Sendung gestern, 16.9

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  • Ruth
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 72

    Hat jemand von euch gestern Abend die Sendung über Migräne gesehen? Leider weiß ich den Sender nicht.
    Es ging ganz interessant los, ein Arzt hat die genauen Vorgänge im Gehirn erklärt, bei der Medikation kamen allerdings keine Triptane vor,- und dann kam ein Bericht über eine Patientin, die von Kohlehydraten! Migräne bekommt und deshalb nur Gemüse isst.
    Da hab ich dann abgeschaltet!

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5816

    Ich weiß den Sender, aber in diesem Fall behalte ich ihn wohl besser für mich! 😉 🙂

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7741

    Gute Idee, Heika 👍 !

    Maresa
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 49

    … mir hat gestern gleich kurz nach 21 Uhr eine wirklich liebe Freundin angerufen. Sie sagte mir, dass meine Migräne weg geht, wenn ich keine Kohlehydrate mehr essen würde.
    Mann… ich will nicht wissen, wie viele Verzweifelte das nun versuchen werden.

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 654

    Ihr Lieben,

    auf Ruths Eintrag hin habe ich mir die besagte Sendung heute morgen in der Mediathek angesehen. Ich werde mich genau wie du, liebe Heika, hüten, Sender und Namen zu nennen. Allerdings hat mich die Sendung dazu bewogen, eine E-Mail an den Sender zu schreiben. Ich stelle die E-Mail mit gekürzten Namen mal hier ein, vielleicht hilft es beim „Kontern“ auf z.B. solch nett gemeinte Anrufe mit „schlauen“ Emmpfehlungen wie du, liebe Maresa, ihn bekommen hast.

    Das ist also MEINE Reaktion auf die Sendung:

    „Sehr geehrte Damen und Herren,

    da ich selbst schwer von chronischer Migräne betroffen bin, habe ich mit Interesse Ihre o.g. Sendung angesehen und bin dankbar, dass Sie die Migräne zum Thema gemacht haben, da auch ich immer wieder die Erfahrung gemacht habe und mache, dass viele Menschen entweder gar nicht oder unzureichend aufgeklärt sind und häufig versuchen, mit auf „gefährlichem Halbwissen“ basierten Rat-Schlägen zu „helfen“.

    Dem Hinweis von Prof. Dr. W., wie ENORM wichtig es für Patienten ist, sich Wissen über ihre Erkrankung anzueignen, kann ich vollen Herzens zustimmen!

    Auch wenn Sie viele Informationen über die Migräne und deren Behandlungsmöglichkeiten – sicher auch aufgrund der begrenzten Sendezeit – „angedeutet“ haben, werden diese meiner Erfahrung nach wahrscheinlich nicht ausreichen, um z.B. die von Ihnen erwähnten Arbeitgeber und die Gesellschaft wirklich ausreichend aufzuklären und deren Verständnis und Akzeptanz für die Krankheit Migräne und uns Betroffene aufbringen zu können. Dazu wären einige tiefer greifende Informationen notwendig.

    So habe ich in Ihrer Sendung die Benennung folgender FAKTEN und Empfehlungen zu einer möglichen Vorgehensweise vermisst:

    • Migräne ist eine primäre und neurologische Kopfschmerzerkrankung. Migräne ist eine Reizverarbeitungsstörung, der eine genetische Disposition zugrunde liegt – ähnlich wie die Veranlagung zu einem Sonnenbrand. Diese lässt sich nicht „wegtherapieren“. Migräneattacken brechen wie ein Sonnenbrand nicht „von alleine“ aus, sondern werden durch sehr unterschiedliche individuelle Reize ausgelöst, den sogenannten Triggern.

    • Wird einem Menschen bewusst – wie der Moderator es formulierte – dass er eine Migräne haben könnte, MUSS sie diagnostiziert werden, um eine adäquate Behandlung erhalten und einer möglichen Chronifizierung vorbeugen zu können.
    Ich habe einige Menschen kennengelernt, deren vermutete Migräne nicht diagnostiziert wurde.

    • Die von Prof. Dr. W. erwähnten „seltsamen Einschränkungen“ wie Gesichtsfeldausfälle und oder Missempfindungen in Armen und Beinen haben einen Namen: Aura. Der Hinweis, dass die Triptane als spezielle Migränemittel erst NACH dem Abklingen der Aura eingenommen werden dürfen, fehlte völlig!

    • Der Aussage von Prof. Dr. W., dass der Patient „glaubt, dieses Pulsieren zu spüren“ möchte ich deutlich widersprechen, denn dieses Pochen ist eindeutig spürbar und verstärkt sich mit jeder noch so leichten körperlichen Betätigung wie z.B. gehen, Treppen steigen usw.!

    • Der Hinweis auf eine Beschränkung der Einnahmetage von Triptanen und Schmerzmitteln wurde gegeben. Eindeutig und klarer wäre jedoch die Information, dass die Anzahl der Tage in der „10/20-Regel“ festgelegt sind, d.h. dass an 10 Tagen im Monat eine Triptan- und Schmerzmitteleinnahme erlaubt ist, um dem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK) oder dem medikamenteninduzierten Kopfschmerz (MIK)vorzubeugen.
    Die Einnahmegrenze einzelner Wirkstoffe von Schmerzmitteln wie z.B. ASS liegt bei 15 Tagen im Monat.

    • Auch wenn der Migräneschmerz unter der Einnahme von Triptanen und/oder Schmerzmitteln erst einmal unterbrochen ist, sollte man sich nach der Einnahme dennoch schonen und nicht gleich wieder in das „Hamsterrad“ steigen, denn Migräneattacken sind – wie im Beitrag auch erwähnt – eine starke körperliche und seelische Belastung, der möglichst eine aureichende Erholungsphase folgen sollte.

    • Eine im Beitrag erwähnte BEGLEITENDE Schmerzpsychotherapie kann eine (indirekte) Wirkung auf die Migräne haben, da sich dort u.a. Strategien im Umgang mit der eigenen Schmerzerkrankung erlernen lassen. Das setzt allerdings eine aktive Mitarbeit voraus.

    Die Behandlung einer episodischen oder chronischen Migräne sollte immer aus mehreren Bausteinen bestehen:

    1. einer individuell ausgewählten und passenden Akutmedikation bestehend aus speziellen Migränemedikamenten wie den Triptanen, die direkt an Ort und Stelle ihre Wirkung entfalten und dadurch den Körper deutlich weniger belasten als die im Beitrag erwähnten herkömmlichen Schmerzmedikamente wie z.B. Aspirin, die im ganzen Körper wirken. Wenn nötig, ist eine Kombination beider Medikamentengruppen möglich.

    2. einer möglicherweise notwendigen Einnahme von Medikamenten, die auch Frau B. erwähnt und ausprobiert hat. Dass diese Medikamente aus den Gruppen der Antidepressiva, Antiepileptika und Blutdrucksenker nicht der Akutbehandlung eines Migräneanfalls dienen, sondern zur vorbeugenden medikamentösen Behandlung zählen, wurde im Beitrag nicht klar benannt und wird den Menschen, die keinen Einblick in die Migräne haben, nicht verständlich erscheinen.

    3. dem Erlernen einer Entspannungsmethode, die zum Patienten passt, um diese motiviert und möglichst TÄGLICH auszuüben zu können. Studienerprobt und bewährt hat sich bei vielen Patienten die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Neben vielen anderen Entspannungsverfahren, die es zu entdecken gibt, zählt auch die von Frau B. praktizierte Achtsamkeitsübung.

    4. eine vollwertige und ausgewogene Ernährung. Dass Frau S. von der No- oder Low-Carb-Diät profitiert, ist sehr erfreulich. Dieser individuelle Erfolg lässt sich allerdings nicht auf andere Patienten übertragen. Dass Sie als seriöser Sender in Ihrem Gesundheitsmagazin die Internetseite … einblenden mit „Erfolgsberichten“, die niemand weder wirklich nachvollziehen noch belegen kann und die sehr offensichtlich den Verkauf des Buches bewirbt, ist sehr enttäuschend und trägt genau zu dem „gefährlichen Halbwissen“ bei, welches ich bereits erwähnte.

    5. die Ausübung eines moderaten und den Möglich- und Fähigkeiten des Migränepatienten individuell angepassten und entsprechenden Ausdauersports. Nicht jeder ist wie Frau S. in der Lage zu joggen.

    6. entdecken und genießen, was gut tut! Deutlich wurde das in Ihrem Beitrag an Frau B.s Beispiel des Malens und wie positiv die Farben auf sie wirken.

    Entscheidend ist sicher in besonderem Maße die Intention einer Sendung. Und ganz sicher wird ein Nichtbetroffener eine solche Sendung unter anderen Aspekten sehen und beurteilen als ein Betroffener, der sich wahrscheinlich schon einen tieferen Einblick in seine Erkrankung verschafft hat.

    Ich habe die Absicht Ihrer Sendung so verstanden, zu informieren und gerade auch Arbeitgeber und Gesellschaft für dieses schwerwiegende Thema zu sensibilisieren. Ob es Ihnen mit dieser Sendung gelungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Dennoch verbleiben bei mir Zweifel daran.

    Mit freundlichen Grüßen
    Katrin …“

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 months von Katrin.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 28638

    Ich habe weder die Sendung gesehen, noch kenne ich den Sender. Aber ich vermute mal, dass die ErnährungsDocs wieder mal aktiv geworden sind? 😉

    Tolles Statement, liebe Katrin! Halte uns bitte auf dem Laufenden bezüglich Antwort.

    Liebe Grüße
    Bettina

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4000

    Ich habe vorab im I-net die Informationen zur Sendung angesehen.
    Als es da hieß: „Mittlerweile weiß man auch, dass bestimmte Lebensmittel Migräne auslösen“, war mit klar, welche Schiene da gefahren werden würde und habe mir den Abend nicht damit verdorben.
    Es waren nicht die Ernähringsdocs.

    Ich vermute eigentlich, dass solche „informativen“ Gesundheitssendungen NIE wirklich umfangreich informieren können.
    Immer, wenn man denkt, jetzt könnte es interessant werden, ist der Gesichtspunkt abgehakt und ein neuer kommt ins Gespräch.
    Dass dann Zuschauer mehr Schaden durch Halbwissen davontragen, als wenn sie es nicht gesehen hätte, das ist vielleicht den Machern solcher Sendungen egal.

    Liebe Grüße
    alchemilla

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 654

    Liebe Bettina, liebe Alchemilla, ihr Lieben,

    in dem Punkt, dass nicht in dem notwendigen Umfang und aller Ausführlichkeit berichtet werden kann, stimme ich dir, liebe Alchemilla, zu. Aber gerade den Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender sollte es nicht egal sein, was sie ihren Zuschauern auf welche Art und Weise präsentieren. Schließlich zahlen wir alle Gebühren, da darf man schon eine gewisse Informations-Qualität erwarten.

    Sieh an: nach nicht mal einer Stunde bekam ich eine Antwort auf meine E-Mail an den Sender, die ich jetzt einfach etwas gekürzt und durch … ersetzt einstelle:

    „Sehr geehrte Frau Katrin …,

    vielen Dank für Ihre E-Mail, die uns beim Zuschauerservice des … Fernsehens erreicht hat.

    Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Sendung „…“, die wir am 16.9.2019 erstausgestrahlt haben, auch wenn wir den Anlass, dass Sie selbst an chronischer Migräne leiden, sehr bedauern.
    Ihre E-Mail und damit Ihre Hinweise und Sichtweise haben wir an die für die Sendung zuständigen Redakteur*innen zur Kenntnis gegeben.

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere Redaktionen – bedingt durch die Flut der Einsendungen – nicht mit jedem Zuschauer in den Dialog treten können.
    Sie sind aber an jeder konstruktiven Kritik interessiert, die für den … (Sender) Verbesserungspotenzial mit sich bringt.

    Wir wünschen Ihnen noch eine angenehme Woche und danken Ihnen nochmal dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns zu schreiben.

    Mit freundlichen Grüßen

    …“

    Ob und was jetzt passiert, ist mir wurscht. Die Hauptsache ist, dass ich meine Meinung dort geäußert habe, wo sie hingehört.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 months von Katrin.