Nervenfasern des N. trigeminus gebildet und freigesetzt, wenn diese in der Migräneattacke aktiviert werden (siehe Abbildung 1). Das freigesetzte CGRP bindet an CGRP-Rezeptoren in der Wand von Blutgefässen der Hirnhaut. Es kommt zur Blutgefäßerweiterung und gleichzeitig zur Sensibilisierung von Schmerzrezeptoren in der Blutgefäßwand. Das Pulsieren der erweiterten Blutgefäße wird zum Schmerzreiz, den die Patienten als pulsierend-hämmernden Migräneschmerz wahrnehmen, der sich bei jeder körperlichen Anstrengung, ja meist schon vom Bücken allein verstärkt.

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    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Danke, liebe Bettina fürs Einstellen! 🙂

    Das ist ja superspannend und läßt auf eine neue wirksame Methode zur Schmerzbekämpfung bzw. gleich Vermeidung des Schmerzes hoffen!

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Ich habe noch eine Frage: Ich hatte im Kopf, daß wenn sich die Blutgefäße erweitern, gleichzeitig ein Entzündungsschmerz entsteht, den wir als Migräneschmerz erleben.

    In dem Text wird allerdings an keiner Stelle von Entzündung gesprochen. Habe ich da irgendetwas falsch aufgenommen?

    Liebe Grüße
    Ulrike

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3988

    Ich habe Prof.Göbels Texte, z.B. in seinen Büchern immer so gelesen, dass ein Entzündungsgeschehen VERMUT ET wird aber nicht sicher angenommen werden kann.

    Thilly
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 26

    Wäre das schön!!!! Ich hoffe so sehr, dass die Wissenschaft uns in der Zukunft neue Wege öffnet!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28125

    Liebe Ulrike und Alchemilla,

    die neurogene Entzündung ist bestätigt, auch, dass dadurch Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austritt. Was man annimmt, aber nicht sicher weiß, ist die Verengung der Gefäße während der Aura. Dieser Artikel hat den gesamten Vorgang während der Migräne nur umrissen, da konnte nicht alles ganz genau erklärt werden. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3988

    Ich erinnere mich an die Kapitelüberschrift „Fragliche Gültigkeit des Modells der neurogenen Entzündung“ (im neuen Buch S. 136), was mich darauf gebracht hatte.
    Leztendlich macht es aber in der realen Praxis für mich keinen Unterschied.
    Wir haben jaa eh keine Wahl und nur die Medokamente, die auf dem Markt sind.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28125

    Hast recht, Alchemilla, habe es eben auch nachgelesen. 🙂 Es konnte bisher noch nicht experimentell festgestellt werden, ob sie genau so abläuft, wie man es annimmt. Irgendwie weiß man einfach noch zu wenig über die Migräne. Daher ist es einfach nur gut und wichtig, dass weiter geforscht wird.

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3988

    😀 danke dir fürs Nachlesen.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28125

    Gerne. 😀

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Auch wenn noch viele Fragen offen sind, finde ich es faszinierend, was man SCHON alles weiß! 🙂

    MiRi
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 302

    Ich bewundere auch immer die Studienteilnehmer, die da an vorderster Front im wahrsten Sinne des Wortes ihre Köpfe für uns hinhalten, um zu erforschen, wie erfolgreich – oder auch nicht – ein neues Mittel wirkt. Sie wissen ja noch nicht mal, ob sie ggf. nur Placebos bekommen. Das würde mich wohl verrückt machen. Aber die Chance, als vielleicht erster migränefrei zu werden hat auch was für sich 🙂

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28125

    Hat Vor- und Nachteile. Wobei ich persönlich mich nicht darum reissen würde, sage ich ganz ehrlich. Man muss ja auch bedenken, dass einen schwerwiegende Nebenwirkungen treffen könnten.

    marimo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 53

    Ich oute mich mal als Studienteilnehmerin!

    Die Risiken muss man schon genau abwägen. Es kommt auch sehr auf die persönliche Therapiesituation an. Bei mir hat es gerade gut gepasst 🙂

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Liebe marimo,

    wie spannend! Jetzt würde ich dich am liebsten gleich löchern mit Fragen 😉 , aber wahrscheinlich darst du gar keine Auskünfte geben.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg mit der neuen Methode! 🙂

    Herzliche Grüße
    Ulrike

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 677

    Hihi,

    als ich noch in der Freiburger Gegend gewohnt hab, wurden auch immer mal Probanten für den Bereich Migräne gesucht. Aber ich hab nie ins Raster gepasst.Entweder die Altersspanne passte nicht, oder sie suchten Leute ohne vorbeugende Medis.

    Zu manchen Zeiten hätte ich ALLES gemacht um Besserung zu bekommen.

    Mittlerweile bin ich etwas gelassener. Ich kenne mich und meine Migräne genauer. Aber ich glaube wenn sich die Gelegenheit bieten würde, würde ich ernsthaft drüber nachdenken. Aber hier unten….gibts glaub keine Spezialisten diesbezüglich *G*.

    Versuch ja immer noch Kiel zu überzeugen, hier ne Zweigstelle aufzumachen… bis jetzt erfolglos. Aber ich geb nicht auf *g*

    Grüßle Daniela

    Möhin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 18

    Ich würde gerne mal bei so einer Studie mitmachen und dazu beitragen, das wenigstens Menschen in Zukunft von diesem Leiden befreit sind.

    Ich habe zwar auch Angst vor evtl. Anfällen oder Nebenwirkungen, aber auf der anderen Seite ist medizinische und kompetente Hilfe direkt da.

    hessin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 135

    Mir wurde in der Schmerzklinik auch angeboten, an der Studie teilzunehmen. Ich habe daraufhin erstmal recherchiert, was das ist, welche Nebenwirkungen etc.

    Ich bin zu dem Schluss gekommen, nicht an der Studie teilzunehmen. Z.B. hätte ich mein AD wechseln müssen, da in der Studie nur ganz bestimmte Beigabenmedikamente erlaubt sind. Das wollte ich schon mal gar nicht.

    Mein Ärztin hat auch sofort gesagt, wenn ich nur geringste Zweifel habe, dann würde sie mir die Teilnahme nicht empfehlen. Denn ich soll auch auf mein Bauchgefühl hören.

    Da sehe ich doch einen erheblichen Unterschied zwischen Arzt und Ärztin: Meine Ärztin nimmt mich viel ganzheitlicher wahr, schaut mehr auf mein gesamtes Befinden. Bei ihrem männlichen Kollegen liegt der Focus viel mehr auf dem „Technischen“, also der reinen Schmerzbekämpfung.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28125

    Damals bei der CGRP-Studie hatte ich auch überlegt, mitzumachen. Da ich ja wusste, dass in der Schmerzklinik sehr auf die Sicherheit der Patienten geachtet wird und man nie eine riskante Studie starten würde. Aber die Aussicht auf ein mögliches Placebo und das Absetzen meiner damaligen Prophylaxe waren dann doch ausschlaggebend, dass ich es nicht gemacht hatte. Und jetzt habe ich insgesamt keine Lust dazu. 😉

    Aber wir sind alle sehr gespannt, wie es weitergeht, die Aussichten lassen uns hoffen. 🙂

    Liebe Hessin, es gibt auch Ärztinnen, die gaaaanz anders sind. 😉 Und Ärzte, die das Ganze sehen. Bin mir nicht sicher, ob man hier grundsätzlich solche Entscheidungen machen kann. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    marimo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 53

    Genau das meinte ich mit den Worten: Es kommt auf die individuelle Therapiesituation an.

    Ich war mit meinen Prophylaxen durch, nix half. Ich musste also keine funktionierende Prophylaxe absetzen – wer würde das denn auch tun?

    Über die Risiken bin ich gut aufgeklärt worden. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich die tatsächlich als relativ gering eingeschätzt. In der Tat achtet man in der Schmerzklinik sehr auf die Sicherheit der Studienteilnehmer – in der Hinsicht bin ich unbesorgt.

    Deswegen „passte“ es gerade ganz gut mit der Studienteilnahme. Und ich persönlich finde das auch total spannend.

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 679

    Ist ja prima, wie wir auf den neuesten Stand gehalten werden – danke!

    Wann könnte man den frühestens mit den Ergebnissen rechnen – bzw. wann könnte es so eine Impfung geben?

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4602

    Liebe marimo,

    ich finde es großartig, dass Du an der Studie teilnehmen kannst. Zunächst erhoffe ich nur für Dich einen gaaaanz großen Erfolg. Ein bißchen schiele ich natürlich auf uns alle. Es wäre grandios, wenn sich da eine neue Möglichkeit, Migränepatienten zu helfen, entwickeln würde.

    Alles Gute für Dich.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    marimo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 53

    Liebe Sternchen,

    vielen Dank für deine guten Wünsche! Insgesamt sehen die Studienergebnisse ziemlich vielversprechend aus, das kann man schon sagen.

    Ich selber weiß zur Zeit natürlich nicht, ob ich Placebo oder Wirkstoff erhalte. Das wird sich erst ändern, wenn ich in die offene Phase der Studie komme, wo es dann ganz sicher den Wirkstoff gibt. Meine Migräne ist nicht (!!!) weg, aber der letzte Monat war in der Tendenz besser als die Monate davor. Aber ihr wisst ja selber, dass Migräne in Häufigkeit und Schwere schwankt – 5 Wochen sind viel zu kurz, um gesichert schon etwas feststellen zu können. Es bleibt also spannend …

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 679

    „Aber ihr wisst ja selber, dass Migräne in Häufigkeit und Schwere schwankt – 5 Wochen sind viel zu kurz, um gesichert schon etwas feststellen zu können.“

    Vor allem, wenn du vielleicht zu den Placebo-Teilnehmern gehörst.;)

    marimo
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 53

    So isses 🙂